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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Galaxus verbrennt 200 Mio. Euro und macht weiter
Galaxus Deutschland hat seit dem Markteintritt 2018 mehr als 200 Mio. Euro Verlust angehäuft, berichtet Golem.de unter Berufung auf die NZZ. Allein 2024 seien 56 Mio. Euro Minus aufgelaufen, der Umsatz betrug 367 Mio. Euro. Allerdings bei einem Wachstum von 28 Prozent, während der restliche deutsche Online-Handel bei 1,1 Prozent stagniert habe. Im Ranking der größten deutschen Online-Händler sei Galaxus von Platz 65 auf 30 geklettert. Mutterkonzern Migros, der mit Tegut unlängst 600 Mio. Euro in Deutschland versenkte, peile die Profitabilität von Galaxus nun für 2028 oder 2029 an.
Hellofresh verliert Kunden, Geld und zwei Länder
Hellofresh hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatzrückgang von elf Prozent auf 6,8 Mrd. Euro verzeichnet, berichtet Theguardian.com. Die Bestellungen seien um zwölf Prozent gesunken, über 100 Mio. weniger Mahlzeiten wären ausgeliefert worden. Der Berliner Kochboxen-Versender, dessen Aktie seit dem Pandemiehoch 93 Prozent an Wert eingebüß habe, strich weltweit rund 2.800 Stellen und zog sich aus Spanien und Italien zurück. Im größten Markt USA brach der Umsatz wegen Produktionsproblemen und Qualitätsmängeln sogar um 17 Prozent ein. Für 2026 rechne das Unternehmen mit einem weiteren Minus von bis zu sechs Prozent.
Shein wirbt deutsche Händler für seinen Marktplatz
Shein baut seinen Marktplatz in Deutschland aus und hat bereits mehr als 600 Händler angebunden, berichtet Retail-News.de. Der chinesische Moderiese betrachte Deutschland als Schlüsselmarkt seiner europäischen Expansion. Zu den ersten Partnern zählten Leogra Trading, Lampenwelt und Floordirekt. Eine Kooperation mit Simplesell solle vor allem kleinen und mittelständischen Händlern den Einstieg erleichtern, indem Shopsysteme automatisiert mit Versanddienstleistern verbunden werden können. Die Plattform könne für deutsche Händler trotz Wettbewerb und Preistransparenz ein Tor zu internationaler Reichweite sein.
Online-Handel bleibt zuversichtlich und investiert in KI
Jeder zweite Online-Händler in Deutschland rechnet 2026 mit steigenden Umsätzen, berichtet Wirtschaft-Aktuell.de unter Berufung auf die Shopware-Händlerjahresumfrage. 46 Prozent der Befragten bewerteten ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut. Trotzdem würden schwaches Konsumklima (60 Prozent), steigende Kosten (54 Prozent) und Bürokratie (38 Prozent) die Entwicklung bremsen. Mehr als 70 Prozent beschäftigten sich bereits aktiv mit KI, gut die Hälfte plane hier Investitionen. Neun Prozent meldeten bereits positive Umsatzeffekte durch den Einsatz.
Das Oberlandesgericht Bamberg hat die Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands gegen Nettos exklusive App-Rabatte abgewiesen, berichtet Wiwo.de. Der Discounter dürfe Preisnachlässe weiterhin nur über seine App gewähren, eine Diskriminierung Älterer oder Kinder liege nicht vor. Die App stehe allen ab 14 Jahren offen. Laut einer Yougov-Umfrage sehen 41 Prozent der Verbraucher exklusive App-Rabatte positiv, doch fast genauso viele lehnen sie ab.
Unzer wird Hausbank: Geschäftskonto ohne Gebühren für Händler
Der Zahlungsdienstleister Unzer erweitert sein Angebot um ein gebührenfreies Geschäftskonto und eine Firmenkreditkarte im Mastercard-Netzwerk, wie das Unternehmen mitteilt. Beide Bausteine seien direkt mit den stationären und digitalen Kassenlösungen verknüpft und über das zentrale UnzerOne-Dashboard steuerbar. Einnahmen aus Kartenzahlungen flössen sofort aufs Geschäftskonto; Händler könnten damit ohne Umweg Wareneinkäufe oder Betriebskosten finanzieren. CEO Robert Bueninck betone, gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten brauche der Mittelstand Echtzeit-Überblick über seine Finanzströme. Der Dienst startet zunächst in Deutschland und Österreich.
HANDEL INTERNATIONAL
USA: KI-Werbung wächst zwölfmal schneller als klassische
Die Ausgaben für KI-gesteuerte Werbung in den USA steigen 2026 um 63 Prozent auf 57 Mrd. Dollar, prognostiziert die Beratungsfirma Madison and Wall laut Businessinsider.de. Damit fließe bereits jeder achte Werbedollar durch automatisierte Tools wie Googles Performance Max oder Metas Advantage+, die Targeting, Budgets und Kampagnen weitgehend eigenständig steuerten. Klassische Werbekanäle wüchsen im selben Zeitraum nur um fünf Prozent. Zwar äußerten Werbetreibende regelmäßig Bedenken über die mangelnde Transparenz der Blackbox-Systeme, in der Praxis opferten sie Durchblick aber bereitwillig für bessere Ergebnisse.
