Achtung, Handel! #02 – Pascal Beij, CCO Unzer GmbH

Achtung, Handel! – Der Podcast von etailment

Achtung, Handel! #02 – Pascal Beij, CCO Unzer GmbH

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Achtung, Handel! #02 – Pascal Beij, CCO Unzer GmbH

Unzer-CCO Pascal Beij über Wallets, landestypische Bezahlmethoden und mehr Umsatz durch „Unified Commerce“.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
31:40· Aktualisiert am
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Über diese Folge

Wer sich im Einzelhandel behaupten will, muss im Laden und online die Zahlung per Wallet ermöglichen — davon ist Pascal Beij überzeugt, Chief Commercial Officer bei Unzer. Entscheidend sei, traditionelle landestypische Bezahlmethoden wie Kauf auf Rechnung oder Girocard beizubehalten und zugleich mobile Zahlungslösungen anzubieten. Warum die Schweiz es mit Twint besser gemacht hat als Deutschland mit Giropay, was wir von Alipay und WeChat lernen können und wie „Unified Commerce“ Händler zu mehr Umsatz führt, erläutert Beij in dieser Folge.

Diese Folge stammt aus dem Podcast „Achtung, Handel!“ von etailment. Die vollständige Episode hören Sie im Player oben oder direkt auf SoundCloud.

Automatisch erstelltes Transkript (KI) — kann Erkennungsfehler enthalten.

Guten Tag und herzlich willkommen zu Achtung Handel, dem Podcast vom Magazin derhandel und e-tailment.de. Mein Name ist Björn Böhr und als Gast begrüße ich heute Pascal Bay, den Chief Commercial Officer beim Zahlungsdienstleister UNSER. Hallo Pascal. Hallo Björn. Bevor wir gleich tief in die Welt des Zahlungsverkehrs einsteigen, erstmal ein paar Worte zu dir.

Du bist seit gut anderthalb Jahren COO bei UNSER und verantwortlich für die Geschäftsentwicklung, Strategie, Vertrieb und Marketing. Du hast also die mehr als 85.000 Händler in Europa im Blick, die euch vertrauen und bei euch angeschlossen sind und du sollst bei UNSER vor allem das digitale und stationäre Einkaufserlebnis miteinander vernetzen und den Unified Commerce vorantreiben. Was das ist, dazu gleich mehr. Vorher hattest du bei Planet gearbeitet, ebenfalls ein Zahlungsdienstleister, dort als Senior VP das ganze Geschäft in Zentraleuropa geführt und bist insgesamt schon seit mehr als zwei Jahrzehnten im Bereich Finanzdienstleistungen unterwegs. Jetzt wollen wir von dir natürlich noch ein bisschen wissen, was den Menschen Pascal ausmacht.

Du wohnst in der Metropolregion München, habe ich gelesen. Ja, das stimmt. Erstmal hast du alles sehr gut aufgelistet, gutes Research gemacht. Ja, ich wohne in München. Unser Headquarter der Firma ist aber in Berlin.

Bin relativ viel unterwegs. Wir haben mehrere Standorte, sowohl in Deutschland als auch in Dänemark, als auch in Österreich und auch Luxemburg. Bin geburtiger Holländer, habe bis mein 18. Lebensjahr dort gewohnt, aus Maastricht. Habe in Amerika studiert und seitdem eigentlich immer von Deutschland aus gearbeitet.

Kommen wir noch kurz zu deinen Hobbys. Du kannst ja nicht nur arbeiten. Ich las, in den USA warst du Team-Captain-Versity-Tennis-Team. Machst du das heute noch? Ja, genau.

Ich versuche heute noch einigermaßen, versuche die Kugel zu treffen, wie man so schön sagt. Ja, spiele heute noch ein bisschen Tennis. Wünsche, es wäre mehr. Aber spiele noch teilweise für eine Mannschaft in München. Ich mache grundsätzlich relativ viel Sport.

Super wichtig für mich, um auch meinen Job zu machen zu können. Brauche ich auch meinen Ausdauersport oder meinen Sport. Sonst bin ich nicht ausgewogen. Und das brauche ich. Reise gerne und verbringe natürlich wahnsinnig gerne viel Zeit mit meine Kinder.

Und wenn du dann am Wochenende die normalen Haushalts- und Familienpflichten übernimmst, wo kaufst du dann Samstagmorgens ein? Samstagmorgens einkaufen, würde ich sagen, das mache ich tatsächlich im stationären Handel. Der Supermarkt bleibt irgendwie bei mir, wobei ich auch, bis sie eingestellt worden ist, bei Gorillas relativ viel bestellt habe. Die gibt es ja leider nicht mehr in Deutschland. Wurden übernommen und leider zugemacht.

