3D-Illustration zu Rechenzentren, Cloud und KI-Themen im E-Commerce
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Nachfrage, Google, Microsoft, Starlink, Rechenzentren, Meta, Chianti, KI-Programmierung, ChatGPT

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Jeder zweite Einzelhändler klagt über mangelnde Nachfrage
Die Auftragslage deutscher Unternehmen bessert sich kaum, wie das Ifo-Institut meldet. 36,3 Prozent der Betriebe hätten zu wenig Aufträge. Besonders dramatisch bleibe die Situation im Handel: Unverändert klagten 62 Prozent der Großhändler über fehlende Aufträge, während sich die Lage im Einzelhandel sogar verschärfe. Dort berichte nun erstmals die Mehrheit von 51,3 Prozent über mangelnde Nachfrage.

Google haftet für KI-Texte – aber nicht automatisch
Das Landgericht Frankfurt hat entschieden, dass Google grundsätzlich für seine KI-generierten Übersichten haftet, schreibt Haendlerbund.de. Ein Vermittlungsunternehmen für Penisvergrößerungen hatte geklagt, weil die KI medizinisch fragwürdige Aussagen präsentiere und Patienten abschrecke Überdies schade das Zero-Click-Phänomen dem Umsatz. Das Gericht sah zwar die Einbußen, verneinte aber einen Rechtsverstoß: Die Aussagen der KI seien im Kontext nicht objektiv falsch gewesen. Allein die Tatsache, dass KI-Übersichten Klicks und Umsätze minderten, reiche nicht aus.

Microsoft und Starlink verlieren gegen Verbraucherschützer
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat laut Pressemitteilung Urteile gegen Microsoft und Starlink erstritten. Microsoft habe seine Kündigungsschaltfläche rechtswidrig gestaltet, indem sie nicht direkt zur Kündigung führe, sondern Dateneingaben verlange. Wer seine ursprüngliche Mailadresse verloren habe, sei vom Kundenkonto ausgesperrt gewesen. Starlink habe Vertragspartner und Kontaktdaten versteckt, die Zahlungspflicht beim Bestellbutton verschleiert und das Widerrufsrecht unterschlagen. Beide Unternehmen hätten zudem Kündigungen erschwert, statt die gesetzlich vorgeschriebene Zwei-Schritt-Lösung anzubieten.

Rechenzentren-Boom: Deutschlands Klimaziele unter Druck
Deutschland plant neue Gaskraftwerke mit 1,95 Gigawatt Kapazität primär für Rechenzentren, berichtet Heise.de unter Berufung auf den „Global Oil and Gas Plant Tracker“. Das entspreche 13 Prozent des gesamten geplanten Zubaus von 15 Gigawatt und gefährde die deutschen Klimaziele. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) favorisiere Standorte in Mainz, Frankfurt, Birstein, Leipheim und Großkrotzenburg. Laut einer Umfrage von Algorithmwatch würden zwei Drittel der Befragten fordern, den Rechenzentren-Bau künftig an den gleichzeitigen Ausbau erneuerbarer Energien zu binden.


HANDEL INTERNATIONAL


Google vergleicht sich wegen illegaler Datensammlung
In einem Verfahren wegen illegaler Datensammlung zahlt Google 135 Mio. Dollar an die klagenden Android-Nutzer, wie Engadget.com berichtet. Seit November 2017 habe der Konzern Daten von über Mobilfunkanbieter verkauften Geräten abgegriffen, selbst bei geschlossenen Apps und deaktivierter Standortfunktion. Die Kläger hätten Google vorgeworfen, ihre Daten widerrechtlich für Marketing verwendet zu haben. Das Unternehmen bestreite jedes Fehlverhalten, werde künftig aber beim Setup um Einwilligung bitten.

Cloud-Boom reicht nicht – Microsoft verliert an Tempo
Microsoft steigerte den Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 währungsbereinigt um 15 Prozent auf 81,3 Mrd. Dollar, wie Manager-Magazin.de berichtet. Das Wachstum falle damit schwächer aus als im Vorquartal mit 17 Prozent. Der operative Gewinn sei um ein Fünftel auf 38,3 Mrd. Dollar geklettert. Während Umsatz und Gewinn die Analystenprognosen überträfen, habe das Cloud-Geschäft lediglich die Erwartungen erfüllt. Investoren zeigten sich beunruhigt über die massiven Ausgaben für die KI-Infrastruktur.

