Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
die Redaktion von etailment.de.
HANDEL NATIONAL
Spitzengespräch bringt Lösung des Tarifkonflikts näher
Nach dem Spitzengespräch im Tarifkonflikt hält der HDE die baldige Lösung des Tarifkonflikts im Handel laut Pressemitteilung für wahrscheinlich. Die Arbeitgeber hatten ihr Angebot zum dritten Mal nachgebessert, das jetzt über 24 Monate eine Lohnsteigerung von zehn Prozent, bei den unteren Tarifgruppen um 15 Prozent, und einen einmaligen Inflationsausgleich von 750 Euro vorsieht. Es ist jetzt an der Gesellschaft Verdi, eine Landeskommission zu finden, die als erste einen neuen Tarifabschluss finalisiert, den die anderen Landesverbände zeitnahe übernehmen können.
Ab dem 14. Februar 2024 startet die Durchführung des englischsprachigen CAS in International Retail Management! Hochkarätige Referenten aus Forschung und Praxis vermitteln das Rüstzeug, um Ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das flagship Programm orientiert sich an aktuellen Managementherausforderungen im Handel und fördert den informellen Austausch zwischen Branchenkollegen:innen. Weitere Details und Anmeldung bis 15. Dezember 2023
Kunden unzufrieden mit den deutschen Unternehmen
Die Zufriedenheit der Deutschen mit ihren Kundenerlebnissen ist auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gesunken, wie die „Customer Experience Excellence Studie“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ergibt. Der sogenannte CEE-Wert sank von 7,65 im Vorjahr auf 7,31 in diesem Jahr. Alle Faktoren, wie Empathie, Integrität, Personalisierung, Erwartungen, Problemlösungskompetenz sowie Zeit & Aufwand wurden schlechter bewertet als im Vorjahr. Die Studie, für die 7.000 Personen befragt wurden, zeigt außerdem, dass die personalisierte Ansprache der Kunden einer der wichtigsten Faktoren für die Kundenzufriedenheit ist.
Hohe Zinsen machen BNPL gefährlicher
Gerade im Vorweihnachtsgeschäft ist für viele Verbraucher die Verlockung groß, bei Klarna oder Paypal „Jetzt kaufen, später zahlen“, ihre Kreditkarte oder den Dispokredit zu nutzen, um Weihnachtsgeschenke einzukaufen, so die Tagesschau. Doch bei den Banken sind die Dispozinsen deutlich auf durchschnittlich 12 Prozent gestiegen, was die Gefahr einer Überschuldung erhöht. Insbesondere die Angebote der BNPL, die ohne Bonitätsprüfung in Anspruch genommen werden können, sind ein möglicher Einstieg in die Schuldenfalle, weshalb die neue Verbraucherkreditrichtlinie der EU eine Überprüfung vorschreiben wird.
70 Prozent der jüngeren Zielgruppen shoppen am Black Friday
Bei den über 50-Jährigen kaufen nur 49,2 Prozent an Aktionstagen wie dem Black Friday ein, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 70,3 Prozent und bei den unter 29-Jährigen 72,2 Prozent, so eine Trendstudie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft. Von den Kunden, die mindestens einmal pro Woche online einkaufen, schlagen mit 75,6 Prozent auch am Black Friday die meisten zu, während „Gelegenheits-Shopper“, die nur einmal im Quartal Waren in ihre digitalen Einkaufskörbe klicken, nur zu 39,9 Prozent an vorweihnachtlichen Sonderangeboten interessiert sind.
Kauflaune online wächst
Wie das deutsche Fintech-Unternehmen Riverty in einer Pressemitteilung berichtet, liegen die Warenkörbe der Deutschen bereits jetzt über dem Niveau der beiden Vorjahre und werden im Dezember noch weiter steigen. Der Durchschnittswert liegt bereits bei 77 Euro, während es 2021 nur 59 Euro und 2022 nur 69 Euro waren. Wie eine Umfrage des Unternehmens ergab, sucht fast jeder dritte Online-Shopper beim Bezahlvorgang aktiv nach BNPL-Lösungen, 2022 waren es nur 25 Prozent. Die Einkaufslisten haben sich kaum verändert: Sportartikel, Spielwaren und Elektronik stehen auch in diesem Jahr ganz oben auf.