Frankreichs E-Commerce legte 2025 um sieben Prozent auf 196,4 Mrd. Euro zu, berichtet Interiordaily.com. Die Zahl der Transaktionen kletterte sogar um zehn Prozent auf 3,2 Mrd., dafür sei der Warenkorbwert um drei Prozent geschrumpft. Bereits 31 Prozent der Online-Käufer setzten vor dem Kauf generative KI ein, vor allem für Produktvergleiche; Datenschutzbedenken bremsten die Akzeptanz allerdings.
Meta schließt Horizon Worlds und setzt voll auf KI
Meta schließt seine virtuelle 3D-Welt „Horizon Worlds“ zum 15. Juni auf den Quest-Brillen und bietet künftig nur noch eine abgespeckte Mobilversion an, berichtet Spiegel.de. Die Abteilung Reality Labs habe Quartal für Quartal Milliardenverluste eingefahren, das Nutzerinteresse sei überschaubar geblieben. Anfang des Jahres habe der Konzern dort über 1.000 Stellen abgebaut. Statt ins Metaverse fließen die Ressourcen nun in KI-gestützte Wearables, wie die smarten Ray-Ban-Brillen mit integriertem KI-Assistenten.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Agentic Engineering im E-Commerce: Erst die Grundlagen, dann die Agenten
Agentic Engineering im E-Commerce scheitert aktuell nicht an fehlenden KI-Modellen, sondern an mangelnder technischer Reife und fehlender Governance, argumentiert Etailment-Experte Christian Maaß. Der eigentliche Hebel liege in Systemmodernisierung, sauberen APIs und klaren Entscheidungsräumen – nicht im nächsten Wunder-Prompt.
Alibaba hat mit Wukong eine KI-Plattform vorgestellt, die eigenständig mehrstufige Arbeitsabläufe in Unternehmen abwickeln kann, berichtet das Unternehmen. Die agentische KI steuere Rechner, Browser und Cloud-Systeme, bearbeite Dokumente, aktualisiere Tabellen und recherchiere. Taobao, Tmall und 1688 seien als modulare Skills integriert, geplant sei die Anbindung an Slack, Teams und Wechat. Für den E-Commerce biete Alibaba fertige Branchenlösungen für „Ein-Personen-Teams“ an, die so mit KI-Unterstützung ganze Betriebe ersetzen könnten.
96 Prozent der großen Online-Händler investieren in KI
Fast alle großen Online-Händler setzen bereits auf künstliche Intelligenz, berichtet Retaildive.com unter Berufung auf eine Logicbroker-Umfrage. 96 Prozent der Befragten hätten bereits in KI-Fähigkeiten investiert – vor allem in kundennahe Anwendungen wie intelligente Produktsuche, Chatbots und personalisierte Empfehlungen. 68 Prozent planten, in den kommenden zwölf Monaten eine Mio. Dollar oder mehr für Agentic Commerce auszugeben, 57 Prozent rechneten mit dem Einsatz von KI-Shopping-Agenten innerhalb eines halben Jahres.
KI-Zusammenfassungen schaden dem E-Commerce kaum
Googles KI-Zusammenfassungen drücken die Klickrate auf das erste organische Suchergebnis in Deutschland um 59 Prozent, so eine Sistrix-Analyse laut Searchenginejournal.com. Die „AI Overviews“ erschienen bei rund einem Fünftel aller deutschen Suchanfragen und kosteten geschätzt 265 Mio. organische Klicks pro Monat. Die Schäden verteilten sich dabei höchst ungleich: Wikipedia verliere rund fünf Prozent Traffic, weitere Verlierer seien beispielsweise DocCheck, die AOK, der ADAC und Pons. Der E-Commerce käme glimpflich davon: Amazon verliere nur 1,73 Prozent seiner Klicks, Idealo noch weniger – wer kaufen wolle, klicke weiterhin.
KI-Boom in Deutschland, KI-Kater in den USA
In Deutschland hat sich die regelmäßige KI-Nutzung am Arbeitsplatz binnen eines Jahres von 19 auf 38 Prozent verdoppelt, während sie in den USA von 64 auf 47 Prozent abrutschte, berichtet Heise.de. Der Rückgang in den USA hänge vor allem mit nachlassender Weiterbildung zusammen: Nur noch 31 Prozent der Unternehmen böten KI-Trainings an, vor einem Jahr waren es noch 45 Prozent. In Deutschland liege der Wert allerdings auch nur bei 28 Prozent, 14 Prozent der Firmen würden den Einsatz KI sogar komplett verbieten.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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