3D-Illustration zu E-Commerce-Themen: Investitionen, Lieferung, Blumenpaket und autonome Mobilität
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Investitionsranking, Muttertag, Wohlstand, Lenovo + WeRide, Vinted, Amazon Now, Huboo + Sorted, KI + Schulung, KI + Governance

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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– ein Muss, wenn Google in den nächsten Monaten das Universal Commerce Protocol integriert. -> Mehr lesen

HANDEL NATIONAL

Kundenservice-KI schlägt Wero und Wallet im Investitionsranking
KI-Agenten im Kundenservice stehen auf der obersten Investitionsstufe deutscher Online-Händler, melden Bevh.org und Nexi im Report „Trending Topics 2026“. Generative KI und agentische Ansätze gälten den Befragten längst als geschäftskritische Infrastruktur, nicht mehr als Spielwiese. Beim Bezahlen wandere Wero auf die Roadmap, während Digitaler Euro und EUDI-Wallet vorerst noch beobachtet würden. Personalisierte Werbung, schlankere Retouren und Recruiting prägten die restliche Agenda, Logistikroboter blieben noch Zukunftsmusik abseits der Budgetplanung.

Muttertag bringt dem Handel über eine Mrd. Euro
Zum Muttertag planen die Verbraucher in Deutschland, 1,05 Mrd. Euro im Einzelhandel für Geschenke auszugeben, meldet der Handelsverband Deutschland. Trotz trüber Konsumstimmung halte die Spendierfreude damit nahezu das Vorjahresniveau von 1,08 Mrd. Euro. 30 Prozent der Befragten wollten zum Anlass etwas verschenken und dafür 18,72 pro Kopf ausgeben. Beliebtester Klassiker bleibe der Blumenstrauß vor Lebensmitteln und Kosmetik.

Deutschlands Wohlstand bröckelt seit 2020
Mehrere Wohlstandsindikatoren in Deutschland zeigen seit 2020 Rückgang oder Stagnation, ergibt eine Studie des Ifo-Instituts. Betroffen seien BIP pro Kopf, BIP-Wachstum, Lebenszufriedenheit und Lebenserwartung. Ohne tiefgreifende Reformen drohe eine Abkopplung von der weltweiten Entwicklung. Die Digitalisierung trage globale Marktkonzentration nach Deutschland, vor allem durch US-Unternehmen. Hinzu kämen sinkende soziale Mobilität, demografischer Druck und magere Investitionen. Lichtblicke bildeten Forschungsausgaben von 3,1 Prozent des BIP sowie der Umweltschutz.


HANDEL INTERNATIONAL


Lenovo und WeRide planen 200.000 Robofahrzeuge
Der chinesische Robotaxi-Spezialist WeRide und der Computerhersteller Lenovo wollen in den kommenden fünf Jahren 200.000 autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen, berichtet Heise.de. Die auf der Messe Auto China 2026 in Peking geschlossene Kooperation ziele auf die weltweite Kommerzialisierung des hochautonomen Fahrens nach SAE-Level 4. Neben Robotaxis seien auch Lieferwagen, Busse und Straßenkehrmaschinen vorgesehen. Lenovo steuere KI-Recheninfrastruktur sowie Fertigungs- und Lieferkettenkapazitäten bei, WeRide die Software.

Vinted ist jetzt acht Mrd. Euro wert
Der litauische C2C-Marktplatz Vinted wird nach einer abgeschlossenen Sekundärtransaktion über 880 Mio. Euro mit acht Mrd. Euro bewertet, meldet Textilwirtschaft.de. Bestehende Anteile seien an neue Eigner gewechselt, frisches Primärkapital habe Vinted nicht aufgenommen. Die Platzierung sei deutlich überzeichnet gewesen. 2025 habe Vinted das Bruttowarenvolumen um 47 Prozent auf 10,8 Mrd. Euro gesteigert, bei 1,1 Mrd. Euro Umsatz und 62 Mio. Euro Nettogewinn.

Amazon Now wird auf 100 indische Städte ausgeweitet
Amazon weitet seinen Schnelllieferdienst Amazon Now auf 100 indische Städte aus, berichtet Outlookbusiness.com. Bislang bediene der Konzern nur Delhi-NCR, Mumbai und Bengaluru, künftig kämen unter anderem Kochi, Amritsar und Lucknow hinzu. Über 1.000 Mikro-Fulfillment-Center sollen helfen, Alltagsartikel binnen Minuten an die Haustür zu bringen. Mehr als 16.000 Bauern würden Frischware direkt an Endkunden liefern. Eingebettet sei das Vorhaben in ein Indien-Investment von 35 Mrd. Dollar bis 2030.

