Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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die Redaktion von etailment.de.
HANDEL NATIONAL
Deutsche mögen Temu
Temu findet nach zwei Jahren starken Anklang bei deutschen Verbrauchern, zitiert Mobiflip.de eine Ipsos-Studie. Drei Viertel der Nutzer sähen einen deutlichen Mehrwert für ihr Geld, 69 Prozent planten gleichbleibende oder höhere Ausgaben auf der Plattform. Das spiegele das ausgeprägte Preisbewusstsein deutscher Online-Käufer wider: 73 Prozent bewerteten den Preis als wichtigstes Kaufkriterium, 65 Prozent verglichen regelmäßig vor dem Kauf. Seit letztem Jahr könnten europäische Händler über das „Local-to-Local“-Modell direkt auf der Plattform verkaufen, was künftig den Großteil des europäischen Umsatzes ausmachen solle.
Offline-Rückgabe wird zum Loyalitätsfaktor
Fast die Hälfte der deutschen Verbraucher wünscht sich Online-Käufe mit Offline-Rückgabe-Möglichkeit, zeigt laut Pressemitteilung der neue Adyen Index 2025. Trotz E-Commerce-Boom bleibe aber der stationäre Handel zentral – 44 Prozent bevorzugen eine ausgewogene Online-Offline-Nutzung. Als wichtigste Wünsche nannten deutsche Konsumenten unkomplizierte Rückgaben und nachhaltige Verpackungen. Bislang böten jedoch nur 42 Prozent der heimischen Unternehmen übergreifende Services an, obwohl drei Viertel über die technischen Voraussetzungen verfügten.
DHL und Shopify vereinfachen grenzüberschreitenden Versand
DHL und Shopify starten laut Pressemitteilung eine Zusammenarbeit, die Online-Händlern den internationalen Versand vereinfachen soll. Die sogenannte „Delivered Duty Paid“-Option schützt dabei Verbraucher vor unerwarteten Zollgebühren, da sie eine Garantie darstelle, dass teilnehmende Shopify-Händler alle anfallenden Kosten und Formalitäten vorab übernommen haben. Auch die Händler vermieden so Überraschungen. Die Integration sei zunächst in Deutschland und den USA verfügbar und werde schrittweise auf weitere Märkte in Europa, Amerika und Asien ausgeweitet.
Gigabit-Kluft: Berliner Firmen digital am besten vernetzt
Berliner Unternehmen surfen am schnellsten durchs Netz – 98 Prozent verfügen über Gigabit-Anschlüsse, wie eine Hostinger-Analyse zeigt. München (95 Prozent) und Hamburg (95 Prozent) folgen dicht dahinter, während das Ruhrgebiet digital stockt. In Duisburg kämpfen sich nur 65 Prozent der Firmen mit Gigabit-Tempo durch die Datenflut, Dortmund erreicht magere 71 Prozent. Diese digitale Zwei-Klassen-Gesellschaft bremse Innovationen aus, warnen Experten, Mittelständler benötigten mindestens ein Gigabit für Cloud-Dienste und Videokonferenzen.
Auf der Suche nach den Funklöchern
Bund, Länder und Kommunen starten eine Mobilfunk-Messwoche zur Erfassung deutscher Funklöcher, berichtet Spiegel.de. Smartphone-Nutzer sollen bis zum 1. Juni per kostenloser Breitbandmessungs-App bei der Datensammlung helfen. Die Bundesnetzagentur bezeichne 14 Prozent der Landesfläche als „graue Flecken“ mit lückenhafter Netzabdeckung, 2,1 Prozent seien sogar komplette „weiße Flecken“ ohne moderne Funknetze. Teilnehmer müssten die Funktion „Funklöcher erfassen“ aktivieren, die nur minimale Daten verbrauche. Für Online-Händler bedeutet eine bessere Netzabdeckung, dass ihre Angebote überall erreichbar sind.
