
Myflexbox + Amazon, Uber, Trade Republic, SAP, Galaxus, China, Shopee, Nike Digital, Google Maps, KI-Agenten, Cloud-Ausfall
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von Etailment.de.
David WöllensteinRedakteur+++Anzeige+++
NRF 2026: Retail’s Big Show Europe Programm und Höhepunkte
Die NRF 2026: Retail’s Big Show Europe kehrt vom 15. bis 17. September 2026 nach Paris zurück und verspricht drei Tage voller Innovation, Diskussionen, Begegnungen und Inspiration. Die Veranstaltung findet in der Paris Expo Porte de Versailles statt und dauert genau diesen Zeitraum. Mehr
HANDEL NATIONAL
Myflexbox öffnet Amazon die SchließfachtürAmazon kooperiert künftig mit dem Paketstationsbetreiber Myflexbox und bietet seinen Kundinnen und Kunden eine weitere Abholoption in Deutschland, berichtet Haendlerbund.de. Anders als bei den DHL-Packstationen setze Myflexbox auf ein anbieteroffenes Prinzip, das auch UPS, DPD, GLS und FedEx nutzten. Das Netzwerk umfasse nach eigenen Angaben über 2.300 rund um die Uhr zugängliche Stationen in mehr als 800 Städten und Gemeinden in Deutschland und Österreich.
Uber stoppt Europa-Pläne für Delivery Hero
Uber hat den Großteil seiner geplanten Uber-Eats-Expansion in Europa gestoppt, berichtet Wiwo.de unter Berufung auf die „Financial Times“. Grund sei die angestrebte Übernahme des deutschen Rivalen Delivery Hero. In fünf der sieben anvisierten Länder – Österreich, Norwegen, Griechenland, Tschechien und Rumänien – entfalle der Markteintritt. Den bereits erfolgten Start in Finnland und Dänemark werte Uber jedoch als Erfolg.
Trade Republic passt sich EU-Verbot an
Der Berliner Online-Broker Trade Republic stellt seinen Aktienhandel grundlegend um, meldet N.tv.de. Grund sei das neue EU-Verbot von „Payment for Order Flow“ – der Praxis, bei der Broker fürs Weiterleiten von Kundenorders an bestimmte Handelspartner bezahlt wurden, was Brüssel als Nachteil für Kleinanleger wertete. Statt eines einzigen Handelsplatzes biete Trade Republic künftig Preise von 30 Börsen weltweit; ein Algorithmus wähle automatisch den günstigsten. Die einfache Order koste weiter einen Euro, eine selbst gewählte Börse zwei.
SAP geizt für die KI
SAP kürzt bei Neueinstellungen, Dienstreisen und externen Ausgaben, um den KI-Ausbau zu finanzieren, meldet Heise.de. Künftig würden fast nur noch zentrale KI-Rollen besetzt, Reisen ohne KI-Bezug ruhten, auch bei Lieferanten prüfe man Einsparungen. Die verfolgte Vision, durch KI ein autonomes Unternehmen zu werden, habe bei der Kundschaft bislang nur bedingt gezündet. Auch intern bröckele der Rückhalt: Nur noch 54 Prozent der Angestellten würden dem Vorstand vertrauen.
HANDEL INTERNATIONAL
Galaxus schnappt sich die Schweizer Online-Krone zurück
Galaxus ist mit 2.300 Mio. Franken Umsatz die neue Nummer eins im Schweizer Online-Handel und zieht wieder an Zalando vorbei, so das neue Carpathia Commerce Update. Der Vorsprung betrage knapp 500 Mio. Franken. Erstmals gebe es an der Spitze vier Milliardenshops, nachdem Temu mit 1.000 Mio. Franken auf Platz vier vorgestoßen sei. Die ersten sechs Ränge belegten ausschließlich Marktplätze. Das gesamte Marktwachstum von zusammen 950 Mio. Franken entfalle nur auf Galaxus und Temu.
China will sein E-Commerce-Gesetz deutlich ausweiten, meldet IT-Boltwise.de. Künftig sollen nicht mehr nur Plattformen und Händler in den Geltungsbereich fallen, sondern auch Zahlungsdienstleister, Fulfillment- und Software-Anbieter. Compliance werde damit zur dauerhaften Betriebsfunktion. Wie der EU-Digital-Services-Act gezeigt habe, zögen Transparenzpflichten spürbare Betriebskosten nach sich. Das träfe kleine Anbieter härter, während größere Firmen ihre Compliance-Teams schneller skalieren könnten. Zu erwarten sei in Folge eine Markt-Konsolidisierung.
