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HANDEL NATIONAL
Amazon-Seller erhalten Mahnungen vom italienischen Finanzamt
Einige deutsche Amazon-Händler haben Mahnungen vom italienischen Finanzamt mit Forderungen zwischen 5.000 und 20.000 Euro erhalten, berichtet Onlinehaendler-News.de. Die „Agenzia delle Entrate“ prüfe automatisiert alte Umsatzsteuer-Jahreserklärungen und fordere Nachzahlungen wegen nicht abgeführter italienischer Umsatzsteuer. Betroffen seien Händler, die zwischen 2015 und 2020 Amazons FBA-Lager in Italien nutzten, aber keine Umsatzsteuer-Registrierung in Italien hätten. Händler sollten diese Mahnungen nicht ignorieren, sondern sich innerhalb der Widerspruchsfrist professionelle Beratung suchen, so Taxdoo.com. Es sei zu erwarten, dass solche automatisierten Prüfungen in Zukunft auch in anderen EU-Ländern durchgeführt würden.
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Mobile.de steigert Händleranfragen um 20 Prozent
Mobile.de steigerte die Händleranfragen im ersten Halbjahr um 20,6 Prozent, berichtet Autohaus.de. Die Fahrzeugbörse habe damit ihr Vorjahreswachstum fortgesetzt. Eine umfassende Plattform-Neugestaltung, KI-gestützte Empfehlungen und verbesserte Preisanalysen hätten das Wachstum getrieben. Außerdem seien in den letzten sechs Monaten über 20 Produktneuerungen eingeführt worden. Mobile.de-Chef Ajay Bhatia betone, man habe nicht nur die eigene Performance verbessert, sondern auch „unseren Händlern viele zusätzliche Geschäftschancen verschafft“.
Lieferando streicht jeden fünften Fahrer-Job
Lieferando entlässt ab Jahresende bundesweit rund 2.000 Fahrer, meldet Manager-Magazin.de. Der Stellenabbau betreffe fast ein Fünftel der gesamten Flotte, wobei Hamburg besonders stark betroffen sei. Deutschlandchef Lennard Neubauer begründe die Maßnahme mit verschärftem Wettbewerb und gestiegenen Kundenerwartungen. Die Plattform wolle künftig verstärkt mit spezialisierten Logistik-Unternehmen kooperieren, die mit eigenen Fahrern ausliefern würden. Die Gewerkschaft NGG zeige sich fassungslos und fordere von der Politik ein Festanstellungsgebot.
Temu fischt im Food-Bereich nach Amazon-Händlern
Temu expandiert ins Lebensmittelgeschäft und umwirbt laut Lebensmittelzeitung.net gezielt Amazon-Händler als neue Vertriebspartner. Die Plattform führe deswegen mittlerweile Markenprodukte wie Barilla, Pringles oder Knoppers, verlange jedoch deutlich höhere Preise als auf Amazon. Als Seller fungierten aber weder Hersteller noch etablierte Händler, sondern kürzlich gegründete Firmen aus verschiedenen EU-Ländern. Markenlieferanten würden diese Praxis zwar öffentlich ablehnen, aber unter vier Augen durchaus Interesse am zusätzlichen Absatzkanal zeigen – schließlich lande ihre Ware auf diese Art auch ohne ihr Mitwirken auf Temu.
BGH kippt Preisbindung für EU-Versandapotheken
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass deutsche Preisbindungsregeln für verschreibungspflichtige Medikamente nicht auf Versandapotheken aus anderen EU-Staaten anwendbar sind, so die Pressemitteilung des Gerichts. "Daher kann die seinerzeit erfolgte Gewährung von Bonusprämien bei der Ausgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel durch eine in den Niederlanden ansässige Versandapotheke nicht als unlauter verboten werden." Der Fall betraf Doc Morris, wie das Unternehmen mitteilt. Doc Morris kündigt an, die Bonusprämien wieder einzuführen. Hinweis: In der ursprünglichen Fassung dieser Meldung hatten wir die Falleinschätzung von Retail-News.de zitiert; das Medium schreibt den Fall der niederländischen „Redcare Pharmacy“ zu (die sich dazu auch geäußert hat). Das ist offensichtlich nicht korrekt. Wir haben den Artikel überarbeitet.
Junge Generation treibt digitalen Kunsthandel voran
Junge Menschen entdecken den Kunstmarkt für sich: 45,8 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bekunden Interesse am Kunstkauf, so eine GfK-Umfrage für die Online-Galerie Singulart. Nahezu die Hälfte der Kunstliebhaber sei durchaus bereit, mehr als 500 Euro für ein Werk auszugeben. Während traditionelle Galerien mit 58,8 Prozent noch die wichtigste Rolle beim Einkauf innehielten, holten Online-Marktplätze, Websites und Social-Media-Kanäle mit 47,5 Prozent auf. Der digitale Kunsthandel etabliere sich als ernstzunehmende Alternative zum klassischen Galeriengeschäft.
Ibi-Webinar: KI-gestützte Datenstrategien im Online-Handel
Das Ibi-Research-Institut präsentiert am 29. Juli ein kostenfreies Webinar zu KI-gestützten Datenstrategien im Online-Handel. Die Veranstaltung zeige, wie Clouderas hybride Plattform E-Commerce-Unternehmen dabei unterstütze, durch intelligente Datennutzung Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Besonders revolutionär sei die KI-basierte Analyse in natürlicher Sprache, die Entscheidungsprozesse erheblich beschleunige. Experten von Cloudera und SHI vermitteln zwischen 10:30 und 11:30 Uhr praxisnahe Einblicke. Anmeldung ist hier möglich.
