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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Thomas RehmRedakteur – ein Muss, wenn Google in den nächsten Monaten das Universal Commerce Protocol integriert. -> Mehr lesen
HANDEL NATIONAL
Mister Spex setzt auf Filialen statt Online-Wachstum
Mister Spex verbesserte im ersten Quartal sein bereinigtes Ebitda auf 1,3 Mio. Euro, obwohl der Nettoumsatz um neun Prozent auf 40,7 Mio. Euro zurückgegangen sei, berichtet Wallstreet-Online.de. Während das Online-Geschäft strategiebedingt schrumpfe, wachse das Filialnetz um elf Prozent. Die Bruttomarge klettere um 230 Basispunkte auf 59 Prozent, getragen von einem höheren Anteil an Korrektionsbrillen. Für 2026 erwarte das Unternehmen einen Umsatz zwischen null und minus zehn Prozent.
Lidl bringt in Irland Online-Bestellungen ans Auto
Lidl testet in Irland „Click & Collect“, berichtet T-Online.de. Kunden bestellten über die Lidl-Plus-App und könnten sich die fertig gepackte Ware am Parkplatz ans Auto bringen lassen. Bestellungen müssten bis Mitternacht am Vortag eingehen, der Mindestbestellwert liege bei 30 Euro, die Servicegebühr bei 4,99 Euro. Das Sortiment umfasse Frischwaren, Fertiggerichte und Trockenartikel, jedoch keine Nonfood-Aktionsware. Da der gesamte Prozess über die App laufe, sei eine Ausweitung auf weitere Länder – auch Deutschland – technisch unkompliziert. Einen Zeitplan nenne Lidl bislang nicht.
DHL Express lässt KI den Zollzettel ausfüllen
DHL Express automatisiert die Zollerklärung für international versendende Online-Händler mittels Bilderkennung, meldet Haendlerbund.de. Ein Foto des Artikels genüge, das System erkenne den Gegenstand serverseitig und liefere eine zollkonforme Warenbeschreibung nach internationalen Standards. Der Vorschlag lasse sich anpassen, eine Registrierung sei nicht nötig. Der Logistiker erhoffe sich bessere Datenqualität, weniger Rückfragen und eine zügigere Abfertigung.
Irankrieg würgt Erholung ab: IW halbiert Prognose
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet für 2026 nur noch ein Wachstum von 0,4 Prozent, berichtet Spiegel.de. Im Dezember habe die Prognose noch bei 0,9 Prozent gelegen. IW-Ökonom Michael Grömling führe den Einbruch auf den Irankrieg zurück, der die zaghafte Erholung abgewürgt habe. Steigende Energiepreise trieben die Inflation auf voraussichtlich drei Prozent, während die Exporte zum vierten Mal in Folge schrumpfen dürften.
HANDEL INTERNATIONAL
Ebay erweitert Echtheitsprüfung um Enquirus
Ebay erweitert seine Echtheitsprüfung für Luxusuhren um einen automatischen Abgleich mit der Enquirus-Datenbank, der weltweit größten kostenlosen Sammlung verlorener und gestohlener Zeitmesser, meldet Channelx.world. Geprüft werde künftig jede Uhr, die den Service in den USA, Großbritannien und Deutschland durchlaufe. Enquirus vernetze Strafverfolgung, Versicherer, Hersteller und Eigentümer. Unabhängige Experten kontrollierten zusätzlich Marke, Uhrwerk und Referenznummer.
Shopifys Umsatz ist im ersten Quartal um 34,3 Prozent gewachsen, das Bruttowarenvolumen um 34,8 Prozent, berichtet Digitalcommerce360.com. Der Traffic aus ChatGPT, Copilot und Google habe sich verachtfacht, KI-getriebene Bestellungen fast verdreizehnfacht; absolute Zahlen oder Anteile am Gesamtgeschäft nenne Shopify nicht. Außerdem bemerkenswert: Das B2B-Geschäft habe 80 Prozent zugelegt.
