
Shop Usability Award, Delivery Hero, Amazon, Meta, Tiktok Shop, Prime Video Ultra, Adobe, Marketing-Automatisierung, AI Act
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Thomas RehmRedakteurHANDEL NATIONAL
Bergzeit holt den Gesamtsieg beim Shop Usability Award
Bergzeit hat den 18. Shop Usability Award als Gesamtsieger gewonnen, berichtet Carpathia.ch. Der Outdoor-Händler habe sich zusätzlich die Kategorie „Best Mobile Experience“ gesichert. Weitere Preise gingen an Canyon Bicycles (D2C), Mast-Jägermeister (Brand Commerce), Benuta (Customer Experience), Flaschenland (B2B) und Samen Schwarzenberger (Innovation). Der Award habe sich methodisch verändert: Statt klassischer Usability-Kriterien wie Navigation und Checkout bewerte die Jury inzwischen das gesamte Commerce-Erlebnis – von Content über Beratung bis zur Markenführung.
Delivery Hero unter Druck: Investor fordert Radikalkur
Delivery Heros drittgrößter Aktionär, Aspex Management fordert den Lieferdienst ultimativ zum Verkauf nicht-kernfähiger Geschäftsbereiche auf, berichtet Finanztrends.de. Der Hongkonger Vermögensverwalter halte 9,2 Prozent der Anteile und drohe mit rechtlichen Schritten bis hin zum Austausch der Unternehmensführung um CEO Niklas Östberg. Aspex führe die schwache Profitabilität auf die Präsenz in über 70 Ländern zurück, während Wettbewerber wie Doordash und Uber Eats ihre Märkte längst gebündelt hätten. Die Aktie habe in zwölf Monaten fast ein Drittel an Wert verloren.
Allpremio baut aus – neue Jobs, mehr Lager, ein Zukauf
Der Düsseldorfer Bürobedarf-Händler Allpremio setzt auf antizyklisches Wachstum, berichtet Wll.news. Sechs neue Mitarbeitende verstärkten bereits Vertrieb, Kundenservice und E-Commerce-Support, die Lagerfläche am Standort solle sich in den kommenden Monaten verdoppeln. Für Mitte des Jahres sei zudem die Übernahme eines Bürobedarf-Webshops vereinbart, dessen Inhaber in den Ruhestand gehe.
Amazons neue Schmerzgrenze: 49 Euro für kostenlosen Versand
Amazon hat den Mindestbestellwert für kostenlosen Standardversand in Deutschland von 39 auf 49 Euro angehoben, berichtet Retail-News.de. Gestiegene Logistikkosten, vor allem auf der teuren letzten Meile, hätten den Schritt nötig gemacht. Wer ohne Prime-Abo unter der neuen Schwelle bestelle, zahle je nach Produktkategorie zwischen 1,99 und 3,99 Euro Versandgebühr. Der höhere Freibetrag solle größere Warenkörbe fördern und zugleich das Prime-Abonnement attraktiver machen.
Der deutsche Mittelstand zieht sich in bemerkenswertem Tempo aus den USA zurück, berichtet Welt.de. Laut einer KfW-Sonderbefragung unter 1.700 Unternehmen hätten 52 Prozent der Mittelständler mit US-Geschäft negative Folgen der Trump-Politik gespürt. Der Anteil mit Geschäftsbeziehungen in die Vereinigten Staaten sei binnen eines Jahres von 16,4 auf 11,3 Prozent geschrumpft – 2019 seien es noch 18,7 Prozent gewesen. Besonders der Export dünne aus: Nur noch 5,8 Prozent lieferten Waren über den Atlantik.
HANDEL INTERNATIONAL
Meta spart beim Personal, um KI-Milliarden freizuschaufeln
Meta bereitet einen massiven Stellenabbau vor, um seine milliardenschweren KI-Investitionen zu finanzieren, berichtet Businessinsider.de unter Berufung auf zwei leitende Mitarbeiter. Manager seien angewiesen worden, Sparpläne zu entwickeln – ohne konkreten Zeitrahmen. Laut Reuters könnten bis zu 20 Prozent der knapp 79.000 Beschäftigten betroffen sein, also rund 16.000 Stellen. Das wäre der schärfste Einschnitt seit den Entlassungswellen 2022 und 2023, als Meta insgesamt 21.000 Arbeitsplätze strich. Bereits im Januar fielen 1.500 Jobs bei Reality Labs weg. Das Muster sei branchentypisch: Big Tech schichtet Personal zugunsten von KI-Infrastruktur um.
