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HANDEL NATIONAL
Ebay bietet in seinem „Re-Store“ zusätzlichen Schutz
Ebay Deutschland startet laut Pressemitteilung in Kooperation mit Allianz Partners einen automatischen Zusatzschutz für generalüberholte Produkte und B-Ware. (Beide Gruppen finden sich im Ebay „Re-Store). Dieser Schutz greife ab dem 13. Monat nach Kauf und decke mechanische sowie elektronische Defekte ab, „ohne zusätzliche Kosten für Käufer oder Verkäufer“. Zusätzlich erhalten Käufer 30 Tage kostenlosen Rückversand. Die Initiative ziele darauf ab, Vertrauen im wachsenden Recommerce-Segment zu stärken, so Geschäftsführerin Dr. Saskia Meier-Andrae.
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Hemtex startet deutschen Online-Shop im Herbst
Die Plan.Net Group meldet, Hemtex beim Markteintritt in Deutschland zu begleiten. Mit 280 Filialen in vier nordischen Ländern gelte die 1937 gegründete Marke als einer der größeren Interieur- und Textil-Händler Skandinaviens. Hemtex plane, seinen Online-Shop im Herbst zu starten, was die erste Expansion außerhalb Nordeuropas darstelle. Außer Plan.Net wirkten mit Serviceplan NEO und Mediaplus Performance zwei weitere Agenturen der Serviceplan-Gruppe am Markteintritt mit.
Kik setzt auf indische KI-Spezialisten
Der Textil-Discounter Kik führt eine KI-basierte Software für seine Planungs- und Verteilprozesse ein, wie Fashionunited.de berichtet. Das Unternehmen aus Bönen kooperiere dabei mit dem indischen KI-Spezialisten „Impact Analytics“. Die neue Plattform erlaube eine dynamische Steuerung von Planung, Preisgestaltung und Merchandise-Management. Herzstück sei eine präzise Vorhersage, die als Grundlage für sämtliche Planungsentscheidungen diene. Kik verspreche sich davon eine gezieltere und wirtschaftlichere Warenverteilung, die auf die spezifischen Anforderungen jeder Filiale abgestimmt werde.
Mindestlohn auf 13,90 Euro: 6,6 Millionen Jobs profitieren
Die geplante Mindestlohnerhöhung auf 13,90 Euro ab Januar 2026 betrifft bis zu 6,6 Mio. Jobs in Deutschland, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Etwa jedes sechste Beschäftigungsverhältnis profitiere von der Anhebung, wodurch sich die Verdienstsumme der Betroffenen um geschätzte 400 Mio. Euro steigere. Frauen würden mit 20 Prozent häufiger profitieren als Männer mit 14 Prozent. Regional zeige sich ein deutliches Ost-West-Gefälle: Ostdeutschland weise mit 20 Prozent betroffener Jobs einen höheren Anteil auf als Westdeutschland mit 16 Prozent. Das Gastgewerbe erlebe mit 56 Prozent aller Arbeitsplätze die stärksten Auswirkungen.
HANDEL INTERNATIONAL
Prime Day: 24 Mrd. Dollar und 3.300 Prozent KI-Wachstum
Amazons Prime Day bescherte dem US-Online-Handel 24,1 Mrd. Dollar Umsatz und damit ein Plus von 30,3 Prozent zum Vorjahr, wie Techcrunch.com berichtet. Das viertägige Event erreiche damit das Volumen zweier Black Fridays. Besonders spektakulär entwickelte sich der KI-getriebene Traffic zu Online-Shops aller Anbieter, der laut Adobe Analytics um 3.300 Prozent zulegte. Influencer würden inzwischen 19,9 Prozent der Online-Verkäufe antreiben. Interessant: Die ersten beiden Tage starteten mit 35 Prozent Minus, bevor Tag drei mit 165 Prozent Plus den Turnaround brachte.
Preisschlacht im Krieg um den chinesischen Quick-Commerce
Alibaba erreichte am Samstag 80 Mio. Tageslieferungen und egalisierte damit den eigenen Rekord im erbitterten Preiskampf gegen Meituan und JD.com, berichtet Alibaba-Tochter Scmp.com. Die Konkurrenten hätten Verbraucher mit spektakulären Gratis-Aktionen nur so überschüttet: Meituan habe Bubble-Tea verschenkt und 150 Mio. Bestellungen verzeichnet, während Taobao Gutscheine im Wert von 188 Yuan (22,56 Euro) verteilt habe. JD.com wiederum sei mit täglich 100.000 Portionen Flusskrebs für den umgerechneten Spottpreis von jeweils 1,94 Euro ins Rennen gegangen. Der Ansturm habe Geschäfte derart überfordert, dass der Kundenverkehr vor Ort zeitweise habe gestoppt werden müssen.
