3D-Illustration zu Mode-Handel, Rabattplattformen, Inflation und smartem Einkaufen im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Zalando, ProSiebenSat1, Temu + Shein, Inflation, Amazon, Niceshops, Meta, Health AI, Drapers Online, B2B-Käufer, Gen Z + KI

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
Teilen

HANDEL NATIONAL

Zalando meldet 12,3 Mrd. Euro Umsatz und kauft Aktien zurück
Zalando steigerte seinen Umsatz 2025 um 16,8 Prozent auf 12,3 Mrd. Euro, das bereinigte Ebit kletterte um 15,6 Prozent auf 591 Mio. Euro, meldet das Unternehmen. Die Zahl aktiver Kunden habe mit 62 Mio. einen neuen Höchststand erreicht. Dank der About-You-Übernahme wolle der Konzern das Synergieziel von 100 Mio. Euro bereits 2028 erreichen, ein Jahr früher als geplant. Für 2026 rechne Zalando mit einem Ebit von 660 bis 740 Mio. Euro und kündige ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Mio. Euro an.

ProSiebenSat1 verkauft Digital-Portfolio, behält aber die Cashcows
ProSiebenSat1 stellt große Teile seines Digital-Portfolios zum Verkauf, berichtet Reuters.com. Die profitable Dating-Plattform ParshipMeet und der Beauty-Händler Flaconi blieben vorerst im Konzern. ParshipMeets gedrückte Bewertung mache einen Verkauf unattraktiv. Auf der Verkaufsliste stünden dagegen die Schnäppchen-App Marktguru, Billiger-Mietwagen.de und Jochen Schweizer Mydays. Der von der Berlusconi-Familie kontrollierte Sender wolle sich auf das TV-Kerngeschäft zurückstutzen, um Schulden abzubauen. Die Gewinnprognose für 2025 habe ProSieben bereits mehrfach gesenkt.

Temu und Shein: Bauchgefühl sagt nein, der Warenkorb ja
Obwohl die Mehrheit der deutschen Konsumenten den Asia-Plattformen misstraut, habe mehr als ein Drittel bereits bei Temu bestellt und jeder Fünfte bei Shein, so eine neue ECC CLUB Studie des IFH Köln. Besonders bei körpernahen Produkten wie Kosmetik, Lebensmitteln oder Babyartikeln seien die Sicherheitsbedenken bei rund 90 Prozent enorm hoch. 28 Prozent der Befragten sähen bei Temu dennoch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Vertrauen wachse sogar leicht: 16 Prozent gäben an, Temu heute stärker zu vertrauen als noch vor einigen Jahren, getrieben vor allem durch eigene Erfahrungen und Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld.

Günstigere Lebensmittel drücken Inflation auf 1,9 Prozent
Die Inflationsrate in Deutschland sank im Februar auf 1,9 Prozent, berichtet das Statistische Bundesamt. Vor allem günstigere Lebensmittel hätten den Preisanstieg gebremst, während Dienstleistungen sich weiter verteuerten. Energie kostete 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr: Strom und Gas fielen dank staatlicher Entlastungen um mehr als vier Prozent. Die Kriegshandlungen im Iran seit Ende Februar schlugen sich noch nicht in den Daten nieder.


HANDEL INTERNATIONAL


Amazons KI kauft für Kunden in fremden Shops
Amazon weitet in den USA sein Programm „Shop Direct“ auf weitere Online-Händler aus, berichtet Techcrunch.com. Über Produktfeeds von Feedonomics, Salsify und Cedcommerce erschienen nun auch Artikel externer Händler in den Amazon-Suchergebnissen und beim KI-Assistenten Rufus. Mit der Funktion „Buy for Me“ übernehme ein KI-Agent den kompletten Kaufvorgang auf der Website des Fremdhändlers. Kunden müssten nur noch die Bestelldetails bestätigen. Teilnehmende Händler profitierten so zwar von Amazons Reichweite, aber lieferten dem Konzern im Gegenzug wertvolle Marktdaten über Trends, Preise und Sortimente.

Niceshops meldet Rekordumsatz
Das steirische E-Commerce-Unternehmen Niceshops hat das erfolgreichste Geschäftsjahr seiner Geschichte abgeschlossen, berichtet ORF.at. Der Umsatz sei, trotz des schwächelnden europäischen Online-Handels, um 20 Prozent auf 169 Mio. Euro gestiegen. Bei einer Exportquote von 88 Prozent habe das Unternehmen zwei Mio. Pakete in 80 Länder verschickt. Für dieses Jahr plane Niceshops rund 50 neue Stellen und den Ausbau seiner Logistik- und Technologiedienste für Partnerunternehmen.

