
Revolut, Amazon, Autodoc, Wolt + Bosch, Tiktok Shop, Indien, Bytedance, Frasers + Asos, Homedepot, Mode-Online-Handel, Walmart
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteur.
HANDEL NATIONAL
Revolut hat drei Mio. deutsche Kunden
Europas größte Digitalbank Revolut steigerte, bei einem Umsatz von 5,3 Mrd. Euro, ihren Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr um 57 Prozent auf zwei Mrd. Euro, berichtet Manager-Magazin.de. In Deutschland habe das Unternehmen mit 800.000 Neukunden das stärkste Jahr seit dem Markteintritt 2022 verzeichnet und zähle nun rund drei Mio. Nutzer. Der Abstand zur Konkurrenz bleibe aber beträchtlich: Allein die ING komme hierzulande auf zehn Mio. Privatkunden. Revolut wolle in die Liga der führenden Direktbanken vorstoßen und plane dafür globale Investitionen von 11,5 Mrd. Euro in den nächsten fünf Jahren.
Amazon-Wunschlisten verraten jetzt die Adresse
Amazon streicht ab heute die Möglichkeit, Drittanbieter von Bestellungen über öffentliche Wunschlisten auszuschließen, wie Heise.de berichtet. Marktplatz-Händler könnten künftig Wunschlisten-Bestellungen abwickeln und dabei die Lieferadresse des Empfängers erhalten. Besonders brisant sei das für Influencer, die solche Listen mit ihren Fans teilten – ein potenzieller Stalker könne sich als Händler registrieren und so an die Adresse gelangen. Amazon empfehle als Abhilfe, die Sichtbarkeit der Liste auf „Geteilt“ oder „Privat“ umzustellen oder die hinterlegte Adresse ganz zu entfernen. Der Datenschutz werde somit Aufgabe des Kunden.
Autodocs B2B-Markplatz verdoppelt den Umsatz
Der Berliner Online-Ersatzteilhändler Autodoc erwartet für 2026 ein Umsatzplus von elf bis 16 Prozent bei einem bereinigten Ebitda zwischen 170 und 195 Mio. Euro, berichtet Autoservicepraxis.de. Grundlage sei ein Rekordjahr 2025 mit 1,81 Mrd. Euro Umsatz und einem Jahresüberschuss von 58,8 Mio. Euro. Besonders erfreulich: Das B2B-Segment „Autodoc Pro“ habe seinen Umsatz verdoppelt, der Marktplatz sei auf zehn Länder gewachsen. Autodoc eröffne zudem ein neues Lager in Gent und modernisiere sein Logistikzentrum im tschechischen Cheb.
Bohrhammer statt Burger: Wolt testet DIY-Lieferung mit Bosch
Wolt liefert in Berlin erstmals Bosch-DIY-Produkte per Quick Commerce, wie die Lieferplattform mitteilt. Über den Store „Bosch powered by Contorion“ seien mehr als 30 Werkzeuge und Geräte bestellbar. Grundlage sei das neue Modell „Wolt Fulfillment“: Wolt übernehme Lagerung, Kommissionierung und Zustellung, die Partner-Marken benötigten keine eigene Logistik. Vorerst beschränke sich das Pilotprojekt auf Berlin.
Ein Jahr nach dem Deutschland-Start erreicht Tiktok Shop Platz 15 im Umsatzranking der erfassten Online-Händler, berichtet NielsenIQ.com auf Basis seines E-Commerce-Panels. Über 15 Prozent der Online-Käufer hätten inzwischen mindestens einmal dort bestellt. Die größte Überraschung liege in der Altersstruktur: Gen X und Gen Z stellten mit je 33 Prozent gleich große Käufergruppen, doch den höchsten Umsatzanteil von 37 Prozent erzielten die 47- bis 66-Jährigen. Das spontane Tiktok-Shopping könne auch zur Gewohnheit werden: Die Kauffrequenz sei binnen sechs Monaten von 2,3 auf 3,3 Bestellungen pro Kunde gestiegen.
HANDEL INTERNATIONAL
Indiens digitaler Werbemarkt: Google und Meta halten 64 Prozent
Google und Meta vereinen 64 Prozent des digitalen Werbemarkts in Indien auf sich, berichtet Storyboard18.com. Dieser sei im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf umgerechnet rund 8,7 Mrd. Euro gewachsen. Stärkster Herausforderer: E-Commerce-Werbung auf Plattformen wie Amazon oder Flipkart, die ihren Marktanteil auf 23 Prozent ausgebaut hätten. Mit 40 Mio. aktiven Nutzern entwickle sich außerdem Connected TV vom Nischenformat zu einem ernstzunehmenden Werbekanal; hier stiegen die Werbeausgaben in einem Jahr um 42 Prozent auf mittlerweile 900 Mio. Euro.
