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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Thomas RehmRedakteur+++Anzeige+++
NRF 2026: Retail’s Big Show Europe Programm und Höhepunkte
Die NRF 2026: Retail’s Big Show Europe kehrt vom 15. bis 17. September 2026 nach Paris zurück und verspricht drei Tage voller Innovation, Diskussionen, Begegnungen und Inspiration. Die Veranstaltung findet in der Paris Expo Porte de Versailles statt und dauert genau diesen Zeitraum. Mehr
HANDEL NATIONAL
Hornbach: Online-Handel legt um neun Prozent zuDer Online-Umsatz der Baumarktkette Hornbach legte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 um rund neun Prozent zu, berichtet Retail-News.de. Der Nettoumsatz kletterte um 4,9 Prozent auf etwa 2,0 Mrd. Euro, getragen vom Europageschäft jenseits Deutschlands. Höhere Personal-, Betriebs- und IT-Kosten allerdings drückten das bereinigte EBIT auf rund 161 Mio. Euro, knapp unter das Vorjahresergebnis. Die Jahresprognose bleibe bestätigt.
Douglas senkt die Prognose
Die Douglas Group senkt laut Pressemitteilung ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26. Das dritte Quartal sei schwächer ausgefallen als erwartet, weil Unsicherheit und Preissensibilität die Kauflust dämpften. Statt früher erhoffter Werte rechne der Konzern nur noch mit null bis ein Prozent Umsatzwachstum (4,58 bis 4,63 Mrd. Euro) und einer bereinigten Ebitda-Marge von rund 15,0 Prozent. Während die Filialumsätze schrumpften, wachse der Online-Handel rentabel weiter. CEO van der Laan verlagere deshalb Investitionen vom Laden ins Netz und beschleunige die Digitalisierung.
Versandlabel macht aus Händlern Verpackungserzeuger
Ein simples Versandetikett könnte Online-Händler zu Verpackungserzeugern machen, warnt Haendlerbund.de. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) vertrete zur neuen EU-Verpackungsverordnung, die ab 12. August gelte, die Auffassung, ein aufgeklebtes Label verändere die Verpackung schon durch das höhere Gewicht und löse so Erzeugerpflichten aus – von Kennzeichnung bis Lizenzierung. Der Händlerbund widerspreche: Ein Etikett ändere weder Material noch Recyclingfähigkeit. Die offizielle Auslegung werde für Juli erwartet.
Schnäppchenjagd setzt den Einzelhandel unter Druck
Die Deutschen seien so intensiv auf Schnäppchenjagd wie noch nie, und der Einzelhandel zahlt drauf, berichtet Welt.de. 64 Prozent der Verbraucher bewerteten die Wirtschaftslage negativ, so dass je nach Kategorie bis zu 74 Prozent der Kaufentscheidungen auf Rabatten basierten. Außer den Discountern zählten besonders Temu und Shein zu den Gewinnern, die dem Markt jährlich 2,5 Mrd. Euro entziehen würden. Aber auch der Second-Hand-Markt profitiere und habe 2025 online 10,5 Mrd. Euro umgesetzt.
HANDEL INTERNATIONAL
Türkei: Uber darf sich Getir kaufen
Uber darf Getirs türkisches Liefergeschäft übernehmen, nachdem die Wettbewerbsbehörde des Landes grünes Licht gab, meldet Thenextweb.com. Für die Essenslieferung zahle Uber 335 Mio. Dollar, zusätzlich sichere sich der Konzern für 100 Mio. Dollar einen Anteil von 15 Prozent am übrigen Geschäft. Die Behörde knüpfe die Freigabe an eine Investitionszusage von 500 Mio. Dollar in der Türkei. Uber wolle Getir mit dem lokalen Dienst Trendyol Go verschmelzen.
Mercari Japan hat eine eigene App für US-Käufer gestartet, die direkten Zugang zum japanischen Marktplatz mit Sammlerstücken, Anime-Artikeln und Trading Cards bietet, meldet Digitalcommerce360.com. Kunden sähen beim Checkout den vollen Endpreis samt Zöllen und Importgebühren; Mercari wickle Kauf, Versand und Prüfung selbst ab. Das Cross-Border-Geschäft habe sich binnen drei Jahren verfünfzehnfacht; bis 2028 solle die App mindestens 50 Länder erreichen.