USA: E-Commerce wächst bis 2030 auf 1,8 Bio. Dollar
Der US-Einzelhandel wächst bis 2030 auf 6,2 Bio. Dollar, prognostiziert Forrester. Der E-Commerce steige dann auf 1,8 Bio. Dollar und erreiche 29 Prozent des Gesamtumsatzes, während stationäre Geschäfte mit 71 Prozent den Löwenanteil behielten. Das Wachstum des Online-Handels speise sich aus logistischen Verbesserungen, dem Konsum der Gen Z und technologischen Innovationen, wie z. B. Agentic Commerce. Online-Händler setzten zunehmend auf kuratierte Marktplätze, wie beispielsweise Best Buy, Lowe’s oder Ulta Beauty.

19 Milliarden versenkt: Meta schwenkt von VR auf AI-Brillen
Reality Labs hat 2025 über 19 Mrd. Dollar Verlust eingefahren, meldet Engadget.com. Mark Zuckerberg kündige an, die Verluste nach diesem Höhepunkt schrittweise zu senken. Meta habe bereits über 1.000 Mitarbeiter entlassen, drei VR-Studios geschlossen und Pläne für Drittanbieter-Headsets auf Eis gelegt. Statt auf virtuelle Realität setze der Konzern nun auf KI-Brillen und Wearables, deren Verkäufe sich 2025 mehr als verdreifacht hätten. Die künftigen Smart Glasses sollen sehen, hören, sprechen und Informationen direkt ins Sichtfeld einblenden können – das sei der Abschied vom Metaverse zugunsten von „superintelligenter“ KI.

Chianti auf der Online-Jagd nach Markenklau
Das Konsortium Vino Chianti hat bei einer digitalen „Online-Razzia“ im zweiten Halbjahr 2025 insgesamt 2507 unrechtmäßige Verwendungen des Weinnamens aufgespürt, meldet Meininger.de. Die Verstöße verteilten sich auf 411 Webseiten, E-Commerce-Plattformen und soziale Netzwerke. Ein Großteil betreffe gefälschte oder unautorisierte Produkte, Heimbrau-Sets und die Zweckentfremdung der Marke für T-Shirts, Accessoires oder Gläser. Auch 83 Social-Media-Konten und 105 Domains hätten sich unbefugt mit dem Namen Chianti geschmückt. Das Konsortium habe bereits 1091 illegale Inhalte löschen lassen.

Österreich: Neues Fachforum für Internationalisierung
Der Österreichische Handelsverband startet laut Medienmitteilung ein Fachforum für Internationalisierung. Während westeuropäische Einzelhandelsmärkte stagnieren würden, böten Mittel- und Osteuropa weiterhin Wachstumschancen. Das Forum wolle Mitglieder aus stationärem und Online-Handel zweimal jährlich beim Markteintritt und dem grenzüberschreitenden Geschäft unterstützen – von regulatorischen Fragen über Zoll und Payment bis hin zum Risikomanagement.


KI-Programmierung steigert die Produktivität um 3,6 Prozent
KI-generierter Python-Code habe die Produktivität in der US-Softwarebranche um 3,6 Prozent gesteigert, was einer zusätzlichen Wertschöpfung von 23 bis 38 Mrd. Dollar pro Jahr entspreche, berichtet Heise.de. In den USA stammten inzwischen fast 30 Prozent des Codes von KI – 2022 seien es noch fünf Prozent gewesen. In Deutschland liege der Anteil bei 23 Prozent. Paradox: Unerfahrene Entwickler nutzten KI häufiger (37 Prozent) als Profis (27 Prozent), doch nur Letztere steigerten ihre Produktivität messbar.

ChatGPT: Automatische Alterserkennung ist übereifrig
ChatGPTs neue automatische Alterserkennung stuft erwachsene Nutzer fälschlicherweise als Teenager ein, berichtet Techradar.com. Das System analysiere Verhalten, Account-Historie und Nutzungsmuster, um Minderjährige automatisch in einen gefilterten Teen-Modus zu leiten: Wer nachts chattet oder jugendrelevante Themen anspricht, mache sich verdächtig. Als Lösung biete OpenAI Altersverifikation über den Drittanbieter Persona an, der aber teils ID-Upload oder Selfie-Videos verlange. Nutzer kritisierten die invasive Methode scharf und drohten mit Kündigungen.
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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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