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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Björn BöerChefredakteurHANDEL NATIONAL
Amazon stutzt Produkttitel auf 75 Zeichen
Amazon begrenzt Produkttitel auf den europäischen Marktplätzen ab dem 27. Juli einheitlich auf 75 Zeichen inklusive Leerzeichen, meldet Haendlerbund.de. Ausgenommen seien Medienprodukte wie Bücher und Musik. Als Grund nenne Amazon den mobilen Einkauf, bei dem lange Titel ohnehin abgeschnitten würden. Wer überlange Titel stehen lasse, dem ersetze Amazon sie schrittweise durch KI-Vorschläge.
Adidas baut Webshops für andere Marken
Adidas vermietet künftig seine E-Commerce-Infrastruktur an fremde Marken, um deren Online-Shops im Hintergrund zu betreiben, berichtet Digitalcommerce360.com. Erstes Beispiel sei der Webshop des Audi Revolut F1 Teams, in acht Wochen aufgebaut, ohne Aufwand für Audi. Skalieren lasse sich das Modell mit KI-Agenten von Salesforce, die z. B. Merchandising und Suchrankings steuern. Adidas könne dieses Ecommerce-as-a-Service-Modell in mehr als 200 Länder anbieten.
Kaufland-Marktplatz bald in Spanien und den Niederlanden
Der Kaufland-Marktplatz startet laut Pressemitteilung im Spätsommer in Spanien und den Niederlanden. Damit erreichten die momentan über 15.000 Händler potenziell rund 220 Mio. Online-Kunden in neun Ländern. Das Umsatzwachstum über alle Märkte liege bei 11,9 Prozent und damit über dem europäischen Schnitt von 6,9 Prozent. Kaufland wolle sich so als europäische Alternative zu den globalen Giganten positionieren.
HANDEL INTERNATIONAL
JD.com baut Joybuy zum Marktplatz aus
Joybuy, das Online-Kaufhaus von JD.com, wandelt sich zum Marktplatz und lässt ausgewählte Drittanbieter aus Europa und China zu, meldet Ecommercenews.eu. Den Start mit „vertrauenswürdigen Marken“ plane das Unternehmen für die zweite Jahreshälfte. Logistisch dürften Händler zwischen Lagerung bei Joybuy und Direktversand wählen. Außerdem locke ab 15. Juni ein 16-tägiger „Summer Black Friday“ in allen sechs europäischen Märkten. In diesen Zeitraum falle auch der Amazon Prime Day.
Die südkoreanische Datenschutzbehörde PIPC verhängt mit 400 Mio. Dollar ihre bisher höchste Strafe über den E-Commerce-Riesen Coupang, berichtet BBC.com. Ein Datenleck des in den USA sitzenden Unternehmens hatte zum Verlust von Nutzerdaten von 37,5 Mio. Nutzern geführt. Das ist mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Coupang bedauere zwar den Vorfall, kündige aber juristischen Widerstand an.
Visa hat sein Zahlungsnetzwerk in ChatGPT integriert und erlaubt KI-Agenten damit, eigenständig bei nahezu jedem Visa-Händler einzukaufen und zu bezahlen, berichtet Indiatimes.com. Nutzer verknüpften ihre Karte, OpenAI steuere die Agenten-Technik bei, Visa die Autorisierung und Betrugsüberwachung. Ausgabenlimits und Freigabeschritte sollten Fehlkäufe und Betrug bremsen. Der technologische Vorläufer „Instant Checkout“ sei im März an seiner Vier-Prozent-Händlergebühr gescheitert.
Peking rügt seine E-Commerce-Riesen vor dem 618-Fest
Vor dem Höhepunkt des „618“-Shopping-Festivals hat Pekings Marktaufsicht große Plattformen wie Alibaba, JD.com, Pinduoduo, Douyin und Rednote einbestellt, berichtet Scmp.com. Die Behörde rüge irreführende Werbung – etwa Aktionen, die mit einem Rabattbudget in Milliardenhöhe lockten, am Ende aber weniger ausschütteten als versprochen – und habe Korrekturen angeordnet. Hintergrund sei der Kampf gegen die sogenannte „Involution“, gemeint ist der ruinöse Preiskampf in Chinas E-Commerce.
