
E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu JD.com + Ceconomy, Außendienst-KI, Otto, Apple, Barrierefreiheit, Nikolaus, Amazon Now und weiteren Themen des Tages.
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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Erfolgsfaktor Payment: Mehr Kosteneffizienz und Unabhängigkeit mit der richtigen Zahlungslösung
Der deutsche Handel steht unter Druck: Steigende Energiekosten, Inflation, Personalmangel und volatile Lieferketten belasten die Margen. Zuverlässige und planbare Kostenstrukturen sind wichtiger denn je. Gleichzeitig wachsen die Abhängigkeiten von internationalen Konzernen – auch bei kritischen Infrastrukturen wie Zahlungssystemen. Umso relevanter ist es für den Handel, sich nun mit der eigenen Bezahlinfrastruktur und den damit verbundenen Kosten und Abhängigkeiten zu beschäftigen.
HANDEL NATIONAL
JD.com sichert sich 85 Prozent an Ceconomy
Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com hat sich nach Ende der Annahmefrist 59,8 Prozent der Anteile an Ceconomy gesichert, berichtet Tradingview.com. Gemeinsam mit dem Partner Convergenta komme man auf eine Gesamtbeteiligung von 85,2 Prozent an der Mediamarkt- und Saturn-Mutter. Der Abschluss hänge noch von regulatorischen Freigaben ab, die in der ersten Hälfte 2026 erwartet würden. Danach könnte ein Delisting folgen. Ceconomy bleibe eigenständig, was IT-Infrastruktur, Belegschaft und Standorte betreffe; JD.com wolle seine Technologie- und Logistikexpertise einbringen.
Zwei Freunde auf dem Weg zum weltweiten Erfolg: Wie das Unternehmen Blockhütte zum ‚Rising Star‘ wurde und welche Rolle Amazon Ads dabei spielt
„Wir waren im selben Kindergarten“, erzählt Nils Hack, Mitbegründer von Blockhütte. Was mit zwei besten Freunden, einer gemeinsamen Vision für nachhaltige Lunchboxen und einer Investition von 3.000 € begann, hat sich zu einem Unternehmen mit einem Umsatz von 6 Millionen € entwickelt. Ihre Geschichte ist nur eine von vielen faszinierenden Erfolgsgeschichten, die in der innovativen Doku-Serie „Rising Stars by Amazon Ads“ vorgestellt werden, die die wahren Geschichten hinter aufstrebenden Marken aus Europa erzählt.
Wenn die KI den Außendienst brieft
Wenn Künstliche Intelligenz der Kundschaft im E-Commerce passgenaue Produkte vorschlagen kann, dann müsste das auch im Großhandel funktionieren. Das ist die Idee des Start-ups Acto aus Paderborn – nur gehen die Vorschläge nicht an die Kunden, sondern an den Außendienst. Der könne mit Daten statt mit Bauchgefühl auftreten, verspricht Acto. Im Interview auf Etailment.de erläutert Co-Geschäftsführer Pascal Salmen die Idee.
Otto meldet Black-Friday-Plus von zehn Prozent
Otto steigerte laut Pressemitteilung den Umsatz im Black-Friday-Zeitraum um 2,5 Prozent. Der Black Friday selbst habe zehn Prozent höhere Bestellwerte als im Vorjahr erzielt, wobei das größte Aufkommen um 21:30 Uhr verzeichnet worden sei. Die 40.000 Aktionsangebote seien für die Hälfte des Umsatzes verantwortlich gewesen. Besonders gefragt waren neben Mode und Bettwäsche vor allem Spielekonsolen, die um 297 Prozent zulegten, sowie Heißluftfritteusen und Multi-Haarstyler mit Steigerungen von 153 und 148 Prozent.
