Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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HANDEL NATIONAL
Bei Zalando arbeitet jetzt Richard im Lager
Zalando setzt Roboter mit dem Modellnamen „Richard“ des KI-Anbieters Nomagic in seinen Lagern ein, berichtet Retailtimes.co.uk. Diese übernähmen stückgenaues Kommissionieren, Scannen und das Befüllen von automatisierten Sortieranlagen. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt mit durchschnittlich 10.000 Picks pro Tag würden 2025 neun „Richards“ im Einsatz sein, 2026 sei eine zweistellige Anzahl geplant. Zalando sei Minderheitsinvestor bei der 44-Mio.-Dollar-Serie-B-Runde von Nomagic gewesen.
Bike24 hebt Umsatz- und Gewinnziele deutlich an
Bike24 hebt nach einem starken dritten Quartal seine Jahresprognose deutlich an, berichtet Sazbike.de. Der Online-Händler für Fahrräder und Zubehör erwarte nun einen Umsatz zwischen 278 und 288 Mio. Euro statt zuvor maximal 261 Mio. Euro, das bereinigte Ebitda solle 12,5 bis 13,5 Mio. Euro erreichen. Verantwortlich seien schärfere Sortimentssteuerung und schlankere Strukturen. Außerdem profitiere das Unternehmen zunehmend von seiner Internationalisierung – die Shops in Spanien, Frankreich und Italien trügen überdurchschnittlich zum Wachstum bei.
Wen Cheng expandiert mit Wolt deutschlandweit
Das Berliner Nudelrestaurant Wen Cheng expandiert mit Lieferpartner Wolt nach Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt, wie Wolt mitteilt. Die seit 2021 mit handgezogenen Biang-Biang-Nudeln erfolgreiche Kette habe im August in Hamburg eröffnet, im September sei Düsseldorf gefolgt, Frankfurt sei für Ende Oktober geplant. Die Gründer Rui Gao, Peng Gao und Valentin Spieß betrieben bereits fünf Filialen in der Hauptstadt. Wolt begleite den Rollout mit gezielten In-App-Kampagnen und lokalen Promotions, um neue Zielgruppen zu erreichen.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon-KI schlägt Produkte nach Shopping-Historie vor
Amazon führt in den USA einen „Help me decide“-Button ein, der Käufern bei der Produktwahl helfen soll, berichtet Theverge.com. Die KI analysiere Browsing-Verhalten, Suchverläufe und frühere Einkäufe, um passende Artikel vorzuschlagen – etwa ein Vier-Personen-Zelt, wenn zuvor Schlafsäcke und Kinderwanderschuhe gekauft wurden. Neben der Hauptempfehlung präsentiere das Tool eine günstigere Budget-Variante und eine hochwertigere Alternative. Der Button erscheine nach der Betrachtung mehrerer ähnlicher Produkte in der App oder im mobilen Browser.
Mercadolibre holt sich Casas Bahia ins Boot
Mercadolibre startet ab November eine langfristige Partnerschaft mit dem brasilianischen Einzelhändler Casas Bahia, wie Reuters.com berichtet. Die E-Commerce-Plattform aus Uruguay hole sich damit Expertise in Segmenten wie Elektronik und Haushaltsgeräten, in denen ihr Marktanteil in Brasilien bislang nur rund ein Viertel des Durchschnitts betrage. Casas Bahia, seit über 70 Jahren am Markt und mit mehr als 1.000 Filialen, übernehme die Versandlogistik für Großgeräte. Die Kooperation erfolge inmitten verschärften Wettbewerbs durch Akteure wie Shopee und Amazon, die durch kostenlose Versandoptionen den Druck erhöhten.
Hello Again steigert Umsatz um 45 Prozent auf 10 Mio. Euro
Der Loyalty-Anbieter Hello Again steigerte seinen wiederkehrenden Umsatz im Geschäftsjahr 2025 um 45 Prozent auf über 10 Mio. Euro, wie das Unternehmen mitteilt. Die Kundenbindungs-App, die Händler aus Gastronomie, Mode und Einzelhandel beim Belohnen von Stammkunden unterstützt, bediene mittlerweile 15 Mio. Nutzer weltweit und habe die Marke von 1000 Kunden durchbrochen. In Österreich sei man bereits Marktführer, in Deutschland arbeite Hello Again mit L’Osteria, Deichmann und Müller zusammen.
