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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Drei Viertel der Jugendlichen shoppen kaum online
Laut einer Sonderauswertung der Mediensuchtstudie der DAK lassen sich 47,2 Prozent der 10- bis 17-jährigen Deutschen durch Soziale Medien und 40,4 Prozent durch Influencer bei ihren Kaufentscheidungen beeinflussen. 12,2 Prozent gäben monatlich sogar 51 bis 100 Euro online aus. Beliebteste Plattformen seien Amazon, Zalando und Ebay, erst danach folgten Temu und Shein. Gut drei Viertel der Jugendlichen kauften allerdings nie oder nur unregelmäßig online, und nur 1,2 Prozent gälten als problematische Käufer.
MediaMarktSaturn baut mit Serviceplan neue Marketingplattform
MediaMarktSaturn baut gemeinsam mit Serviceplan eine neue, KI-gestützte Marketing-Plattform, berichtet Retail-News.de. Herzstück sei die Einheit „Momentum“, die Strategie, Kreation, Produktion und Distribution verzahne, ergänzt um das System „Momentum OS“, das Daten, Automatisierung und Content-Produktion bündele. Damit wolle der Elektronikhändler manuelle Einzelprozesse durch eine skalierbare Lösung ersetzen und vorerst Kunden in DACH und Benelux kanalübergreifend in Echtzeit ansprechen.
RBC sieht Zalando als Sieger im deutschen Modemarkt
Eine Analyse der Royal Bank of Canada sieht im deutschen Modemarkt noch großes Wachstumspotenzial für Zalando, berichtet IT-Times.de. Der E-Commerce gewinne im europäischen Mode-Einzelhandel weiter an Gewicht, in Deutschland sogar stärker als in Großbritannien. Doch seien Textil-Rohstoffkosten und der Transport durch den Irankrieg gestiegen, Preissteigerungen fürs zweite Halbjahr wahrscheinlich. Diese Fakten und die EU-Einfuhrregelungen setzten aber die Konkurrenten Shein und Temu noch stärker unter Druck.
Preise im Großhandel steigen beinahe sechs Prozent
Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel lagen im Mai um 5,9 Prozent über dem Vorjahresmonat, meldet das Statistische Bundesamt. Treiber sei der Krieg im Iran und Nahen Osten, der Energie und Rohstoffe verteuere: Mineralölerzeugnisse kosteten 30,5 Prozent mehr, Nicht-Eisen-Metalle 36,1 Prozent. Gegenüber April fielen die Preise jedoch um 0,6 Prozent, und das vor allem, weil der gesenkte Energiesteuersatz den Sprit an der Großhandelszapfsäule um 7,3 Prozent verbilligte.
HANDEL INTERNATIONAL
In Europa wächst die Türkei am schnellsten
Im europäischen E-Commerce wächst kein Markt schneller als die Türkei, berichtet Ecommercenews.eu. Bis 2029 sei dort ein durchschnittliches Jahresplus von 12,9 Prozent zu erwarten. Knapp dahinter folge Bulgarien mit 12,5 Prozent. Allerdings hätten die türkischen Online-Ausgaben zuletzt rund 86 Mrd. Euro erreicht, in Bulgarien dagegen nur 1,2 Mrd. Euro. Das stärkste Wachstum bündele sich in Ost- und Südeuropa, strukturell bedingt durch geringe Marktdurchdringung und Nachholbedarf bei Infrastruktur und Marktplätzen.
Der Online-Händler Digitec Galaxus bündelt seine Sonderangebote ab sofort in einer eigenen Produktkategorie „Aktionen“, wie ITMagazine.ch berichtet. Die Kundschaft könne die Rabatte dort nach Produktkategorie, Marke und Preis filtern, statt sie einzeln auf den Startseiten zu suchen. Die frühere Kategorie „Sale“ heiße neu „Ausverkauf“ und trage eine rote Markierung, reguläre Aktionen eine violette. Bei „Spezialaktionen“ wiederum erscheine der reduzierte Preis erst nach dem Login.
