3D-Illustration zu Marktplätzen, Verpackung, KI-Chat und IT-Sicherheit im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Marktplätze, Verpackungsverordnung, SAP, Konsumlaune, Amazon, Italien, ChatGPT, IT-Bedrohungen, schlechtes Gewissen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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– ein Muss, wenn Google in den nächsten Monaten das Universal Commerce Protocol integriert. -> Mehr lesen

HANDEL NATIONAL

Marktplätze löschen 30 Mio. unsichere Produkte im Monat
Amazon, Ebay, Temu, Otto und Aliexpress haben im November EU-weit knapp 70 Mio. Produkte aus ihrem Angebot entfernt, davon fast 30 Mio., weil sie unsicher oder gar verboten waren, berichtet Vzbv.de. Bei nur 759 dieser Millionen von Löschungen hätten die Plattformen auf eine konkrete Warnung des EU-Schnellwarnsystems Safety Gate verwiesen. Der Vzbv habe beispielsweise ein bleibelastetes Kuscheltier gefunden, vor dem seit fast drei Jahren gewarnt werde. Deswegen fordere der Verband, dass Produkte, für die Warnungen vorliegen, gar nicht erst online gehen dürfen.

Gebrauchte Verpackungen werden zum Bürokratie-Risiko
Gebrauchte Verpackungen werden für Online-Händler ab dem 12. August zum juristischen Stolperstein, berichtet Haendlerbund.de. Zwar verlagere die neue Verpackungsverordnung die Lizenzpflicht auf den Erzeuger, doch der im Zweifel notwendige Nachweis einer bereits erfolgten Lizenzierung bleibe kaum zu erbringen. Wer einen Schuhkarton wiederverwende, gelte ohne Beleg als erster „Inverkehrbringer“ und das bedeutet Lucid-Registrierung und Systembeteiligung. Ab August kämen Konformitätsbewertung und EU-Erklärung noch obendrauf. Die eigentlich ressourcenschonende Wiederverwendung werde so zur Dokumentations-Herausforderung.

SAP kauft sich KI-Verstärkung in Freiburg und den USA
SAP baut sein KI-Geschäft mit zwei Zukäufen aus und übernimmt die US-Datenplattform Dremio sowie das Freiburger Start-up Prior Labs, berichtet Manager-Magazin.de. Allein in Prior Labs wolle SAP in den nächsten vier Jahren mehr als eine Mrd. Euro stecken. Das eigenständig bleibende Unternehmen habe sich auf KI für strukturierte Daten spezialisiert und könne damit Zahlungsausfälle oder Absatzchancen vorhersagen – ein Feld, an dem Sprachmodelle wie ChatGPT regelmäßig scheitern würden.

Entlastungspakete verpuffen: Konsumlaune auf Talfahrt
Die Verbraucherstimmung in Deutschland sinkt laut HDE-Konsumbarometer im Mai auf den tiefsten Stand seit Februar 2023. Steigende Preise, eine schwächelnde Konjunktur und globale Konflikte trübten die Stimmung erheblich ein. Die jüngsten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung verpufften bislang wirkungslos, der Iran-Krieg habe jegliche Hoffnung auf eine Erholung zunichtegemacht.


HANDEL INTERNATIONAL


Amazon wird zum Konkurrenten von DHL, UPS & Co.
Amazon öffnet sein weltweites Logistiknetzwerk für externe Unternehmen jeder Größe und Branche, kündigt der Konzern an. Unter dem Namen „Amazon Supply Chain Services“ würden Fracht (per Schiff, Luft, Schiene und Straße), Fulfillment und Paketversand zu einem neuen Produkt gebündelt. Drittfirmen werde dieselbe Effizienz und Geschwindigkeit versprochen, die Amazon intern aufgebaut habe. Erstkunden seien Procter & Gamble, 3M, Lands‘ End und American Eagle.

China: Kostenersparnis durch KI kein Kündigungsgrund
Ein Gericht im chinesischen Hangzhou hat die Kündigung eines Mitarbeiters wegen geplanten KI-Ersatzes für rechtswidrig erklärt, berichtet Scmp.com. Der 35-jährige Zhou, zuständig für KI-generierte Antworten bei einem Fintech-Unternehmen, habe Degradierung und Gehaltskürzung abgelehnt und sei daraufhin entlassen worden. Die Richter hätten in allen Instanzen festgestellt, dass Kostenersparnis keine „wesentliche Änderung der objektiven Umstände“ darstelle, und dem Kläger umgerechnet rund 38.000 Dollar zugesprochen.