Bin natürlich ein großer Fan vom Online-Shopping. Aber wenn es um so Gemüse, Obst geht, dann doch nach wie vor viel in den Supermarkt. Aber ich versuche eigentlich auch, den lokalen Handel zu unterstützen, ehrlich gesagt. Also der Metzger oder der Gemüsehändler oder der Markt. München natürlich sehr schön, die waren im Markt, wo man sehr schön einkaufen kann.

Das mache ich eigentlich auch ganz gerne und weil es auch einen Teil der Erfahrung mit sich bringt. Irgendwie ist es eine schöne Erfahrung, so auch einzukaufen. Und dann hast du natürlich auch den direkten Kontakt zu deinen Kunden und kannst genau schauen, wo ist bei denen der Schuh drückt. Und eins der Themen, die die Händler umtreibt, ist dieses Zauberford Unified Commerce. Das heißt auch die Vernetzung ihres stationären Geschäfts mit dem Digitalen.

Und das hast du dir besonders bei deinem Antritt vor anderthalb Jahren auf die Fahnen geschrieben, da in Deutschland dieses Einkaufserlebnis voranzutreiben. Was ist das denn genau, dieses intuitive und nahtlose Einkaufserlebnis? Ja, Unified Commerce ist ein bisschen, wie nennt man das, verdenglischt das Wort. Aber es ist tatsächlich, wie schaffe ich es, ein nahtloses Einkaufserlebnis zu schaffen für den Konsumenten. Und das schaffe ich in unserem Bereich.

Also wir sind nicht nur Zahlungsdienstleister, sondern wir haben auch eine eigene Software-Produktpalette. Wir bieten Kassenlösungen an für sowohl den Gastro-Bereich als auch Dienstleistungsgewerbe, also auch den Handel. Und das verknüpfen wir. Das heißt, dass ein Kunde bei uns kann sowohl Kassendienstleistungen als auch weitere Software-Komponente, wie zum Beispiel Reservierungssoftware, kann er bei uns beziehen. Das ist alles verknüpft mit den stationären, wie man sie kennt, Zahlungsgeräte, Zahlungsterminals.

Und auch damit verknüpft sind die Online-Checkout-Bezahlmethoden. Das heißt, der Händler hat zu jeder Zeit, in Echtzeit, einen Überblick über seine Daten, über seine Orders, also seine Bestellungen, weil er hat ja auch das Kassensystem von uns. Und das ist auch nicht der große Unterschied zwischen Omnichannel, was man ja auch so gerne hört seit Jahren, und Unified Commerce. Omnichannel ist eigentlich, ich bediene in jedem Kanal meinen Kunde so gut, wie es geht. Unified Commerce ist aber, ich vernetze die Daten und sorge wirklich dafür, dass der Kunde, egal wo er shoppt, einkauft, egal wann er einkauft, eigentlich immer die beste Zahlungsmethode offeriert bekommt.

Und der Händler kann immer zu jeder Zeit schauen, wo der Kunde einkauft, mit welcher Zahlungsmethode und wie die Transaktionen laufen. Wo ist genau der Vorteil für den Endkunden? Ich komme jetzt zu meinem kleinen Technik-Elektrogerät, Händler in der mittelgroßen Stadt. Habe vorher möglicherweise geguckt in seinem Webshop, was er am Lager hat. Brauche eine kleine Box vielleicht für die nächste Gartenparty, wenn der Sommer dann doch mal kommt.

Und gehe hin. Wo ist das Nahtlose? Jetzt hat er zum Beispiel, ich nehme mal das Beispiel jetzt, online hat er was gekauft und merkt, hm, ist nicht das Richtige, ich brauche Beratung, ich gehe zum Laden, in den Shop rein, nimmt das, was er gekauft hat, mit und gibt das zurück. Jetzt bekommt er natürlich sein Geld zurück. Jetzt muss ich natürlich dafür sorgen, dass er sein Geld auf dem Zahlungsmittel wieder zurückbekommt, als das, was er auch benutzt hat beim Online-Einkauf.