Salesforce kauft sich KI-Agenten für 3,6 Mrd. Dollar
Salesforce übernimmt die KI-Kundenservice-Plattform Fin für 3,6 Mrd. Dollar, wie Techcrunch.com berichtet. Das vormals als Intercom firmierende Unternehmen biete einen KI-Agenten, der Kundenanfragen kanalübergreifend bearbeite, egal ob per Live-Chat, Whatsapp, SMS, Telefon oder Slack. Salesforce wolle Team und Technologie nutzen, um die hauseigene Plattform „Agentforce“ zu stärken, mit der sich Kunden eigene KI-Agenten zur Automatisierung bauen können.
KI-Inhalte im Shop müssen gekennzeichnet werden
Ab dem 2. August müssen Online-Händler offenlegen, wenn Shop-Inhalte auf künstlicher Intelligenz basieren, berichtet Haendlerbund.de. Ein neuer Verhaltenskodex der EU-Kommission konkretisiere die Regeln: Deepfakes wie virtuelle Models oder synthetische Werbeclips bräuchten ein sofort erkennbares Label, bei Bildern etwa in der oberen rechten Ecke, bei Audio-Dateien einen hörbaren Hinweis. Entwarnung gebe es für Produkttexte und Kategoriebeschreibungen. Auch redaktionell geprüfte KI-Texte entgingen der Pflicht.
Europa kauft, was billiger ist
Europas Verbraucher sparen, zitiert Retail-News.de eine BCG-Studie. Mehr als die Hälfte blicke pessimistisch auf die Wirtschaftslage und sorge sich um die eigenen Finanzen. Entsprechend bröckele die Markentreue: Der Großteil greife zu Angeboten oder günstigeren Alternativen, fast die Hälfte zu unbekannten Marken. Gespart werde besonders bei Mode, Alkohol und Snacks; sonstige Lebensmittel und der Haustierbedarf blieben stabil. Auch der Second-Hand-Markt wachse aus Sparzwang, weniger wegen der Nachhaltigkeit.
Großbritannien verbietet soziale Medien unter 16 Jahren
Großbritannien verbietet sozialen Netzwerken künftig Nutzer unter 16 Jahren, wie Premier Keir Starmer laut Reuters.com am Montag ankündigte. Betroffen seien Tiktok, Youtube, Instagram, Snapchat, Facebook und X, aber auch Gaming-Plattformen. Angestrebt sei ein schärferes Vorgehen als in Australien. Inkrafttreten könne das Verbot ab nächstem Frühjahr, gestützt auf neue Regeln, die bis Jahresende formuliert würden. Die Umsetzung sei aber noch offen, als wahrscheinlich gelte eine Altersprüfung für sämtliche Nutzer.
TRENDS & TECHNOLOGIE
90 Prozent nutzen KI – 25 Prozent skalieren
Fast 90 Prozent der Händler nutzen oder erproben KI, doch nur rund ein Viertel betreibt sie im großen Maßstab, berichtet Retaildive.com. 87 Prozent meldeten zwar positive Umsatzeffekte, scheiterten aber häufig an der Umsetzung in Filialen und Verteilzentren. Dort bremsten gemischte Geräteflotten, uneinheitliche Updates und instabile Verbindungen den Datenfluss. Die teuerste KI nütze nichts, wenn im Lager die Kameralinse verschmiert oder das Tablet nicht geladen sei.
Vier von fünf britischen IT-Verantwortlichen kämpften im vergangenen Jahr mit unerwarteten KI-Kosten, zitiert Techradar.com eine Umfrage von Asana. Firmen unterschätzten beim Sprung vom Pilotprojekt zur breiten Nutzung oft die Folgekosten für Integration, Governance und Skalierung. 53 Prozent räumten auch ein, ein KI-Tool habe sie bereits in finanzielle oder juristische Schwierigkeiten gebracht. 37 Prozent der Angestellten verbrächten täglich über eine halbe Stunde damit, KI-Ausgaben zu korrigieren.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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