Shopee umgarnt Thailands KMUs
Shopee sagt Thailands kleinen und mittleren Unternehmen über 500 Mio. Baht (rund 13 Mio. Euro) an Unterstützung zu, meldet Bangkokpost.com. Rund 1,2 Mio. Verkäufer seien berechtigt. Sie erhielten Gebührenerlasse für die ersten zehn Bestellungen monatlich, ermäßigte Sätze von 0,5 bis 1,5 Prozent sowie Gratisversand-Gutscheine. Die Registrierung laufe vom 6. bis 10. Juli, die Förderung über ein halbes Jahr.
Nike Digital rutscht das zehnte Quartal in Folge ab
Nikes Digitalgeschäft schrumpfte im vierten Quartal des Fiskaljahres 2026 das zehnte Mal in Folge, meldet Digitalcommerce360.com. Der Online-Umsatz sei um zwölf Prozent gefallen, das Direktgeschäft um sieben Prozent auf 4,1 Mrd. Dollar. Alle Regionen hätten nachgegeben; in China mache das Minus 25 Prozent aus, in Europa, Nahost und Afrika 24 Prozent. Trost spende allein das B2B-Business mit vier Prozent Plus.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Google Maps will wissen, worauf du Hunger hast
Google Maps könnte bald Essensbestellungen direkt in der App ermöglichen, wie Techradar.com berichtet. Die Entwickler von Android Authority hätten im Code der neuesten Android-Version Textbausteine wie „Ask Maps to Order Food“ entdeckt. Die Funktion knüpfe wahrscheinlich an das Gemini-gestützte „Ask Maps“ an und nutze dessen agentische Fähigkeiten fürs Bestellen. Denkbar sei eine Kooperation mit Uber Eats und Doordash, statt deren Verdrängung. Auch, wie viel Autonomie die KI erhalten werde, bleibe offen.
In 62 Prozent der deutschen Unternehmen arbeiten bereits mit autonomen KI-Agenten, meldet Golem.de. Doch 48 Prozent der Führungskräfte räumen ein, dass diese Nutzung in ihrem Bereich weder ausdrücklich genehmigt noch geregelt sei. So könnten auch sensible Daten unbeaufsichtigt durch die „Schatten-KI“ abwandern. Verschärfend wirke der Mensch: 64 Prozent sparten gegen besseres Wissen an der Sicherheit, wenn sie unter Zeitdruck oder Überlastung litten oder zu viel abgelenkt würden.
Cloud-Ausfall: Nach drei Tagen ist Schluss
Ein längerer Cloud-Ausfall würde 46 Prozent der deutschen Unternehmen früher oder später zur Betriebsaufgabe zwingen, meldet Bitkom.org. Neun Prozent, so der Digitalverband, stünden im Moment des Ausfalls sofort still, während ein Fünftel über 48 Stunden durchhielte – im Schnitt reiche der Puffer für rund drei Tage. Die repräsentative Befragung zeige aber auch Vorsorge: 82 Prozent hätten Notfallpläne, drei Viertel sicherten Daten außerhalb der Wolke. Gravierende Ausfälle erlebten zuletzt 28 Prozent der Cloud-Nutzer.
NACHHALTIGKEIT
Rechenzentren treiben Amazons Emissionen auf Rekordhoch
Amazons CO2-Emissionen stiegen 2025 um 16 Prozent auf 80,85 Mio. Tonnen – der größte Jahressprung seit Messbeginn, meldet Golem.de. Grund sei der Rechenzentrumsausbau, der die strombedingten Emissionen um 34 Prozent nach oben trieb. Pro Dollar Umsatz stoße Amazon nun drei Prozent mehr CO2 aus; die Emissionen wüchsen also schneller als das Geschäft. Zwar decke der Konzern seinen Strombedarf das dritte Jahr rechnerisch komplett mit Ökostrom. doch dahinter stecke eine globale Verrechnung, kein sauberer Strom zur jeweiligen Stunde am jeweiligen Ort.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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