
Amazon investiert und macht weniger Gewinn
Amazon will weiter die Nummer Eins bleiben. Deshalb investiert der weltgrößte Onlinehändler kräftig in digitale Inhalte, Hardware und Infrastruktur.

Amazon will weiter die Nummer Eins bleiben. Deshalb investiert der weltgrößte Onlinehändler kräftig in digitale Inhalte, Hardware und Infrastruktur.

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Wie das amerikanische Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte, sind für den Gewinneinbruch neben höheren Kosten vor allem Investitionen wie der 775 Millionen Dollar schwere Kauf des Industrieroboter-Spezialisten Kiva Systems verantwortlich. Amazon schätzt den mit dem Kauf des Spezialisten für Lagerhallen-Automatisierung zusammenhängenden Nettoverlust auf rund 65 Millionen Dollar (53 Millionen Euro).
Amazon hat auch schon früher Gewinne für die Ausweitung des Geschäfts oder den Ausbau der technischen Infrastruktur geopfert. Die aktuelle Bilanz weist dementsprechend deutlich höhere Ausgaben für "Technologie und Inhalte" aus – knapp 1,1 Milliarden Dollar gegenüber 700 Millionen Dollar vor einem Jahr. Außerdem hat Amazon für dieses Jahr den Bau 18 neuer Logistikzentren angekündigt.
Das Unternehmen investiert nach Angaben des Finanzchefs Tom Szkutak in die Zukunft. Dazu zählten unter anderem eigene Tablet-Computer und E-Book-Reader sowie der Ausbau und die Entwicklung der Onlinedienste. Vor allem der Tablet-Rechner Kindle Fire gilt Branchenkennern derzeit noch als Zuschussgeschäft. Zuletzt spekulierte die Branche über neue Fire-Modelle mit einem größeren Bildschirm.
"Wir investieren in den Ausbau von digitalem Content, in die Hardware für digitalen Content und wir investieren in die Infrastruktur", bestätigte auch Deutschland-Geschäftsführer Ralf Kleber gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Wenn Amazon aufhören würde zu investieren, liefe das Unternehmen Gefahr, schnell überholt zu werden: "Der Zustrom von Kunden und das Wachstum in allen einzelnen Segmenten bestätigen uns, dass wir auf einem guten Weg sind."
Für das laufende Quartal rechnet Amazon mit einem operativen Verlust von 50 bis 350 Millionen Dollar, als Grund nennt der Onlinehändler "aktienbasierte Vergütungen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte". An der Börse war man über diese Aussichten zunächst "not amused": Die Marktexperten hatten für das dritte Quartal ein Plus erwartet. Auch Gewinn und Umsatz im vergangenen Quartal verfehlten die Erwartungen der Analysten. Dementsprechend gab die Aktie nachbörslich zunächst um sieben Prozent nach, pendelte sich aber dann auf ein Minus von gut einem Prozent ein.
wim
Lesen Sie hier die (englische) Pressemitteilung von Amazon.