Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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HANDEL NATIONAL
Taxdoo wickelt zehn Mrd. Euro E-Commerce-Umsatz ab
Das Hamburger Tax-Tech-Startup Taxdoo wickelt mittlerweile einen E-Commerce-Umsatz von über zehn Mrd. Euro ab, wie Deutsche-Startups.de berichtet. Das 2016 gegründete Unternehmen habe durch die Übernahme des Buchhaltungs-Pioniers Accountdigital sein Team auf 170 Mitarbeiter erweitert und betreue nun eine mittlere vierstellige Kundenzahl. Zu den Kunden zählten Marken wie L’Oréal Deutschland, Air Up, die Gewürz-Shop Ankerkraut sowie zahlreiche Amazon-Seller. Gründer Roger Gothmann erkläre, man könne künftig Steuern und Buchhaltung im E-Commerce vollständig abbilden und lösen.
Verbraucherschützer verklagen Lidl wegen intransparenter Rabatte
Die Verbraucherzentrale Hamburg verklagt Lidl wegen irreführender Werbung mit dem Slogan „Sofort dauerhaft 500 Produkte günstiger“, berichtet Stern.de. Der Discounter liefere trotz Nachfrage keine vollständige Liste der angeblich vergünstigten Artikel, kritisiere Armin Valet von der Verbraucherzentrale. Die Werbung erwecke den falschen Eindruck dauerhafter Preissenkungen und verstoße gegen die Lebensmittelinformationsverordnung sowie das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Die Klage sei beim Landgericht Heilbronn eingereicht worden.
Ifo-Index steigt minimal – Aufschwung bleibt blutleer
Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Juli auf 88,6 Punkte nach 88,4 im Vormonat. Die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit den laufenden Geschäften, ihre Zukunftserwartungen blieben jedoch nahezu statisch. Der Dienstleistungssektor trübte sich ein – besonders IT-Dienstleister erhielten einen Dämpfer. Im Handel verschlechterten sich die Erwartungen trotz leicht verbesserter Gegenwartslage. Der deutsche Wirtschaftsaufschwung bleibe weiterhin „blutleer“.
HANDEL INTERNATIONAL
Shein überholt H&M im Schweizer Online-Handel
Der Schweizer Fashion-Markt schrumpfte 2024 um 1,7 Prozent auf 7,4 Mrd. Franken, wobei der Online-Handel sogar sieben Prozent verlor, berichtet Carpathia.ch unter Berufung auf GfK und Handelsverband.swiss. Asiatische Plattformen würden dem heimischen Markt geschätzte 562 Mio. Franken entziehen – Shein habe mit 200 Mio. Franken Fashion-Umsatz sogar H&M als zweitgrößten Online-Anbieter überholt. Zalando bleibe mit 1,7 Mrd. Franken Marktführer und verstärke seine Position durch die About-You-Übernahme. Der Second-Hand-Online-Handel sei, anders als in Nachbarländern, kaum entwickelt.
Meta stoppt politische Werbung wegen EU-Transparenzregeln
Meta beendet wegen der neuen EU-Transparenzverordnung TTPA ab Oktober politische Werbung auf Facebook, Instagram und Whatsapp, berichtet Heise.de. Der Konzern sehe sich durch die Regelung einem „untragbaren Maß an Komplexität“ ausgesetzt. Die TTPA verlange klare Kennzeichnung politischer Anzeigen und verbiete das Profiling mit persönlichen Daten wie ethnischer Herkunft – eine Reaktion auf den Cambridge Analytica-Skandal von 2018. Unbezahlte politische Inhalte blieben weiterhin erlaubt. Google hatte bereits im November einen entsprechenden Verzicht für 2025 angekündigt.
Österreich: Burgenländer die größten Online-Shoppingmuffel
Salzburg, mehrere Wiener Bezirke und Linz führen laut ORF.at die Rangliste der fleißigen Online-Shopper an, während sich die Burgenländer am reserviertesten zeigten. In den Bezirken Güssing, Jennersdorf, Oberwart und der Freistadt Rust werde am seltensten auf „Einkaufen“ geklickt. Der österreichische Online-Handel wachse kontinuierlich quer durch alle Branchen, wobei internationale Großhändler weiterhin dominieren würden. Elektronik bleibe die beliebteste Online-Kategorie, gefolgt von Schuhen und Kleidung. Einzig der Lebensmittelhandel tue sich mit Online-Verkäufen immer noch schwer.
