3D-Illustration zu Vinted, Mytheresa, Google Maps und Konsumklima im E-Commerce Morning Briefing
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Cleverbuy, Vinted, Mytheresa, Google Maps, DSV, Konsumklima, Reddit, Muttertag, Social-Media-Bann, Anthropic, KI-Kosten, Tin Can

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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– ein Muss, wenn Google in den nächsten Monaten das Universal Commerce Protocol integriert. -> Mehr lesen

HANDEL NATIONAL

Tausend Anzeigen, ein Insolvenzantrag: Cleverbuy macht dicht
Die Elektronik-Ankaufplattform Cleverbuy hat ihren Geschäftsbetrieb eingestellt und Insolvenz angemeldet, berichtet Heise.de. Auslöser seien Zahlungsprobleme gewesen, Verhandlungen über eine Übernahme durch Dis-Connect seien gescheitert. Parallel laufe vor dem Amtsgericht Krefeld ein Prozess gegen den Geschäftsführer und eine leitende Mitarbeiterin wegen gewerbsmäßigen Betrugs. Mehr als 1.000 Strafanzeigen lägen vor, auch von Apple und Samsung.

Vinted öffnet die Grenze zwischen Wien und Berlin
Vinted verknüpft erstmals seine Märkte in Österreich und Deutschland, berichtet Textilwirtschaft.de. Nutzer beider Länder könnten nun direkt miteinander handeln, das Versandetikett werde automatisch erstellt. Als Logistikpartner sei die Österreichische Post mit rund 3.000 Abgabestellen an Bord, auch für Sendungen nach Deutschland. Zuvor habe Vinted Österreich bereits mit Frankreich und Italien verbunden.

Mytheresa bringt die Designertasche am selben Abend
Mytheresa startet am 29. April einen Same-Day-Delivery-Service in Berlin und Potsdam, berichtet Fashionunited.de. Der Luxusmodehändler liefere von Montag bis Samstag per Expresskurier aus. Wer bis elf Uhr bestelle, bekomme das Paket am selben Tag zwischen 17 und 22 Uhr; spätere Bestellungen kämen am nächsten Werktag im gleichen Zeitfenster. In München, dem Heimatstandort des Händlers, gehöre der Service bereits zum Standard.

Google Maps verrät, wie viele Bewertungen verschwunden sind
Google Maps zeigt in Deutschland ab sofort an, wie viele Bewertungen ein Unternehmen wegen Diffamierungsbeschwerden in den vergangenen 365 Tagen entfernen ließ, berichtet Haendlerbund.de. Ein gelb hinterlegter Infokasten unter den Bewertungen nenne die konkrete Zahl, sofern kein Einspruch zur Wiederherstellung geführt habe. Auf das lokale Ranking habe der Hinweis laut Google keinen Einfluss. Hintergrund sei der deutsche Sonderweg: Anders als anderswo in der EU müsse hierzulande der Verfasser einer Bewertung deren Wahrheit beweisen. Eine glänzende Gesamtnote neben dreistelligen Löschzahlen dürfte Verbraucher künftig stutzig machen.

DSV bündelt Pakete weltweit unter einem Dach
Der Logistikkonzern DSV vereinheitlicht sein weltweites Paketgeschäft unter der neuen Marke „DSV Parcel“, die zeitgleich in 19 Ländern eingeführt werde, meldet Retail-News.de. Mit der Bündelung wolle der Konzern eine zentrale Anlaufstelle schaffen und auf wachsende Anforderungen im internationalen Versand reagieren. Unter der neuen Marke laufen Express-, Standard- und Speziallösungen sowie Angebote für den grenzüberschreitenden Online-Handel zusammen.

Konsumklima weiter im Sinkflug
Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit Februar 2023 gefallen, meldet NielsenIQ.com. Der Konsumklima-Indikator des NIM-Konsumklima rutsche für Mai um 5,2 Punkte auf minus 33,3 Zähler. Verantwortlich seien vor allem die Folgen des Iran-Kriegs: Die Einkommenserwartungen brächen um 18,1 Punkte auf minus 24,4 Punkte ein, getrieben von einer auf 2,7 Prozent gestiegenen Inflationsrate im März. Auch die Anschaffungsneigung sinke auf ein Zwei-Jahres-Tief von minus 14,4 Punkten. Die Sparneigung verharre bei 16,1 Punkten auf ihrem hohen Niveau.


