Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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HANDEL NATIONAL
Otto: Schütteln für Barrierefreiheit
Otto hat mit „Shake for Help“ eine innovative Funktion für mehr Barrierefreiheit in seiner App eingeführt, die Nutzer der aktuellsten Android- und iOS-Versionen durch einfaches Schütteln des Smartphones aktivieren können. Nach der Schüttelgeste öffnet sich ein Fenster, über das Kunden per E-Mail Hindernisse wie zu geringe Kontraste oder fehlende Icon-Beschriftungen melden, Bestellsupport erhalten oder einen Chatbot nutzen können. Das Unternehmen, das laut Pressemitteilung 85 Prozent aller Bestellungen über mobile Endgeräte erhält, möchte so seinen zwölf Mio. aktiven Otto-Kunden ein barrierefreies Einkaufserlebnis ermöglichen.
Zooplus entlässt sechs Prozent der Belegschaft
Der Onlinehändler Zooplus passt seine Organisation mit einer umfassenden Umstrukturierung an die aktuellen Marktbedingungen an, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Trotz des starken Wachstums in Europa zwängen steigende Kosten den Heimtierbedarfs-Spezialisten zu einer Verkleinerung der Belegschaft um sechs Prozent. Der Hauptsitz verbleibe in München, wo ein neues Bürogebäude die Zusammenarbeit der Teams verbessern solle.
Bundesregierung stellt Aktionsplan E-Commerce vor
Kurz vor dem Wahltermin stellt die Bundesregierung einen neuen Aktionsplan des Bundeswirtschaftsministeriums für umfassende Regulierung des Onlinehandels mit Produkten aus Drittstaaten vor. Das Ministerium will unter anderem die Marktüberwachung stärken und einen digitalen Produktpass einführen. Sehr große Onlinehandelsplattformen sollen künftig als „fiktive Einführer“ die Verantwortung für die Einhaltung von Zoll- und Produktvorschriften übernehmen, zudem plant die Regierung die Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze.
Konsumklima sinkt weiter
Das GfK-Konsumklima sinkt im Februar voraussichtlich um einen Punkt auf minus 22,4 Zähler. Besonders zurückhaltend zeigen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher zu Jahresbeginn bei geplanten Anschaffungen; die Sparneigung steigt um 2,3 Punkte auf 8,2 Zähler. Auch die wieder auf 2,6 Prozent gestiegene Inflationsrate und die schrumpfende deutsche Wirtschaft drücken auf die Kauflaune. Kein Wunder, dass die Erwartungen an das eigene Einkommen buchstäblich negativ sind: Der entsprechende Wert sinkt um 2,5 Zähler auf minus 1,1 Punkte.
Logistiker warnen vor flächendeckenden Grenzkontrollen
Die Logistikbranche warnt vor massiven Störungen der Lieferketten durch die von der Union geforderten flächendeckenden Grenzkontrollen, berichtet Spiegel.de. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung sehe erhebliche Mehrkosten auf Transportunternehmen zukommen und fordere für den Fall der Einführung die Einrichtung separater Fahrspuren für den Güterverkehr, sogenannte „Green Lanes“. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln mache besonders an stark frequentierten Grenzübergängen Probleme aus – allein im Güterverkehr würden zwölf Übergänge mehr als eine Mio. mautpflichtige Lkw pro Jahr verzeichnen.
HANDEL INTERNATIONAL
KI-Betrug im österreichischen E-Commerce nimmt zu
Phishing-Angriffe (63 Prozent) und Malware (56 Prozent) sind noch die häufigsten Bedrohungen für österreichische Onlinehändler, so die „Sicherheitsstudie 2025“ des Handelsverbands. Doch durch KI möglich gewordene neuartige Betrugsformen wie Deep-Fake-Betrug (14 Prozent) und Cryptojacking (sieben Prozent) sind auf dem Vormarsch. Vorsätzlich nicht zahlungsfähige Käufer (63 Prozent), gefälschte Kundendaten (57 Prozent) und das fälschliche Abstreiten von Warenlieferungen (54 Prozent) prägen weiterhin das Betrugsrisiko im E-Commerce. Mehr als ein Viertel der österreichischen Verbraucher wurde bereits Opfer von Fake-Shops – 17 Prozent der Händler-Shops wurden schon mindestens einmal kopiert.
Digital River gibt nach 30 Jahren auf
Nach über 30 Jahren stellt der E-Commerce-Pionier Digital River seinen Betrieb ein und entlässt die noch verbliebenen 122 Mitarbeiter, berichtet Startribune.com. Das Unternehmen, das auch schon Onlinezahlungen für namhafte Kunden wie Microsoft abwickelte, hatte mit schrumpfenden Kundenzahlen und den „Auswirkungen der US-Handelspolitik“ zu kämpfen – gemeint sein dürfte das Verkaufsembargo für den wichtigen Kunden Kaspersky Antivirus. Nachdem Digital River bereits im Sommer eine größere Entlassungswelle durchgeführt hatte, wurden nun die Dienstleistungen für die meisten seiner weltweiten Kunden eingestellt. Für die deutschen Niederlassungen wurde das Insolvenzverfahren eingeleitet.
