3D-Illustration zu Lieferdiensten, Modehandel und KI-generierten Shop-Designs im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Delivery Hero, Ceconomy, Zalando, Vaayu, PDD, DHL + USPS, Temu, Meta, Amazon, Youtube, KI-generierte Shop-Designs, KI-Code

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Delivery Hero: Uber kauft sich still auf 37 Prozent hoch
Uber hat seinen Anteil an Delivery Hero auf knapp 37 Prozent ausgebaut, berichtet Manager-Magazin.de. Offiziell halte der US-Konzern 24,99 Prozent der Stimmrechte und bleibe damit unter der Schwelle für ein Pflichtangebot. Doch die restlichen Anteile habe sich Uber über Derivate von Aspex gesichert, zum Preis von knapp unter 40 Euro je Aktie. Das bewerte den Berliner Lieferdienst mit rund zwölf Mrd. Euro. Noch im April habe Uber beim Großaktionär Prosus nur 20 Euro zahlen müssen.EU nimmt Ceconomy-Übernahme unter die Lupe
Die EU-Kommission hat laut Pressemitteilung eine vertiefte Untersuchung der geplanten Übernahme von Ceconomy durch JD.com eingeleitet. Der chinesische Online-Händler habe möglicherweise durch Vorzugsfinanzierungen, Steueranreize und Zuschüsse aus China Wettbewerbsvorteile erlangt, die den Übernahmepreis für die Mediamarkt-Saturn-Mutter verzerrt haben könnten. Bis spätestens 2. Oktober wolle Brüssel entscheiden; möglich seien Auflagen, eine Freigabe oder aber das Aus für den Deal.

Zalando holt sich Vestiaire Collective für Second-Hand-Luxus
Zalando integriert laut Pressemitteilung das Sortiment von Vestiaire Collective in seine Pre-Owned-Kategorie und öffnet diese erstmals für externe Partner. Über 50 Luxusmarken stünden ab sofort in 14 europäischen Märkten bereit, jedes Stück werde von Vestiaire Collectives Prüfern authentifiziert. Laut Zalando fänden 62 Prozent der gebrauchten Artikel auf der Plattform innerhalb einer Woche einen Käufer; 40 Prozent der Second-Hand-Kunden legten auch Neuware in den Warenkorb.

Vaayu geht in Carbonfact auf
Die Berliner Produktklimadaten-Plattform Vaayu wird vom französischen Wettbewerber Carbonfact übernommen, berichtet Just-Style.com. Die Ex-Zalando-Managerin Namrata Sandhu habe Vaayu 2020 gegründet, um Modemarken produktgenaue Emissionsdaten zu liefern; Carbonfact bringe über 200 Markenkunden, 150.000 modespezifische Emissionsfaktoren und Daten aus 7.000 Textilfabriken mit in die Fusion. Hintergrund sei der regulatorische Druck durch den Digital Product Passport, der künftig produktgenaue Umweltdaten verlange.


HANDEL INTERNATIONAL


Temu-Mutter PDD: Wachstumskurve flacht weiter ab
PDD Holdings, die Muttergesellschaft von Temu, hat im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn verfehlt, berichtet IT-Times.de. Der Umsatz sei zwar um elf Prozent auf umgerechnet 13,8 Mrd. Euro gestiegen, doch die Wachstumsdynamik des chinesischen Konzerns lasse spürbar nach. Vor einem Jahr habe das Plus noch bei 131 Prozent gelegen. Das Nettoergebnis sei um 15 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro geschrumpft, während das operative Ergebnis mit 2,5 Mrd. Euro um 22 Prozent zulegte.

DHL kauft sich die letzte Meile bei der US-Post
Die US-Post USPS und DHL Ecommerce haben einen mehrjährigen Vertrag über die Last-Mile-Zustellung im Wert von über zehn Mrd. Dollar geschlossen, berichtet Reuters.com. DHL übernehme in seinen 19 US-Hubs Abholung und Sortierung, die USPS liefere bei 170 Mio. Haushalten an die Tür. Für die finanziell klamme US-Post, der ab Februar das Geld auszugehen drohe, sei der Deal existenziell.