Tankrabatt mit Nebenwirkung: Doordash verschiebt Tech-Pläne
Doordash steckt in diesem Jahr 100 Mio. Dollar in Spritzuschüsse für seine Lieferfahrer, wie Businessinsider.com berichtet. Geplante Tech-Investitionen verschiebe der Konzern dafür ins zweite Halbjahr. Seit März erhielten Fahrer wöchentliche Zuschüsse bis 15 Dollar sowie zehn Prozent Cashback auf Spritkäufe mit der firmeneigenen Crimson-Karte. Trotz hoher Investitionen im letzten Jahr habe Doordash zwar die Umsatzerwartungen der Analysten enttäuscht, aber die Gewinnerwartungen übertroffen, meldet CNBC.com.
Meesho schreibt rote Zahlen – aber nur noch blass
Der indische Marktplatz Meesho hat im vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2026 einen Nettoverlust von rund 15 Mio. Euro verbucht, wie Medianama.com berichtet. Damit habe sich das Minus gegenüber dem Vorjahresquartal nahezu auf ein Zehntel verringert. Der Quartalsumsatz sei um 47 Prozent auf 318 Mio. Euro geklettert, der Jahresumsatz auf 1,14 Mrd. Euro. Die Zahl aktiver Jahreskäufer habe 264 Mio. erreicht. Der durchschnittliche Bestellwert liege bei mageren 2,38 Euro, da Meesho konsequent auf günstige Ware setze.
Londons Aufsicht knöpft sich Paypal, Visa und Mastercard vor
Die britische Finanzaufsicht FCA hat ein Kartellverfahren gegen Paypal, Visa und Mastercard eröffnet, meldet Boerse-Express.com. Geprüft werde, ob die Kartennetzwerke ihre Marktmacht missbrauchten, um sich günstige Konditionen bei der Integration in digitale Geldbörsen zu sichern. Anlass sei der rasante Anstieg der Wallet-Nutzung im Vereinigten Königreich: von acht auf 29 Prozent der Kartenzahlungen seit 2023. Die Entscheidung der FCA dürfte Signalwirkung für die EU entfalten.
Eurozonen-Handel tritt auf der Stelle
Das Einzelhandelsvolumen der Eurozone schrumpfte im März gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent, während die EU insgesamt um 0,3 Prozent zulegte, meldet Eurostat. Im Jahresvergleich sei der Handel in der Eurozone um 1,2 Prozent gewachsen, in der EU um 1,9 Prozent. Den schärfsten Monatsrückgang habe Deutschland mit minus 2,1 Prozent zu verbuchen, Spitzenreiter im Jahresvergleich sei Bulgarien mit plus 12,4 Prozent.
Österreichs Handel hält Kurs
Österreichs Einzelhandel ist stabil ins Jahr 2026 gestartet, berichtet Handelsverband.at aufgrund des Wifo-Konjunkturreports. Die nominellen Umsätze seien im ersten Quartal in jedem Monat leicht gewachsen, real habe sich ein Wechsel aus kleinem Plus, Minus und Stagnation ergeben. Erstmals seit Februar 2023 lege auch die Beschäftigung wieder zu, um 0,5 Prozent auf 328.143 Personen. Die Inflation sei im April auf 3,3 Prozent gesunken. Für das Gesamtjahr erwarte das Wifo 0,9 Prozent Wachstum.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Google holt Reddit als Kronzeugen in die KI-Suche
Google rüstet seine KI-Suche mit mehreren Neuerungen aus, berichtet Golem.de. Künftig sollen Zitate von Experten unter den KI-Antworten erscheinen, z.B. aus Reddit-Beiträgen oder Artikeln aus Fachwebseiten. Nutzer mit Medienabos sollen diese bei Google hinterlegen können, damit Inhalte aus den abonnierten Quellen (sonst evtl. hinter der Paywall) in der KI-Suche bevorzugt eingeblendet würden. Zusätzlich sollen Themenvorschläge unterhalb der Antworten zum Weiterstöbern inspirieren.
Die Plattform Creatable hat laut Pressemitteilung eine vorhersagende KI namens „Creatable AI“ entwickelt, die Konversionsraten von Creators schon vor deren Buchung prognostizieren können soll. Grundlage seien zwölf Jahre eigene Transaktionsdaten aus shoppable Videos. Die Trefferquote liege über 90 Prozent. CEO Allon Caidar argumentiert, der Online-Handel habe deutlich geringere Konversionsraten als Läden, weil der Verkäufer fehle: Creator und KI gemeinsam könnten das ausgleichen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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