About You: Marke wird nicht eingestellt
Im „Morning Briefing“ vom Montag hatten wir aus einem Artikel von Investmentweek.com die Information zitiert, nach der Übernahme von About You durch Zalando werde die Marke „About You“ mittelfristig aufgegeben. Dem widerspricht About You: „Die gemeinsame Strategie der Gruppe verfolgt ausdrücklich eine langfristige Dual-Marken-Strategie im B2C-Geschäft“, heißt es vom Unternehmen. Seit dem vollzogenen Zusammenschluss sei About You Teil der Zalando-Gruppe – „so wie wir zuvor zur Otto Group gehörten“. Es gebe „keine Entscheidung oder Plan“, das operative Geschäft von About You einzustellen. Wir haben die Meldung vom Montag ergänzt.
HANDEL INTERNATIONAL
Topshop-Onlineshop feiert Comeback
Die britische Modemarke Topshop feiert mit einer Blockbuster-Modenschau in London nach fast einem Jahrzehnt ihr Comeback, berichtet Textilwirtschaft.de. Die öffentliche Veranstaltung mit noch geheimem Termin und Ort solle den Relaunch der Online-Shops Topshop.com und Topman.com markieren. Beide Marken planten künftig auch die Eröffnung neuer stationärer Standorte. Der „alte“ Online-Shop von Topshop verschwand kurz nach der Übernahme durch Asos.
Flipkart startet „Advertise Now, Pay Later“
Flipkart führt „Advertise Now, Pay Later“ für Verkäufer ein, meldet Afaqs.com. Der indische E-Commerce-Marktplatz ermögliche damit Werbekampagnen ohne Vorabzahlung. Händler erhielten Echtzeit-Einblicke in Kampagnenleistung und Abrechnung über das Flipkart-Ads-Portal. Das System funktioniere zinsfrei und ohne versteckte Kosten – die Werbungsausgaben würden erst am Monatsanfang von den Verkaufserlösen abgezogen. Walmart hält seit 2018 eine 81,3-Prozent-Beteiligung an Flipkart.
Tiktok USA: Songwriter erhalten eigene Features
Tiktok startet in den USA mit der reservierten Kennzeichnung „Songwriter“ und einem eigenem Musik-Highlight-Bereich neue Beta-Features für Songwriter, berichtet Techcrunch.com. Eine limitierte Anzahl an Partnern erhalte bereits Zugang, weitere könnten sich auf eine Warteliste setzen. Die Features sollen die Profilerstellung erleichtern und die Monetarisierung unterstützen. Die Entwicklung basiere auf einer Umfrage und einer unabhängigen Studie, wonach über die Hälfte aller Songwriter bevorzugt Tiktok für Werbezwecke nutze.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Wix bietet GEO: „SEO für die KI-Ära“
Das Homepage-Baukastensystem Wix startet das Tool „AI Visibility Overview“, das Websites für KI-Plattformen optimiert, wie Techradar.com berichtet. Die Funktion ermögliche es Nutzern zu verfolgen, wie häufig ihre Website von KI-Plattformen zitiert werde, und zu überwachen, wie positiv oder negativ KI-Systeme über ihre Angebote schreiben würden. Das Tool messe zudem KI-getriebenen Traffic und Anfragevolumen. Wix bezeichne dies als GEO – „Generative Engine Optimization“ – das SEO für die KI-Ära. Hintergrund sei der Rückgang von Website-Klicks durch die KI-Überblicke in Suchergebnissen.
Cyberkriminalität passt sich dem E-Commerce an
Die Cyberkriminalität passt sich dem E-Commerce immer mehr an, wie ein Bericht von Forter und PwC laut Retailtechinnovationhub.com zeigt. Retourenbetrug bleibe zwar weiterhin die häufigste Bedrohung, doch seien während der Black Week auch die Remote-Access-Angriffe um acht Prozent gestiegen. Treueprogramme würden mittlerweile zur Achillesferse für Online-Shops: Nutzerkonten mit Treuepunkten erlitten vier- bis fünfmal häufiger Angriffe als reguläre Konten. Card-Testing – das Prüfen gestohlener Kredit- oder Debitkarten – bedrohe vermehrt besonders Crowdfunding-Plattformen, den Spendensektor, den Handel mit digitalen Inhalten und Lieferdienste.
Whatsapp startet Werbung: Deutsche bleiben gelassen
Whatsapp startet 2026 Werbeanzeigen in der „Aktuelles“-Rubrik (Feeds abonnierter Kanäle), während private Chats unberührt bleiben sollen, kündigte Meta im Juni an. Eine aktuelle Ibi-Consumer-Insights-Studie zeige gelassene Reaktionen der Deutschen: 55 Prozent lesen die Rubrik generell nicht, 35 Prozent der Befragten würden ihre Nutzung trotz Werbung beibehalten, 29 Prozent seien noch unentschlossen. Nur sieben Prozent geben an, aus Protest den Messenger wechseln zu wollen. Da jedoch 80 Prozent der Deutschen Whatsapp nutzen und Alternativen wie Telegram (16 Prozent) oder Signal (neun Prozent) ein Schattendasein führen, dürfte der wirkliche Exodus sogar noch magerer ausfallen.