YouTube Shorts: Kürzere Clips erzielen laut Creator-Umfrage meist die stärkere Wirkung
Eine von Adobe Express durchgeführte Umfrage unter 507 YouTube-Creatorn mit mindestens 1.000 Abonnenten zeigt: Bei YouTube Shorts ist Kürze in vielen Leistungsbereichen ein entscheidender Faktor. Wie Channelx.world berichtet, bewerten die befragten Creator Clips unter 30 Sekunden in mehreren zentralen Kategorien als besonders erfolgreich. Sie werden am häufigsten gesehen, führen am ehesten zu Klicks auf längere Videos und werden besonders oft geteilt.
Für maximale Reichweite sprechen die Ergebnisse deutlich für kurze Formate. 53 Prozent der Creator gaben an, dass Shorts unter 30 Sekunden die meisten Views erzielen. Auch beim Weiterleiten von Zuschauerinnen und Zuschauern zu längeren YouTube-Videos schneiden sie stark ab: 49 Prozent sehen hier die unter 30 Sekunden langen Clips vorn, während 36 Prozent längere Shorts bevorzugen. Beim Teilen liegen kurze Videos ebenfalls an der Spitze; 49 Prozent der Befragten nannten sie als erfolgreichstes Format.
Im Durchschnitt sagten 46 Prozent der Creator, dass die ideale Länge für Views, Shares, Click-throughs und Saves unter 30 Sekunden liegt. Der Befund unterstreicht, dass Short-Form-Erfolg wesentlich davon abhängt, Aufmerksamkeit schnell zu gewinnen und den Mehrwert ohne Umwege zu vermitteln. Gerade für Creator, die aus spontanen Aufrufen ein nachhaltigeres Publikum aufbauen möchten, kann ein knappes Format damit ein besonders praktikables Mittel sein.
Auch beim viralen Potenzial zeigt sich ein klarer Trend zur Kürze. 70 Prozent der Befragten berichteten, bereits einen viralen Short veröffentlicht zu haben. Clips unter 30 Sekunden machten dabei 40 Prozent dieser viralen Erfolge aus. Insgesamt waren Videos unter einer Minute laut den Angaben besonders häufig unter den Formaten, die den Durchbruch schafften.
Eine Ausnahme zeigt sich beim Abonnentenwachstum. Hier ist das Bild ausgeglichener: 34 Prozent der Creator sahen Shorts unter 30 Sekunden vorn, ebenso viele nannten Videos mit einer Länge von 30 bis 60 Sekunden. Für den Aufbau neuer Abonnenten kann also sowohl extreme Kürze als auch ein etwas längerer Rahmen funktionieren.
Die Ergebnisse unterscheiden sich zudem nach Content-Nische. In Entertainment und Comedy sprechen 48 Prozent der Creator kurzen Clips unter 30 Sekunden die besten Ergebnisse zu. Das passt zu schnellen Pointen und dynamischem Storytelling. Gleichzeitig sagen 82 Prozent, dass diese Kategorie Zuschauer am ehesten bis zu einer Minute binden kann. Lifestyle- und Vlog-Creator sehen ebenfalls kurze Formate im Vorteil, wobei 67 Prozent die ideale Länge unter 60 Sekunden verorten. Hier kann etwas mehr Zeit helfen, Kontext, Persönlichkeit oder erzählerische Elemente unterzubringen.
Auch der Veröffentlichungszeitpunkt spielt laut Umfrage eine Rolle. Samstag wurde von 25 Prozent der Creator als bester Tag für Views und Engagement genannt, gefolgt von Freitag mit 23 Prozent. 21 Prozent gaben an, tägliche Aufrufe oder Engagement nicht zu tracken. Bei den Uhrzeiten kristallisiert sich der Abend heraus: Jeweils 19 Prozent der Creator berichteten von besonders hoher Aktivität um 18, 19 und 20 Uhr. Damit deutet die Umfrage auf ein klares Posting-Fenster hin, in dem Shorts-Nutzer besonders aktiv sind.
Fazit: Für YouTube Shorts gilt laut den befragten Creatorn: Je schneller ein Video Aufmerksamkeit erzeugt und seinen Nutzen vermittelt, desto besser stehen die Chancen auf Reichweite, Shares und Weiterleitung zu längeren Inhalten. Unter 30 Sekunden ist in den meisten Kategorien das stärkste Format. Für Abonnentenwachstum und bestimmte Nischen können jedoch auch Shorts bis zu einer Minute sinnvoll sein.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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