3D-Illustration zu Amazon, Prime Day, digitalem Euro und Cloud-Themen im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Amazon-Buchhaltung, Prime Day, digitaler Euro, DocMorris, Benneton + Shopify, Trip.com, Salesforce, US-Clouds, Care Gifting

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

„Blinder Fleck“ in der Amazon-Buchhaltung
Amazon zahlt nicht aus, was verkauft wurde, sondern was nach Gebühren, Retouren und Werbekosten in einem 14-Tage-Zyklus übrig bleibt. An genau dieser Verrechnungslogik scheitern aktuell viele KI-Buchhaltungsprojekte im E-Commerce, meldet Amainvoice. Mehr.

Wer mit Rechnungskauf wirbt, muss Klartext reden
Wer mit „Bequemem Kauf auf Rechnung“ wirbt, muss die nötige Kreditwürdigkeitsprüfung sofort offenlegen, nicht erst im Kleingedruckten, entschied das Hanseatische Oberlandesgericht laut Verbraucherzentrale Hamburg. Die Werbung verstoße sonst gegen das Digitale-Dienste-Gesetz. Der Rechnungskauf gelte als besonders sicher: Kundschaft prüfe die Ware vorab, müsse keine sensiblen Konto- oder Kreditkartendaten herausgeben und im Widerrufsfall nicht dem Geld hinterherlaufen. Das Urteil entfalte Signalwirkung für den gesamten E-Commerce.

Deutsche Exporteure schöpfen etwas Hoffnung
Die Stimmung der deutschen Exporteure hat sich im Juni leicht aufgehellt, wie die Ifo-Exporterwartungen zeigen. Der Indikator sei auf -3,7 Punkte gestiegen, nach -5,7 im Mai. Doch die geopolitische Unsicherheit und die starke Konkurrenz drückten weiter auf die Stimmung. Elektronik, Pharma und Getränkesteller seien am optimistischen, Automobil- und Metallbranche blieben skeptisch.


HANDEL INTERNATIONAL


Erster Prime Day bringt über acht Mrd. Dollar
Amazons Prime Day brachte in den Staaten am ersten Tag 8,3 Mrd. Dollar Umsatz, ein Plus von 5,3 Prozent, berichtet Digitalcommerce360.com. Über das viertägige Event erwarte Adobe Analytics 26,3 Mrd. Dollar, neun Prozent mehr als im Vorjahr. KI-Verweise verdoppelten sich und konvertierten 50,7 Prozent besser als andere Quellen.

Annahmepflicht für digitalen Euro nimmt Kleinunternehmen aus
Der Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments hat sich mit breiter Mehrheit auf Eckpunkte zum digitalen Euro geeinigt, meldet Haendlerbund.de. Damit rückten die Trilog-Verhandlungen näher; das Gesetz solle dieses Jahr verabschiedet werden, die Einführung folge 2029. Für Händler greife eine Annahmepflicht, von der Selbstständige und Kleinunternehmen ausgenommen seien. Bei den Gebühren sehe der Kompromiss ein einziges, gebündeltes Entgelt vor, das mindestens zehn Jahre nicht über dem Niveau vergleichbarer Kartenzahlungen liegen dürfe.

DocMorris spart Personal trotz guter Zahlen
DocMorris baut rund 100 Vollzeitstellen ab, meldet Manager-Magazin.de. Zwar habe sich die Umsatzentwicklung durch rezeptpflichtige Rezepte und digitale Angebote sogar beschleunigt, doch der konsequente Einsatz von KI mache bestimmte Arbeitsabläufe entbehrlich. Ab Ende 2027 sollen so jährlich mindestens 15 Mio. Franken gespart werden, bei einer einmaligen Investition von fünf Mio. Franken im zweiten Quartal.

Benetton setzt seine Online-Zukunft auf Shopify
Die Benetton Group zieht die Online-Shops von Benetton und Sisley zu Shopify um, berichtet Fashionunited.com. Die Architektur werde damit agiler und reagiere schneller auf Marktveränderungen. Vereinfachter Checkout, Ein-Schritt-Bezahlung, intuitiveres Retourenmanagement und Shopify Payments senkten zudem die Gebühren. Benetton E-Commerce, die im Januar gegründete Online-Tochter, solle den digitalen Umsatzanteil künftig auf 20 bis 25 Prozent heben.

