
"Amazon-Berichte gaben Betriebsratswahl einen Schub"
Auch im Amazon-Logistikzentrum Graben bei Augsburg wurde ein Betriebsrat gewählt. Derweil gerät das US-Unternehmen auch in die Kritik der Arbeitsagenturen.

Auch im Amazon-Logistikzentrum Graben bei Augsburg wurde ein Betriebsrat gewählt. Derweil gerät das US-Unternehmen auch in die Kritik der Arbeitsagenturen.

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Der Internet-Versandhändler steht nach einer ARD-Dokumentation über den Umgang mit Leiharbeitern erneut wegen der Arbeitsbedingungen in seinen Logistikzentren in der Kritik und prüft nun die Vorwürfe.
In drei der acht Logistikzentren des Unternehmens gibt es nun Betriebsräte. Im Lagerstandort Pforzheim wurde Amazon kritisiert, weil Saisonkräfte angeblich mit der Aussicht auf unbefristete Arbeitsverträge angeheuert wurden - ein Versprechen, das oft nicht eingelöst wurde, so die örtliche Gewerkschaft.
Dabei dominiert Amazon den deutschen Onlinehandel wie kein anderes Unternehmen: Gut ein Viertel des Branchenumsatzes entfällt allein auf das Unternehmen.
Der Chef der hessischen Arbeitsagenturen hat sich unterdessen besorgt über die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern beim Versandhändler Amazon gezeigt. Der Leiter der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin, verlangte am Freitag von dem US-Unternehmen schnellstmögliche Aufklärung "derzeit nicht transparenter Sachverhalte".
In einer ARD-Fernsehreportage waren miserable Lebensbedingungen von Leiharbeitern am Amazon-Standort Bad Hersfeld gezeigt worden. Die Menschen sollen von privaten Sicherheitsdiensten schikaniert worden sein. Die Vorwürfe stellten auch Aktivitäten infrage, im Ausland Arbeitnehmer anzuwerben und somit den Bedarf an Fachkräften für die deutsche Wirtschaft zu sichern, erklärte Martin in einer Mitteilung.
"Die in der Fernsehdokumentation geschilderten Lebens- und Arbeitsbedingungen der spanischen Saison-Arbeitskräfte beschädigen das Ansehen Deutschland zutiefst. Nicht erst seit der letzten OSZE-Studie wissen wir, dass Deutschland nicht zu den begehrten Einwandererländern gehört."
dpa,