Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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HANDEL NATIONAL
Black Friday: Kauflust steigt, Rabatt-Skepsis wächst
Die Kaufbereitschaft zum Black Friday klettert in Deutschland von 30 auf 38 Prozent, beim Cyber Monday von 19 auf 24 Prozent, zeigt der Yougov-Report „Black Friday & Cyber Monday Outlook“. Paradoxerweise schwinde jedoch das allgemeine Interesse an Mega-Sale-Events: 43 Prozent der Verbraucher seien weniger begeistert als noch vor zwei oder drei Jahren. Als Hauptgründe nannten sie mit 48 Prozent „irreführende Rabatte“, gefolgt von der Masse an Sales-Events mit 36 Prozent und simple Gewöhnung mit 32 Prozent.
Ebay kürt seine besten Händler
Ebay Deutschland zeichnete gestern in Berlin sechs Händler mit den „Ebay-Awards 2025“ aus, teilt das Unternehmen mit. Unter den Gewinnern befinde sich der 18-jährige Berliner Leonard Wolke, der als „Gründer des Jahres“ mit seinem Lego-Shop internationale Reichweite aufgebaut habe. Die AfB GmbH aus Ettlingen gewann als „Soziales Unternehmen“ – das IT-Refurbishing-Unternehmen beschäftige 700 Mitarbeiter, davon fast die Hälfte mit Behinderung. Der Berliner Büchertisch triumphierte in der Nachhaltigkeitskategorie durch gebrauchte Bücher und Kiez-Engagement. Jeder Preisträger erhalte 5.000 Euro plus Beratung.
Homeoffice: Quote bleibt gleich, Nutzung sinkt
Knapp ein Viertel aller Erwerbstätigen nutzt Homeoffice, teilt das Statistische Bundesamt mit. Die Quote bleibe mit 24 Prozent zwar stabil gegenüber den Vorjahren, jedoch arbeiten die Beschäftigten weniger Tage von zu Hause aus. Nur noch 24 Prozent der Homeoffice-Worker seien ausschließlich daheim tätig, während 2021 noch 40 Prozent komplett remote arbeiteten. Die Entfernung zum Arbeitsplatz spiele eine entscheidende Rolle: Bei Distanzen über 50 Kilometer nutzen 42 Prozent das Homeoffice, bei unter fünf Kilometern lediglich 14 Prozent.
Repartly: Roboter reparieren in Riesen-Halle
Der Reparatur-Dienstleister Repartly bezieht laut Pressemitteilung eine über 1.000 Quadratmeter große Halle in Rietberg bei Gütersloh. Die Expansion ermögliche eine stärkere Digitalisierung der Auftragsabwicklung und beschleunigte Durchlaufzeiten. Kollaborative Roboter von ABB würden bereits heute Elektronik-Bauteile teilautomatisiert reparieren. Der neue Standort schaffe zudem Raum für den Ausbau des stark nachgefragten Refurbishment-Angebots.
Expansive Finanzpolitik als Wachstumsmotor
Die deutsche Wirtschaft wächst nach der Stagnation im ersten Halbjahr 2025 doch um magere 0,2 Prozent, bevor die expansive Finanzpolitik der Regierung die Dynamik auf 1,3 und 1,4 Prozent in den Folgejahren beschleunige, prognostiziert die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose in ihrem Herbstgutachten. Die Binnenwirtschaft könne sich so zwar spürbar erholen, doch die Exporte dürften weiter schwächeln. Strukturelle Baustellen wie hohe Energiekosten, Fachkräftemangel und schwindende Wettbewerbsfähigkeit blieben weiter ungelöst. Die Verbraucherpreise stiegen um gut zwei Prozent.
GfK-Konsumklima durchbricht Talfahrt
Das Konsumklima durchbricht nach drei Monaten seinen Abwärtstrend, wie Nielseniq.com meldet. Der GfK-Konsumklima-Indikator steige für Oktober um 1,2 auf minus 22,3 Punkte, da sich die Einkommenserwartungen deutlich von vier auf 15 Punkte erholt hätten. Die Anschaffungsneigung sinke jedoch weiter auf minus 11,6 Punkte – den schwächsten Wert seit Juni. Auch die Konjunkturerwartungen trübten sich auf minus 1,4 Punkte ein. Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM, warnt vor voreiliger Euphorie: Geopolitische Spannungen, Inflationssorgen und hohe Energie- sowie Lebensmittelpreise bremsten weiterhin eine nachhaltige Erholung.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon zahlt Rekordstrafe für Kündigungs-Odyssee
Amazon zahlt eine Rekordsumme von 2,5 Mrd. Dollar in einem Vergleich mit der US-Behörde FTC, berichtet Manager-Magazin.de. Die Federal Trade Commission habe dem Online-Riesen vorgeworfen, Kunden zu Prime-Mitgliedschaften zu verleiten und Kündigungen zu erschweren. Eine Mrd. Dollar fließe als historisch höchste Zivilstrafe an die Wettbewerbshüter, weitere 1,5 Mrd. Dollar würden als Entschädigung an 35 Mio. betroffene Verbraucher ausgezahlt. Amazon müsse künftig zur Vereinfachung einen deutlich erkennbaren Kündigungs-Button einrichten. Der Konzern räume weiter kein Fehlverhalten ein.