Trip.com warnt vor schlechten Zahlen
Trip.com, Chinas größte Online-Reiseagentur, rechnet im zweiten Quartal nur noch mit einem Wachstum zwischen drei und acht Prozent und warnt vor einer erheblichen Geldstrafe aus einer Kartelluntersuchung, berichtet Scmp.com. Im ersten Quartal sei der Gewinn schon um 42 Prozent eingebrochen. Schuld seien höhere Energiepreise, teurere Flüge und geopolitische Spannungen. Lichtblick bleibe das Auslandsgeschäft: Die Bruttobuchungen seien dort um rund 65 Prozent gestiegen.

Salesforce tunt Agentforce mit mehr KI
Salesforce stattet seine Plattform „Agentforce Commerce“ mit dem größten Update seit fünf Jahren aus, berichtet Retail-News.de. Spezialisierte KI-Agenten begleiteten Käufer von der Suche bis zum After-Sales, prüften Verfügbarkeiten und schlössen Transaktionen eigenständig ab. Über Integrationen in ChatGPT und Googles Suchumgebungen könnten die Kunden Produkte direkt dort kaufen, während die Abwicklung beim Online-Händler bleibe.

Anthropic wirft Alibaba Großangriff auf Claude vor
Anthropic wirft Alibaba den bislang größten bekannten Distillation-Angriff auf seine KI-Modelle vor, meldet Businessinsider.com. Zwischen 22. April und 5. Juni hätten Alibaba-nahe Akteure über knapp 25.000 betrügerische Accounts 28,8 Mio. Interaktionen mit Claude geführt. Ziel sei gewesen, Claudes Fähigkeiten abzuschöpfen und in Alibabas Qwen-Modelle zu überführen. Alibaba äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.


Sind Daten in amerikanischen Clouds noch sicher?
Die Verlagerung geschäftskritischer Daten in die Cloud ist für viele Unternehmen ein logischer Digitalisierungsschritt, doch mit der wachsenden Abhängigkeit von Hyperscalern rücken Fragen nach Datenhoheit und Sicherheitsrisiken stärker in den Fokus. Skalierbarkeit, Geschwindigkeit und Innovationsfähigkeit sprechen für Cloud-Infrastrukturen, zugleich aber auch die Sorge, dass sensible Unternehmensdaten nicht nur gespeichert, sondern potenziell von Dritten eingesehen oder genutzt werden können. Sascha Sauer, Managing Director bei diva-e Conclusion, ordnet diese strategischen Fragen in seinem Gastbeitrag auf Etailment.de ein.

EU: Amazons und Microsofts Clouds sind „Gatekeeper“
Die EU-Wettbewerbshüter wollen Amazons und Microsofts Cloud-Sparten als „Gatekeeper“ unter dem Digital Markets Act einstufen, meldet Reuters.com. Damit drohten Auflagen wie ein Verbot der Selbstbevorzugung sowie Pflichten zu Interoperabilität und Datenportabilität. Amazon beklage eine Doppelregulierung über den bereits geltenden Data Act hinaus, während Microsoft auf die wachsende Macht von Google Cloud und Gemini verweise.

Schenken aus Mitgefühl als D2C-Marktsegment
Global wächst der Markt für Geschenke bis 2028 auf 1,11 Bio. Dollar und „Care Gifting“ – das Verschenken aus Mitgefühl an Kranke, Trauernde, Genesene oder frischgebackene Eltern – macht mittlerweile ein wichtiges Segment aus, berichtet Digitaljournal.com. Spezialisierte Anbieter nähmen den Schenkenden Einkauf, Verpackung und Versand ab. Doch das Modell verlange Sensibilität und eine perfekte Lieferkette mit exakten Lieferterminen: Wer zu spät oder gar beschädigt liefere, habe vom Schenkenden kein Wiedergeschäft zu erwarten. Freue sich der Beschenkte aber, sei ein treuer Kunde gewonnen.

2028 werden KI-Agenten teurer als menschliche Entwickler
Die Kosten für KI-Coding-Agenten übersteigen bis 2028 das durchschnittliche Entwicklergehalt, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Gartner. Verantwortlich sei vor allem der Wechsel von sitzplatzbasierter zu verbrauchsabhängiger Lizenzierung, der die Kosten an den schwankenden Tokenverbrauch koppele. Die Budgetplanung werde durch die intransparente Abrechnung der Anbieter nahezu unmöglich. Der Marktforscher rät trotzdem, Obergrenzen zu setzen und Routinearbeit an kleinere, billigere Modelle abzugeben.
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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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