
Aktuelle E-Commerce-News: Gerry Weber, Tiktok Shop, Manufactum, Konsumstimmung, Stellenabbau, Black Friday, Joybuy und weitere Themen im Überblick.
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
die Redaktion von Etailment.de.
Webinar: Mitarbeiter entlasten dank Filialmanagement per App
Aufwendige Warenprozesse, manuelle Bestandssuchen und weitere administrative Aufgaben kosten Store-Mitarbeitende Zeit, die letztendlich für die Kundenberatung fehlt. Abhilfe schaffen Apps, die sämtliche Filialprozesse digitalisieren und relevante Daten direkt auf der Fläche bereitstellen. Wie genau das funktioniert und welche Vorteile damit einhergehen, zeigt REMIRA im Webinar am 14.11. um 10 Uhr. Jetzt kostenfrei anmelden
HANDEL NATIONAL
Nach Insolvenz: Gerry Weber kehrt online zurück
Die insolvente Modemarke Gerry Weber kehrt in den Online-Handel der DACH-Region zurück, berichtet Merkur.de. Nach der Übernahme durch das spanische Unternehmen Victrix seien alle deutschen Filialen geschlossen worden. Die neu gegründete Gerry W. Online DACH GmbH fungiere als digitaler Partner für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die operative Umsetzung liege bei der Stuttgarter Globalist Beteiligungs GmbH, die als autorisierter E-Commerce-Partner Aufbau, Vermarktung und Management des Online-Shops verantworte.
Jeder zehnte Online-Shopper kauft bereits bei Tiktok
Jeder zehnte Online-Shopper hat seit Ende März mindestens einmal über Tiktok Shop eingekauft, berichtet Nielseniq.com. Die Plattform belege damit nach nur 28 Wochen Platz 24 der umsatzstärksten Online-Händler in Deutschland. Anders als erwartet kaufe nicht nur die Generation Z ein: 33 Prozent der Käufer gehörten zur Generation X, die mit 36 Prozent auch den größten Umsatzanteil erziele. Das anfangs von Beauty dominierte Sortiment habe sich diversifiziert – Computer & Elektronik führe inzwischen mit 20 Prozent. Tiktok-Shopper seien generell kauffreudiger und tätigten 47 Online-Bestellungen jährlich, auch wenn der durchschnittliche Warenkorb mit 26,80 Euro relativ klein sei.
E-Commerce: 78 Prozent haben Probleme
Zwei Drittel der Verbraucher fühlen sich beim Online-Shopping vor irreführender Werbung und versteckten Kosten unzureichend geschützt, zeigt der Verbraucherreport 2025 des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Auch der Datenschutz (64 Prozent) und Schutz vor unseriösen Anbietern (60 Prozent) seien mangelhaft. In den vergangenen zwei Jahren hätten 78 Prozent der Online-Käufer Probleme erlebt – von verspäteten Lieferungen über lausigen Kundenservice bis zu minderwertiger Ware. Die Verbraucherzentralen hätten im ersten Halbjahr bereits 165.000 Beschwerden registriert, 14 Prozent mehr als im Vorjahr.
Manufactums KI berät Kunden und Kundendienstler
Manufactum setzt seit Anfang des Jahres zwei KI-Tools ein, berichtet Stores-Shops.de. Der Einkaufsberater helfe Kunden durch Fragen beim Finden von Produkten, die im Falle von Manufactum manchmal erklärungsbedürftig seien. Die meisten Kunden würden sich sogar mehr statt weniger Empfehlungen wünschen. Parallel unterstütze der Knowledge Bot den internen Kundenservice bei 14.000 Anfragen jährlich mit automatischen Antwortvorschlägen, die in 90 Prozent der Fälle direkt übernommen würden. Beide Lösungen verkürzten die Bearbeitungszeiten spürbar, erklärt Geschäftsführer Alexander Peters.
Konsumstimmung verschlechtert sich im November erneut
Die Verbraucherstimmung verschlechtert sich im November erneut, so das HDE-Konsumbarometer. Die Oktober-Erholung sei nur eine Momentaufnahme gewesen, der aktuelle Wert liege sogar unter dem September-Niveau. Anschaffungs- und Sparneigung sänken leicht, die Konsumneigung bleibe unter Vorjahr. Die Negativstimmung komme für den Einzelhandel zum ungünstigsten Zeitpunkt – just zum Start des traditionell umsatzstärksten Weihnachtsgeschäfts.
Jeder dritte Betrieb plant Stellenabbau
Jeder dritte deutsche Betrieb plant, im nächsten Jahr Stellen abzubauen, während nur 18 Prozent neue Jobs schaffen wollen, so eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft laut Spiegel.de. Bei den Geschäftserwartungen gehe ein Viertel der Unternehmen von steigender Produktion aus, nahezu ein Drittel jedoch von einem Rückgang. So rechne der IWF nur mit 0,9 Prozent Wachstum des BIP, während die Regierung 1,3 Prozent erwarte. Regional klaffe die Stimmung auseinander: Im Norden und in Bayern herrsche Optimismus, während im Nordosten fast die Hälfte sinkende Geschäfte erwarte.