Weil sonst haben wir ein Geldwäschethema. Das ist zum Beispiel so ein nahtloses Erlebnis, dass ich kaufe was online ein. Ich kann es offline im Laden zurückgeben und kriege mein Geld genau auf dem Zahlungsmittel wieder zurück. Oder muss ich als das, was ich benutzt habe beim Online-Einkauf. Und kann dann weiterhin natürlich im stationären Handel einkaufen, mit egal welches Zahlungsmittel.

Nun würde man sich ja vorstellen, dass alle Zahlungsdienstleister dieses Erlebnis begriffen haben, das anbieten wollen. Wo unterscheidet ihr euch zu euren Wettbewerbern? Das Ganze ist nicht so trivial. Also klassischerweise gibt es Zahlungsdienstleister, die kommen eher aus dem stationären Bereich oder die kommen eher aus dem Online-Bereich. Und wir haben in unser Setup, in unserer Struktur, initial haben wir einiges an Firmen gekauft, um eben dieses komplettes Ökosystem abzubilden.

Und haben darauf eine neue Plattform gebaut. Das nennt sich UnserOne, was tatsächlich alle Zahlungsmittel im stationären Bereich als auch im Online-Bereich verknüpft verbindet. Und dementsprechend ist eigentlich für jeglichen Bereich die präferierte Zahlungsmethode vorhanden. Um ein Beispiel zu geben, wenn ich in Deutschland im Online-Handel tätig bin, dann sollte ich auf jeden Fall den Rechnungskauf anbieten, weil das nach wie vor zusammen mit PayPal die beliebeste Zahlungsmethode ist. Das ist ein typisch deutsches oder Deutschland, Österreich, Schweiz Einkaufserlebnis, der Rechnungskauf.

Der kommt ursprünglich aus dem Versandhandel von Otto, hat sich aber durchgesetzt, weitergesetzt im Online-Bereich. Das musst du haben als Zahlungsdienstleister. Im stationären Bereich ist auch ein typisch deutsches Zahlungsmittel die Girokarte. Wenn ich jetzt keine Girokarte habe oder nicht offerieren kann, habe ich ein Problem. Und wir haben eben in unserer Produktpalette alle relevante Zahlungsmethoden, die man offerieren muss, damit der Kunde, der Konsument eigentlich alle Optionen hat, das Zahlungsmittel zu benutzen, was ihm am besten liegt, online oder stationär.

Wenn ihr alles anbietet, was da überhaupt möglich ist, dann hat das sicherlich auch seinen Preis. Was kostet denn das, wenn ich jetzt Schuhhändler bin in der mittelgroßen Stadt und bei euch, glaube ich, den richtigen gefunden zu haben, um ein für alle Mal meine Ruhe zu haben. Mit all den Anforderungen, so ein One-Stop-Shopping, hier wird mir geholfen. Was muss ich da kalkulieren? Ja, das kann man so pauschal nicht sagen.

Das kommt ganz darauf an, ehrlich gesagt, welche Zahlungsmethoden benutzt werden, weil es gibt unterschiedliche Preiskomponente. Und es kommt ganz darauf an, natürlich auf dem Profil auch des Kunden und auf das Volumen des Kunden. Ja, wir reden hier im Prozentbereich, aber es wäre zu pauschal für mich, um zu sagen, hey, es wäre eins oder zwei Prozent oder es wäre so viele Basispunkte. Das kommt tatsächlich auf die Situation des Händlers an, wie viele Terminals er hat, welche Zahlart benutzt wird online und vor allem, wie viel Volumen er macht. Aber es kommt natürlich on top zu dem, was ich für meine Kreditkartenanbieter eh schon abdrücken muss.

Nö, das kommt nicht on top, das ist halt das, was man für die Kreditkartenanbieter ja zahlt. Das ist eine Komponente von einem Zahlungsdienstleister. Ja klar, es gibt ja bei den Kreditkarten, gibt es ja die berühmte Interchange, die man natürlich zahlen muss, die letztendlich die Bank dann auch verdient. Das zahlt jeder, das ist Bestandteil des Preises tatsächlich. Das heißt also, mit der Kreditkartengebühr bin ich im Grunde mit einem Zahlungsdienstleister schon flat.

Da habe ich das mit drin. Genau, genau. Und es gibt unterschiedliche Preisgestaltungen, aber normalerweise ist es so, dass wir gerade in dem Bereich, was du gerade ansprichst, gibt es einen Preis, was eigentlich alles beinhaltet. Ja, da ist unsere Marge drin, da ist der Preis drin, was die Kreditkartenunternehmen verlangen, da ist der Preis drin, was die Banken bekommen und dementsprechend ist das auch leicht kalkulierbar. Du hast die Girocard schon angesprochen, ist ja ein starker Wettbewerb zurzeit in Deutschland.