Temu und Mail Alliance starten Partnerschaft
Während der Black Week übernimmt die deutsche Mail Alliance, ein Netzwerk privater Postdienstleister mit über 50.000 Zustellern, laut Pressemitteilung die logistische Abwicklung der E-Commerce-Aktivitäten des Fast-Fashion-Unternehmens Temu. Im Jahr 2024 soll die Zusammenarbeit auf die gesamte logistische Wertschöpfungskette von der letzten Meile bis zu den Retouren ausgeweitet werden.
Hessischer Einzelhandel erwartet reales Minus im Weihnachtsgeschäft
Der Handelsverband Hessen prognostiziert in einer Pressemitteilung für die Monate November und Dezember ein nominales Umsatzplus von 1,5 Prozent, was preisbereinigt einem Minus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz von 56,4 Mrd. Euro erwartet, was einem realen Minus von vier Prozent gleichkommt. Größtes Problem der Händler sind die um 15 bis 25 Prozent gestiegenen Betriebskosten. Zwei Drittel klagen über sinkende Margen, bei einem Drittel decken die Einnahmen die Kosten bereits nicht mehr.
Aldi Onlineshop arbeitet mit Actindo zusammen
Aldi E-Commerce, ein Joint Venture von Aldi Nord und Aldi Süd, wird künftig mit dem Münchner Start-up Actindo zusammenarbeiten, um eine Digital Operations Platform für den Aldi Onlineshop zu entwickeln, berichtet Munich-Start-Up.de. Eine Digital Operations Platform (DOP) kann modular und skalierbar alle Geschäftsprozesse erstellen, steuern, abbilden und überwachen sowie Arbeitsabläufe automatisieren und optimieren.
HANDEL INTERNATIONAL
Temu erweitert europäisches Liefernetzwerk
Neben der Zusammenarbeit mit Mailalliance in Deutschland erweitert die Low-Cost-Plattform Temu ihr Zustellnetz durch neue Partnerschaften in Italien, Spanien, Portugal und Österreich. In Italien heißt der Partner laut Ecommercenews.eu Poste Italiane, mit dem man PIN-gesteuerte Schließfächer, Abholung und Zustellung in lokalen Geschäften sowie Umweltstrategien entwickeln will. Auf der iberischen Halbinsel soll CTT Express mit seinen 64 Logistikzentren für eine schnellstmögliche Zustellung sorgen. Dienstleister in Österreich ist die Österreichische Post.
Der Vorteil einer Standortpartnerschaft? Eine Fläche, doppelter Nutzen.
Das Thema E-Mobilität ist das Thema der Stunde: In Deutschland sollen bis 2030 mindestens 15 MillionenE-Fahrzeuge auf die Straßen gebracht werden. Dieses Ziel kann nur mit einer stark ausgebauten Ladeinfrastruktur erreicht werden. An verkehrsgünstigen Orten wird deshalb in den nächsten Jahren verstärkt in Ladeinfrastruktur investiert werden. Mehr lesen
Streiks bei Amazon am Black Friday
Am Black Friday kam es zu Arbeitsniederlegungen in Amazon-Logistikzentren in Deutschland, Großbritannien und Italien, berichtet Newagebd.net. Allein in Coventry streikten 1.000 der 2.300 Beschäftigten für eine Lohnerhöhung von 12 auf 15 Pfund. In Deutschland gab es Streiks in Koblenz, Leipzig, Rheinberg, Dortmund und Bad Hersfeld. Die Gewerkschaft Verdi fordert, dass Amazon nicht nur einen Tarifvertrag abschließt, sondern auch die Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels anerkennt. In Italien beteiligten sich 60 Prozent der Beschäftigten am Firmensitz in Castel San Giovanni zwischen Piacenza und Mailand an den Aktionen. Am Montag, dem Cyber Monday, wollen die spanischen Amazon-Beschäftigten für eine Stunde die Arbeit niederlegen. Amazon betonte, dass die Auseinandersetzungen keinen Einfluss auf die Lieferzeiten für seine Kunden hätten.
Echtzeitdaten zur Black Week
Die Zahlungsplattform Stripe bietet einen Echtzeit-Einblick in die Zahlungsvorgänge rund um die Black Week. Beobachtet werden können: das aktuelle Zahlungsvolumen (mehr als 817 Mrd. Dollar im Jahr 2022), die Transaktionsgeschwindigkeit, die Währungsströme sowie die beliebtesten Zahlungsmethoden und Trends in den einzelnen Ländern. Stripe verarbeitet über seine API täglich mehr als 500 Millionen Anfragen.