Schweizer Wirtschaftsaussichten hellen sich auf
Die Erwartungen der Finanzexperten für die Schweizer Wirtschaft haben sich deutlich aufgehellt, berichtet Handelszeitung.ch. Der aktuelle UBS-CFA-Indikator zeige einen Anstieg um 37,7 auf plus 17,7 Punkte. Von den 34 befragten Analysten und Ökonomen erwarten nun mehr als ein Drittel eine Verbesserung der Wirtschaftslage in den kommenden sechs Monaten, nur noch 18 Prozent prognostizieren eine Verschlechterung. Der von der Großbank UBS und der CFA Society Switzerland berechnete Index liege damit erstmals seit Juli wieder im positiven Bereich, was durchaus eine Trendwende bedeuten könne.
EU-Wettbewerbskompass gegen Bürokratie
Mit ihrem neuen Wettbewerbskompass will die EU die Bürokratie im digitalen Binnenmarkt vereinfachen. Wie Alien Mulyk, Leiterin Public Affairs des BEVH, in einem Statement betont, biete dies auch für Deutschland die Chance, sich stärker für den digitalen Handel zu engagieren. Während der E-Commerce zu den wenigen Wachstumsbranchen gehöre, würden die unterschiedlichen bürokratischen Anforderungen in Europa insbesondere kleinen und mittelständischen Online-Händlern den Zugang zu den Nachbarmärkten erschweren. Die Bundesregierung solle sich daher in Brüssel für einfachere, einheitliche und digitalisierte Regeln im Binnenmarkt einsetzen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
E-Mails im E-Commerce-Marketing immer noch ungeschlagen
Deutsche Online-Händler haben 2024 durch den Versand von 373 Mio. E-Mails, 700.000 SMS und einer Million Push-Benachrichtigungen einen Umsatz von 69 Mio. Euro erzielt, wie aus dem Jahresbericht von Omnisend hervorgeht. Automatisierte Nachrichten waren dabei besonders erfolgreich: Sie generierten bei nur drei Prozent des Nachrichtenvolumens 47 Prozent aller E-Mail-Verkäufe. Im Vergleich zu 2023 konnten besonders Push-Nachrichten mit einem Plus von 797 Prozent stark zulegen.
30,9 Mrd. Euro für digitales Marketing
Digitales Marketing schuf 2024 einen wirtschaftlichen Nutzen von 22,9 Mrd. Euro für Deutschland, wie die Bitkom-Studie „Wertbeitrag des digitalen Marketings“ belegt. Die Gesamtausgaben stiegen innerhalb von zwei Jahren um 20 Prozent auf 30,9 Mrd. Euro, wobei Suchmaschinenwerbung mit 35,4 Prozent den größten Anteil ausmacht. Die Branche beschäftigt über 300.000 Menschen und erwirtschaftet durch zielgerichtete Online-Werbung zusätzliche Umsätze von 56,7 Mrd. Euro, was besonders kleinen und mittleren Unternehmen neue Wachstumschancen eröffnet.
Alibaba: Qwen ist auch besser als ChatGTP
Alibaba hat laut Scmp.com eine verbesserte Version seines KI-Sprachmodells Qwen vorgestellt, das in einigen Benchmarks die Modelle von Deepseek sowie die von OpenAI und Meta übertreffe und das Leistungsniveau von Anthropics Claude-3.5-Sonnet erreiche. Das Flaggschiff der KI-Familie, Qwen2.5-VL-72B-Instruct, sei jetzt über die Qwen-Chat-Plattform zugänglich, während die gesamte Qwen2.5-VL-Serie auf der Open-Source-Plattform „Hugging Face“ und der Alibaba-eigenen Open-Source-Community „Model Scope“ verfügbar sei.
OpenAI: Deepseek verletzt Urheberrechte
OpenAI behauptet, dass der neue KI-Unruhestifter Deepseek seinen Chatbot mit Wissen von ChatGPT trainiert habe, wie Businessinsider.de einen Bericht der Financial Times zitiert. Das Verfahren nennt sich „Destillation“ und findet Anwendung, wenn codiertes Wissen eines größeren Modells in eines mit weniger Parametern überführt wird. Für diesen Verstoß gegen das Urheberrecht gebe es laut OpenAI auch Belege. Noch im Sommer argumentierte OpenAI selber vor dem britischen Oberhaus, fortschrittliche KI ließe sich nicht ohne Urheberrechtsverletzungen trainieren, wie damals Telegraph.co.uk berichtete.