Pinterest verkuppelt Creator mit ihrem Amazon-Schaufenster
Pinterest erlaubt laut Pressemitteilung Creatorn künftig, ihr Profil mit der eigenen Amazon-Storefront zu verbinden. Sobald ein geeignetes Amazon-Produkt getaggt werde, greife die hinterlegte Affiliate-Information automatisch, das mühsame Einfügen einzelner Links entfalle. Das Storefront-Handle erscheine zudem prominent im Profil. Über die Hälfte der Nutzer komme zum Einkaufen zu Pinterest, monatlich liefen mehr als 80 Mrd. Suchanfragen auf. Weitere Partner sollen folgen.
Stitch Fix ist wieder auf Wachstumsspur
Der US-Online-Stylingdienst Stitch Fix hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres den Umsatz auf 340,3 Mio. Dollar gesteigert, ein Plus von 4,7 Prozent, meldet Retail-News.de. Das bereinigte Ebitda habe bei 13,2 Mio. Dollar gelegen, der Nettoverlust nur bei 1,5 Mio. Dollar. Die aktive Kundenzahl sei erstmals wieder gewachsen, der Umsatz pro Kunde um 6,6 Prozent auf 578 Dollar geklettert. Fürs Gesamtjahr peile das schuldenfreie Unternehmen bis zu 1,35 Mrd. Dollar Umsatz an.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Agentic Commerce: Europas Potenzial bei 310 Mrd. Euro
Agentenbasierte KI könnte in Europa binnen zehn Jahren E-Commerce-Transaktionen von über 310 Mrd. Euro stützen, schätzt eine Studie von Sopra Steria laut Pressemitteilung. Entscheidend werde wohl das Vertrauen: Bisher würden 41 Prozent noch keinem Anbieter trauen, aber künftig am ehesten Banken. Trotz dieser Bedenken würden 45 Prozent ihren Agenten Elektronik shoppen lassen wollen, aber nur 16 Prozent Lebensmittel. Attraktiv sei die KI momentan eher als Entscheidungshilfe: 31 Prozent erhofften sich klügere Käufe, 23 Prozent wollten Zeit sparen.
Bei den Beschäftigungsfolgen von KI gehen die Meinungen auseinander, zeigt eine WSJ-Befragung von 16 Ökonomen laut Golem.de. Acht erwarteten keinerlei Veränderung, fünf hingegen einen Verlust. Fast alle erwarteten jedoch eine Steigerung der Produktivität. Besonders gefährdet sei Routine-Wissensarbeit wie Übersetzungen oder Standard-Werbetexte. Profitieren dürften eher kleinere und neu gegründete Firmen, denn Konzerne würden durch ihre Altsysteme ausgebremst. An Wert gewinnen würden künftig Urteilskraft und Verhandlungsgeschick.
Deutsche geben immer mehr für digitale Abos aus
Deutsche Haushalte mit mindestens einem Digitalabo gaben innerhalb eines Jahres im Schnitt 62 statt 55 Euro monatlich für ihre durchschnittlich 2,3 Abos aus, zitiert Golem.de die Submix-Studie von Bearingpoint. Fast jeder Fünfte zahle sogar über 100 Euro. 71 Prozent gäben Daten fürs KI-Training frei, sofern die Anbieter transparent kommunizieren. Creator-Inhalte verdrängten zunehmend das Streaming; 28 Prozent zahlten bereits dafür, das seien fünf Prozent mehr als im Jahr davor. 29 Prozent kauften Bundles oder Abopakete, 75 Prozent fänden das Konzept interessant.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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