Online-Parfümerie Notino streicht 300 Stellen
Die tschechische Online-Parfümerie Notino streicht rund 300 Stellen, vornehmlich im mittleren Management, wie Lebensmittelzeitung.net berichtet. Das entspreche etwa zehn Prozent der Belegschaft. Nach zwei Jahrzehnten Wachstum sei das Unternehmen „zu träge in der Entscheidungsfindung geworden“, wird das Online-Magazin Deník zitiert. Die neue Strategie solle den 1,4-Mrd.-Euro-Konzern weniger komplex und dafür schneller machen. Zudem werde das Portfolio gestrafft und die Öffnungszeiten in den osteuropäischen Filialen reduziert.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Wero verzeichnet eine Million Kunden
Die Sparkassen vermelden nach einem Jahr Marktpräsenz über eine Million aktivierte Wero-Kunden, wie Welt.de den Deutschen Sparkassen- und Giroverband zitiert. Der europäische Bezahldienst ermögliche Echtzeitüberweisungen per Handynummer statt umständlicher IBAN-Eingabe und funktioniere grenzüberschreitend. Ursprünglich nur bei Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken verfügbar, existiere inzwischen eine eigenständige App. Als nächstes stehe der Launch im Online-Handel bevor. Konkurrent Paypal hat in Deutschland mit 35 Mio. Aktivkonten allerdings noch einen bequemen Vorsprung.
UK: Verpflichtende Selfies für die Pornoseite
Der britische „Online Safety Act“ verlange, für den Zugang zu Erwachseneninhalten wie z.B. Pornos, seit Freitag „hocheffektive Alterskontrollen“ wie die Altersschätzung anhand von Selfie-Fotos, Foto-ID-Abgleich oder Kreditkartenprüfung, meldet Engadget.com. Große Anbieter wie Pornhub sowie Social-Media-Plattformen wie Reddit hätten bereits entsprechende Systeme implementiert. Nutzer umgingen die Kontrollen jedoch bereits mit VPNs oder gefälschten Ausweisen. Darum werde die Werbung für Umgehungs-VPNs künftig strafbar.
Google-KI kostet Websites die Hälfte ihrer Klicks
Googles KI-Zusammenfassungen halbieren die Klickrate auf Websites von 15 auf acht Prozent, zitiert Onlinehaendler-News.de eine Pew-Research-Erhebung. Die „AI Overviews“ erschienen bei jedem fünften Suchvorgang und bevorzugt bei komplexeren Anfragen. Nutzer würden bei einem Viertel der KI-gestützten Suchen ihre Session beenden, verglichen mit 16 Prozent bei herkömmlichen Ergebnissen. Nur ein Prozent klicke auf Links innerhalb der KI-Übersicht. Google bestreite signifikante Traffic-Verluste und kritisiere die Studienmethodik.
Italien schreibt Influencern Verhaltenskodex vor
Italien führt einen Verhaltenskodex für Influencer ein, um Transparenz in der Werbung zu stärken und Minderjährige zu schützen, berichtet Handelszeitung.ch. Die Regeln gälten für Influencer ab 500.000 Followern oder einer Million Videoaufrufen. Diese müssten sich innerhalb von sechs Monaten in ein offizielles Register der Kommunikationsaufsichtsbehörde Agcom eintragen. Der Kodex stelle Influencer rechtlich Fernsehsendern gleich und übertrage ihnen volle redaktionelle Verantwortung. Der italienische Influencer-Markt habe 2024 ein Volumen von 370 Mio. Euro erreicht.
Internetkriminalität: Deutschlands erfolgreichstes Ermittlungsjahr
Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität verzeichne ihr erfolgreichstes Jahr seit der Gründung vor 15 Jahren, berichtet Zeit.de. Zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025 hätten die Frankfurter Fahnder spektakuläre Schläge gegen die Cybercrime-Szene gelandet. Im Juni sei der „Archetyp Market“, zerschlagen worden, einer der größten Darknet-Marktplätze mit 250 Mio. Euro Umsatz aus dem Drogenhandel. Die „Operation Endgame 2.0“ im Mai habe einflussreiche Schadsoftware-Varianten lahmgelegt und den Ermittlern Zugriff auf 300 Server verschafft. Dabei stellten sie Kryptowährung im Wert von 3,5 Mio. Euro sicher.
NACHHALTIGKEIT
Online-Handel klimafreundlicher als stationärer Einzelhandel
Online-Handel verursacht um den Faktor 2,3 weniger CO2-Emissionen als stationärer Einzelhandel, so das Ergebnis einer Studie von Seven Senders, berichtet Impactmedia.com. Speziell Out-of-Home-Zustellungen sparten 300 Gramm CO2 pro Paket ein. Dennoch hielten 60 Prozent der Deutschen den E-Commerce für umweltschädlich. Die Bereitschaft, für nachhaltige Lieferoptionen zu zahlen, sei von 54 auf 70 Prozent gestiegen. Geschickte Nutzerführung könne nachhaltige Versandoptionen noch viermal häufiger zum Einsatz bringen.