Die großen Kartenanbieter Visa, Mastercard haben schon froh lockt, dass sie jetzt mit dem Co-Badging durch sind und die Girocard und die Deutschen Banken nicht mehr Huckepack nehmen müssen. Wo glaubst du, geht da die Reise hin? Also, wenn man sich die Zahlen anschaut, ist es tatsächlich so, dass letztes Jahr die Debitkarte am meisten Zuwachs bekommen hat in Deutschland. Wir reden aber auch von einem relativ noch kleinen Niveau. Also mit Abstand ist die Girokarte das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland.

Nach Volumen sowieso, vielleicht nach Anzahlstransaktionen, vielleicht sogar noch das Bargeld. Aber es kommt erstmal die Girokarte und dann mit großer Abstand kommen eigentlich die restlichen Karten. Also das wird noch eine Weile dauern, bis die Girokarte da abgelöst wird. Oder es kommt der große Turnaround und die anderen müssen einen kleinen Ball geben und doch eben die Girokarte als deutsche Lösung dann dauerhaft in irgendeiner Form. Ja, es gibt 100 Millionen Girokarten, glaube ich, in Deutschland.

Also mehr als ein Monat. Ich glaube, das wird eine Weile dauern, bis die abgelöst werden. Nun ist die Girokarte auch letztlich nur ein Bestandteil, den man wie die Karten auch integrieren kann in das Thema, was ich gern noch jetzt mit dir als nächstes besprechen würde, nämlich Wallets. Und das ist ja etwas, was einen rasanten Aufstieg nimmt. Was ist eigentlich aus deiner Sicht das Faszinierende bei den Wallets?

Ja, das Faszinierende bei Wallets ist, dass man mittlerweile immer mehr den Trend sieht, dass diese Wallets nicht nur Zahlungsmittel enthalten, sondern auch zusätzliche Funktionalitäten anbieten können. Ein gutes Beispiel ist Twint in der Schweiz, wo man immer mehr Dienstleistungen, ob es jetzt leichte Zahlungen sind, die man in Parkhäusern macht, die man vor allem einstellt, ob es gewisse Suchen sind, die man vielleicht mit einbaut für gewisse Restaurants, ob man vielleicht zukünftig Werbung schaltet. Ich sage immer, die Wallets, die eigentlich den Markt treiben oder den Ton anführen, sind die Wallets aus China, ein Alipay und ein WeChat Pay, die machen es einfach, die machen es vor. Das ist das Zahlungsmittel schlechthin, aber nebenbei gibt es zusätzliche Dienstleistungen, dass man alles Mögliche buchen kann. Man hat Beratungen, die man über die Wallets beziehen kann.

Also ich denke, das ist etwas, wo es immer mehr hingeht. Die Wallets, die in Europa viel benutzt werden, da fällt natürlich auch sofort vielleicht ein Apple Pay Wallet ein, wo dann die Karte enthalten ist, damit ich sehr leicht online und offline zahlen kann. Das ist eine mobile Zahlungslösung. Aber ich vermute auch da, dass da immer mehr die Dienstleistungen erweitert werden, dass auch diese Wallets immer mehr Tools und Produkte bekommen, als nur in Anführungszeichen an Zahlungsmitteln sind. Warum ist es für den Händler eine Grundsatzentscheidung, jetzt Wallets auch noch zu akzeptieren?

Es ist nicht, wenn man im stationären Bereich ist und man akzeptiert Kreditkarten, dann akzeptiert man eigentlich auch automatisch Apple Pay und Google Pay. Abhängig natürlich, ob es ein Android-Telefon ist oder ein Smartphone ist oder ein Apple-IOS-Smartphone ist. Aber nicht alle Händler haben Apple Pay und Google Pay online, bieten das an. Das bedarf schon spezieller Integration und kann ich nur von meiner Seite oder von unserer Seite stark empfehlen. Die nahtlose Shopping-Experience bei Apple Pay und Google Pay ist so schön gemacht.

Auch das ganze mobile Einkaufen wird immer mehr. Und du kennst es vielleicht, wenn ich auf Uber bezahle und ich zahle über Apple Pay, ich habe Apple Pay eingestellt. Es ist einmal mein Gesicht zeigen, zweimal drücken und auf den Knopf und die Zahlung ist erledigt. Und das ist natürlich eine sehr schöne Experience. Und aus deiner Sicht, wenn es den Kunden so gefällt, eben eigentlich auch ein Must-Have für die Händler und bei euch im Angebot schon mit drin?

