Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
die Redaktion von etailment.de.
HANDEL NATIONAL
Mytheresa übernimmt Yoox Net-A-Porter und heißt „Luxexperience“
Mytheresa hat die Übernahme des E-Commerce-Spezialisten Yoox Net-A-Porter offiziell abgeschlossen, berichtet Fashionunited.de. Der Münchner Modehändler habe durch seine Dachgesellschaft MYT Netherlands alle YNAP-Anteile vom Luxuskonzern Richemont erworben, der im Gegenzug eine 33-Prozent-Beteiligung an MYT erhalte. Die Gesellschaft werde sich in „Luxexperience“ umbenennen und ab Mai unter dem Kürzel „LUXE“ an der New Yorker Börse firmieren.
Knuspr erweitert Kundenbindung von Premium zu „Xtra“
Der Online-Supermarkt Knuspr lanciert sein erweitertes Vorteilsprogramm „Knuspr Xtra“ als Nachfolger des Premium-Programms, meldet das Unternehmen. Das neue Angebot gewähre 10 Prozent Nachlass auf Bio-Produkte und Eigenmarken wie Miil und Dacello. Zudem würden Bestellungen künftig standardmäßig in wiederverwendbaren Eco-Bags geliefert, die bis zu 200-mal im Kreislauf blieben. Die bewährten Premium-Vorteile – darunter Same-Day-Lieferung und reduzierter Mindestbestellwert – seien weiterhin enthalten. Neukunden könnten das Programm 30 Tage kostenfrei testen, danach schlage es mit 9,90 Euro monatlich oder 99 Euro jährlich zu Buche.
Ebay duldet scheinbar unsichere Powerbanks
Ebay duldet scheinbar gefälschte und potenziell gefährliche Powerbanks auf seiner Plattform, meint Tarnkappe.info. Die Verkäufer böten Geräte mit unmöglichen neun Mio. mAh an, während realistische Werte zwischen 10.000 und 30.000 mAh lägen. Solche Falschangaben könnten auf minderwertige Bauteile hindeuten, die unter Umständen überhitzen oder andere Defekte aufweisen könnten. Trotz Meldung dieser offenkundigen Falschdeklarationen habe der Kundenservice erklärt, die Angebote verstießen nicht gegen die Grundsätze – obwohl diese ausdrücklich „wahrheitsgemäße Artikelbeschreibungen“ forderten.
Online boomt, Offline bleibt: Shoppen wird hybrid
Online-Shopping etabliert sich fest im deutschen Konsumverhalten, kann den stationären Handel jedoch nicht verdrängen, zeigt der aktuelle „Consumer Eye Commerce Report“ von GroupM. Mehr als die Hälfte der Verbraucher wolle Produkte vor dem Kauf sehen oder fühlen, gleichzeitig kaufe bereits jeder vierte primär online ein. Die Einkaufsgewohnheiten entwickelten sich zunehmend hybrid: Fast ein Drittel recherchiere online und kaufe dann offline, während jeder Fünfte Produkte erst im Laden begutachte, bevor er sie digital bestelle.
Deutsche Wirtschaft lächelt noch zum bösen Spiel
Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im April schüchtern auf 86,9 Punkte gestiegen. Die Firmen bewerteten ihre aktuelle Lage positiver, doch die Erwartungen bleiben eher trüb. Der Handel war mit der Gesamtsituation bereits unzufriedener als im März und blickt noch pessimistischer in die Zukunft. Diese Stimmungslage war bei den Großhändlern ausgeprägter als bei den Einzelhändlern.
HANDEL INTERNATIONAL
Revolut steigert Gewinne durch Mitarbeiter-Tracking
Die Gewinne der Neobank Revolut sind um 148 Prozent auf eine Mrd. Pfund gestiegen, während das Unternehmen Mitarbeiterverhalten mit einem punktebasierten „Karma“-Bonussystem steuert, berichtet The Guardian.com. Das 2020 eingeführte System bewerte, wie gut Beschäftigte Risiko- und Compliance-Regeln befolgten, wobei die gesammelten oder verlorenen Punkte letztendlich ihre Boni beeinflussten. Die Punktzahlen würden auf Teamebene zusammengefasst und könnten individuelle Bonuszahlungen kürzen oder sogar multiplizieren. Seit Einführung habe sich die Compliance-Performance um 25 Prozent verbessert.
