
DHL, Signa, Adventsflaute, Wolt, Booking.com, Black Friday + Schweiz, Apple + Italien, Instacart, Coupang, Krypto-Überweisung
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
DHL bringt drei von vier Weihnachtsgeschenken
DHL verschickt drei von vier Weihnachtsgeschenken in Deutschland, berichtet Retail-News.de. 23 Prozent der von Yougov befragten Verbraucher hätten ihre Geschenke per Post verschickt – und davon 78 Prozent über DHL. Hermes folge mit 20 Prozent, DPD mit 16 Prozent. Dieser Abstand spiegle sich auch im Markenimage: DHL erreiche bei Qualität, Zufriedenheit und Weiterempfehlung Werte zwischen 46 und 52 Punkten. Hermes belege wieder Platz zwei, während DPD, GLS und TNT mit überwiegend negativen Bewertungen zu kämpfen hätten.
Signas Marken und Domains unter dem Hammer
Die Überreste des Benko-Imperiums wandern auf den Auktionstisch, berichtet Handelszeitung.ch. Ab 16. Januar versteigere die Plattform Aurena 179 Marken und Domains aus dem insolventen Signa-Geflecht – darunter „Signa“ selbst für 5.000 Euro Rufpreis, Immobilienprojekte wie „The Heritage“ oder Kuriositäten wie „Ohnebenko.com“. Neben Karstadt-Domains und Elbtower-Konvoluten kämen auch Projektmarken von Frankfurt bis zum Gardasee unter den Hammer. Jeder könne nach Registrierung mitbieten.
Adventsflaute hält an: 62 Prozent der Händler enttäuscht
Das Weihnachtsgeschäft bleibt mau, so eine Trendumfrage des Handelsverbandes Deutschland. 62 Prozent seien mit den Umsätzen der vergangenen Tage unzufrieden, nur 23 Prozent zufrieden. Die Branche hoffe nun auf einen Endspurt bis Heiligabend und viele Einkäufe zwischen den Jahren. Besonders bitter: 71 Prozent melden gesunkene Kundenfrequenzen. Immerhin lief der Samstag in Innenstädten etwas besser, wovon besonders Spielwaren-, Buch- und Bekleidungshändler profitiert hätten.
Wolt erfüllt in Berlin 7000 Wünsche von Kindern
Wolt hat zum fünften Mal Weihnachtsgeschenke für die Wunschbaum-Aktion des Berliner Vereins „Schenk doch mal ein Lächeln“ ausgeliefert, wie das Unternehmen mitteilt. Zwischen dem 16. und 18. Dezember hätten Mitarbeiter und Kuriere per Auto und Lastenrad Bücher, Spielzeug, Elektronik und Kosmetik an soziale Einrichtungen in der Hauptstadt verteilt. Die Aktion habe in diesem Jahr mit 7000 gesammelten Wünschen einen neuen Rekord erreicht – die Wunschsterne hingen in 26 Rathäusern und Bibliotheken, einem Einkaufszentrum sowie bei rund 100 Unternehmen.
Booking.com zum Urteil des Landgerichts Berlin
Booking.com begrüßt in einer Stellungnahme, dass das Landgericht Berlin dem Unternehmen im Rahmen einer Schadenersatzklage (Morning Briefing berichtete) einige der Forderungen abgelehnt habe. Die umstrittenen Bestpreisklauseln waren zwischen 2006 und 2016 in Deutschland aktiv, seien aber zum einen rechtmäßig gewesen und hätten zum anderen den Wettbewerb gefördert. Ob Hotelbetreibern tatsächlich Schaden entstanden sei und in welcher Höhe Schadensersatz fällig werde, bleibe vorerst ungeklärt – diese Frage müsse in dem mehrjährigen Verfahren noch durch Wirtschaftsexperten analysiert werden.
Jedes vierte deutsche Unternehmen rechnet 2026 mit schlechteren Geschäften, zeigt eine Umfrage des Ifo-Instituts. Fast 60 Prozent erwarteten eine unveränderte Lage, nur knapp 15 Prozent hofften auf Verbesserung. Besonders düster blicke der Handel in die Zukunft, wo fast ein Drittel der Befragten mit Rückschlägen rechne. Selbst das angekündigte Infrastrukturpaket löse im krisengebeutelten Baugewerbe keine Euphorie aus – dort erwarte jeder dritte Betrieb eine Verschlechterung.
HANDEL INTERNATIONAL
Österreichische Wirtschaft erwacht aus dem Winterschlaf
Während deutsche Händler 2026 mit Rückschlägen rechnen, meldet Österreichs Einzelhandel erstmals seit zwei Jahren reales Umsatzwachstum, berichtet Derstandard.de. Trotz des staatlichen Sparkurses und stagnierender Realeinkommen griffen die Verbraucher lieber ins Portemonnaie statt aufs Sparbuch zu überweisen. Am vierten Advent-Samstag stauten sich die Autos vor der Shopping City Süd, während die Innenstädte von Wien bis Villach voll waren. Der Handelsverband spreche von einem „sehr starken“ Geschäft, besonders bei Spielzeug, Kosmetik und Möbeln.