Ja, es ist Standard mit drin, sowohl Apple Pay als auch Google Pay, als auch jetzt Twin in der Schweiz. Und wir sehen auch einfach die rasante Steigerungen oder die Anteile Apple Pay, Google Pay in unserem Portfolio. Du hast Twin schon erwähnt. Wir haben auch sowas wie Swish in Schweden als mobile Zahlungs-App. Spätestens da kommt der Händler natürlich dann langsam ins Schwinden und fragt sich, wo ist denn jetzt der Unterschied zwischen meinem Wallet?

Ist ja auch als App konstruiert, zumindest beim Endkunden und Swish oder Twin. Ja, ja, in dem Wallet kann man natürlich die unterschiedlichen Zahlungsmethoden, Karten kann man hinterlegen. Ja, man kann ja zum Beispiel bei Apple Pay kann man ja wählen, welche Karte ich nehme als Zahlungsmittel. Bei den Swishes, die Twins, die Blicks, da ist es eigentlich eine Kooperation, die ursprünglich von Banken angefangen hat oder eine Ideal in Holland. Das heißt, das läuft über dein Bankkonto im Hintergrund und dem Sprach ist es etwas anderes Setup, wo die Banken sich zusammengetan haben und eigentlich so ein bisschen in der Schweiz vielleicht den ersten Gegenhänger zu PayPal entwickelt haben oder in Holland ist es auch Ideal, da sieht man PayPal kaum.

Und somit eigentlich haben sich dort die Banken eigentlich gut zusammengetan und damals an ihrem Konkurrenzprodukt gestaltet, was ja in Deutschland zum Beispiel sehr schwierig gezeigt hat, siehe Giropay, aber da kommen wir vielleicht gleich nochmal zu. Ja, genau. Das heißt, du hältst über uns den Weg offen für das, was kommt und sich möglicherweise am Markt durchsetzt, egal ob tatsächlich mobile Zahlungs-App oder Wallet. So ist es. Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt.

Wir sind unabhängiger Zahlungsdienstleister. Ja, also wir bieten das an, das, was der Handel möchte, aber vor allem das, was auch der Konsument nachfragt. Und natürlich können wir den Handel beraten, was wir glauben, was angeboten werden muss, aber letztendlich entscheidet der Handel oder der Kunde bei uns. Und ob es jetzt eine Klana ist, eine PayPal ist, die Mastercard, Visa-Cards dieser Welt, die Twins, die Wallets, die es gibt. Wir bieten das alles an und sind dementsprechend neutral und wollen eben das so gestalten, dass der Konsument die optimale Möglichkeit hat und alle Optionen offen hat.

Und es ist ja sehr charmant, wenn es so geregelt ist wie bei euch. Das heißt, ich habe meine normale Beziehung zu dem zum Beispiel Kreditkartenanbieter und in der Interchange-Fee ist alles schon drin, auch eure Dienstleistung. Das heißt keine No-Thrills, keine Add-ons. Ja, es ist nicht in der Interchange mit drin, sondern es ist als Teil, die Interchange ist, mit in unsere Fee drin. Ja, das ist, so muss man eigentlich andersrum sagen, aber es ist tatsächlich, es ist eine Gebühr und da ist alles enthalten.

Was vielleicht auch noch erwähnenswert ist, ist, dass wir, wo wir ziemlich einzigartig sind, ist, dass wir in unserer Produktpalette, also im Zahlungsproduktpalette, dass wir auch unseren eigenen Rechnungskauf und Kauf auf Rate anbieten. Ja, das heißt, dass wir den Handel tatsächlich auch Radenkauf, Rechnungskauf und das auch wide labeled oder in dem Handelslook and feel, wie man so schön sagt. Ich weiß das deutsche Wort nicht, in der Marke des Handels, ja. Damit der Kunde, der Konsument denkt, also er hat, er kauft ein bei dem Handel, aber der Rechnungskauf ist dementsprechend auch so gebrandet. Es gibt ein hohes Vertrauen, es gibt eine bessere Conversion, wie man so schön sagt.

