3D-Illustration zu Amazon, Temu/Shein, Paketmarkt und Zöllen im E-Commerce Morning Briefing
© Black Forest Labs / Flux

Amazons Shop & Earn, Temu + Shein, Arbeitsmarkt, E-Commerce-Paketmarkt, Trumps Zölle, Tiktok, Reddit, KI-Schrott auf Youtube

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Shop & Earn: Amazons neues Bonussystem braucht Handarbeit
Amazon startet in Deutschland das Bonusprogramm „Shop & Earn“, berichtet Computerbild.de. Anders als bei klassischen Rabatten müssten Kundinnen und Kunden Deals vorab auf einer Aktionsseite freischalten, erst dann würden Gutschriften nach dem Kauf gutgeschrieben. Amazon Pay sei dabei verpflichtend. Das aus den USA bekannte Programm leide allerdings unter schmaler Händlerbasis: Bislang beteiligten sich nur vier Online-Shops, was den praktischen Nutzen deutlich einschränke. Ob sich das System etabliere, hänge maßgeblich davon ab, wie schnell Amazon weitere Partner gewinne.

Temu-Käufer zwischen Sparzwang und Selbstüberschätzung
Jede zwanzigste Online-Bestellung in Deutschland landet mittlerweile bei Temu oder Shein, zeigt eine BEVH-Umfrage. Drei Viertel der Befragten wollten ihre Kaufgründe allerdings nicht nennen. Bei gezielter Nachfrage gab jeder Vierte an, finanziell auf die Billigplattformen angewiesen zu sein. Bemerkenswert: 40 Prozent würden kritischen Berichten über Schadstoffe und Sicherheitsmängel schlicht nicht glauben, gut die Hälfte vertraue lieber der eigenen Urteilskraft. Ein Drittel nutze bewusst das Rückgaberecht zum Testen.

Arbeitsmarkt stagniert nach 18 Jahren Dauerwachstum
Nach 18 Jahren Wachstum stagniert Deutschlands Arbeitsmarkt erstmals wieder, meldet das Statistische Bundesamt. Die Zahl der Erwerbstätigen sei 2025 geringfügig auf 46,0 Mio. gesunken – 5.000 weniger als im Rekordjahr 2024. Während Dienstleistungsbereiche noch Beschäftigte hinzugewonnen hätten, verlören Produzierendes Gewerbe und Baugewerbe Stellen. Auch Handel, Verkehr und Gastgewerbe büßten 15.000 Arbeitsplätze ein. Als Gründe nennt Destatis konjunkturelle Abkühlung und demografischen Wandel: Geburtenstarke Jahrgänge gehen, geburtenschwache rücken nach.

Neusser startet Online-Shop für Champagner
Jan Spangenberger aus Neuss hat einen Online-Shop für Champagner gestartet, berichtet RP-Online.de. Er importiere über „Artisan Champagne France“ seit einem halben Jahr Weine von kleinen Winzerbetrieben aus Châlons-en-Champagne, der französischen Partnerstadt von Neuss. Die Idee stamme von seinem Vater, der durch seine Aktivitäten im Städtepartnerschaften-Verein Kontakte zu den Produzenten geknüpft habe. Das Geschäft befinde sich noch im Aufbau, so der Gründer.


HANDEL INTERNATIONAL


China verschickt drei von fünf E-Commerce-Paketen weltweit
Der globale E-Commerce-Paketmarkt wuchs 2025 um zehn Prozent auf 121 Mrd. Sendungen, berichtet Retail-News.de. China steuere rund 60 Prozent des weltweiten Volumens bei – eine Vormachtstellung, die sich seit 2020 kontinuierlich verfestigt habe. In den USA liefere Amazon Logistics bereits über 28 Prozent aller B2C-Pakete aus, während in Deutschland DHL und in Großbritannien Evri die Märkte dominierten. Insgesamt machten E-Commerce-Sendungen 63 Prozent des gesamten Paketmarkts aus, wobei der Trend zu mehreren Paketen pro Bestellung das Wachstum zusätzlich befeuere.

Trumps Zölle belasten Temu und Shein schwer
Trumps Zollpolitik verschiebt die Machtverhältnisse im US-E-Commerce dramatisch, zitiert Merca20.com die Studie „Rewriting the U.S. E-Commerce Playbook“. Der Gesamtmarkt sei 2025 auf 1,17 Bio. Dollar gewachsen, und Amazon habe seinen Spitzenplatz mit einem Handelsvolumen von 394,6 Mrd. Dollar verteidigen können. Die gestrichene Steuerbefreiung für Billigimporte treffe Temu und Shein ins Mark – ihre aktiven Nutzer seien von bis zu 35 Mio. auf unter zehn Mio. abgestürzt; der Traffic zu den Plattformen sei zwischen Januar und Juni um 25 Prozent eingebrochen.

