3D-Illustration: fünf europäische Zahlungssysteme verbinden sich zu zentralem Hub
© Black Forest Labs / Flux

Europäische Zahlungsallianz fordert internationale Anbieter heraus

Fünf Zahlungsanbieter schmieden paneuropäisches Bündnis: 130 Millionen Nutzer sollen ab 2027 grenzüberschreitend bezahlen können.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Fünf europäische Zahlungsdienstleister haben nach eigenen Angaben eine Absichtserklärung für eine gemeinsame grenzüberschreitende Zahlungsinfrastruktur unterzeichnet. Bancomat (Italien), Bizum (Spanien), die EPI Company, SIBS – MB WAY (Portugal) und Vipps MobilePay (Skandinavien) wollen ihre Systeme bis 2027 über einen zentralen Hub miteinander verbinden, wie die Unternehmen kürzlich mitteilten.

130 Millionen Nutzer in 13 Ländern
Die Kooperation vereint den Angaben zufolge rund 130 Millionen Nutzer aus 13 europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Die beteiligten Länder repräsentieren zusammen etwa 330 Millionen Einwohner. Das Bündnis sei offen für weitere europäische Staaten einschließlich der Schweiz, heißt es in der Mitteilung.

Für den Handel verspricht die Initiative eine Alternative zu etablierten internationalen Anbietern. Händler sollen künftig Zahlungen von europäischen Verbrauchern über die teilnehmenden Zahlungsdienstleister akzeptieren können und damit nach Darstellung der Beteiligten ihre Abhängigkeit von internationalen Anbietern reduzieren.

Technische Umsetzung über zentralen Hub
Das technische Rückgrat der Kooperation soll ein zentraler Hub bilden, der von einer neu zu gründenden gemeinsamen Einrichtung betrieben wird. Dieser Hub soll Zahlungen zwischen den verschiedenen nationalen und paneuropäischen Lösungen nach dem Prinzip der Echtzeit-Überweisungen abwickeln.

"Diese Vereinbarung zeigt, dass Europas Zahlungssouveränität keine Vision mehr ist, sondern eine Realität im Entstehen", wird Martina Weimert, CEO der EPI Company, in der Mitteilung zitiert. Die bestehenden Zahlungslösungen sollen dabei unverändert bleiben – Marken, Nutzererlebnis und Funktionen würden vollständig erhalten.

Stufenweiser Rollout bis 2027
Die Partner planen einen gestuften Rollout: 2026 sollen zunächst grenzüberschreitende Peer-to-Peer-Zahlungen möglich werden, 2027 dann auch Zahlungen im E-Commerce und am Point-of-Sale. Die zentrale Interoperabilitätseinrichtung soll bis Mitte 2026 gegründet werden.

„Wenn Zahlungen wirklich einfach sein sollen, muss das Versenden von Geld über Grenzen hinweg genauso einfach sein wie das Bezahlen zu Hause“, kommentiert Rune Garborg, CEO von Vipps MobilePay, die Vereinbarung.

Zu den beteiligten Partnern zählt auch die EPI Company, die hinter dem 2024 gestarteten Zahlungsdienst Wero steht. Wero ist nach Unternehmensangaben derzeit in Deutschland, Belgien und Frankreich für Peer-to-Peer-Zahlungen verfügbar und bedient 48 Millionen Nutzer.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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