OpenAIs verlangsamtes Wachstum gefährdet Rechenkapazitäten
OpenAI-Führungskräfte hinterfragen die enormen Ausgaben für Rechenleistung, berichtet Golem.de unter Berufung auf das Wall Street Journal. Finanzchefin Sarah Friar habe intern gewarnt, dass vertraglich zugesicherte Rechenkapazitäten künftig nicht mehr bezahlbar seien, falls der Umsatz zu langsam wachse. Auch der Aufsichtsrat zweifle an weiteren Zukäufen durch CEO Sam Altman. Bestehende Verträge belasteten OpenAI mit 600 Mrd. Dollar. Ende 2025 habe sich das ChatGPT-Wachstum verlangsamt, das interne Ziel von einer Mrd. wöchentlicher Nutzer sei ebenso verfehlt worden.

Vom Lager bis zur Retoure: Huboo übernimmt Sorted
Der britische Fulfillment-Anbieter Huboo hat die Sorted Group Limited übernommen und bündelt damit Lagerlogistik, Versand, Retouren und Lieferanalyse auf einer Plattform, berichtet Pulse2.com. Gemeinsam wickele man jährlich über 100 Mio. Pakete für mehr als 400 Marken ab, was sich zu einem Bruttowarenwert von rund einer Mrd. Pfund addiere. Sorteds Technologie, bereits bei Marks & Spencer, Asda und JD Sports im Einsatz, stehe Dritten weiter offen.

Briten am zuversichtlichsten beim grenzüberschreitenden Online-Handel
Drei Viertel der weltweiten Online-Händler rechnen 2026 mit wachsenden Auslandsverkäufen, zitiert Channelx.world aus dem Asendia-Report „Beyond Borders“. Im Vorjahr seien es 72 Prozent gewesen, der Optimismus halte sich also trotz Zöllen und Kriegen. Am zuversichtlichsten zeigten sich britische Händler mit 85 Prozent, gefolgt von den USA mit 79 Prozent; europäische Händler bildeten mit 61 Prozent das Schlusslicht. Als größte Stolpersteine hätten die Befragten Zollabwicklung, schwankende Carrier-Leistung und Retouren ausgemacht. Gegensteuern wolle die Branche mit Echtzeit-Tracking, KI-Chatbots, Paketshops und lokalen Retourenzentren.


KI: Ja – Schulungen: Nein, danke
Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland setzt generative KI-Werkzeuge wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Copilot im Arbeitsalltag ein, berichtet Zeit.de unter Berufung auf eine TÜV-Umfrage. 56 Prozent der Firmen nutzten die Werkzeuge, 50 Prozent sähen hohen Weiterbildungsbedarf, doch nur 27 Prozent hätten ihre Belegschaft bislang geschult. In kleinen Unternehmen seien es gerade einmal 21 Prozent. Eine schriftliche Weiterbildungsstrategie verfolgten nur 29 Prozent.

Jeder Dritte plaudert wöchentlich mit der KI
Ein Drittel der Menschen in Deutschland greift mindestens einmal pro Woche zu KI-Diensten, 15 Prozent sogar täglich, meldet der Digitalverband Bitkom. Insgesamt nutzten 58 Prozent KI, 35 Prozent ließen sich dabei beim Einkauf helfen. Bei den Anbietern hätten US-Konzerne den Takt gesetzt: ChatGPT komme auf 71 Prozent, Gemini auf 50, Copilot auf 43 Prozent. 72 Prozent empfänden Deutschland als zu USA-abhängig, zwei Drittel wünschten sich heimische oder europäische Alternativen.

Die KI ist da, die Kontrolle fehlt
Nicht mehr die Einführung von KI bereite Unternehmen Kopfschmerzen, sondern deren Beherrschung, berichtet Techradar.com unter Berufung auf eine Lenovo-Studie. Über 70 Prozent der betrieblichen KI-Nutzung liefen ohne ordentliche Aufsicht, was Lenovo als „KI-Ausführungslücke“ bezeichne. Mehr als sieben von zehn Beschäftigten griffen wöchentlich zu KI-Werkzeugen, bis zu ein Drittel davon an der IT-Abteilung vorbei. 61 Prozent der IT-Verantwortlichen meldeten zunehmende Sicherheitsrisiken, doch nur 31 Prozent trauten sich deren Steuerung zu. Selbst 43 Prozent der Mitarbeitenden sorgten sich um Datenlecks. Es entstehe eine Belegschaft mit zwei Geschwindigkeiten – und eine wachsende Angriffsfläche.
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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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