
E-Commerce Trendwende, Zalando, ITK-Branche, Influencer, Aldi, Docmorris + Autoderm, Threads, OpenAI, Scene Burst
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Thomas RehmRedakteurHANDEL NATIONAL
E-Commerce Trendwende: E-Commerce wächst um 3,2 Prozent auf 83,1 Milliarden Euro
Der deutsche E-Commerce hat 2025 die Trendwende geschafft: Erstmals seit 2021 stieg der Brutto-Umsatz mit Waren wieder in allen Quartalen und erreichte 83,1 Milliarden Euro nach 80,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Mehr auf etailment.de.
Zalando schließt Fotostudio und entlässt 180 Mitarbeitende
Zalando löst seine interne Bildproduktion in Berlin auf und entlässt 180 Mitarbeitende, berichtet Tagesspiegel.de. Der Bereich „Lounge Content Solutions“ habe bislang Produktfotos für Marken erstellt, werde nun aber an externe Partner ausgelagert. Diese produzierten flexibler, günstiger und in größerem Umfang, so die Begründung. Die Schließung beginne im Juli und sei bis Jahresende abgeschlossen.
ITK-Branche rechnet mit 4,4 Prozent Wachstum
Der deutsche ITK-Markt soll 2026 um 4,4 Prozent auf 245,1 Mrd. Euro wachsen, prognostiziert Bitkom. Software lege besonders stark zu (+10,2 Prozent), angetrieben durch Cloud-Dienste und KI-Plattformen, die um 61 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro wüchsen. Die Branche beschäftige mit 1,36 Mio. Menschen mehr als Maschinenbau oder Autoindustrie. Bitkom-Präsident Wintergerst mahne allerdings bessere Rahmenbedingungen an – das Wachstum ließe sich durchaus verdoppeln. Deutschland hinke mit 4,4 Prozent dem globalen Durchschnitt (6,4 Prozent) hinterher, während die USA mit 9,2 Prozent und 41 Prozent Weltmarktanteil davonzögen.
Drei Viertel für strengere Regeln bei Influencer-Ernährungstipps
Drei Viertel der Verbraucher wünschen strengere Regeln für Influencer-Werbung bei Lebensmitteln, so laut Vzbv.de eine Forsa-Befragung. Der Verband fordere ein Verbot für Produkte, die WHO-Nährwertkriterien nicht erfüllten – also zu viel Zucker, Fett oder Salz enthielten. Auch Werbung für Kinder-Nahrungsergänzungsmittel müsse verboten werden – diese seien oft gesundheitsgefährdend zusammengesetzt. Ein Viertel der Erwachsenen hole sich Ernährungsinfos gezielt aus Social Media. Von diesen habe mehr als ein Drittel bereits von Influencern beworbene Produkte gekauft.
20.000 Hunde fressen auf Bestellung
Rund 20.000 Kunden der Marke Tales & Tails beziehen ihr Hundefutter inzwischen per Abo, so das Unternehmen. Der klassische Spontankauf weiche damit einem planbaren Liefermodell, das an Streaming-Dienste oder Essensboxen erinnere. Der deutsche Heimtiermarkt habe 2024 laut Industrieverband Heimtierbedarf und Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe einen Gesamtumsatz von 7 Mrd. Euro erzielt, davon entfielen 4,3 Mrd. Euro auf Fertignahrung. 60 Prozent der Abonnements stammten von Neukunden, die durchschnittliche Laufzeit betrage über ein Jahr.
Aldi führt zum zweiten Mal in Folge das Preis-Leistungs-Ranking von Yougov und Handelsblatt an. Der Discounter erreiche unter 852 bewerteten Marken einen Score von 57,7 auf einer Skala von minus 100 bis plus 100, gefolgt von DM (56,8) und Paypal (55,9). Die Top 10 würden weiterhin von Einzelhandelsmarken beherrscht – darunter Lidl, Rossmann und Amazon. Die Erhebung basiere auf über 900.000 Online-Interviews zwischen Dezember 2024 und November 2025, repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.
4,8 Millionen Beschäftigte verdienen ab Januar mehr
Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro betraf zum 1. Januar rund 4,8 Mio. Jobs in Deutschland, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die geschätzte Verdienstsumme der Betroffenen sei damit um 275 Mio. Euro gestiegen. Frauen profitierten überdurchschnittlich: Bei 14 Prozent ihrer Jobs erhöhte sich der Stundenverdienst, bei Männern seien es nur elf Prozent gewesen. Im Gastgewerbe habe die Anhebung fast jedes zweite Beschäftigungsverhältnis erreicht, in Ostdeutschland mehr Jobs als im Westen. Für die nächste Stufe auf 14,60 Euro ab Januar 2027 rechne Destatis mit bis zu sieben Mio. betroffenen Stellen.
