Händler-Solidarität und Strategien gegen Amazons Lieferstrategie – Westwing, Adler, Pizza.de, Alipay, Corona.Letzshop

Händler-Solidarität und Strategien gegen Amazons Lieferstrategie – Westwing, Adler, Pizza.de, Alipay, Corona.Letzshop

Nachbarn helfen Nachbarn und Händler Händlern: Corona lässt alle näher zusammenrücken (nur im übertragenen Bild, real sollte Abstand bleiben). Gemeinsam lässt sich so eine Krise eben besser bewältigen, in Gruppen werden mehr Ideen entwickelt und kommt mehr Wissen für Lösungen zusammen. Lassen Sie sich nicht unterkriegen, aber helfen!

SVSusanne VieserWirtschaftsjournalistin
5 Min.· Aktualisiert am
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Westwing enttäuscht
Lagerumzüge und falsches Marketing verhageln Westwing die Bilanz: 267 Millionen Euro erwirtschaftete der Online-Möbelhändler 2019 laut Gründerszene, das ist ein Plus von gerademal 5 %. Dabei fiel ein Verlust von 10 Millionen Euro an. Dabei hatte Westwing 2018 erstmals den Break Even erreicht und war dazu um 15 % gewachsen.

Hackerangriff auf Pizza.de
Zwei Bitcoins, also umgerechnet etwa 10.000 Euro, wollten Hacker von Takeaway.com erpressen: Das Unternehmen betreibt in Deutschland die Lieferdienste Lieferando und Pizza.de. Der Pizza-Lieferdienst wurde von den Hackern mit falschen Zugriffen überlastet, sie drohten, dasselbe mit weiteren Diensten von Takeaway machen zu wollen. Takeaway ging in die Offensive, machte die Erpressung öffentlich – das Handelsblatt zeigt an dem Beispiel, wie wichtig die Sicherheit der Systeme ist.

Adler zieht Prognose zurück
Solche Nachrichten werden jetzt Alltag: Die Modekette Adler nimmt ihre Umsatz- und Gewinnprognose für 2020 zurück. Das Unternehmen wollte eigentlich mindestens 495 Millionen Euro einnehmen und knapp 70 Millionen Euro Gewinn daraus ziehen. Das machten aber die aktuellen Schließungen von Filialen aber unmöglich, lässt Adler seine Anleger wissen. Mehr zum Corona-Virus, wie Handel, Werbung und Wirtschaft darauf reagieren und die Krise meistern, lesen Sie im Corona-Dossier von etailment.

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INTERNATIONAL


Alipay netzwerkt für Expansion

Alipay ist das Paypal der Chinesen, also ein weit verbreiteter Bezahldienst. Der versucht gerade in Europa Fuß zu fassen und setzt dabei auf Beteiligungen und Kooperationen. Gründerszene berichtet von den Hintergründen für die Zusammenarbeit mit Transferwise, dem Londoner Startup, das Auslandsüberweisungen vereinfacht, und mit der Solarisbank, die digitales Bezahlen an der Ladentheke integriert. Zuletzt hatte sich außerdem Alipays Mutter Antfinancial an Klarna beteiligt, dem Bezahldienstleister, der zurzeit das teuerste Fintech Europas ist. Konkurrent Tencent setzt für Wechat-Pay übrigens auf eine ähnliche Strategie: If you can't beat them, join them.

Online-Lebenshilfe
Supermärkte plus Kurierdienst und Internet-Dienstleister: Das ergibt in Summe ein Online-Marktplatz für Menschen, die in Luxemburg wegen erhöhter Ansteckungsgefahr besser zuhause bleiben. Der Online-Supermarkt Corona.Letzshop wurde in wenigen Tagen von Dienstleister Atalanda, einem Spezialist für lokale Marktplätze, aufgebaut. Die Waren, die vor allem auf die Bedürfnisse älterer Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Immunschwäche, Asthma oder Krebs abgestimmt sind, steuern mehrere Supermärkte vor Ort bei, der Kurierdienst Greco, eine Tochter der luxemburgischen Post, liefert direkt ins Haus. Retail berichtet wiederum, dass Supermärkte wie Walmart oder Target besondere Zeiten für Senioren einrichten, damit diese Risikogruppe beim Einkaufen weniger Ansteckungsgefahren ausgesetzt ist.


Wie Händler auf Amazons Coronastrategie reagieren

Amazon fokussiert sich gerade auf Hamsterer und liefert daher Haushalts- und Hygieneprodukte sowie Babynahrung bevorzugt aus. Wer Gürtelschnallen oder Elektronik über Amazon verkauft, hat das Nachsehen: Er kann weder die Lager beliefern, seine Kunden werden von Amazon schlechter, da langsamer bedient und nicht zuletzt leidet das Ranking. Damit sich Marktplatz-Verkäufer wehren und gegen die Corona-Strategie behaupten können, hat Tamebay ein Sieben-Punkjte-Programm recherchiert. Zusammengefasst lautet der wichtigste Rat: Selbermachen und eigene Lieferdienste beauftragen.

Zahl des Tages
Kunden erwarten smarte Dienste auch im Handel: 65 % der befragten Verbraucher glauben, dass künstliche Intelligenz im Handel eingesetzt wird. Die meisten haben, so eine Studie von Arithnea, einem Dienstleister für smarte Services, erste Erfahrungen damit gesammelt. Allerdings: Sprachanwendungen oder Bots kommen schlecht weg – 52 % attestieren ihnen hölzerne Stimmen. Anders Personalisierung und Automatisierung der Website: 19 % fühlen sich daher zum richtigen Zeitpunkt angesprochen, 18 % ist davon überzeugt, dass Website, Shop oder Dienst sie besser kennt als sie sich selbst.

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SV
Geschrieben vonSusanne Vieser

Wirtschaftsjournalistin

Susanne Vieser ist Wirtschaftsjournalistin mit den Schwerpunkten Handel und E-Commerce. Sie schreibt seit vielen Jahren für Internet World Business und verfasste für etailment regelmäßig das Morning Briefing. Daneben unterstützt sie als Beraterin und Coach Gründer beim Unternehmensstart.

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