HANDEL INTERNATIONAL


Vom Forum zur Filiale: Reddit baut Shopping aus
Reddit baut seine Shopping-Funktionen aus und positioniert sich als ernstzunehmender E-Commerce-Kanal, meldet Retail-News.de. Im Mittelpunkt stünden erweiterte „Dynamic Product Ads“ sowie „Collection Ads“, die ein aufmerksamkeitsstarkes Bild mit direkt kaufbaren Artikeln verknüpften. Eine Shopify-Integration befinde sich im Test und soll Produktkataloge und Tracking automatisiert einbinden. Diskussionen mit konkreter Kaufabsicht nähmen auf der Plattform deutlich zu, viele Nutzer fühlten sich nach der Recherche dort sicherer beim Kauf.

Muttertag in Österreich wird analoger
Zum Muttertag am 10. Mai wollten jeweils rund elf Prozent der Österreicher ihre Geschenke bei heimischen oder ausländischen Online-Shops besorgen, nur vier Prozent planen den EInkauf bei Fernost-Plattformen, berichtet Handelsverband.at. Der E-Commerce spiele so nur eine ergänzende Rolle; der Anteil der Geschäftsstraßen habe sich gegenüber dem Vorjahr von zwölf auf 23 Prozent verdoppelt. Insgesamt planten 68,2 Prozent der Bevölkerung Geschenke, im Schnitt für 79 Euro pro Kopf. Gesamtvolumen: rund 250 Mio. Euro.


Australiens Social-Media-Bann funktioniert kaum
Australiens Verbot sozialer Netzwerke für unter 16-Jährige läuft in der Praxis weitgehend ins Leere, berichtet Golem.de. Laut einer Umfrage unter 1.050 Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren behielten mehr als 60 Prozent Zugang zu mindestens einer Plattform. Sie wichen per VPN aus, nutzten biometrische Daten ihrer Eltern oder verwendeten Masken zur Täuschung der Gesichtserkennung. Die Betreiber meldeten zwar stolz 4,7 Mio. gelöschte Konten, doch zwei Drittel der Befragten bemerkten keinerlei spürbare Maßnahmen.

Wie Anthropic-Mitarbeiter ihre KI feilschen lassen
Anthropic hat 69 Angestellte ihre KI-Agenten auf einem internen Marktplatz kaufen und verkaufen lassen, berichtet Onlinemarketing.de. Im Dezember seien 186 Deals über 4.000 Dollar zustande gekommen – inklusive 19 Tischtennisbällen und einem „hundefreien Tag“. Wer das stärkere Anthropic-Modell im Hintergrund hatte, habe beim Verkaufen mehr verdient und beim Einkaufen weniger gezahlt. Die Teilnehmer empfanden die Deals trotzdem als gleich fair, egal welches Modell verhandelte.

Wenn KI mehr kostet als die Kollegen
Bei einzelnen Tech-Unternehmen übersteigen die Ausgaben für KI-Infrastruktur bereits die gesamten Personalkosten, berichtet Golem.de. Nvidia-Manager Bryan Catanzaro habe gegenüber Axios eingeräumt, dass die Rechenkosten seines Teams die Gehälter deutlich überstiegen. Ubers CTO habe sein KI-Budget für dieses Jahr bereits aufgebraucht, vor allem durch Token-Kosten. Aufsichtsräte und Finanzverantwortliche forderten zunehmend Belege für den Mehrwert; aus dem vermeintlichen Vorsprung könne leise ein Margenproblem wachsen.

Blechdosen-Telefon wird zum Bestseller
Ein Telefon namens „Tin Can“ (Blechdose) entwickelt sich in den USA zum Verkaufsschlager, wobei die Erklärung „Retro-Telefon“ noch zu kurz greift, berichtet Heise.de. Das rund 100 Dollar teure Gerät, mit Kindern als Zielgruppe, komme ohne Bildschirm und Apps aus, setze auf Ziffernblock und Spiralkabel und verbinde sich per WLAN mit anderen Tin-Can-Telefonen. Mehrere Hunderttausend Exemplare seien bereits verkauft, neue Bestellungen erst im Juni lieferbar. Auch Schulen prüften Sammelbestellungen. Gründer Chet Kittleson erkläre den Erfolg mit Skepsis gegenüber Smartphones und nostalgischen Gefühlen der Eltern.
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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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