Tiktok Shop plant laut Ecdb.com den Eintritt in vier weitere europäische Märkte: Niederlande, Belgien, Schweden und Polen. Damit wäre die Social-Commerce-Plattform in zehn europäischen Ländern aktiv. Das globale Handelsvolumen sei 2025 um 93,9 Prozent gewachsen, für dieses Jahr werde ein Plus von 52,6 Prozent erwartet. Europa bleibe allerdings ein zähes Pflaster – nur 5,4 Prozent des weltweiten Umsatzes entfielen auf den Kontinent. Zurückhaltende Verbraucher und etablierte Konkurrenten wie Temu bremsten das europäische Geschäft.
USA: Prime Video Ultra – Wer scharf sehen will, zahlt mehr
Amazon führt in den USA ab dem 10. April die neue Abo-Stufe „Prime Video Ultra“ für sieben Dollar monatlich ein, berichtet Golem.de. 4K-Auflösung und Dolby Atmos wanderten damit hinter eine zusätzliche Bezahlschranke. Das bisherige werbefreie Abo für fünf Dollar behalte zwar vier parallele Streams und 50 Downloads, verliere aber die hohe Bildqualität. Mit der regulären Prime-Mitgliedschaft summiere sich das Ultra-Paket auf 20 Dollar im Monat. Amazon teste damit erneut die Zahlungsbereitschaft seiner Abonnenten. Ob das Modell auch nach Deutschland kommt, sei noch offen.
Kündigen als Hürdenlauf: Adobe einigt sich mit US-Justiz
Adobe zahlt insgesamt 150 Mio. Dollar, um eine Klage der US-Regierung wegen absichtlich erschwerter Abo-Kündigungen beizulegen, berichtet Engadget.com. Das US-Justizministerium und die FTC hatten dem Softwarekonzern 2024 vorgeworfen, versteckte Strafgebühren bei vorzeitiger Auflösung von Jahresabonnements erhoben zu haben. 75 Mio. Dollar fließen als Vergleichszahlung an die Behörden, weitere 75 Mio. gehen an betroffene Kunden. Adobe bestreite jedes Fehlverhalten, habe seine Kündigungsprozesse aber inzwischen überarbeitet.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Warum 2026 das Jahr der Marketing-Automatisierung wird
Agentic Marketing Systems lassen KI-Agenten eigenständig Kampagnen steuern, Budgets verteilen und Creatives testen. Bernhard Haas erklärt auf Etailment.de, wo die Chancen für den Handel liegen und warum 43 Prozent der Implementierungen ein Sicherheitsproblem haben.
Die EU-Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinigt, zentrale Vorschriften des AI Act deutlich später greifen zu lassen, berichtet Spiegel.de. Regeln für besonders risikoreiche KI-Systeme sollen nun erst im Dezember 2027 gelten – rund 16 Monate nach dem ursprünglichen Zeitplan. Unternehmen erhielten so mehr Spielraum für die Umsetzung. Parallel plane Brüssel Ergänzungen: Umgesetzt werden solle unter anderem ein Verbot KI-generierter sexualisierter Darstellungen ohne Zustimmung der Betroffenen.
Amazons Drohnensparte bricht mit Branchenverband
Amazon zieht seine Drohneneinheit Prime Air aus der „Commercial Drone Alliance“ zurück, wie Thenews.com berichtet. Die Positionen des Verbands seien mit den eigenen Sicherheitsgrundsätzen unvereinbar, heiße es in einem Reuters vorliegenden Brief. Bei über 70.000 Flügen habe das Erkennungssystem zwei drohende Zusammenstöße mit Flugzeugen abgewendet – Kollisionen, die laut Amazon lebensbedrohlich hätten enden können. Die Allianz lehne genau solche verpflichtende Technologie ab.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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