
Investoren kehren Hertie den Rücken
Nach dem Rückzug einer Investorengruppe steht die insolvente Warenhauskette Hertie vor dem Aus. Schuld daran sei der britische Eigentümer.

Nach dem Rückzug einer Investorengruppe steht die insolvente Warenhauskette Hertie vor dem Aus. Schuld daran sei der britische Eigentümer.
Für den Abbruch der Verhandlungen machte Schuchardt die britischen Hertie- Investoren von Dawnay Day verantwortlich. "Wir hatten keine Chance", sagte er. Dawnay Day habe ausschließlich ein Interesse am Verkauf der Immobilien und nicht am Abschluss langfristiger Mietverträge gehabt. Ohne diese Voraussetzung sei ein Engagement jedoch nicht möglich gewesen.
Dawnay Day sei Eigentümer von 43 der noch verbliebenen 54 Hertie-Standorte. Mit den anderen Vermietern sei eine Einigung erzielt worden. Doch ein Betrieb mit nur elf Warenhäusern sei nicht realisierbar.
Als Vertreter der Eigentümer wies Rechtsanwalt Detlev Stöcker die Vorwürfe zurück und bezweifelte die Finanzkraft der zum Einstieg bei Hertie angetretenen Investoren. Die Hertie-Eigentümer seien jedoch auf "potente Mieter" angewiesen.
Die britischen Investoren von Dawnay Day hatten die damals noch 74 Warenhäuser im Jahr 2005 von der ums Überleben kämpfenden Warenhauskette Karstadt übernommen. Später wurde die zunächst unter dem Namen "Karstadt Kompakt" geführte Kette auf den Namen "Hertie" umgetauft.
Nachdem im vergangenen Jahr der britische Eigentümer in eine wirtschaftliche Schieflage geraten war, musste auch Hertie Insolvenz anmelden. Im März wurde dann das offizielle Insolvenzverfahren für Hertie vom Essener Amtsgericht eröffnet.