Asos: Profitabilität blüht trotz schrumpfenden Umsatzes
Der britische Online-Modehändler Asos steigerte seine Profitabilität trotz eines Umsatzrückgangs von 13 Prozent deutlich, berichtet Retail-News.de. Das Ebitda sei um satte 60 Mio. Pfund auf 42,5 Mio. Pfund gestiegen, während die Bruttomarge um fünf Prozentpunkte auf 45,2 Prozent kletterte. Diese Wende verdanke das Unternehmen einem strategischen Fokus auf Vollpreisverkäufe und schlankere Prozesse. Mit der Aufnahme von 25 neuen Markenpartnern und innovativen Funktionen wie einem „KI-Stylisten“ setze der Händler seinen Transformationskurs fort.
VZBV untersucht Doctolib und Jameda
Arztportale wie Doctolib und Jameda weisen erhebliche Mängel bei der Online-Terminbuchung auf, enthüllt eine VZBV-Untersuchung. Bei der Analyse seien in knapp einem Fünftel der Fälle Praxen ohne verfügbare Termine gelistet gewesen, weniger als die Hälfte der angezeigten Termine hätten sich als tatsächlich geeignet erwiesen. Laut der Verbraucherzentrale hätten 38 Prozent der Teilnehmer die Portale genutzt, weil telefonische Buchungen unmöglich gewesen seien. Der Verbraucherschutz fordere straffere Regulierung der Plattformen und verlässliche nicht-kommerzielle Alternativen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
AI Energy Score: KI-Branche plant Energielabel
Eine Anfrage bei „Chat GPT“ verbraucht etwa zehnmal soviel Energie wie eine Google-Suche. Salesforce schlägt daher einen „AI Energy Score“ vor: Ähnlich wie bei Haushaltsgeräten sollen auch KI-Tools mit einem Label von 1 bis 5 versehen werden, berichtet Etailment.de. Das soll das Umweltbewusstsein im Umgang mit Künstlicher Intelligenz fördern.
Amazon zieht bei KI-Rechenzentren die Notbremse
Amazon stoppt die geplante Errichtung neuer KI-Rechenzentren in den USA und Europa, berichtet Onlinehaendler-News.de. Der Rückzug erfolge kurz nach Trumps Einführung hoher China-Zölle und falle zeitlich mit einem sinkenden Aktienkurs zusammen. Kevin Miller, Amazons Vizepräsident für globale Rechenzentren, widerspreche finanziellen Motiven und bezeichne den Schritt als „routinemäßiges Kapazitätsmanagement“. Amazon sei nach Microsoft bereits der zweite Tech-Gigant, der die KI-Expansionspläne drossele.
Teenager-Mädchen dominieren in digitaler Contentkompetenz
Teenager-Mädchen in der EU verfügen über überdurchschnittliche digitale Content-Fähigkeiten, belegt eine Eurostat-Studie. Bei der Bearbeitung von Fotos, Videos und Audio (60,8 Prozent), Textverarbeitung (73,4 Prozent) und der Integration verschiedener Medienelemente (67,7 Prozent) überflügelten sie ihre männlichen Altersgenossen. Bleibt das Problem beim Programmieren: Nur 9,9 Prozent der Mädchen hätten Code geschrieben – halb so viele wie bei den Jungen (19,7 Prozent).
NACHHALTIGKEIT
Wie Multiloop den E-Commerce grüner machen könnte
Schoeller Group und Fiege haben das Joint Venture „Multiloop“ für wiederverwendbare Versandverpackungen im E-Commerce gegründet, berichten beide Unternehmen. Eine Mehrwegbox aus recycelbarem Polypropylen ersetze durchschnittlich 30 Einwegkartons und spare dabei bis zu 86 Prozent CO2 ein. Das „Pay-per-Use“-Modell sei für alle Online-Händler erschwinglich gestaltet, während Endkunden lediglich ein vollständig erstattungsfähiges Pfand entrichteten. Für die Rückgabe plane das Unternehmen 15.000 Sammelstellen in Supermärkten, Tankstellen und Kiosken einzurichten.