3D-Illustration zu autonomem Handel, digitalem Euro, globalen Marktplätzen und Datenverkehr im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Autonomer Handel, Sparkassen + digitaler Euro, Alibaba + Bytedance + Tencent, Amazon, ChatGPT, Türkei + Temu, Datenverkehr

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Autonomer Handel: Zwei Drittel verstehen nicht, worum es geht
Der deutsche Handel bleibt beim autonomen Einkauf ratlos, zeigt eine Studie von IFH Köln und Novomind laut Diyonline.com. Nur ein Drittel wisse, was „Autonomous Commerce“ überhaupt bedeute, während sich die Mehrheit über Einzelaspekte wie beispielsweise KI-gestützte Nachbestellungen herantaste. Dabei erkenne besonders der B2B-Bereich großes Potenzial: Fast die Hälfte erwarte deutliche Effizienzgewinne bei internen Abläufen. Als größte Bremsen nennen die Befragten technologische Komplexität und Datenschutzbedenken, gefolgt von fehlendem Know-how und mangelnder Mitarbeiterakzeptanz.

Sparkassen contra digitaler Euro: Teuer und überflüssig
Der rheinland-pfälzische Sparkassenverband lehnt den für 2029 geplanten digitalen Euro ab, berichtet Stern.de. Präsident Thomas Hirsch bemängele ungeklärte Fragen bei immensen Kosten – die EZB kalkuliere 1,3 Mrd. Euro, andere Schätzungen lägen sogar darüber. Der Mehrwert für Kunden bleibe unklar, zumal europäische Banken mit „Wero“ bereits eine Alternative zu Paypal, Mastercard und Visa geschaffen hätten. Hirsch befürchte zudem, dass dem Bankkreislauf bis zu 3.000 Euro pro Person entzogen würden. Kritisch sehe er auch den möglichen Rollenkonflikt: Die EZB würde vom Kontrolleur zur Handelsbank mutieren.

Geizhals-Analyse: Produktpreise driften extrem auseinander
Arbeitsspeicher verteuerte sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent, wie eine Analyse von Geizhals.de zeigt. Handheld-Konsolen legten um 17 Prozent zu, Druckertinten und Rasenmäher um je zehn Prozent. Während Notebooks und portable Lautsprecher moderat anzogen, fielen die Preise für PV-Energiespeicher um 16 Prozent. Digitalkameras und Motoröl verbilligten sich jeweils um elf Prozent, und auch Drohnen und Fernseher wurden günstiger. Nur Tablets und Smartphones blieben preislich nahezu stabil.


HANDEL INTERNATIONAL


Chinas Tech-Konzerne rüsten agentische KI nach
Seitdem OpenAI, Amazon und Google mit agentischer KI experimentieren, rüsten Chinas Tech-Konzerne nach, berichtet CNBC.com. Alibaba habe seinen Qwen-Bot so ausgestattet, dass Nutzer Essen bestellen, Flüge buchen und über Alipay bezahlen könnten – ohne die App zu verlassen. Bytedance verknüpfe seinen Doubao-Bot für eigenständige Ticketbuchungen mit Douyin. Auch Tencents Wechat als führende Super-App habe angekündigt, dass KI-Agenten Kernkomponenten des Wechat-Ökosystems werden sollen.

Trumps Zölle verteuern Amazons Produkte
Amazon-CEO Andy Jassy warnt vor steigenden Preisen, weil Händler ihre Vor-Trump-Vorräte aufgebraucht hätten, berichtet Businessinsider.com. Die Zölle „sickerten“ nun in die Produktpreise, manche Verkäufer gäben die Kosten weiter, andere absorbierten sie. Noch im Juni 2025 habe Jassy betont, die Preise stiegen nicht nennenswert – jetzt habe er den Ton geändert. Bei zehn Prozent Kostensteigerung und Einzelhandels-Margen im mittleren einstelligen Bereich blieben den Händlern keine Optionen. Der Supreme Court prüfe die Rechtmäßigkeit von Trumps Notstandszöllen immer noch.

ChatGPT wird Handelsplatz: 20 Mrd. Dollar Jahresumsatz
OpenAI baut ChatGPT zur Handels-Plattform mit diversen Angeboten um, berichtet Digitalcommerce360.com. Der KI-Chatbot entwickle sich vom Recherche-Werkzeug zum Ort, an dem Nutzer Kaufentscheidungen träfen. Das Geschäftsmodell umfasse somit Abos, API-Nutzungspreise sowie eine werbe- und eine handelsfinanzierte Gratis-Version. Der Jahresumsatz sei von zwei Mrd. Dollar 2023 auf über 20 Mrd. 2025 gestiegen. Für 2026 plane OpenAI zusätzlich KI-Agenten und Workflow-Automation, die durchgehend arbeiten und über verschiedene Tools hinweg agieren könnten, sowie deren Monetarisierung.

Amazon fliegt Pakete in Nordengland aus
Amazon testet in Nordengland seine Drohnenlieferung „Prime Air“ mit dem Modell MK30, berichtet Retail-News.de. Der Service solle 2026 starten und Prime-Mitgliedern Pakete bis 2,3 Kilogramm in unter zwei Stunden bringen. Die Drohne erkenne durch Kameras und maschinelles Lernen statische wie dynamische Hindernisse – von Bäumen bis zu Vögeln – und sei kaum lauter als ein Lieferwagen. Ein zweites System überwache permanent das Flugverhalten und leite bei Störungen den automatischen Rückflug ein.

Türkei: Temu zum zweiten Mal durchsucht
Wettbewerbshüter haben zum zweiten Mal das türkische Büro von Temu durchsucht und Rechner beschlagnahmt, berichtet Haendlerbund.de. Der chinesische Billiganbieter versichere vollständige Kooperation mit den Behörden. Erst im Dezember sei die Europazentrale in Dublin durchsucht worden – damals wegen des Verdachts, Temu profitiere von unlauteren staatlichen Subventionen aus China.


Schweizer kennen KI, aber verstehen sie nicht
Die Schweizer Bevölkerung kennt Künstliche Intelligenz fast durchweg, versteht sie aber mehrheitlich nicht, so eine Studie der Hochschule Luzern laut IT-Magazine.ch. Während 93 Prozent den Begriff KI bereits gehört hätten, sage nur gut die Hälfte, sie verstehe die Technologie gut oder sehr gut. Noch größer klaffe die Lücke bei Blockchain und Quantencomputing. Gleichzeitig erwarte die Bevölkerung vom Staat eine aktive Rolle: Er solle Innovation fördern und vor Risiken schützen.

Fußball treibt den Datenverkehr
Der weltweite Datenverkehr an allen DE-CIX-Standorten legte 2025 um 16 Prozent auf 79 Exabyte zu, meldet Handelszeitung.ch. Den Tagesrekord habe erneut die Champions League beschert: Am 9. Dezember rasten 26,99 Terabit pro Sekunde durch die Leitungen – das Äquivalent von fünf Mrd. verschickten Smartphone-Fotos. Der Grund liege im veränderten Sehverhalten: Statt linearem Fernsehen dominieren mittlerweile Streaming-Dienste wie Amazon Prime Video oder DAZN über Apps und Smart-TVs. Frankfurts Internetknoten, Europas größter, erreichte dabei seinen eigenen Höchstwert von 18,73 Terabit pro Sekunde.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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