Italiens Online-Handel wächst um 6 Prozent
Der italienische E-Commerce erreichte 2025 ein geschätztes Volumen von 90,6 Mrd. Euro, ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, meldet Ecommercenews.eu. Stärkster Sektor bleibe Reise und Tourismus mit über 22 Mrd. Euro, gefolgt von Marktplätzen (17,1 Mrd.) und Freizeit (13,4 Mrd.). Beim Auslandsgeschäft setzten italienische Online-Händler vor allem auf Deutschland (13 Prozent), Frankreich (12 Prozent) und Spanien (zehn Prozent).

ChatGPT verteilt jetzt Marketing-Cookies
OpenAI aktiviert standardmäßig Marketing-Cookies bei Gratiskonten von ChatGPT, berichtet Wired.com. Plus- und Enterprise-Kunden blieben hingegen verschont. Die Gespräche mit dem Chatbot lägen zwar weiterhin bei OpenAI, doch Cookie-IDs, Geräte-IDs oder E-Mail-Adressen wandern an Werbeplattformen. So wolle man messen, wie viele Anmeldungen die eigenen Anzeigen bei Meta, Google und Co. einbrächten. Parallel baue OpenAI sein Werbenetzwerk innerhalb von ChatGPT aus: Bereits seit Februar erschienen unter den Antworten auch Anzeigen.


Die bedrohlichsten Hacker sind auf der Lohnliste
Interne Bedrohungen übertreffen erstmals externe Angriffe, zitiert Techradar.com einen Report von Orange Cyberdefense. Binnen eines Jahres seien sie von 47 auf 57 Prozent gestiegen, während das klassische Hacking bei 31 Prozent verharrt sei. Das Fehlverhalten von Mitarbeitern habe von 29 auf 45 Prozent zugelegt, Endgeräte seien an 53 Prozent der Vorfälle beteiligt. Prominentester Treiber der Entwicklung sei die Schatten-IT, befeuert durch Chatbots: Frustrierte Beschäftigte griffen auf nicht freigegebene, aber öffentliche Tools zurück und fütterten diese mit sensiblen Daten.

Schlechtes Gewissen kostet Online-Händler Milliarden
Kunden brechen ihr Online-Shopping aus einem bisher wenig untersuchten Grund ab – aus schlechtem Gewissen, so eine Studie der Universität Tel Aviv laut Jpost.com. Preis oder Versandkosten seien weniger abschreckend als der innere psychologische Rechtfertigungsdruck: Wer sich hauptsächlich Genussartikel in den Warenkorb klicke, empfinde das schnell als verschwenderisch und breche dann ab – funktionale Artikel wirkten dagegen ausgleichend. Schon die bloße Empfehlung nützlicher Artikel ließe die Abbruchquote messbar sinken, so Professor Liat Hadar. Anders ausgedrückt: Man kauft nicht eine Tafel Schokolade allein, aber mit Zahnbürste schon.

McKinsey: Drei Dollar zurück pro investiertem KI-Dollar
KI bringt drei Dollar pro investiertem Dollar zurück, zitiert Businessinsider.de eine Analyse von McKinsey. Die Unternehmensberatung habe sich zur Untersuchung 20 Spitzenunternehmen herausgepickt, die konsequent ein Framework umgesetzt hätten, das auf dem von drei McKinsey-Angestellten verfassten Buch „Rewired“ basiere. Bei diesen 20 habe sich durch die KI-Strategie nach zwei bis vier Jahren ein 20 Prozent verbesserter Gewinn nachweisen lassen. Entscheidend sei der Fokus: Zwei Drittel hätten KI nur in drei oder weniger Bereichen verankert.

Zwei Drittel zahlen smart per Watch & Phone
Zwei Drittel der Deutschen haben in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal mit Smartphone oder Smartwatch kontaktlos an der Kasse bezahlt, meldet der Bitkom. Vor drei Jahren sei es erst gut die Hälfte gewesen. Bei den 16- bis 29-Jährigen griffen 78 Prozent zu Handy oder Uhr, bei den über 65-Jährigen immerhin ein Drittel. Bezieht man die klassische Karte mit ein, zahlten 97 Prozent zumindest gelegentlich kontaktlos.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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