Es gibt eine bessere Acceptance und Conversion Rate und dementsprechend ist da auch das, dieses alles aus einer Hand, ist einfach ein Setup, was uns stolz macht, dass wir eben nicht nur, sagen wir mal so, die externe Zahlungsmittel anbieten als Dienstleister, sondern auch einen eigenen Rechnungskauf und Ratenkauflösung haben. Wie löst ihr das? Arbeitet ihr mit einer Hausbank zusammen oder seid ihr selber Finanzinstitut? Wir haben natürlich selber die notwendigen Lizenzen natürlich. Selbstverständlich arbeitet man immer mit Banken zusammen, weil am Ende laufen ja alle Zahlungen über Banken, das sind Partnerbanken.

Aber das ist komplett unsere Risikoentscheidung, unser Scoring, unser Produkt, was wir entwickelt haben. Ist natürlich wirklich spannend, wenn man dieses One-Stop-Shopping bei euch hat und du kannst jetzt vor der nächsten Frage schon mal nachdenken. Ich komme doch noch gleich mal zu den Konditionen. Wir müssen es mal in einem Beispiel ein bisschen plastisch machen für einen Händler. Nehmen wir mal Jakobs Schuhhändler in Klein-Umstadt, der vielleicht 200.000 Umsatz macht und fünf Beschäftigte hat, zwei Terminals im Laden hat.

Womit muss der ungefähr rechnen, wenn er bei euch eben abschließt und damit sozusagen alle Akzeptanz drin haben will für die Kartenanbieter, unterschiedliche Couleur, für die Wallets. Und das wollen unsere Hörer natürlich auch gerne wissen. Ja, ja, klar. Also wir reden da über anderthalb, zwei Prozent, abhängig, ob ihr auch einen Online-Shop habt. Wie gesagt, abhängig von wie viele Terminals und das Volumen, was du gerade gesagt hast, dann gehen wir in dem Bereich.

Jetzt habt ihr ja außer diesem Standard noch ein paar mehr Features eingebaut, wie du vor anderthalb Jahren versprochen hattest. Was hast du denn bislang erreicht? Ich nehme mal an, du deutest auf die Software-Lösungen, die wir haben. Der Grund, wieso ich jetzt persönlich unter anderem zu uns gewechselt bin, ist, dass ich fest davon überzeugt bin, dass Zahlungsdienstleistung und Software-Lösungen, dass das Ganze verschmilzt. Ich brauche eine nahtlose Integration von meinen Zahlungsterminals und auch meinen Online-Auftritt mit meinem Online-Checkout und auch mit meiner Kasse zum Beispiel.

Ich glaube, dass der Handel, was möchte der Handel? Der Handel möchte Ware verkaufen. Das ist der Job des Handels, oder? Man möchte Umsatz steigern, man möchte Ware verkaufen. Die Ware, da kennt man sich mit aus.

Man kann eine gute Beratung geben, man hat eine tolle Kollektion, man hat eine super Auswahl. Das ganze Thema Kassenabwicklung, das ganze Thema Payment-Abwicklung ist nicht Core-Business, wie man so schön sagt. Deswegen glauben wir und glaube ich, dass je mehr wir den Handel abnehmen können und eine komplette Lösung anbieten können, wo sowohl die Kasse integriert ist über eine sehr schöne Lösung auf einem iPad, wo wir mobile Terminals daran verknüpfen können, womit ich auch im Geschäft laufen kann, mobil den Kunden helfen kann, wo die Kasse auch mit auf dem Gerät zum Beispiel ist, womit ich dann via ein iPad auch online bestellen kann. Und online ist das gleiche Checkout, die gleiche, die relevante Zahlungsmethoden, auch alles von einem Anbieter, ich bekomme eine Rechnung. Das sind, glaube ich, so die Themen, die man immer mehr sieht.

Zusätzlich ist auch, was man auch sieht und wo ich fest davon überzeugt bin, ist, dass eine Kassenlösung und Software ist nicht identisch für ein Restaurant versus ein Friseur versus Einzelhandel. Und da haben wir nämlich auch spezielle Zusatzfunktionalitäten, ob das jetzt Table Management ist für Restaurants, ob das jetzt Reservierungssoftware ist für Friseure, damit ich nicht mal anrufen muss und dich jemand auch beschäftigen muss, um die Anrufe entgegenzunehmen, im Buch aufzuschreiben, okay, der Björn kommt morgen um 16 Uhr, sondern du bekommst von uns ein Widget, was du auf deiner Webseite einbauen kannst. Das ist verknüpft mit einer Kasse und es ist wunderbar, wer sich wann eingebucht hat. Das sind so alles Themen, die wir entwickeln für die ganz spezifischen, wir nennen das Verticals und da, glaube ich, spielt auch die Musik. Ein Thema, was im Handel gerade eine große Rolle spielt in dem Vertical, der für euch ja durchaus zentral ist, ist das Thema Instant Payment.