Der Black Friday hat den Schweizer Einzelhandel 100 Mio. Franken gekostet, berichtet Handelszeitung.ch. Zwei Drittel der Konsumenten hielten das Event mittlerweile für überbewertet, die Angebote würden doppelt so häufig enttäuschen wie überzeugen. Obwohl rund 703 Mio. Franken umgesetzt worden seien, hätten 72 Prozent der Produkte ohnehin auf der Einkaufsliste gestanden – eine bloße Kaufverlagerung also. Der geschätzte Zusatzumsatz von 196 Mio. Franken sei durch Rabattverluste von 291 Mio. Franken pulverisiert worden. Auch die Zahlungstransaktionen seien erneut um ein Prozent gesunken.
Italienische Kartellwächter strafen Apple für Tracking-Funktion
Apple muss in Italien eine Strafe von knapp 100 Mio. Euro zahlen, berichtet Handelszeitung.ch. Die Kartellaufsicht AGCM werfe dem Konzern vor, seine marktbeherrschende Stellung im App-Store zu missbrauchen. Die Datenschutzfunktion „App Tracking Transparency“ verlange von Nutzern eine explizite Zustimmung zum Tracking durch Drittanbieter-Apps – wer ablehne, entziehe werbe-finanzierten Apps den Zugang zur Werbe-ID. Diese Regeln würden einseitig auferlegt und schadeten Apples Geschäftspartnern.
Instacart zahlt 60 Mio. Dollar für irreführende Werbeversprechen
Der Lieferdienst Instacart zahlt nach einer Klage der US-Verbraucherschutzbehörde FTC 60 Mio. Dollar Kundenentschädigung, berichtet Mashable.com. Die Behörde werfe dem Unternehmen vor, mit „kostenloser Lieferung“ geworben zu haben, während tatsächlich Servicegebühren bis zu 15 Prozent anfielen. Auch die beworbene „100-Prozent-Zufriedenheitsgarantie“ habe irregeführt, vollständige Rückerstattungen seien nicht möglich gewesen. Bei Probemitgliedschaften für Instacart+ hätten Kunden nicht klar erkennen können, dass automatische Verlängerungen folgten. Instacart bestreitet die Vorwürfe vehement und bezeichnet die Grundlage der FTC-Untersuchung als „fundamental fehlerhaft“.
Coupangs Büros nach Datenleak durchsucht
Südkoreas Steuerbehörde hat die Seoul-Zentrale von Coupang durchsucht, nachdem die E-Commerce-Plattform ein Datenleck mit über 33 Mio. betroffenen Kunden öffentlich gemacht hatte, berichtet Devdiscourse.com. Die Prüfung fokussiere die Geschäftsbeziehungen zwischen der südkoreanischen Einheit und der New Yorker Muttergesellschaft. Gründer Bom Kim, der zu einer parlamentarischen Anhörung nicht erschien, sehe sich massiver Kritik ausgesetzt. Neben der Steuerbehörde ermittelten auch Regulierer und die Polizei; Parlamentarier drohten mit rechtlichen Konsequenzen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Zwei Drittel der Deutschen buchen Arzttermine digital
Zwei Drittel der Deutschen haben bereits online einen Arzttermin vereinbart, zeigt eine Bitkom-Umfrage. Binnen zwei Jahren sei der Anteil von 36 auf 64 Prozent hochgeschnellt. Dominiert würden dabei spezialisierte Plattformen wie Doctolib oder Jameda, die 58 Prozent nutzten, während ein Viertel direkt über Praxis-Websites buche. Als Hauptvorteil gälten die Unabhängigkeit von Telefonzeiten und die flexible Terminauswahl zu Randzeiten. Nur noch 18 Prozent lehnten die digitale Buchung grundsätzlich ab.
Ein Krypto-Anleger hat 50 Mio. Dollar in Form von USDT-Stablecoins an einen Betrüger überwiesen, berichtet Golem.de. Der Täter nutzte „Address Poisoning“: Er platzierte eine Wallet-Adresse in der Transaktionshistorie des Opfers, deren erste und letzte fünf Zeichen mit einer legitimen Adresse übereinstimmten. Obwohl der Geschädigte zuvor eine Testüberweisung über 50 USDT erfolgreich durchgeführt habe, kopierte er zwischen Test und Haupttransaktion die manipulierte Adresse. Die Stablecoins seien bereits in Ethereum umgewandelt und verteilt – eine Rückholung gilt als ausgeschlossen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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