HANDEL INTERNATIONAL
Docmorris integriert KI-Hautanalyse Autoderm
Die Online-Apotheke Docmorris integriert laut Medien-Mitteilung die KI-Hautanalyse Autoderm in ihre App. Der kostenfreie Service analysiere über 70 Hauterkrankungen binnen Sekunden per Smartphone-Foto und liefere Risikostufen samt Handlungsempfehlung – von Abwarten bis Arztbesuch. Die CE-zertifizierte API-Lösung sei bereits bei führenden europäischen Apotheken- und Drogerieketten im Einsatz und habe weltweit mehr als zwei Mio. Analysen durchgeführt. Eine Auswertung vom Mai 2025 ergab laut Hersteller 95 Prozent korrekte Therapieempfehlungen – zwei Prozentpunkte mehr als bei menschlichen Online-Dermatologen.
Meta rollt ab nächster Woche weltweit Werbung in Threads aus, berichtet Heise.de. Die Plattform habe mittlerweile über 400 Mio. monatlich aktive Nutzer – ein Meilenstein, der bereits im August erreicht worden sei. Bisher hätten nur wenige User Anzeigen gesehen, nun beginne ein gradueller Rollout für alle. Das widerspreche dem ursprünglichen Plan, werbefrei zu bleiben, bis eine Milliarde Menschen die App nutzten. Im Wettbewerb der Kurznachrichtendienste liefere sich Threads ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit X, während Bluesky und Mastodon mit 41 bzw. 15 Mio. Nutzern deutlich zurücklägen.
UK: Unterhaus soll Social-Media-Verbot für Teens kippen
Das britische Oberhaus stimmte mit 261 zu 150 Stimmen für ein Social-Media-Mindestalter von 16 Jahren, berichtet Heise.de. Der Änderungsantrag zum Schulgesetz fand Unterstützung bei Konservativen, Liberaldemokraten und zwei Labour-Abgeordneten, doch Premierminister Starmer halte das Verbot für schwer durchsetzbar und befürchte eine Abwanderung Jugendlicher ins Darknet. Die Regierung wolle den Beschluss im Unterhaus kippen. Kinderschutzorganisationen warnen vor pauschalen Verboten und plädieren stattdessen für eine konsequentere Durchsetzung bestehender Regeln – Plattformen müssten „hochwirksame“ Alterskontrollen einführen.
OpenAI kassiert 4 Prozent bei Chatbot-Verkäufen
OpenAI verlangt ab dem 26. Januar vier Prozent Provision für Verkäufe über die Checkout-Funktion in ChatGPT, wie Shopify seinen Händlern mitgeteilt habe, berichtet Excitingcommerce.com. Die sogenannte „Agentic Storefronts Fee“ gelte auch für Transaktionen via Microsoft Copilot, Google Gemini und AI Mode. Händler könnten die Plattformen aber einzeln aktivieren oder abschalten, ihre Produkte tauchten jedoch weiterhin in KI-Antworten auf – dann mit Links zum eigenen Shop.
TRENDS & TECHNOLOGIE
„Scene Burst“ erstellt komplette Bildwelten aus einem Foto
Die KI-Plattform Pixflux.AI startet „Scene Burst“, das aus einem einzelnen Produktfoto automatisch konsistente Hintergründe für verschiedene Verkaufskanäle generiere, berichtet Ad-Hoc-News.de. Das Tool erstelle zunächst ein Hauptmotiv, dann ergänzende Szenen und schlage passende Formate von Tiktok-Vertikals bis hin zu Shop-Bannern vor. Das Alleinstellungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern wie Photoroom liege in den strukturierten Szenen-Paketen statt optimierter Einzelbilder.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht bislang keinen finanziellen Nutzen aus ihren KI-Projekten, zeigt eine Befragung durch PricewaterhouseCoopers laut IT-Magazine.ch. Lediglich 30 Prozent hätten in den vergangenen zwölf Monaten Umsatzsteigerungen verzeichnet, 26 Prozent Kosten gesenkt. Zwölf Prozent erreichten beides gleichzeitig. Trotz der mageren Bilanz seien 60 Prozent der Führungskräfte überzeugt, zu wenig in KI zu investieren – während nur jedes zweite Unternehmen über eine konkrete Roadmap für KI-Initiativen verfüge.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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