Und da die Frage, wie kommen wir und wie weit seid ihr da? Und das steht als nächstes an bei den Schritten. Wir haben ja jetzt Gesetzesinitiativen auch, das heißt, es wird, es muss schneller kommen, aber vielleicht seid ihr ja schon da. Also im Rahmen der EU-Regulierung hat man ja die Gesetzgebung so gestaltet, die Regulierung so gestaltet, dass die Banken sich ja auch öffnen müssen für auch Nicht-Banken, um eben Instant oder direkte Überweisungen zuzulassen und auch um direkten Zugriff auf Konten zu ermöglichen. Ja, das war bis jetzt ja, bis vor ein paar Jahren geschützt, nur von den Banken und man möchte dann auch einen offenen Wettbewerb haben.

Deswegen nennt man das auch so gerne Open Banking. Und da gibt es jetzt eine Reihe von neuen Produkten, die da rauskommen. Wir werden bis Ende dieses Jahres in Q4, wenn wir auch, ein sogenanntes Instant Payment, also eine Banküberweisung, die von uns gestaltet wird, womit der Kunde also online direkt von seinem Konto in Echtzeit Geld überweisen kann. Das wird bis Ende des Jahres stehen. Da sind wir ziemlich, wie soll ich sagen, excited.

Das freut uns sehr, das Produkt auch mit anzubieten. Und das ist so ein Thema, was dieses Jahr bei uns sehr wichtig ist. Wir glauben, dass da immer mehr Nachfrage sein wird. In England gibt es das schon länger und ist auch sehr viel benutzt. Wir glauben, dass das auch in ganz Zentraleuropa, Deutschland, Dach zunehmen wird.

Und dementsprechend positionieren wir uns und bauen da ein eigenes Produkt. Jetzt könnte man überlegen, dass der Treiber hier die Regulierungen sind durch die Behörden. Aus Händlersicht ist es natürlich einfach, wenn er einen Kunden hat, der ihm direkt mit seiner Bankverbindung sein Geld sofort überweist, hat er es schneller in der Kasse. Wenn er über euch geht, ist es ja letztlich aber relativ egal. Denn ihr habt angeschlossen, egal ob die Banken oder die Kreditkarten, er ist mit euch verbandelt und hat jetzt keinen monetären Vorteil davon, dass es instant passiert, oder?

Naja, es ist natürlich schon so, dass natürlich der Kunde kennt natürlich seine Zahlungsmethoden. Banküberweisung ist natürlich auch, was der Kunde regelmäßig benutzt. Wenn ich also das auch anbieten kann in einer sehr effizienten Art, um online zu zahlen, ist das natürlich ein Zusatzzahlungsmittel, das von Kunden sicherlich benutzt wird und soll ich dann dementsprechend auch als Handel mit anbieten. Wenn ich das auch nochmal gestalten kann, sag ich jetzt mal so, als auch mein eigenes Zahlungsmittel als Händler, dann glaube ich, hat das sicherlich eine sehr hohe Akzeptanz, wird das dafür sorgen. Ganz so einfach ist es natürlich in Deutschland nicht.

Du hast vorhin schon die Pleite von GiroPay, Pleite im Sinne von Geschäftsmodell, hat nicht funktioniert, angesprochen. Woran liegt das, dass es hier doch nicht so verbreitet ist? Du sagtest, es kommt eigentlich aus England, hier ist es eher noch, okay, wir müssen es jetzt machen, halb zieht es uns, aber drängt uns nicht so halb hin. Ja, ich glaube, es gibt, glaube ich, mehrere Gründe. Die Frage ist immer natürlich, was hat GiroPay für ein Problem gelöst und was für Akzeptanz, auch auf der Bankenseite, hatte natürlich GiroPay.

Ich möchte natürlich mit einem Open-Bank-Produkt, will ich es ermöglichen, dass so viele wie möglich Banken angeschlossen sind, dass jeder Kunde, egal welches Konto er hat, natürlich eine Überweisung sehr schnell tätigen kann. Und das ist nicht so trivial, das bauen wir gerade und freuen uns sehr, dass wir das launchen werden dieses Jahr. Jetzt hast du in diesen anderthalb Jahren schon eine Menge erreicht, Pascal, aber dein Weg ist noch weitergehend bei uns. Was hast du dir vorgenommen für die Zukunft? Ich glaube, dass diese Verschmelzung, worüber wir gesprochen haben, dieses immer mehr auf gewisse Industrien fokussieren und eigentlich der richtige Partner sein für diese Industrien und unter anderem auch der Einzelhandel hier in Deutschland, dass wir hier immer mehr Produkte anbieten können, die relevant sind, dass wir einen Kundenservice, einen Kundendienst anbieten, die lokal ansässig ist, die einen Namen hat, da kommt jemand vorbei.