Zwischen künstlicher Intelligenz und Geldbeutel
81 Prozent der Deutschen achten wegen steigender finanzieller Sorgen verstärkt auf Rabatte, zeigt der Pilot Radar. Der Black Friday würde dadurch an Bedeutung gewinnen – besonders 30- bis 39-Jährige nutzten ihn sowohl für Spontankäufe als auch länger geplante Anschaffungen. Aus dem gleichen Grund überzeuge Werbung am besten, wenn sie hohe Preisnachlässe verspräche. Parallel verändere die massiv gestiegene KI-Nutzung das Einkaufsverhalten: Konsumenten informierten sich vor dem Einkauf zunehmend per Chatbot zu Produkten und Marken.
USA: Beauty wird zu 41 Prozent im Netz verkauft
41 Prozent aller US-Verkäufe im Beauty- und Self-Care-Segment finden mittlerweile online statt, berichtet ABC17news.com. Das sei ein radikaler Wandel für eine Branche, die traditionell vom Anfassen und Testen lebe. Treiber seien Amazon und Social-Media-Plattformen wie Tiktok Shop. So mache Social Commerce global sogar 68 Prozent der Beauty-Verkäufe aus, angeführt von Tiktok. Influencer und Schminktutorials ersetzten schleichend den Gang ins Geschäft, erfolgreiche Marken müssten künftig überall auffindbar bleiben – von Google über Tiktok bis in die Ladenregale.
Joybuy erregt in Frankreich Kritik
Die chinesische E-Commerce-Plattform Joybuy ist im August in Frankreich gestartet und kann auch Amazon Konkurrenz machen, berichtet Lepoint.fr. (Start in Deutschland war Anfang September.) Der zu JD.com gehörende Anbieter locke mit Kampfpreisen sowie schneller Lieferung. Französische Online-Händler würden die Plattform nach Shein und Temu als weiteren unlauteren Wettbewerber empfinden. Besonders problematisch: Joybuy könne die geplante Steuer auf Lieferungen aus China aushebeln, schreibt Lepoint.fr, da JD.com bereits Lager in Spanien, Deutschland, den Niederlanden und Frankreich eingerichtet habe. Nachtrag: Joybuy widerspricht der Darstellung von Lepoint.fr in drei Punkten: 1) Joybuy umgehe die französische China-Steuer nicht, die Produkte seinen korrekt verzollt und versteuert. (Wir haben daher die Überschrift geändert.) 2) Joybuy sei kein Fast-Fashion-Anbieter, sondern ein Händler (Elektronik, Haushalt, Beauty etc.) mit EU-Struktur, der Vergleich mit Temu und Shein daher nicht gerechtfertigt. Insbesondere treffe das Wort "unlauter" nicht zu, das der französische Handelsverband FFAC dem Artikel zufolge verwendet hat. 3) Joybuy betreibe kein Dropshipping mit Einzelversand aus Drittstaaten, sondern arbeite mit etablierten Marken und verifizierten europäischen Partnern zusammen, der Import erfolge zentral.
Marokkanischer E-Commerce wächst um 65 Prozent
Fast ein Viertel der Marokkaner kaufte 2024 online ein – 65 Prozent mehr als vor fünf Jahren, meldet Northafricanpost.com. Der Markt erreiche umgerechnet 2,05 Mrd. Euro und wachse jährlich über 30 Prozent. Bis 2029 sollen knapp zehn Mio. Nutzer aktiv sein. Die Warenkörbe seien geschlechtsspezifisch: Während Frauen vor allem Mode, Kosmetik und Musik shoppen würden, dominierten bei Männern Essenslieferungen, Reisen, Möbel und Elektronik.
Asynchrones Arbeiten lindert digitalen Burnout
73 Prozent der britischen Angestellten fühlten sich von permanenten Benachrichtigungen überfordert – 62 Prozent sind es weltweit, so laut Techradar.com eine Atlassian-Studie. Jeder Fünfte verbringe täglich über vier Stunden mit Sofortnachrichten, während ein Drittel der Befragten beklage, keine Kontrolle über die eigenen Arbeitszeiten zu haben – nicht einmal zwei Stunden Konzentration wäre noch möglich. Sogenanntes „asynchrones Arbeiten“ – Kollegen arbeiten zu unterschiedlichen Zeiten an gemeinsamen Projekten und kommunizieren zeitversetzt – verbessere die mentale Gesundheit bei 65 Prozent der Mitarbeiter.
Österreicher geben 211 Euro für Gebrauchtes aus
Drei von vier Österreichern haben schon Gebrauchtwaren gekauft, 60 Prozent waren es in den letzten zwölf Monaten, so eine Studie des Handelsverbands. Der Durchschnittseinkauf betrage 211 Euro. Mit 55 Prozent seien Online-Plattformen wie Willhaben, Vinted oder Refurbed die wichtigste Quelle, gefolgt von Flohmärkten und Vintage-Läden. Gesucht werde meistens nach Kleidung, Büchern und Spielwaren. Umgekehrt würden ebenfalls drei von vier Österreichern auch wieder verkaufen und dabei im Schnitt 171 Euro im Jahr erzielen.