HANDEL INTERNATIONAL
Österreich: Hochzeiten trotzen dem Online-Handel
Das Heiraten erweist sich als Bollwerk gegen die Digitalisierung des Handels, belegt eine Studie des Österreichischen Handelsverbandes. Während der Online-Handel in vielen Bereichen boomt, kauften nur zwölf Prozent der Bräute ihr Kleid im Netz – 71 Prozent vertrauten auf stationäre Geschäfte. Bei Herrenanzügen lag der Online-Anteil mit 17 Prozent ebenfalls deutlich unter dem E-Commerce-Durchschnitt und auch nur 13 Prozent der Gäste shoppen ihre Geschenke digital. Die emotionale Komponente und das Bedürfnis nach persönlicher Beratung ließen Brautpaare mehrheitlich klassische Fachgeschäfte bevorzugen.
EU & Shein: Ultimatum wegen Verbraucherschutz-Verstößen
Die EU-Kommission stellt laut Heise.de Fast-Fashion-Riese Shein wegen Verstößen gegen europäisches Verbraucherrecht zur Rede. Die Behörden hätten irreführende Verkaufspraktiken festgestellt, darunter Scheinrabatte ohne echte Preisgrundlage und manipulative Designs, die Käufer unter künstlichen Zeitdruck setzten. Zusätzlich kritisieren sie unvollständige Rückgabeinformationen, täuschende Nachhaltigkeitsbehauptungen und fehlende Kontaktdaten. Shein habe nun einen Monat Zeit für eine Stellungnahme, andernfalls drohten Geldbußen.
Alibaba: 40 Mio. Eilbestellungen täglich nach Monatsstart
Alibaba durchbricht bei täglichen Bestellungen mit seinem neuen „Taobao Instant Commerce“-Portal die 40-Millionen-Marke – nur einen Monat nach dem Start, berichtet Reuters.com. Das Portal verspreche Lieferungen binnen 60 Minuten und integriere Händler des Lieferdienstes Ele.me in die Haupt-Shopping-App Taobao. Der Vorstoß spiegle einen breiteren Trend wider, bei dem chinesische Online-Plattformen Milliarden in den sogenannten „Instant Retail“ investierten, um das Tempo im E-Commerce weiter zu beschleunigen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Twilio automatisiert Kundenkommunikation in Echtzeit
Der amerikanische Cloud-Kommunikationsanbieter Twilio hat laut Pressemitteilung neue Tools für automatisierte Kundenkommunikation vorgestellt. Die sogenannten „Event-Triggered Journeys“ würden in Echtzeit automatisiert auf Kundenverhalten reagieren – etwa wenn jemand seinen Einkaufswagen abbricht oder eine Produktseite besucht. Das System sammle dabei automatisch alle wichtigen Informationen: welche Artikel im Warenkorb lagen, deren Preise und ob Rabatte verfügbar seien. Online-Händler könnten so passende Nachrichten versenden, ohne manuell nachforschen zu müssen.
UN-Studie warnt: KI gefährdet vor allem Frauenarbeitsplätze
Eine UN-Studie der Internationalen Arbeitsorganisation zeigt laut T3N.de dramatische Geschlechterunterschiede bei KI-Jobrisiken. In Deutschland und den USA seien bis zu 9,6 Prozent der weiblichen Beschäftigten gefährdet, während nur 3,5 Prozent der Männer betroffen wären. Der Grund liege in den Tätigkeitsfeldern: Frauen arbeiteten überdurchschnittlich oft in automatisierbaren Bereichen wie Verwaltung, Assistenz oder Dateneingabe. Die Analyse basiere auf über 52.000 untersuchten Aufgaben aus verschiedenen Berufsfeldern und nutze vier „Expositionsgrade“ zur Risikobewertung.
Copilot & Co: Amazon spart 4.500 Entwickler-Jahre
Amazon dränge seine Ingenieure verstärkt zur Nutzung von AI-Tools wie Copilot und erwarte von Teams, mit etwa der Hälfte des Personals gleiche Code-Mengen zu produzieren, berichtet Deepnewz.com. Die KI-Assistenten hätten den Output um über 25 Prozent gesteigert und dem Konzern das Äquivalent von 4.500 Entwickler-Jahren gespart. Die Arbeit werde routinierter und schneller getaktet, berichten Ingenieure, doch viele klagten über weniger Zeit für durchdachte Arbeit und sorgten sich um begrenzte Entwicklungschancen für Nachwuchskräfte.