Kartellamt testet Apples App-Tracking
Das deutsche Bundeskartellamt testet Apples überarbeitetes App-Tracking und holt dafür Rückmeldungen von Publishern und Regulierungsbehörden ein, berichtet Reuters.com. Apple habe zugesagt, die Einwilligungsdialoge für eigene Dienste und Drittanbieter-Apps neutral zu gestalten und Text sowie Formatierung anzugleichen. Auch solle der Zustimmungsprozess vereinfacht werden. Kritisch sehe die Behörde weiterhin, dass Apple Werbewirkungsmessungen ohne vorherige Nutzereinwilligung durchführe – hier bestehe möglicherweise ein Wettbewerbsnachteil für Drittanbieter.
Null Prozent: Deutsche Websites ignorieren Barrierefreiheit
Keine der 20 untersuchten deutschen Websites erfüllt die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes, wie eine Analyse von Accessiway laut Pressemitteilung zeigt. Deutschland liege damit, mit Italien, europaweit auf dem letzten Platz und weise mit durchschnittlich 2,9 Barrieren pro Website die meisten Mängel auf. Die häufigsten Fehler: Webseiten, deren Layouts bei starkem Zoom zusammenbrächen, keine Tastaturnavigation böten oder den Fokus nicht klar sichtbar machten. Unternehmen drohten Bußgelder und Klagen – in Frankreich und Österreich seien bereits erste Verfahren angelaufen.
Nur noch 64 Prozent klassischer Warenumsatz im Laden
Der stationäre Handel erzielt nur noch 63,6 Prozent seiner Umsätze mit klassischen Waren, so die neue Studie „Handelsszenario 2030+“ des IFH Köln. Real habe der Handel zwischen 2019 und 2024 lediglich 0,2 Prozent jährlich zugelegt, während zeitgleich 50.000 Verkaufsstellen verschwunden seien. Bis 2031 seien Wachstumsraten zwischen 1,9 und 3,4 Prozent denkbar – je nachdem, ob Händler auf reinen Preiskampf oder auf emotionale Mehrwerte setzten. Services, Gesundheit und Erlebnis-Formate würden dabei wichtiger als der bloße Produktverkauf.
Nikolaus bringt dem Handel eine Milliarde Euro
Der Nikolaustag beschert dem Einzelhandel zusätzliche Umsätze von über einer Mrd. Euro, prognostiziert der Handelsverband Deutschland. Jeder dritte Konsument plane anlassbezogene Einkäufe, wobei 60 Prozent gleich viel wie im Vorjahr ausgeben wollten, zwölf Prozent mehr und 27 Prozent weniger. Der Verband rechne mit einem Anstieg um magere 0,2 Prozent auf knapp über eine Mrd. Euro. Besonders gefragt seien Lebensmittel und Spielwaren, aber auch Bücher, Bekleidung und Kosmetik fänden ihren Weg in die Stiefel.
Amazon reduziert Gebühren für Händler in Europa
Amazon senkt laut Pressemitteilung die Verkaufsgebühren für europäische Händler 2026 um durchschnittlich 17 Cent pro Einheit. Ab Mitte Dezember würden außerdem die FBA-Versandgebühren für Pakete um durchschnittlich 32 Cent sinken, insbesondere in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Die Verkaufsprovisionen für Bekleidung, Heimprodukte, Tierbedarf und Lebensmittel würden ebenfalls reduziert. Zugleich erweitere Amazon die vergünstigten Low-Price-Tarife auf Produkte bis 20 Euro.
USA: Cyber Monday überholt Black Friday
Der Cyber Monday hat den Black Friday als umsatzstärkstes Online-Shopping-Event in den USA abgelöst, berichtet Digitalcommerce360.com. Während der Black Friday und das Cyber Weekend jeweils 11,8 Mrd. Dollar einbrachten, habe der Montag 13,3 Mrd. Dollar erreicht. Besonders auffällig: Traffic von KI-Quellen sei um 770 Prozent gestiegen; Käufer, die Shops wegen KI-Agenten besucht hätten, konvertierten achtmal häufiger als diejenigen, die über soziale Medien vermittelt worden seien.
