
Kellerhals will Media-Saturn zurückkaufen
Dass der Machtkampf zwischen der Metro und Media-Saturn-Gründer Kellerhals öffentlich ausgetragen wird, ist nicht neu. Jetzt überrascht der Minderheitsgesellschafter mit einer Ankündigung.

Dass der Machtkampf zwischen der Metro und Media-Saturn-Gründer Kellerhals öffentlich ausgetragen wird, ist nicht neu. Jetzt überrascht der Minderheitsgesellschafter mit einer Ankündigung.
Dass eine solche Übernahme vermutlich Milliarden kosten würde, schreckt Kellerhals nicht ab: "Die Finanzierung ist nicht das Thema." Nach dem Rückkauf wolle er Media-Saturn wieder dezentraler organisieren sowie kreativer und experimentierfreudiger machen. Die Metro-Führung hatte in der Vergangenheit ihrerseits dem Minderheitsgesellschafter wiederholt vorgeworfen, eine notwendige Neuausrichtung bei der Elektronikhandelsgruppe zu behindern.
Media-Saturn gehört zu gut 78 Prozent dem Handelskonzern Metro, den Rest der Anteile hält Kellerhals. Der verfügt über eine Sperrminorität in der Gesellschafterversammlung. Um dieses Vetorecht zu schwächen, hatte die Metro 2011 einen Beirat für wichtige operative Weichenstellungen eingerichtet, in dem sie das Sagen hat.
Hintergrund des Konflikts waren damals das schwache Internetgeschäft von Media-Saturn und ein Streit über die künftige Expansionsstrategie gewesen. Kellerhals wehrt sich seitdem erbittert gegen den Machtverlust.
Als letzter Paukenschlag hatte Anfang Mai Media-Saturn-Chef Horst Norberg überraschend seinen Rücktritt erklärt, nachdem Kellerhals immer mehr auf Distanz zu ihm gegangen war. Der von der Metro geplanten Berufung ihres Vorstandsmitglieds Pieter Haas zum neuen Media-Saturn-Chef erteilte Kellerhals eine Absage. Haas habe Media-Saturn erst vor einem Jahr im Streit verlassen, erklärte er im SZ-Interview.
"Angeblich war es ihm nicht mehr zuzumuten, für Media-Saturn zu arbeiten. Wie kann ich da annehmen, dass jetzt seine ganze Loyalität wieder dem Unternehmen Media-Saturn gehören soll, zumal er seinen Vorstandsposten bei der Metro nicht aufgeben will?", so Kellerhals in der SZ.
Auch Metro-Vorstandschef Olaf Koch kommt in dem Interview nicht gut weg. Dieser gebe sich nur in der Öffentlichkeit gesprächsbereit. "Hinter den Kulissen macht er, was er will", wettert Kellerhals. Der Metro-Konzern wollte die neuesten Äußerungen Kellerhals' am Donnerstag nicht kommentieren.