
Ebay + DSA, Visibility Charts: Green Commerce, Postgebühr, Konsumlaune, Alibaba, Tripadvisor, Lieferung, KI + Unternehmen, EU Inc.
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von Etailment.de.
David WöllensteinRedakteur+++Anzeige+++
NRF 2026: Retail’s Big Show Europe Programm und Höhepunkte
Die NRF 2026: Retail’s Big Show Europe kehrt vom 15. bis 17. September 2026 nach Paris zurück und verspricht drei Tage voller Innovation, Diskussionen, Begegnungen und Inspiration. Die Veranstaltung findet in der Paris Expo Porte de Versailles statt und dauert genau diesen Zeitraum. Mehr
HANDEL NATIONAL
DSA-Koordinator wirft Ebay drei Regelbrüche vorEbay verstößt nach vorläufiger Auffassung des DSA-Koordinators gegen den Digital Services Act, meldet Heise.de. Der bei der Bundesnetzagentur angesiedelte Koordinator moniere drei Punkte: Das Melden fragwürdiger Inhalte funktioniere besonders in der Desktopansicht schlecht, gesperrten Nutzern würde der Grund nicht klar genug erklärt, und Händlerangaben seien zu schwer auffindbar. Ebay weise die Kritik zurück und verweise auf einen bislang konstruktiven Austausch mit der Behörde.
Visibility Charts QII: Das sind die Gewinner im „Green Commerce"
Mehr Sichtbarkeit auf Social, mehr Erfolg im E-Commerce – nach dieser Formel wertet Etailment gemeinsam mit Warehousing1 regelmäßig den Auftritt junger Unternehmen aus. Diesmal stehen nachhaltige Geschäftsmodelle im Fokus. Ganz vorn mit dabei: GOT BAG, GoodBuy und eine Firma mit vielen Ecken und Kanten. Das komplette Ranking und alle Kriterien im aktuellen Whitepaper.
E-Commerce stützt den Einzelhandel
Der Online-Handel in Deutschland wuchs im zweiten Quartal um 5,1 Prozent und im ersten Halbjahr um 4,3 Prozent, meldet Bevh.org. E-Commerce sei so die wichtigste Stütze des Handels im schwachen Konsumumfeld. Kräftig zulegen konnten täglicher Bedarf, Drogerie und Versandapotheken. Asiatische Plattformen wie Temu und Shein sammelten inzwischen jeden zwanzigsten Euro ein, im Modehandel erhielten sie über 16 Prozent der Bestellungen.
Händlerbund sieht den E-Commerce unter Druck
Sinkende Umsätze und wachsender Wettbewerb drücken auf die Stimmung im Online-Handel, so die Jahresstudie des Händlerbunds. 60 Prozent der Händler seien mit dem Geschäftsverlauf 2025 unzufrieden, 56 Prozent meldeten gesunkene Umsätze. Als größte Last gelte die Bürokratie mit 70 Prozent, vor dem Kundenservice (67 Prozent) und dem zunehmenden Konkurrenzdruck (48 Prozent). Lichtblicke lieferten stabile Retourenquoten und das Abmahngeschehen: Nur neun Prozent der im Händlerbund organisierten Mitglieder waren davon betroffen.
Mehrwertsteuer auf Geschäftspost in Planung
Die Umsatzsteuerbefreiung für Geschäftskundenpost der Deutschen Post soll fallen, berichtet Haendlerbund.de. Ein Entwurf aus dem Wirtschaftsministerium sehe vor, gewerbliche Sendungen künftig zu besteuern, was auch Folgen für die Kostenstruktur von Online-Händlern haben werde. Die Post berufe sich auf EU-Recht und den zu entrichtenden Universaldienst, das Finanzministerium verweise darauf, dass Geschäftspost ein besonderes wirtschaftliches Bedürfnis sei. Der Staat rechne mit rund 115 Mio. Euro Mehreinnahmen jährlich. Wettbewerber und die Monopolkommission würden die Maßnahme schon seit Jahren fordern.
Konsumlaune steigt weiter verhalten
Die Verbraucherstimmung in Deutschland erholt sich weiter, bleibt aber auf niedrigem Niveau, wie der HDE mitteilt. Das Konsumbarometer steige gegenüber dem Vormonat, liege jedoch weiter klar unter dem Vorjahr. Der Iran-Konflikt belaste Wirtschaft und Stimmung schwer. Zwar stimme die USA–Iran-Vereinbarung über ein Ende der Kampfhandlungen optimistischer, doch der negative Effekt der ersten Jahreshälfte sei bis Jahresende nicht mehr aufzuholen.
HANDEL INTERNATIONAL
Alibaba erstreitet Atempause im Streit mit dem Pentagon
Alibaba muss vorerst nicht als chinesisches Militärunternehmen gelten, berichtet Engadget.com. Eine US-Bezirksrichterin habe, im Rahmen einer Klage von Alibaba, das Pentagon angewiesen, den Konzern bei einer neuen Lobbying-Regelung wieder von der 1260H-Liste zu streichen. Die Klausel verbiete dem US-Verteidigungsministerium Verträge mit Lobbyfirmen, die gelistete Konzerne vertreten, woraufhin sich Alibabas sämtliche registrierten Lobbyisten zurückgezogen hätten. Die Anordnung gelte bis zur Klärung, längstens 60 Tage nach der Anhörung.