Amazon bricht Drohnenlieferung in Italien ab
Amazon bricht seine Drohnenlieferpläne in Italien ab, meldet IT-Boltwise.com. Der Rückzug erfolge kurz vor dem geplanten Start des U-Space-Gebiets San Salvo, einem der ersten operativen Drohnen-Lufträume in der EU. Die regulatorischen Rahmenbedingungen würden nicht zu den langfristigen Zielen des Konzerns passen. Ein Experte vermutet, Amazons Liefernetzwerk sei schlicht „nicht mit dem europäischen Markt kompatibel“. Tatsächlich hatte Amazon im November seine geplanten Drohnenflüge im britischen Darlington bereits um über 50 Prozent zusammengestrichen.

Kommission untersucht polnische Austritts-Kampagne auf Tiktok
Die EU-Kommission untersucht Tiktok wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Digital Services Act, berichtet Heise.de. Anlass seien KI-generierte Videos, die massiv für einen polnischen EU-Austritt werben würden. Die Clips zeigten junge Frauen in patriotischer Kleidung, die rechtsextreme Botschaften verbreiteten – Warschau spreche von koordinierter Desinformation und erkenne in den Videos russische Einflussnahme. Die Kommission müsse nun beweisen, dass die Plattformregeln stark genug seien, um die zahlreichen nationalen Wahlen 2026 gegen automatisierte Manipulation zu schützen.


UK: Reddit verdrängt Tiktok dank Google
Reddit hat Tiktok als viertgrößte Social-Media-Plattform in Großbritannien überholt, meldet Theguardian.com. Innerhalb von zwei Jahren sei die Reichweite um 88 Prozent gewachsen – drei von fünf Briten nutzten die Diskussionsplattform inzwischen, über die Hälfte der Nutzer seien Frauen. Besonders bei 18- bis 24-Jährigen steige die Popularität: Über drei Viertel dieser Altersgruppe besuchten Reddit mittlerweile. Als Treiber gelten Googles veränderte Suchalgorithmen, die Diskussionsforen priorisieren würden, sowie Deals mit Google und OpenAI zur KI-Datennutzung.

KI-Schrott erwirtschaftet 117 Mio. Dollar auf Youtube
Mehr als jedes fünfte Video, das Youtube neuen Nutzern vorschlägt, ist KI-generierter Schrott („AI-Slop“), so eine Kapwing-Recherche laut Spiegel.de. Die 15.000 weltweit beliebtesten solcher Kanäle hätten 63 Mrd. Aufrufe erzielt und 221 Mio. Abonnenten gewonnen, was Jahreseinnahmen von geschätzt 117 Mio. Dollar entspreche. Allein aus Deutschland stammten 1,23 Mrd. Aufrufe. Besonders erfolgreich wäre mit zwei Mrd. Aufrufen ein indischer Kanal, wo ein Affe und ein dem Hulk nachempfundener Muskelmann in einem Hubschrauber aus Tomaten unterwegs seien, um Dämonen zu bekämpfen.

Angst vor Beeinflussung: KI-Skepsis wächst auf 52 Prozent
Jeder Zweite fürchtet, künftig durch Künstliche Intelligenz bei Kaufentscheidungen beeinflusst zu werden, zeigt eine Forsa-Umfrage laut Yahoo.com. Der Anteil besorgter Verbraucher sei binnen neun Monaten von 44 auf 52 Prozent gestiegen, wobei Frauen mit 60 Prozent deutlich skeptischer reagierten als Männer. So könne KI in Callcentern eingesetzt werden, um Emotionsanalysen auszuführen, die unsichere Kunden identifiziere, um beispielsweise zusätzliche Versicherungen zu verkaufen. Benötigt würden klare gesetzliche Regeln, damit digitale Dienste nicht unter dem Vorwand der Entbürokratisierung Verbraucherrechte aushöhlen.

Deutsche drosseln den digitalen Detox
27 Prozent der Deutschen nehmen sich für 2026 eine digitale Auszeit vor, ergab eine Bitkom-Umfrage. Die geplante Dauer schrumpfe allerdings: Statt durchschnittlich sechs Tagen im Vorjahr seien nun nur noch drei anvisiert. Gaming und soziale Netzwerke führten die Verzichtsliste an – 55 bzw. 48 Prozent wollten darauf temporär verzichten. Jeweils 42 Prozent planten den Verzicht auf Online-Shopping, bestimmte Geräte oder Messenger. Vollständig offline gehen möchten nur fünf Prozent der Digital Detoxer.
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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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