Das will ich oder das wollen wir immer mehr etablieren. Ich glaube, dass gerade in Deutschland sind wir einer der letzten, vielleicht die übrig geblieben ist, die unabhängig sind, die nicht aufgekauft worden sind von großen internationalen Konsortien, Payment Companies, also Zahlungsfirmen. Ich glaube, dass wir da eine sehr schöne Positionierung einnehmen. Wir haben alle Zahlungsmethoden, die relevant sind. Wir haben eine Softwarekomponente, eine Softwareproduktauswahl, die wirklich spitze ist und die sehr spezifisch gebaut ist für den Handel, den Einzelhandel, für Restaurants und für den Dienstleistungsbereich.

Und das gekoppelt mit ein deutsches Unternehmen, Firmen sitzen in Berlin, 750 Mitarbeiter, die hier wohnen, arbeiten, sicherlich auch in den skandinavischen Ländern auch tätig sind. Aber ich glaube, dass es uns ausmacht, sowohl die richtige Produktpalette, die richtige Verschmelzung von Produkten zusammen mit den lokalen Kundendiensten, lokaler Betreuung. Ich glaube, dass wir da einen sehr schönen Impact jetzt schon haben und immer mehr haben werden. 57 Mitarbeiter hier, was bedeutet das für einen Händler, der sich jetzt für euch entscheiden will und sagt, kann mal einer vorbeikommen, wie schnell funktioniert das? Ja, die 57 sind ein bisschen verteilt.

Wir haben auch Mitarbeiter in Wien, wir haben Mitarbeiter in Luxemburg und auch in Dänemark. Aber wir sind in Deutschland, sind wir regional vertreten. Wir haben Büros in München, in Heidelberg, in Frankfurt, in Hamburg und in Berlin. Wir haben Account Manager oder Betreuungs- und Sales Team, Vertriebs Team, was regional aufgestellt ist. Wir haben an Kundendiensten natürlich 24 Siemens erreichbar ist, in der relevante Sprache wohlgemerkt.

Wir haben einen Second-Line-Support, was hier ansässig ist, wenn das Problem etwas größer sein sollte oder wenn die Frage sehr technisch ist, dann wird auch sofort geantwortet, um eine Frage zu beantworten. Ja, wir sind regional aufgeteilt. Wir haben eine Sales-Mannschaft hier, die von Nordrhein-Westfalen bis zu Bremen, bis zu Garmisch vorhanden ist und dementsprechend auch die lokale Kundenbetreuung geben kann. Wie ist denn die Situation zurzeit, wenn ich Händler bin, wenn du dich in die Empfängerperspektive hineinversetzt, was sieht da der Händler, wenn er überlegt, welchen Zahlungsdienstleister nehme ich denn? Es gibt eigentlich gar nicht so viele Zahlungsdienstleister mehr.

Viele sind aufgekauft worden in Deutschland, sind also Teil eines Großkonzerns. Großkonzerne haben den Vorteil, dass wenn man ein großer Kunde ist, dass man natürlich international mit einem großen Zahlungsdienstleister alles mit abdecken kann. Großkonzerne haben natürlich aber auch vielleicht nicht so einen Vorteil, um es mal so zu sagen, wenn es tatsächlich um lokale Betreuung angeht, um, ja, fühle ich mich gut aufgehoben? Wie viel bin ich eine Nummer in einem Riesenportfolio versus ein wichtiger Kunde? Und da, glaube ich, machen wir den Unterschied.

Pascal, vielen Dank für diese Information. Unsere Hörer wollen sich natürlich alle als wichtige Kunden fühlen und wissen, an wen sie sich wenden können. Ich danke dir ganz herzlich für die Information und euch, liebe Zuhörer, für eure Zeit. Mehr Informationen zum Thema Zahlungssysteme und Finanzierung erhaltet ihr im Septemberheft von der Handel und natürlich auf e-tailment.de. Alles Gute und bis zur nächsten Ausgabe von Achtung Handel!

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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