Alibaba eröffnet zwei französische Rechenzentren
Alibaba Cloud hat in Paris zwei Rechenzentren eröffnet und damit seinen dritten europäischen Standort nach Deutschland und Großbritannien geschaffen, berichtet Thenextweb.com. Das Timing sei heikel: Die EU-Kommission habe am 3. Juni ihr Tech-Souveränitätspaket vorgelegt, dessen Cloud and AI Development Act ein vierstufiges Modell einführe. Die strengsten Stufen verlangten EU-Eigentum – eine Hürde, die ein chinesischer Anbieter bei Staatsaufträgen kaum nehmen könne.
Fruugo erweitert Verkäuferbasis bis ins Baltikum
Der Marktplatz Fruugo erlaubt laut Channelx.world Händlern in Australien, Singapur, Neuseeland und Norwegen ab sofort den Verkauf im eigenen Heimatmarkt. Bisher hätten diese Verkäufer dort nur international anbieten können. Seit dem 18. Juni zählten zudem Estland, Lettland und Litauen zu den neuen Verkäuferländern, denn das Baltikum gelte als wachsender Markt mit spürbarer Nachfrage nach internationalen Kanälen. Zu den wichtigsten Absatzgebieten des in Finnland gestarteten Unternehmens zähle die Schweiz.
E-Food Schweiz stagniert bei drei Prozent
Der Schweizer E-Food-Markt stabilisiert sich, ohne große Umwälzungen, auf moderatem Niveau, so das Jahres-Update von Carpathia.ch. Der Online-Anteil im Food-Segment verharre bei drei Prozent, das Frischevolumen sei 2025 auf 775 Mio. Franken gewachsen. Coop.ch habe Migros Online überholt. Während Farmy und Smood.ch vom Markt verschwunden seien, drängten Lebensmittelretter wie Too Good to Go und Secend nach. Der Quick Commerce habe sich nicht etablieren können, im Supermarkt-Segment halte nur noch Alfies durch.
TRENDS & TECHNOLOGIE
KI-Wildwuchs bremst den Nutzen aus
Der KI-Trend „Tokenmaxxing“ ist bereits erschöpft, berichtet Businessinsider.de. Amazon habe seine berüchtigte KI-Rangliste abgeschafft, die den Tokenverbrauch als KI-Kompetenz bewertete. Allgemein herrsche bei den Angestellten KI-Wildwuchs, 77 Prozent griffen zu mehreren verschiedenen Tools und viele teilten ihre Erfolge nicht mit den Kollegen. Einzelne berichteten zwar davon, so elf Stunden Arbeitszeit in der Woche einzusparen, allerdings sähen nur 13 Prozent die Unternehmensleistung verbessert. Vielmehr führe die mangelnde Kontrolle, das sogenannte „Bot-Sitting“ und der ungeprüfte „Workslop“ oft sogar zu höherem Arbeitsaufwand.
Betrügerische Kunden setzen dem Online-Handel weltweit immer stärker zu, zitiert Mannheimer-Morgen.de eine Analyse von Lexisnexis Risk Solutions. Besonders Konjunkturflaute und organisierte Kriminalität befeuerten den Trend. Banden zahlten etwa Studenten oder Rentnern Geld dafür, dass sie unter eigenem Namen bestellten oder ihre Identität ausliehen. Solcher Betrug unter echtem Namen mache 2025 schon 38,8 Prozent aller Fälle aus, in Europa fast 52 Prozent. Besonders „Buy now pay later“ und Kreditverträge würden leiden – die Beweislast bleibe im Zweifel beim Händler.
Vertrauen verkauft besser als Rabatt
Großzügige Rückgaberegeln steigern die Kaufabschlüsse im Online-Handel spürbar, berichtet Techbullion.com. Unsicherheit über Retouren zähle zu den häufigsten Gründen für Warenkorbabbrüche. Lange Fristen, kostenlose Rücksendung und einfache Abwicklung senkten das gefühlte Kaufrisiko der Kunden. Besonders Mode, Elektronik und Möbel profitierten. Studien zeigten zudem, dass zufriedene Rückgabe-Erlebnisse die Kundenbindung stärker prägten als die Produktzufriedenheit selbst. Kleine Marken könnten so ohne Preiskampf gegen große Marktplätze bestehen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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