KI-generierte Zusammenfassungen von Hotelbewertungen auf Tripadvisor verharmlosen negative Gästeerfahrungen systematisch, zitiert Golem.de eine Untersuchung der Verbraucherschutzorganisation Which?. Ein Hotel auf den Malediven sei von der KI als makellos sauber gelobt worden, während Gäste rohes Hühnchen und Fliegen am Buffet gemeldet hätten; gegen die Kette werde wegen Lebensmittelvergiftungen in Hunderten von Fällen geklagt. Tripadvisor verteidige sein KI-Tool als reine Überblickshilfe.
Amazon Prime Day 2026: Weniger Rabatt, mehr Strategie
Der Prime Day 2026 wurde nicht durch die höchsten Rabatte entschieden. Laut dem neuen AMVisor-Report sank der durchschnittliche Prime-Rabatt von 17,7 Prozent auf 14,6 Prozent, während gleichzeitig alle beobachteten Vendoren am Event teilnahmen. Erfolgreich waren vor allem Marken, die ihre Produkte gezielt in Bezug auf Sichtbarkeit, Werbung, Verfügbarkeit und schnelle Reaktionsfähigkeit vorbereitet hatten. Produkte mit Prime-Badge erzielten weiterhin deutlich höhere Umsätze und verbesserten ihre Rankings nachhaltig. Fazit: Der Prime Day entwickelt sich vom Rabatt-Event zum Bereitschaftstest.
Einzelhandel der EU erholt sich wieder
Das Einzelhandelsvolumen in der EU stieg im Mai gegenüber April um 0,5 Prozent, meldet Eurostat. Damit drehe der Handel nach dem April-Minus von 0,6 Prozent wieder ins Plus. Getragen werde das Wachstum sowohl von Lebensmitteln als auch Non-Food-Produkten. Im Jahresvergleich lege das Volumen um 1,9 Prozent zu. Die Spannbreite reiche von Zypern mit plus 3,7 Prozent, bis zu Estland mit minus 2,2 Prozent.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Vier Arbeitstage im Jahr für das Warten aufs Paket
Britische Verbraucher opfern im Schnitt vier Arbeitstage jährlich fürs Warten auf Pakete, meldet Channelx.world. 43 Prozent nähmen dafür sogar frei oder stellten ihren Tag um, obwohl 22 Prozent der Sendungen zu spät oder nie ankämen. Wer solch eine schlechte Liefererfahrung mache, kehre dem Händler mit einer Wahrscheinlichkeit von 62 Prozent für immer den Rücken. 95 Prozent erwarteten binnen 24 Stunden einen Hinweis auf Probleme, 42 Prozent eine sofortige Erstattung.
Viele Unternehmen ringen trotz laufender Nutzung von KI damit, den Ertrag zu bemessen, berichtet Techradar.com aufgrund neuer KPMG-Daten. Der Anteil der Firmen mit Produktivitätsgewinnen durch die Technologie sei innerhalb eines Jahres von 42 auf 35 Prozent gesunken, der jener mit schnelleren Entscheidungen von 41 auf 36 Prozent. Aus Bedenken, dass die Kosten aus dem Ruder laufen könnten, kalkulierten bereits 22 Prozent mit günstigeren KI-Modellen; fast die Hälfte habe ihre Strategien verzögert, pausiert oder verkleinert. Nur 35 Prozent hätten ihre Kosten genau im Blick.
KI als CEO untauglich
Noch scheitern KI-Agenten als Firmenchefs, zitiert T3N.de eine Princeton-Studie. Ausgestattet mit einer Mio. Dollar Startkapital, sollten die getesteten LLMs über 500 Tage ein fiktives Start-Up führen. Nur Claudes Fable 5 und Opus 4.8 sowie OpenAIs GPT-5.5 hätten überhaupt Gewinn erwirtschaftet, Grok 4.20 sei binnen 40 Tagen pleitegegangen. Doch auch Opus habe seinen Gewinn nur gerettet, indem es die Kundenzahl auf Null fallen ließ und jede Ausgabe stoppte. Bei langfristigen Strategien bleibe menschliche Führungsintelligenz überlegen.
Start-ups freuen sich auf EU Inc.
Sechs von zehn Tech-Startups würden ihr nächstes Unternehmen als „EU Inc.“ gründen, wie eine Bitkom-Umfrage zeigt. Nur zehn Prozent lehnten die geplante EU-weite Rechtsform ab. Am wichtigsten sei den Befragten die einfache Expansion ins EU-Ausland ohne lokale Töchter (94 Prozent) sowie ein digitaler One-Stop-Shop als zentrale Behörden-Anlaufstelle für alle Formalitäten. Die niedrigen Gründungskosten von 100 Euro hätten bei der Liste der Vorteile hingegen den Abschluss gebildet.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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