Meta verschärft Plattform-Kontrollen mit KI
Meta setzt künftig KI-gestützte Werkzeuge ein, um Marken- und Promi-Imitatoren sowie betrügerische Links auf seinen Plattformen aufzuspüren, berichtet Engadget.com. Facebook, Whatsapp und Messenger erhielten neue Warnhinweise bei verdächtigen Kontaktanfragen. Der Konzern habe 2024 geschätzt, dass betrügerische oder verbotene Werbung rund zehn Prozent seines Jahresumsatzes ausgemacht haben könnte. Allein 2025 habe Meta deswegen 159 Mio. Scam-Anzeigen entfernt und 10,9 Mio. verknüpfte Konten gesperrt.

Amazon verknüpft Gesundheitsdaten, Telemedizin und Prime-Abo
Amazon integriert mit „Health AI“ einen KI-gestützten Gesundheitsassistenten in seine US-Plattform, berichtet Retail-News.de. Das System verarbeite nach Zustimmung individuelle Gesundheitsdaten, erkläre Laborwerte, erkenne Medikamentenwechselwirkungen und buche Arzttermine über One Medical. Prime-Mitglieder erhielten bis zu fünf kostenlose Arztbesuche im Gegenwert von 145 Dollar sowie das One-Medical-Abonnement für 99 statt 199 Dollar. Gesundheit werde damit zum Baustein von Prime: Streaming, Versand und nun auch Sprechstunden.

Drapers Online macht 68.000 Artikel per KI durchsuchbar
Das britische Fashion-Fachmedium Drapers hat mit „Ask Drapers“ ein KI-gestütztes Recherchetool gestartet. Das Werkzeug durchsuche ausschließlich das hauseigene Archiv mit mehr als 68.000 redaktionell geprüften Artikeln und fasse die Ergebnisse zusammen. Statt auf externes Webwissen zu setzen, speise sich die KI nur aus eigenem Journalismus – von Handelsstrategien über Konsumtrends bis zu Lieferketten.

Jeder dritte Online-Käufer in der EU hat Probleme
35,4 Prozent der Online-Käufer in der EU stoßen beim Einkauf über Websites oder Apps auf Probleme, so eine Eurostat-Erhebung. Spitzenreiter seien Malta mit 64 Prozent, die Niederlande und Luxemburg; in Portugal meldeten dagegen nur 4,5 Prozent Schwierigkeiten. Als häufigstes Ärgernis nenne fast jeder fünfte Käufer verspätete Lieferungen. Holprige Website-Bedienung und fehlerhafte oder beschädigte Ware folgten auf den Plätzen zwei und drei.


Kollege schlägt Chatbot: B2B-Käufer setzen auf Erfahrung
73 Prozent der B2B-Entscheider vertrauen bei Kaufentscheidungen am meisten auf Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld, zitiert Searchenginejournal.com eine Umfrage von Reddit und Surveymonkey. KI-Chatbots landeten mit 39 Prozent weit abgeschlagen im hinteren Feld, knapp vor sozialen Medien. Die häufigsten Kritikpunkte seien ungenaue und widersprüchliche Antworten. Die wertvollste Form des Contents seien echte Nutzererfahrungen, Whitepaper bildeten das Schlusslicht. 83 Prozent der Befragten recherchierten lieber erst eigenständig, bevor sie mit jemandem vom Vertriebsteam sprechen würden.

Jede zwanzigste Bestellung fliegt zu Unrecht raus
Jede zwanzigste Online-Bestellung wird fälschlich als Betrug abgelehnt, was sich branchenweit auf einen Schaden von 50 Mrd. Dollar summiert, berichtet Pymnts.com. 85 Prozent der Online-Händler sähen ihre größte Herausforderung darin, Betrug zu bekämpfen, ohne zahlende Kundschaft zu vergraulen. Die Antwort heiße „Fraud Orchestration“: eine zentrale Steuerungsebene, die Risiko-Tools, Identifikationssysteme und Zahlungsschnittstellen in Echtzeit verknüpfe. 53 Prozent der US-Finanzinstitute würden solche Systeme bereits einsetzen.

Gen Z: Fleißige KI-Nutzer mit schlechtem Gewissen
Die Generation Z nutzt KI zwar intensiv, doch mit wachsendem Unbehagen, berichtet Manager-Magazin.de. 74 Prozent benutzten Chatbots jeden Monat als Arbeits- und Recherchewerkzeug, aber nicht als „digitalen Kumpel“. Gleichzeitig fürchteten 79 Prozent, KI mache sie bequemer, 62 Prozent sorgten sich um ihre Intelligenz und 68 Prozent befürchteten, so eigene kognitive Fähigkeiten zu verlernen. Eine Minderheit der Befragten sehe auch das Potenzial der KI, um beispielsweise neue Perspektiven zu gewinnen oder komplexe Probleme zu zerlegen.
Teilen
David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.