Meta entlässt 600 KI-Mitarbeiter
Meta streicht rund 600 Stellen in seiner KI-Abteilung, berichtet Techradar.com unter Berufung auf Axios. Betroffen seien vor allem die etablierte KI-Forschungsabteilung sowie Produkt- und Infrastrukturbereiche, während die neuen „Superintelligenz-Labore“ verschont blieben. Intern gelte die KI-Einheit als aufgebläht – kleinere Teams träfen schnellere Entscheidungen, so das Unternehmen. Meta investiere trotzdem weiter massiv in KI-Infrastruktur, die Ausgaben könnten dieses Jahr bis auf 118 Mrd. Dollar klettern.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Neue Amazon-Roboter ersetzen drei Arbeitsstationen
Kurz nachdem die New York Times interne Dokumente zitiert hatte, Amazon wolle massiv Jobs durch Roboterisierung einsparen und der Online-Händler dieser Darstellung widersprach, präsentiert er nun den Roboter „Blue Jay“, berichtet Theverge.com. Dieser reduziere drei Arbeitsstationen zu einer einzigen, da er gleichzeitig greife, einlagere und sortiere. Parallel optimiere das KI-gestützte „Project Eluna“ die Sortierung. Beide Systeme trieben die künftige Same-Day-Lieferung voran.
Wie KI Shein und Temu zu Verkaufsmaschinen macht
Ultra-Niedrigpreis-Plattformen wie Shein und Temu revolutionieren den Online-Handel mithilfe ausgefeilter KI-Systeme, berichtet Theconversation.com. Die Künstliche Intelligenz analysiere dafür Nutzerverhalten in Echtzeit und erstelle individuelle Produktempfehlungen, die gezielt Kaufimpulse auslösten. Temu setze dabei auf Gamification mit Glücksrädern und Minispielen, die an Glücksspiel-Mechaniken erinnerten. Shein gehe noch weiter: Die Plattform nutze eigene KI-Tools, um Trends auf sozialen Medien und Konkurrenz-Websites zu identifizieren und diese Daten direkt an Zulieferer weiterzugeben, die dann in Kleinstserien produzierten.
Veraltete Systeme bremsen B2B-E-Commerce aus
Veraltete Technologien, widersprüchliche Investitionsprioritäten und die fehlende Passung zwischen Reife und Strategie bremsen den B2B-E-Commerce aus, so eine Studie von Cloudflight. Einfache Anliegen wie neue Preismodelle würden zu monatelangen IT-Projekten – die produzierende Industrie verzeichne Umsatzeinbußen von bis zu einer Mio. Euro jährlich allein durch Systemausfälle. CIOs würden bevorzugt in Infrastruktur investieren, Vertriebsleiter in Kunden-Frontends – eine Diskrepanz, die zu Stillstand führe. Die Wachstumsstrategien unterschieden sich nach Unternehmensgröße: Konzerne fokussierten Online-Umsatz, der Mittelstand Customer Experience, Kleinunternehmen neue Märkte.
VisualGPT will Mode-Retouren mit virtueller Anprobe reduzieren
Die britische Digitalmarketing-Agentur Finixio Digital hat mit VisualGPT einen KI-gestützten „Clothes Changer“ entwickelt, der die Retourenquote im Mode-E-Commerce senken soll, berichtet das Unternehmen. Das browserbasierte Tool ermögliche es Käufern, ein eigenes Foto hochzuladen und sich virtuell in verschiedenen Outfits zu betrachten. Die KI analysiere Körperform, Texturen und Lichtverhältnisse, um realistische Darstellungen mit natürlichen Falten und Schatten zu erzeugen. Online-Händler könnten so Retouren reduzieren, die im Fashion-Bereich oft 30 Prozent überschreiten, da Kunden die Passform nicht einschätzen können.
Luxus-Matratzen ohne Cloud nicht mehr „smart“
Die „Pod“ genannten Matratzen von Eight Sleep kosten 2.849 Euro plus ein Abo zwischen 17 und 33 Euro, berichtet Heise.de. Sie seien „smart“, verspreche das Unternehmen, denn sie seien vernetzt. Als AWS am Montag weltweit ausgefallen sei und Internet-Dienste lahmgelegt habe, sei auch die Steuer-App der Pods betroffen gewesen, die nicht über einen Offline-Modus verfüge. Aufgerichtete Matratzen seien aufgerichtet geblieben, kühlende Matratzen hätten weiter gekühlt und heizende Matratzen hätten ohne Unterlass geheizt. In sozialen Medien hätten sich im Anschluss überhitzte Schläfer beschwert. Besonders „smart“ seien die Matratzen scheinbar nicht. Und manche Besitzer auch nicht, hätten sie doch nur den Stecker ziehen müssen.