3D-Illustration zu Cross-Border-Shopping, KI-Suche, AR-Brillen und EU-Regulierung im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Karnevals-Shop Köln, Gofundme, DSA + DMA, Amazon, Bulgarien, Coop, Alexa+, Cross-Border-Shopping, KI-Suche, AR-Brillen, Tencent

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Marken-Betrüger erpressen Amazon-Händler
Betrüger melden gezielt Marken an, um erfolgreiche Amazon-Händler zu erpressen, berichtet Haendlerbund.de. Die Masche folge einem simplen Schema: Nach der Registrierung einer Marke würden angebliche Rechtsverletzungen gemeldet, Amazon sperre daraufhin automatisch die betroffenen ASINs. Ein deutscher Händler sei kürzlich via Telegram zur Zahlung von 20.000 Dollar aufgefordert worden. Das System funktioniere, weil weder EUIPO noch DPMA ältere Rechte prüften und Widerspruchsverfahren Monate dauerten. Experten raten, eigene Marken frühzeitig anzumelden und Erpressungsversuche zur Anzeige zu bringen.

Kölner Karneval bekommt eigenen Online-Shop
Das Festkomitee Kölner Karneval betreibt ab sofort einen eigenen Online-Shop, berichtet FNP.de. Neben Mottoschal und Festabzeichen gebe es erstmals eine Rosenmontagszug-Spange sowie exklusiv gestaltete T-Shirts und Hoodies, weitere Artikel seien schrittweise geplant. Alle Erlöse flössen direkt in Karnevalsprojekte wie den Rosenmontagszug oder die Nachwuchsförderung in Tanzgruppen und bei Schulveranstaltungen. Die Session unter dem Motto „Alaaf – Mer dun et för Kölle!“ würdige damit auch die rund 200.000 Ehrenamtlichen in Köln, die das Rückgrat der Stadtgesellschaft bildeten.

Gofundme sammelt in Deutschland 130 Mio. Euro
Die Crowdfunding-Plattform Gofundme sammelte 2025 deutschlandweit 130 Mio. Euro, 50 Prozent mehr als im Vorjahr, berichtet T-Online.de. Hamburg sei mit 4,5 Mio. Euro und durchschnittlich 45 Euro pro Kopf das spendenfreudigste Bundesland. Die Zahl der Kampagnen stieg hIer von 2250 (2023) auf 4300. Die größte Hamburger Sammlung galt einer zweifachen Mutter, die nach einem Unfall mit einem herabstürzenden Baum querschnittsgelähmt sei – 171.685 Euro kamen für Reha und barrierefreien Umbau ihrer Wohnung zusammen.


HANDEL INTERNATIONAL


Brüssel will DSA und DMA verschärft durchsetzen
Die EU will 2026 die Durchsetzung ihrer Digitalgesetze DSA und DMA gegen Tech-Konzerne wie Google, Meta und Apple verschärfen, berichtet Heise.de. Laufende Untersuchungen gegen Meta und Google sollen fortgeführt werden, wobei Brüssel diskret statt spektakulär agieren wolle. Im Dezember verhängte die Kommission bereits 120 Mio. Euro Strafe gegen X wegen Transparenzmängeln – prompt reagierte Trumps Regierung mit Einreiseverboten gegen EU-Aktivisten. Die beiden seit November 2022 gültigen Gesetze zielen auf Verbraucherschutz und fairen Wettbewerb, könnten die EU aber in Zollkonflikte mit Washington treiben.

USA: Amazon zahlt 2,5 Mrd. Dollar an Prime-Kunden
Amazon-Kunden können nun Ansprüche aus dem 2,5-Mrd.-Dollar-Vergleich mit der US-Handelskommission FTC geltend machen, berichtet USAToday.com. Die aktuelle, zweite Auszahlungsphase richte sich an Nutzer, die ihre Prime-Vorteile in zwölf Monaten höchstens zehnmal verwendet hätten. Der im September 2025 geschlossene Vergleich reagiere auf eine Kartellklage von 2023, wonach Amazon Millionen Kunden zu Prime-Abos gedrängt und Kündigungen systematisch erschwert habe. Berechtigte erhielten Benachrichtigungen per E-Mail oder Post mit Anweisungen zur Antragstellung – die Frist betrage 180 Tage.

Bulgarien erleichtert grenzüberschreitenden Handel
Als 21. Mitglied des Euroraums nutzt Bulgarien seit dem 1. Januar den Euro als offizielles Zahlungsmittel, berichtet Retail-News.de. Die Integration in zentrale Zahlungssysteme wie T2 und TIPS vereinfache Transaktionen erheblich. Für Online-Händler entfielen Währungsumrechnungen, was Kosten senke und Preistransparenz schaffe. Zudem positioniere sich Bulgarien durch niedrige Betriebskosten als attraktiver Standort für Fulfillment und Logistik. Einheitliche Euro-Preise senkten zudem psychologische Kaufbarrieren und stärkten das Vertrauen in grenzüberschreitende Bestellungen.