Swisscommerce knackt die Hundert-Millionen-Marke
Swisscommerce hat offenbar die Umsatzmarke von 100 Mio. Franken geknackt, die laut Excitingcommerce.de bereits für 2019 angepeilt wurde. Möglich wurde dies durch die Übernahme von Astrosweden, die 28 Mio. Umsatz in die neue Muttergesellschaft einbrachte. Swisscommerce mit Sitz im schweizerischen Langenthal verfügt mittlerweile über 25 hochspezialisierte Shops wie Alega, Reitsport exklusiv, Medi-Dress, Schwesternuhr, Jagd1, My Lucky Dog oder Fischen.ch.
Stash nähert sich der Profitabilität
Der schweizerische Food-Lieferdienst Stash soll laut Konsider.ch bei einem Umsatz von fünf Millionen Franken operativ bereits schwarze Zahlen schreiben. Ein Grund für den Erfolg besteht vielleicht im Misserfolg der Konkurrenz; in der Schweiz haben Avec Now und Hey Migrolino ihr Geschäft eingestellt, Aldi Suisse die Liefergebiete um ein Drittel eingeschrumpft und auch Gorillas aus Deutschland hat seine Expansionspläne und die bereits gegründete Gesellschaft aufgegeben. Stash liefert momentan in Zürich und Luzern aus und plant eine weitere Kapitalerhöhung von einer Million Franken.
TRENDS & TECH
KI im Einsatz gegen „Veranda-Piraterie“
Die sogenannte „Porch Piracy“ – der Diebstahl von Paketen, die vor der Haustür oder auf der Veranda auf die Bewohner warten – verursacht laut Fastcompany.com in den USA einen Schaden von 20 Mrd. Dollar pro Jahr, denn 260 Mio. Pakete verschwinden auf diese Weise. Künftig soll den Käufern ein neuartiger Versandschutz helfen, der dank künstlicher Intelligenz die Reklamation gestohlener Artikel innerhalb von 90 Sekunden bearbeitet – statt wie bisher in durchschnittlich sechs Wochen. Er ist Teil einer Art „Verschuldensversicherung“, die beim Einkauf für rund 2 Prozent des Warenwertes abgeschlossen werden kann.
Fragmentierung bremst Wachstum – Retail Media-Markt braucht Einheitlichkeit
Das steile Wachstum des Retail Media ist zugleich seine größte Herausforderung: im fragmentierten Markt fehlen Standards und Transparenz. Das Commerce Media-Unternehmen Criteo gibt einen Überblick über Auswirkungen, nächste Schritte und technologische Lösungen für einen einheitlichen Markt und gemeinsames ungebremstes Wachstum. Mehr lesen
Fakeshop-Finder hat bereits über 50.000 Webseiten entlarvt
Gerade während des Vorweihnachtsgeschäfts steigt die Anzahl betrügerischer Onlineshops. Der Fakeshop-Finder, der laut Teltarif.de mittlerweile von den Verbraucherzentralen und den Verbraucherschutzressorts der Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt gemeinsam weiterentwickelt wird, hilft den Konsumenten, die Spreu vom Weizen zu trennen. Basierend auf einer KI, die Webseiten nach typischen Indizien von Fakeshops scannt – zum Beispiel ein fehlendes Impressum oder eine gefälschte Umsatzsteuer-ID – sowie Blacklists und Whitelists, werden die Ergebnisse als Ampel dargestellt. Bislang wurden 1,3 Millionen Webseiten überprüft und dabei über 50.000 Fakeshops entlarvt.
NACHHALTIGKEIT
Der Black Friday ist nicht nachhaltig
Die Aktionstage haben wirtschaftliche Schattenseiten wie geringe Gewinnspannen oder die Förderung von Spontankäufen: Laut FashionUnited werden 50 Prozent der am Black Friday gekauften Fashion-Artikel wieder zurückgeschickt. Um nachhaltiger und umweltfreundlicher zu wirtschaften, beteiligen sich Modeunternehmen zunehmend nicht mehr an der Rabattschlacht und gehen neue Wege. Die Recyclingmarke Ecoalf wirbt auf ihrer Website mit einem Banner: „Black Friday – 0 Prozent Rabatt, brechen Sie Ihre Gewohnheit, nicht den Planeten“. Die spanische Bekleidungsmarke Mutitaa wird ihre Preise am Black Friday nicht senken, sondern um 10 Euro erhöhen. Aus Protest gegen den Black Friday wurde 2017 in Schweden die Initiative Circular Monday ins Leben gerufen, die eine Datenbank mit derzeit 1.200 Unternehmen betreibt, die sich der Kreislaufwirtschaft verschrieben haben.