200 Mio. Euro: EU bestraft Temu für laxen Verbraucherschutz
Die EU-Kommission hat gegen Temu eine Strafe von 200 Mio. Euro wegen schwerwiegender Verstöße gegen den Digital Services Act verhängt, berichtet Sueddeutsche.de. Die Risikobewertung des chinesischen Marktplatzes sei zu vage, ohne belastbare Belege und unterschätze das Ausmaß illegaler Produkte. Testkäufe hätten gezeigt, dass z. B. Ladegeräte grundlegende Sicherheitsprüfungen nicht bestanden und Babyspielzeug Chemikalien-Grenzwerte überschritten habe. Bei 130 Mio. europäischen Kunden erreiche der Schaden entsprechende Dimensionen. Bei Nichtbehebung drohten tägliche Strafzahlungen. Temu halte die Strafe für unproportional.

Meta startet Plus-Abos für seine Plattformen
Meta will weltweit kostenpflichtige Plus-Abonnements für Instagram, Facebook und Whatsapp einführen, meldet ITMagazine.ch. Instagram Plus und Facebook Plus kosteten jeweils 3,99 Dollar monatlich, das Whatsapp-Pendant 2,99 Dollar. Die Basis-Features blieben kostenlos. Instagram Plus biete unter anderem Story-Statistiken, anonyme Story-Vorschau und unbegrenzte Zielgruppen-Listen. Whatsapp setze stattdessen auf optische Personalisierung wie Themes und Klingeltöne. Weitere Preispläne – etwa für Meta AI und Geschäftskunden – seien in Arbeit, ebenso ein Bündel-Abo namens Meta One.

Amazons KI-Shopping-Assistent wird zum Lizenzprodukt
Amazon lizenziert seine KI-Einkaufstechnologie an externe Händler, berichtet Storyboard18.com. Der neue „Agentic Shopping Assistant“ auf AWS basiere auf der Technik hinter „Alexa for Shopping“ und lasse sich auf Sortiment, Kundenbasis und Marke zuschneiden. Laut AWS konvertierten Alexas Beratungen 3,5-mal besser als klassische Keywordsuchen; im vergangenen Jahr hätten sie fast zwölf Mrd. Dollar zusätzlichen Umsatz beigesteuert. Der Konzern folge damit seinem bewährten Muster, seine Eigenentwicklungen an Wettbewerber zu verkaufen; siehe Cloud, Fulfillment oder kassenlose Läden.

Youtube labelt KI-Videos automatisch
Youtube erkennt künftig automatisch, ob Videos mit generativer KI erstellt wurden, berichtet Engadget.com. Bislang lag die Offenlegungspflicht allein bei den Youtubern. Finde das System nun fotorealistische KI-Inhalte ohne entsprechende Kennzeichnung, setze es eigenständig ein Label. Der Urheber könne dieses aber durch eine Aktualisierung wieder entfernen, es sei denn, der Algorithmus habe Googles hauseigenen Tools wie Dream Screen oder Veo oder das C2PA-Wasserzeichen erkannt.


KI-generierte Shop-Designs: Was Online-Händler 2026 realistisch erwarten können
Der Versprechen sind viele: In wenigen Minuten zum fertigen Online-Shop, individuelles Design per Texteingabe, Agenturkosten auf null reduziert. Dass generative KI die Shop-Entwicklung verändert, steht außer Frage. Wie weit diese Veränderung trägt – und wo die Grenzen liegen – ist für Entscheider im Handel die relevantere Frage, wie Michael Wehs, Gründer von scrills.ai, in seinem Gastbeitrag auf Etailment.de ausführt.

Peking schließt Galeries Lafayette – China shoppt lieber am Handy
Die Galeries Lafayette in Peking schließt, was ein Symbol für den Stimmungswandel unter Chinas Konsumenten darstellt, berichtet Fashionunited.com. Seit der Pandemie habe die Mittelschicht ihre Lust am Luxus verloren. Stationäre Läden dienten zunehmend als Showroom: Wer ein Kleidungsstück entdecke, recherchiere sofort am Smartphone. Gekauft werde aber online, bei Taobao, JD.com, Rednote oder Douyin. Die junge Generation ziehe lokale Marken und persönlichen Stil dem internationalem Logo-Glamour vor.

81 Prozent melden Probleme durch KI-Code
Vier von fünf Tech-Führungskräften berichten von Funktionsfehlern, Sicherheitslücken oder Performanceproblemen durch KI-generierten Code in Produktivumgebungen, zitiert Heise.de eine Cloudbees-Studie. 63 Prozent meldeten zusätzlich Compliance-Verstöße. Der Flaschenhals liege beim Testen: Zwar hätten 62 Prozent die automatisierten Prüfungen verstärkt, doch nur die Hälfte gehe davon aus, dass wirklich durchgängig Reviews stattfänden. Die Betreuung der Testumgebungen sei mittlerweile aufwendiger als das Programmieren selbst.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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