UK: Temu peilt 50 Prozent lokale Verkäufe an
Temu strebt in Großbritannien bis Ende des Jahres an, dass die Hälfte aller Bestellungen von lokalen Händlern erfüllt werde, berichtet Channelx.world. Der chinesische Marktplatz locke bereits 22 Mio. britische Kunden und biete erstmals seit drei Jahrzehnten wieder die Chance, als „First Mover“ eine Kategorie vor der großen Konkurrenz zu besetzen. Erfolgsgeschichten würden das Potenzial illustrieren: „Spot On-Line“ steigerte seinen Tagesumsatz binnen vier Wochen von 200 auf 1.500 Pfund, während „Nova Tissue“ täglich schon über 10.000 Pfund erlöse.
Wolt beschert lokalen Händlern fünf Mrd. Euro Umsatz
Lokale Anbieter erzielten 2024 über Wolt Umsätze von fünf Mrd. Euro, wie der „Local Commerce Report“ des Unternehmens zeige. Die Untersuchung basiere auf internen Daten sowie Befragungen von über 2.400 Händlern und 4.600 Konsumenten in 23 Ländern. In Deutschland stuften 71 Prozent der Wolt-Partner digitale Marktplätze als wichtig ein. Mehr als die Hälfte sehe den Hauptvorteil in zusätzlichen Verkaufsmöglichkeiten zum stationären Geschäft. Ein Drittel habe das Geschäft über die Plattform digitalisiert; 44 Prozent hätten neue Kundengruppen erreichen können. Besonders geschätzt werde die Online-Präsenz ohne eigenen Online-Shop sowie die ausgelagerte Logistik.
Wiener KMUs machen 16 Prozent mehr Exportumsatz auf Amazon
Über 600 Wiener Klein- und Mittelbetriebe haben 2024 durch Amazon-Verkäufe ihren Exportumsatz um 16 Prozent auf 185 Mio. Euro gesteigert, berichtet ORF.at. Österreichweit würden rund 2.500 KMUs über die Plattform 600 Mio. Euro erwirtschaften, doch nur die Wiener und Kärntner hätten ihre Umsätze über den Amazon-Marktplatz verbessern können. Jede Minute verkauften österreichische Unternehmen 40 Produkte über die Plattform, wobei 95 Prozent ins Ausland geliefert würden – hauptsächlich in EU-Länder und die USA.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Microsoft ringt um Cloud-Frieden in Europa
Microsoft hat CISPE neue Geschäftsbedingungen vorgelegt, um anhaltende Kartellstreitigkeiten in Europa beizulegen, berichtet Techradar.com. Die europäische Vereinigung von Cloud-Anbietern hatte 2022 überhöhte Gebühren für Microsoft-Software auf Konkurrenz-Clouds beanstandet. Das neue Angebot enthalte vermutlich reduzierte Lizenzgebühren und verzichte auf die Weitergabe von Kundenlisten durch die Service Provider. Zuvor hatte Microsoft eine Deadline für die Auslieferung einer europaspezifischen Version von „Azure Local“ verpasst, was neue Verhandlungen anheizte.
SAP und Siemens fordern komplette AI-Act-Reform
SAP-Chef Christian Klein und Siemens-Chef Roland Busch fordern eine grundlegende Reform des europäischen „AI Act“ statt nur ein Moratorium, berichtet Manager-Magazin.de. Die Regularien seien innovationsfeindlich und verhinderten, dass Europa „Vollgas geben“ könne. Busch bezeichne den Data Act als „toxisch für digitale Geschäftsmodelle“ und fordere substanzielle Gesetzesänderungen. Datenregeln müssten vor Rechenzentren-Investitionen reformiert werden, da Europa auf einem ungenutzten „Datenschatz“ sitze. Klein warne vor der US-Strategie, primär in Infrastruktur zu investieren – bisher sei kein KI-Projekt an fehlender Rechenkapazität gescheitert.
Digitaler Euro ab 2029 Pflicht für alle Händler
Vermutlich 2029 müssen alle Händler den Digitalen Euro als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptieren, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Die EU und EZB wollten damit die Abhängigkeit von US-Payment-Riesen wie Visa und Mastercard durchbrechen. EZB-Präsidentin Lagarde bezeichne das Projekt als „strategische Priorität“ für Europas Autonomie. Händler müssten in ihre IT-Infrastruktur investieren und bereits jetzt den Kassen-Austausch entsprechend planen. Die Branche hoffe dafür auf günstige Gebühren-Obergrenzen, die auch konkurrierende Systeme unter Preisdruck setzen könnten. Das entscheidende EZB-Rulebook soll im Oktober fertig werden.