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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Ebay verteuert den Neuwarenverkauf
Ebay erhöht zum 1. Juli die Verkaufsprovisionen für gewerbliche Händler und streicht die bisherigen Staffelungen, berichtet Channelpartner.de. Besonders Anbieter von Neuware und Eigenmarken müssten zahlen: Bei IT-Artikeln steige die Provision auf durchgehend sieben Prozent, während bislang oberhalb von 500 Euro nur drei Prozent fällig gewesen seien. Günstiger werde es für Gebrauchtware, Refurbished-Geräte und B-Ware mit einheitlich fünf Prozent. Ebay belaste damit ausgerechnet jene Profi-Seller, die man jahrelang umworben habe.
Kuscheltier gegen Fünf-Sterne-Bewertung: Abmahnung
Wer Geschenke an eine Fünf-Sterne-Wertung knüpft, riskiert eine Abmahnung, warnt Haendlerbund.de. Belohnungen für Bewertungen seien zwar grundsätzlich zulässig, beispielsweise ein Rabattcode für den nächsten Einkauf. Heikel werde es aber, wenn die Prämie – im konkreten Fall ein gratis Kuscheltier – allein für die Bestnote winke. Dann gälten die Bewertungen nicht mehr als objektiv und stellten somit eine Verbrauchertäuschung dar, die abgemahnt werden könne.
Jedes zweite Unternehmen nutzt KI
54,5 Prozent aller deutschen Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz in Geschäftsprozessen ein, so eine Ifo-Umfrage. Vor einem Jahr seien es erst 40,9 Prozent gewesen. Mit 58,7 Prozent sei KI am weitesten verbreitet in der Industrie, im Handel liege der Anteil bei rund 45 Prozent. Besonders kräftig aufgeholt habe das Bauhauptgewerbe, dessen Quote binnen drei Jahren von 7,1 auf 39,8 Prozent kletterte. Knapp drei Viertel der Anwender griffen dabei zu kostenpflichtigen externen Lösungen, nur 18,7 Prozent entwickelten eigene Systeme.
HANDEL INTERNATIONAL
Ulta Beauty verkauft per Chatbot und Tiktok
Der Online-Handel von Ulta Beauty wuchs im ersten Quartal kräftiger als das Filialgeschäft, berichtet Digitalcommerce360.com. So habe der E-Commerce-Umsatz im mittleren Zehnerbereich zugelegt, während das stationäre Geschäft nur ein niedriges, einstelliges Ergebnis erreicht habe, was sich insgesamt zu einem Plus von 11,1 Prozent und somit 3,16 Mrd. Dollar addiere. Befeuert werde das Wachstum durch den KI-Assistenten „Ulta AI“ auf Basis von Googles Gemini, agentisches Einkaufen über Googles AI Mode sowie einen frisch eröffneten Tiktok-Shop: Dessen erster Livestream habe über fünf Mio. Impressionen erzielt.
Pinterest hat einen Vertrag über vier Mrd. Dollar mit Amazon Web Services geschlossen, berichtet Retail-Systems.com. Über fünf Jahre wolle Pinterest die seit 2010 bestehende Partnerschaft vertiefen und die Palette an KI-Produkten für seine mehr als 600 Mio. monatlichen Nutzer ausbauen. So treibe Technologie von Amazon bereits den kürzlich gestarteten „Pinterest Assistant“ an, der Nutzern im Dialog bei der Produkt- und Ideenfindung helfe.
Indiens Nutzer kehren zum E-Commerce zurück
Der Online-Modehändler Myntra hat in einer Woche 8,4 Mio. aktive Nutzer gewonnen und somit ein Allzeithoch von 60 Mio. erreicht, berichtet Dailyexcelsior.com. Auch Flipkart habe 8,5 Mio. neue Anwender hinzugewonnen und führe den indischen E-Commerce nach Warenwert mit 50 bis 60 Prozent Marktanteil an. Der Schnell-Lieferdienst Blinkit verliere dagegen trotz einer viralen Marketing-Kampagne 2,6 Mio. Nutzer. Analysten sähen darin eine Rückkehr der Kunden zum E-Commerce. In Indien seien ca. 850 Mio. Menschen im Netz aktiv.
