3D-Illustration zu Dark Patterns, Amazon-Streik, KI-Kurieren und Ticketmarkt im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Dark Patterns, Momox, Penny, Digital-Patente, Amazon Händler-Streik, Portugal, Ticketmaster, Social-Media-Verbot, Google, KI-Kuriere

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
Teilen

diskutieren führende Köpfe aus Retail und Travel – darunter Christian Gründig (TUI Cruises), Maik Giannoccaro (SiNN) und Gwendolin Tiltmann (valantic), wie Interaktion und Gamification Kundenbindungsprogramme wirklich relevanter machen. Praxisnah, mit echten Einblicken und konkreten Impulsen für moderne Loyalty. Donnerstag, 16.04.2026 | 10:00–11:30 Uhr | digital & kostenlos. Jetzt anmelden.

HANDEL NATIONAL

Verfügbarkeitshinweise sind keine Dark Patterns
Das OLG Dresden hat eine Klage der Verbraucherzentrale Niedersachsen gegen das Reiseportal Ab-in-den-Urlaub.de, abgewiesen, meldet Haendlerbund.de. Die Verbraucherschützer hätten Nachfrage- und Verfügbarkeitsanzeigen als unzulässige Dark Patterns beanstandet. Das Gericht entschied jedoch, allein das Vorhandensein solcher Gestaltungselemente begründe keinen Verstoß. Der ausgehende Druck sei nicht erheblich genug für eine unlautere Beeinflussung. Die Entscheidung dürfte die juristische Messlatte für Dark Patterns im Online-Handel mitprägen.

Momox wächst 4,4 Prozent
Die Re-Commerce-Plattform Momox hat 2025 einen Umsatz von 394,5 Mio. Euro erzielt und damit um 4,4 Prozent zugelegt, meldet Retail-News.de. Bücher und Medien trügen rund 80 Prozent zum Geschäft bei und seien um über fünf Prozent gewachsen. Das Fashion-Segment bleibe stabil. Besonders in Spanien und Italien wachse man dynamisch. Durch die Second-Hand-Verkäufe seien über 46.000 Tonnen CO2 vermieden worden, womit man das CO2-Reduktionsziel übertroffen habe.

52 Prozent Rabatt nur per App – Gericht lässt Penny gewähren
Der Discounter Penny darf weiterhin ausschließlich über seine App einlösbare Rabatte bewerben, berichtet Tagesschau.de über ein Urteil des OLG Hamm. Der 13. Zivilsenat habe eine Unterlassungsklage des VZBV abgewiesen, der in einem nur per App möglichen Rabatt von 52 Prozent einen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz gesehen habe. Belege für eine Benachteiligung älterer, jüngerer oder behinderter Menschen fehlten aber, so die Richter. Internet-Skepsis allein sei keine Diskriminierung. Die Revision zum Bundesgerichtshof ließ das Gericht zu.

Amazon eröffnet deutschen Hauptsitz in München
Amazon hat seinen neuen Deutschland-Hauptsitz in München offiziell eröffnet, meldet Retail-News.de. Der sechsstöckige Neubau biete auf etwa 45.000 Quadratmetern rund 2.500 Beschäftigten Platz und vereine erstmals die Teams aus Streaming, Sprachassistenz und Musik unter einem Dach. Ihnen stehen ein Atrium mit Veranstaltungsfläche, ein firmeneigenes Kino, Kreativräume, Sportmöglichkeiten und begrünte Dachterrassen zur Verfügung. Der Campus strebe eine LEED-Platin-Zertifizierung für nachhaltiges Bauen an.

Deutschland holt bei Digital-Patenten auf
Industrie und Forschung haben 2025 rund 5.051 Patentanmeldungen für digitale Technologien veröffentlicht, ein Plus von gut zwölf Prozent, meldet Heise.de unter Berufung auf das Deutsche Patent- und Markenamt. Damit liege Deutschland weltweit auf Rang fünf hinter den USA, China, Südkorea und Japan. China habe mit plus 14 Prozent allerdings noch stärker zugelegt. Im Feld Computertechnik, zu dem auch KI zähle, schiebe sich Bosch hinter Samsung, Microsoft und Huawei auf Platz vier.