Bytedance hat sich vom Nachrichtenaggregator zum zweitwertvollsten Social-Media-Konzern der Welt entwickelt, berichtet Observervoice.com. Nach dem Verkauf von 80 Prozent der US-Sparte von Tiktok sei die Bewertung auf 550 Mrd. Dollar gestiegen. Das „Content-to-Cart“-Modell mache Bytedance zum drittgrößten E-Commerce-Akteur Chinas – 2023 seien Waren im Wert von 580 Mrd. Dollar über die Plattformen geflossen. Auch der KI-Chatbot „Doubao“ zähle bereits 315 Mio. monatliche Nutzer und solle zur Super-App ausgebaut werden.
Frasers Group rückt bei Asos an die 30-Prozent-Grenze
Mike Ashleys Frasers Group hat ihre Gesamtbeteiligung an Asos auf 29,26 Prozent ausgebaut, berichtet Drapersonline.com. Der direkte Aktienanteil bleibe mit 23,3 Prozent unverändert, weitere 5,9 Prozent Stimmrechte liefen über Finanzinstrumente wie Put-Optionen. Würden diese ausgeübt, läge Ashley knapp unter der britischen 30-Prozent-Schwelle, ab der ein Pflichtangebot für die Gesamtübernahme fällig wäre. Ein bewährtes Muster: Die Frasers Group halte bereits strategische Anteile an Hugo Boss, Puma und der Debenhams Group.
Home Depot erweitert digitalen Werkzeugkasten für Profis
Home Depot rüstet sein digitales Angebot für professionelle Kunden auf, berichtet Retaildive.com. Die Plattform bündele Projektverwaltung, Liefermanagement und Einkaufshistorie für Mitglieder des Treueprogramms „Pro Xtra“. Neu seien Echtzeit-Tracking für sperrige Materialien und die Integration eines KI-Tools, das Materiallisten per Texteingabe oder aus importierten Tabellen erstelle. Bereits im Herbst habe der amerikanische Baumarktriese ein Planungswerkzeug für Profis eingeführt.
Doordash, Uber und Instacart machen Fahrer zu KI-Trainern
Doordash bietet seinen Gig-Workern Aufgaben jenseits der Essenslieferung an, berichtet Businessinsider.com. Unter dem Namen „Doordash Tasks“ fotografierten Kuriere Supermarktregale zur Bestandskontrolle oder trainierten über eine App künstliche Intelligenz – beispielsweise durch Videoaufnahmen alltäglicher Handlungen. Auch Uber und Instacart experimentieren mit ähnlichen Nebenjobs für ihre Fahrer. Analyst Taylor Manley sieht darin eine pragmatische Brücke: Die Plattformen nutzten ihre Belegschaft dort, wo die eigene KI noch nicht ausgereift sei.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Mode-Online-Handel soll bis 2030 auf 1,8 Bio. Dollar wachsen
Der weltweite Fashion-E-Commerce-Markt soll bis 2030 ein Volumen von rund 1,8 Bio. Dollar erreichen – bei einer jährlichen Wachstumsrate von 11,8 Prozent, meldet die Business Research Company. Zu den wichtigsten Entwicklungen zählten die weitere Verlagerung des Shoppings auf das Smartphone, das Vordringen von Fast-Fashion-Anbietern, der Handel über soziale Medien sowie die zunehmende Bedeutung nahtloser Omnichannel-Erlebnisse.
Walmarts Checkout in ChatGPT ist gefloppt, wie Golem.de unter Berufung auf Wired berichtet. Die Konversionsrate sei dreimal niedriger als bei klassischen Links zur Website, bestätige Walmart-Vizechef Daniel Danker. Das Kernproblem: Kunden hätten jeden Artikel einzeln bezahlen müssen – ohne Warenkorb, ohne Cross-Selling. Nun solle der hauseigene KI-Shopping-Assistenz „Sparky“ (Name vom Logo inspiriert) die Lage retten, da er Warenkörbe zwischen App, Website und Chat synchronisieren könne. Sparky-Nutzer würden pro Bestellung 35 Prozent mehr ausgeben, allerdings reagiere der Bot noch zu träge und sei zu ungenau.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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