Walmart liefert jetzt Subway-Sandwiches in 30 Minuten
Walmart hat Subway-Sandwiches in seinen 30-Minuten-Lieferdienst aufgenommen und sie in einigen Bundesstaaten bereits in die App integriert, meldet Reuters.com. Bis zum Spätsommer wolle der Händler das Angebot auf rund 1.400 seiner 4.600 Filialen ausweiten. Perspektivisch sollten auch die übrigen In-Store-Mieter, wie Taco Bell, McDonald’s, Wendy’s und Auntie Anne’s, über die Walmart-App bestell- und lieferbar werden.
Alibaba öffnet Qwen für KFC und Co.
Alibaba öffnet seine KI-App Qwen für externe Marken, wie Retail-News.de berichtet. Unternehmen wie KFC, Luckin Coffee und Mixue könnten dort eigene Agenten einbinden, die komplexe Anfragen verstünden, Abläufe planten und Bestellungen mitsamt Budget, Standort und Rabatten eigenständig abwickelten. Die Agenten schlügen außerdem proaktiv Handlungen vor und würden dazu langfristige Nutzerdaten verwenden.
Belgiens Online-Handel boomt, vor allem Temu und Shein
Belgische Verbraucher gaben im vergangenen Jahr 18,3 Mrd. Euro online aus, was einem Plus von 5,4 Prozent entspricht, meldet Ecommercenews.eu. Mehr als neun von zehn Belgiern hätten online eingekauft, das Geld sei aber überwiegend ins Ausland geflossen: Heimische Anbieter seien nur um 3,43 Prozent gewachsen. Temu und Shein hingegen würden jährlich zwischen 20 und 30 Prozent zulegen.
Schweizer Bundesrat verschärft Regeln für E-Commerce
Der Schweizer Bundesrat hat einen Gesetzesentwurf zur Anhörung freigegeben, um Verbraucher im Online-Handel besser zu schützen, meldet Swissinfo.ch. Die Teilrevision des Produktesicherheitsgesetzes schaffe neue Pflichten für Online-Händler: Angebote bräuchten künftig Angaben zur Produktidentifizierung sowie Warn- und Sicherheitshinweise. Plattformen müssten eine inländische Kontaktstelle benennen. Zur Deckung der dadurch entstehenden Überwachungskosten erwäge Bern zudem eine Abgabe auf Waren, die direkt aus dem Ausland kämen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Digitaler Euro einen Schritt weiter
Die Verhandlungsführer im Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments haben nach langer Blockade eine gemeinsame Position zum digitalen Euro gefunden, meldet Heise.de. Strittig war vor allem, ob das Zahlungsmittel auch ohne Internetverbindung funktionieren solle. Der Kompromiss sehe Offline-Zahlungen zunächst nur im Nahbereich vor. Zudem sollten gedeckelte Gebühren kleinere Händler entlasten und strenge Datenschutzvorgaben die Privatsphäre sichern.
Mehr als ein Drittel der Deutschen tippt zur Fußball-WM der Männer online, meldet der Digitalverband Bitkom. Insgesamt beteiligten sich 42 Prozent an WM-Tippspielen, 38 Prozent davon digital. Am beliebtesten seien private Online-Runden, in denen 34 Prozent mit Freunden, Familie oder Kollegen tippten; 17 Prozent setzten auf kommerzielle Anbieter. Immerhin 18 Prozent verteidigten Stift und Zettel als Tipp-Abgabetechnologie. Drei Prozent der Tippenden planten nicht, sich die Spiele überhaupt anzuschauen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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