Europas E-Commerce wächst sieben Prozent
Die Online-Ausgaben in Europa kletterten im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 819 Mrd. Euro, meldet Ecommercenews.eu. Für dieses Jahr erwarteten die Branchenverbände Ecommerce Europe und Eurocommerce erneut sieben Prozent Zuwachs. Real wachse der Markt jedoch nur um vier Prozent, da Inflation den Großteil des nominalen Anstiegs erkläre. Osteuropa führe mit zehn Prozent realem Wachstum, während Westeuropa nur drei Prozent zulegen konnte. Die Erholung markiere trotzdem eine Trendwende nach dem mageren Ein-Prozent-Wachstum des Jahres 2023.
Digitaler Euro: Verbrauchererwartungen und Bankenwiderstand
Verbraucher erwarten von einem digitalen Euro vor allem Sicherheit, einfache Bedienung und niedrige Gebühren, zeigt laut Stern.de eine Befragung in zehn Euroländern. Allerdings hätten 42 Prozent der Erwachsenen noch nie von der geplanten EZB-Währung gehört, die frühestens 2029 eingeführt werden könnte. Banken und Sparkassen beobachten das Projekt skeptisch und befürchteten, dass Parallelstrukturen den Ausbau des bereits verfügbaren Bezahldienstes Wero behindern würden. Die Währungshüter der EZB wollten mit dem digitalen Euro amerikanischen Anbietern wie Paypal und Visa Konkurrenz machen – wie eben auch Wero. Hinweis: Wir haben die Überschrift präzisiert.
Peking warnt vor Preiskämpfen in den USA
Chinas Handelsminister Wang Wentao warnte chinesische Unternehmen eindringlich vor zerstörerischen Preiskämpfen in den USA, berichtet Businessinsider.com. Bei einem Treffen mit Vertretern von über zehn Firmen aus Finanz-, Logistik- und E-Commerce-Branchen in New York habe er zur Vermeidung ruinöser Konkurrenzkämpfe aufgerufen. Peking fürchte, dass die aus China exportierten Rabattschlachten sowohl die Profitabilität schmälerten, als auch die Handelsspannungen mit Washington anheizten.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Neun Großbanken prägen neuen Euro-Stablecoin
Neun europäische Banken entwickeln einen privaten Euro-Stablecoin, der ab der zweiten Jahreshälfte 2026 verfügbar sein soll, wie Heise.de berichtet. Die deutsche Deka-Bank der Sparkassen-Finanzgruppe führe das Konsortium an, dem auch Uni-Credit, ING und Caixa-Bank angehörten. Der Blockchain-basierte Stablecoin solle seinen Wert an stabile Vermögenswerte koppeln und Kursschwankungen vermeiden – ein Gegenentwurf zu spekulativen Kryptowährungen wie Bitcoin. Die digitale Währung ermögliche kostengünstige Zahlungen rund um die Uhr und biete Potenzial für grenzüberschreitende Transaktionen sowie programmierbare Zahlungen.
Deutschland bekommt eine souveräne OpenAI-Version
Deutschland erhält eine souveräne OpenAI-Version für den öffentlichen Sektor, die bereits 2026 startet, wie Techradar.com berichtet. SAP und OpenAI entwickelten gemeinsam „OpenAI für Deutschland“, das auf SAPs Delos Cloud laufe und Datensouveränität im Sinne der EU-Richtlinien gewährleiste. Die KI-Tools seien vorerst nur für Behörden, Verwaltung und Forschungseinrichtungen gedacht. Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst könnten dann ChatGPT und andere Tools nutzen. Langfristig solle das Angebot auf andere deutsche Branchen und europäische Märkte ausgedehnt werden.
KI-Blendwerk kostet Unternehmen Millionen
„Workslop“ ist ein neuer Fachbegriff, der erst durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz möglich wurde. Er beschreibt oberflächlich hochwertig wirkende Präsentationen, Berichte, Texte oder Programmiercode, die in Wirklichkeit substanzlos und unbrauchbar sind. Wie ITMagazine.ch eine Untersuchung von Betterup Labs und dem Stanford Social Medial Lab zitiert, seien im letzten Monat bereits 40 Prozent der amerikanischen Angestellten damit konfrontiert worden. Jeder Fall koste im Schnitt zwei Stunden Nacharbeit, was einen unsichtbaren Schaden von 186 Dollar anrichte – unterm Strich für ein Unternehmen von 10.000 Beschäftigten über neun Mio. Dollar im Jahr.