HANDEL INTERNATIONAL


Amazon-Händler streiken: Werbestopp gegen Gebühren-Schraube
Hunderte große Amazon-Händler haben die Werbeplattform des Konzerns für 24 Stunden boykottiert, um gegen mehrere Richtlinienänderungen zu protestieren, berichtet Cnbc.com. Organisator sei die Gruppe „Million Dollar Sellers“ mit rund 700 Mitgliedern und 14 Mrd. Dollar Gesamtumsatz. Amazon ziehe Werbekosten künftig direkt aus Verkaufserlösen ein, zahle Erlöse erst sieben Tage nach Zustellung aus und erhebe ab 17. April einen Treibstoffzuschlag von 3,5 Prozent. Mitgründer Eugene Khayman spreche nicht von bloßen Ärgernissen, sondern von Beutelschneiderei. Amazon verschob die Werbekosten-Regel bereits auf den 1. August.

Amazon wird Nachbar von Temu und Shein
Amazon eröffnet in Shenzhen ein „smartes Lagerhaus“, um chinesischen Händlern den Weg auf den US-Markt zu ebnen, berichtet Heise.de. Der Konzern übernehme die komplette Lieferkette von der Fabrik bis ins US-Lager und verspreche bis zu 45 Prozent niedrigere Lagerkosten. Der Schritt ziele auf Temu und Shein, die trotz der verschärften US-Zollregeln weiter an Boden gewönnen. Temu sei 2025 im grenzüberschreitenden Handel von einem auf 24 Prozent Marktanteil gesprungen und sei damit gleichauf mit Amazon.

In Portugals E-Commerce zählen Preis und Vertrauen
Für 73 Prozent der portugiesischen Online-Käufer entscheidet der Preis über den Einkauf, berichtet Ecommercenews.eu. Für 71 Prozent seien Aktionen und Rabatte ausschlaggebend, 51 Prozent zögen vorab Preisvergleichsseiten zurate. Bequemlichkeit und vertraute Plattformen spielten ebenfalls eine Rolle: Marktplätze führten mit 81 Prozent vor Markenseiten (54 Prozent) und Händler-Websites (41 Prozent). Wettbewerbsfähige Preise allein genügten nicht mehr, es brauche auch Vertrauen.

Monopolurteil: Ticketmaster droht die Zerschlagung
Live Nation, Mutterkonzern von Ticketmaster, hat laut einem Geschworenengericht in New York illegal als Monopol agiert und Konzertbesucher zu viel bezahlen lassen, berichtet BBC.com. Pro Ticket seien durchschnittlich 1,72 Dollar zu viel verlangt worden, was die Rechengrundlage für den Schadensersatz sei. Dem Konzern drohten nun Geldstrafe und Aufspaltung. Das US-Justizministerium hatte sich im März verglichen und zurückgezogen, 36 Bundesstaaten führten den Prozess jedoch fort. Live Nation kündigte an, das Urteil sei „nicht das letzte Wort“.


Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige
Kein Instagram, TikTok und Co. mehr für Jugendliche – diese Forderung wird nach wie vor heiß diskutiert. Doch in der Debatte wird zu wenig auf die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Handel und Marken geachtet, meint Stephan Fehske. Der Fachmann für digitales Markenwachstum und geschäftsführender Gesellschafter von Addfame plädiert in seinem Gastbeitrag auf Etailment.de unter anderem für verpflichtende Safe-by-Design-Standards und gezielte Werbe- und Commerce-Beschränkungen. Sein Credo: Aufklärung und Medienkompetenz wirken stärker als Verbote.

Google blockt mehr Anzeigen und sperrt weniger Konten
Google hat 2025 weltweit 8,3 Mrd. Werbeanzeigen blockiert – nach 5,1 Mrd. im Vorjahr, berichtet Techcrunch.com unter Berufung auf den „Ads Safety Report“. Die Zahl gesperrter Werbekonten sei zugleich gesunken, weil KI-Systeme regelwidrige Anzeigen gezielt auf Kreativ-Ebene abfingen, statt ganze Konten zu sperren. Dadurch sei die Zahl der irrtümlichen Sperrungen um 80 Prozent gesunken. Betrügerische Absichten hätten zur Blockierung von 602 Mio. Anzeigen und zur Sperrung von vier Mio. Konten geführt.

Ein Dollar pro Pizza: Wenn Roboter den Kurier ersetzen
Autonome Lebensmittellieferungen per Roboter oder Drohne kosten in Hochlohnländern derzeit drei bis vier Dollar weniger als der menschliche Kurier, berichtet Heise.de unter Berufung auf eine Barclays-Analyse. Langfristig könnten die Kosten auf einen Dollar pro Bestellung fallen. Daraus errechne Barclays ein jährliches Gewinnpotenzial von 16 Mrd. Dollar für Lieferplattformen weltweit. Noch liege der Anteil autonomer Lieferungen bei einem Prozent, bis 2035 könne er aber auf zehn Prozent steigen.
Teilen
David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.