Mitarbeiterin kontrolliert verpacktes Möbelstück in hellem Fulfillment-Center von Connox
© Higgsfield / Soul

Connox-Chef Haas. "Wir zählen zu den Nicht-Verlierern"

Online only - so heißt die Strategie des Premiummöbelhändlers Connox. Nicht verzetteln mit stationären Läden. Und in der Krise war das genau richtig, sagt Unternehmenschef Thilo Haas. Seine gewohnten Prozesse musste er trotzdem an die neue Lage anpassen. Was aber Connox nicht geschadet hat.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
3 Min.· Aktualisiert am
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Als Onlinehändler müsste man zu den Krisengewinnern zählen. Sind Sie ein Gewinner?
Die Krise zeigt uns, dass es die richtige Entscheidung und Strategie war, ein Online Pure Player zu sein. Insofern waren wir von behördlichen Einschränkungen tatsächlich nicht tangiert und zählen damit klar zu den "Nicht-Verlierern" der Corona-Krise. Was ist ab dem 16. März bei Ihnen passiert, als die meisten Läden geschlossen werden mussten?
Wir hatten am 13. März entschieden, alle Mitarbeiter, denen es möglich war, ins Homeoffice zu schicken. Das Lager haben wir sehr schnell auf ein Zwei-Schichten-Modell umgestellt und mit umfangreichen Hygienemaßnahmen und -regeln ausgestattet. Dadurch sind wir von einem Corona-Ausbruch bei Connox verschont geblieben.

Welche Waren wurden bei Ihnen besonders bestellt?
Gerade im April fiel die Ausgangssperre mit unheimlich gutem Wetter zusammen, was den Verkauf von Outdoor-Produkten stark begünstigte. Wie haben die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen die Arbeit in Ihrem Lager/Logistikzentrun beeinflusst?
Selbstverständlich hatten die Hygienemaßnahmen Einfluss auf die Arbeit im Lager: So haben sich die Arbeits- und Pausenzeiten deutlich geändert, ebenso der Umgang mit externen Besuchern und Lieferanten.

Gab es Schwierigkeiten mit der Warenbeschaffung?
Einige unserer Lieferanten aus Italien waren vom Lockdown betroffen. Aufgrund unserer hohen Warenverfügbarkeit im Lager konnten wir diese Zeit abfangen. Deutlich schwieriger gestaltet sich der Warenversand, insbesondere bei Sperrgut- und Speditionslieferungen ins Ausland. Was hat die Krise in Ihrem Unternehmen verändert? Was haben Sie gelernt?
Es zeigt, was alles möglich ist, wenn die Notwendigkeit besteht. Von Heut auf Morgen ein gesamtes Unternehmen nach Hause ins Home-Office zu schicken war eine ganz neue Erfahrung. Abstimmungsprozesse verändern sich, die mobile Zusammenarbeit muss gelernt werden. Bei einigen Mitarbeitern funktioniert das sehr gut, bei anderen ist die Situation auch durch familiäre Umstände eher schwierig. Die allermeisten Mitarbeiter freuen sich wieder auf den persönlichen und menschlichen Austausch im Büro. Haben Sie den Umgang mit den Kunden anders organisiert?
Wir haben Mitte März eine Landingpage – unsere Corona-Infoseite – erstellt und diese auf der Startseite verlinkt. Im Liveticker können Kunden hier verfolgen, ob es eventuell zu Lieferverzögerungen kommen kann und wie unsere Versanddienstleister und Spediteure für eine sichere, kontaktlose Lieferung sorgen. Für uns selbst musste der Umgang mit den Kunden ansonsten nicht anders organisiert werden und läuft wie bisher.

Wie geht es Ihnen, seitdem die Geschäfte wieder geöffnet werden dürfen?
Unverändert "gut".

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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