Schweiz: Coops Online-Geschäft legt zehn Prozent zu
Coop, die Nummer eins im Schweizer Einzelhandel, meldet für 2025 einen Umsatzrekord von 35,4 Mrd. Franken, berichtet Handelszeitung.ch. Das Unternehmen habe währungsbereinigt um 2,1 Prozent zugelegt und über alle Regionen hinweg neue Kunden gewonnen. Besonders stark sei das Online-Geschäft gewachsen: Coop.ch verzeichne ein Plus von zehn Prozent. Die Coop-Supermärkte erhöhten ihren Nettoerlös um 2,6 Prozent auf 12,4 Mrd. Franken, während die Fachformate wie Interdiscount und Jumbo um 1,7 Prozent zulegten. Der Bereich Grosshandel und Produktion wuchs um 2,9 Prozent auf 17,2 Mrd. Franken.

Alexa+ wird zum Chatbot
Amazon bringt seine KI-Assistentin Alexa+ in den Browser, berichtet Techradar.com. Die Plattform positioniere sich damit gegen ChatGPT und Gemini, setze aber eher auf alltägliche Aufgaben statt auf abstrakte Konversation: Kalender synchronisieren, Einkaufswagen mit Zutaten für Wochenpläne füllen und Smart-Home-Geräte steuern. Neun Monate nach dem Start von Alexa+ verzeichne Amazon doppelt so viele Gespräche pro Nutzer, dreimal mehr Käufe und fünfmal mehr Rezeptanfragen als bei der „klassischen Alexa“. Zugang zur Browserversion gebe es über das Alexa+ Early Access-Programm, primär für Echo-Nutzer.


Cross-Border-Shopping: Transparenz und Tempo
Fast die Hälfte aller Verbraucher kaufe mittlerweile grenzüberschreitend ein, zeige laut T3N.de eine Umfrage durch Fulfilmentcrowd. Unerwartete Gebühren, verschleierte Zollkosten und vage Lieferversprechen seien dabei die größten Konversionshürden. Wer internationale Kundschaft gewinnen wolle, müsse auf drei Faktoren setzen: Vertrauen durch Transparenz, Tempo beim Versand und Klarheit bei allen Kosten. Gestufte Versandoptionen mit präzisen Lieferzeitfenstern erlaubten Käufern, selbst zwischen Geschwindigkeit und Preis abzuwägen.

KI-Suche kostet 20 bis 90 Prozent Traffic
Googles KI-Überblick und ChatGPT haben 2025 den Traffic von Medien-Webseiten und Blogs um 20 bis 90 Prozent einbrechen lassen, berichtet Adexchanger.com. Wenn bei Suchergebnissen Googles KI-Zusammenfassung erscheine, klickten nur ein Prozent der Nutzer auf zitierte Links, während organische Ergebnisse darunter von 15 auf acht Prozent CTR abstürzten. ChatGPT liefere zwar 1,2 Mrd. Referrals, das entspreche jedoch nur einem Prozent des gesamten Traffics für Medienseiten. Business Insider beispielsweise habe 55 Prozent des organischen Traffics verloren und entließ 21 Prozent der Belegschaft.

Jeder Vierte würde AR-Brille nutzen
Jeder vierte Deutsche könne sich vorstellen, künftig eine Augmented-Reality-Brille zu nutzen, zeigt eine Bitkom-Umfrage. Bei den 16- bis 29-Jährigen liege die Zustimmung bei 35 Prozent, während nur 15 Prozent der über 65-Jährigen offen dafür seien. Die meisten würden sich Informationen zu historischen Gebäuden oder Navigationshilfen wünschen. Dass die Brillen unbemerkt filmen könnten, beunruhige allerdings 60 Prozent der Befragten – Hersteller integrierten deshalb sichtbare LED-Anzeigen während der Aufnahme.

Auch Chatbots haben schlechte Tage
Tencents KI-Chatbot „Yuanbao“, der auch in Wechat – die „Super-App“ mit 1,2 Mrd. Nutzern – integriert ist, hatte einen ungeduldigen Tag, wie Scmp.com berichtet. Er habe die Coding-Anfrage eines Nutzers als „dumm“ bezeichnet; ihm geraten, er möge abhauen („Get lost!“); und gefragt, ob er den Code denn nicht selber debuggen könne. Tencent habe sich für die „Anomalie mit niedriger Wahrscheinlichkeit“ entschuldigt, nachdem sich keine Hinweise auf menschliches Eingreifen ergeben hätten. Im Dezember lag Yuanbao mit 81,56 Mio. wöchentlich aktiven Nutzern hinter ByteDances „Doubao“ und Deepseek auf Rang drei.
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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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