Amazon testet Blitzlieferung in Seattle und Philadelphia
Amazon testet in Seattle und Philadelphia einen Blitzlieferdienst namens „Amazon Now“, berichtet das Unternehmen. Prime-Mitglieder könnten Haushaltsartikel und frische Lebensmittel binnen 30 Minuten erhalten, die Liefergebühr starte bei 3,99 Dollar. Für Kunden ohne Prime-Mitgliedschaft falle dagegen eine Gebühr von 13,99 Dollar an. Das Sortiment umfasse Tausende Produkte – von Milch über Windeln bis zu rezeptfreien Medikamenten.
US-Politiker fordern Untersuchungen von Shein und Temu
Shein und Temu geraten in den USA unter Druck: Texas-Generalstaatsanwalt Ken Paxton startet eine Untersuchung gegen Shein wegen möglicher Zwangsarbeit und unsicherer Materialien, berichtet BBC.com. Senator Tom Cotton fordere parallel eine bundesweite Prüfung beider Plattformen wegen mutmaßlichen Diebstahls geistigen Eigentums. US-Designer würden Shein vorwerfen, ihre Entwürfe systematisch zu kopieren – bei Temu hingegen handle es sich um „ausgeklügelte Fälschungen“. Eine US-Untersuchung habe ergeben, dass ein signifikanter Anteil der Testkäufe bei beiden Anbietern vermutlich Plagiate gewesen seien. Shein signalisiere Kooperationsbereitschaft, Temu schweige bislang.
Türkischer E-Commerce erreicht drei Bio. Lira
Der türkische E-Commerce steuert im vierten Quartal auf ein Volumen von nahezu einer Billion Lira (20 Mrd. Euro) zu, berichtet Hurriyetdailynews.com. Hakan Çevikoğlu, Präsident der Online-Händler-Vereinigung ETİD, erkläre, allein der November habe rund 500 Mrd. Lira eingebracht. Das Schlussquartal mache damit fast ein Drittel des Jahresvolumens von drei Bio. Lira aus. Für das kommende Jahr rechne er mit über fünf Bio. Lira (100 Mrd. Euro) – getrieben durch engere Verzahnung von E-Commerce und E-Export sowie die stärkere Integration kleinerer Unternehmen in die Plattform-Ökonomie.
Trend Micro zeigt, wie echt KI Influencer nachmacht
Cybersecurity-Spezialist Trend Micro sieht – wie andere auch – das Weihnachtsgeschäft als hohe Zeit der Betrugsversuche: „Scammer nutzen generative KI, um Abbildungen limitierter Markenprodukte, gefälschte Influencer-Testimonials und Werbevideos in Fließband-Manier authentisch zu produzieren“, schreibt das Unternehmen. In einem (englischsprachigen) Aufsatz analysiert es die Möglichkeiten der Betrüger. Und illustriert mit einem selbst produzierten Video, wie verblüffend echt Betrug wirken kann.
Stripe meldet 578 Millionen Transaktionen in vier Tagen
Der Zahlungsdienstleister Stripe hat laut Pressemitteilung von Black Friday bis Cyber Monday weltweit über 40 Mrd. Dollar verarbeitet. In den vier Tagen seien 578 Mio. Transaktionen abgewickelt worden – der größte Viertageszeitraum in der Firmengeschichte. Besonders dynamisch entwickelten sich grenzüberschreitende Geschäfte: Deren Volumen sei im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 4,4 Mrd. Dollar gestiegen. Parallel dazu habe Stripes Betrugserkennungssystem Radar 24,6 Mio. verdächtige Transaktionen blockiert.
China: Kuriere liefern an Spitzentagen 777 Mio. Pakete
Chinesische Online-Händler haben in den ersten elf Monaten des Jahres 180 Mrd. Express-Pakete versandt, berichtet Scmp.com. An Spitzentagen seien bis zu 777 Mio. Sendungen unterwegs gewesen. Die Lieferdienste hätten 2024 einen Umsatz von 1,4 Bio. Yuan (168 Mrd. Euro) erzielt, wegen harter Konkurrenz allerdings bei dünnen Margen. Die Paketflut spiegle auch nicht gestiegene Konsumausgaben wider, sondern günstigere Preise, aggressive Rabatte und zunehmende Retouren. Trotz E-Commerce-Boom kämpfe China mit Deflationsdruck und schwacher Binnennachfrage.