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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Björn BöerChefredakteurHANDEL NATIONAL
Otto streicht 460 Stellen – vor allem in Hamburg
Otto baut knapp 460 Vollzeitstellen ab, berichtet NDR.de – und das hauptsächlich in Hamburg. Betroffen seien vor allem das Marketing und die Tech-Bereiche. Das Unternehmen wolle damit Bürokratie und Kosten reduzieren, um sich für künftige Anforderungen zu rüsten. Betroffene Beschäftigte erhielten Angebote für Altersteilzeit- oder Aufhebungsverträge.
Buchkatalog.de sucht jetzt per KI
Buchkatalog.de, die Online-Buchplattform des E-Commerce-Logistikers Kolibri360, hat laut Medienmitteilung eine dialogbasierte KI-Suche in den Testbetrieb geschickt. Statt Titel oder ISBN einzutippen, könnten Nutzer ihr Wunschbuch in natürlicher Sprache umschreiben – etwa als „historischen Roman im Stil von Ken Follett“ oder „Geschenk für einen 70-jährigen Vater“. Der KI-Agent erkenne auch Stimmungen und Anlässe und schlage dazu passende Titel vor. Perspektivisch wolle das Team die Technologie auch für Buchhandels-Shopsysteme öffnen.
HANDEL INTERNATIONAL
Walmarts Online-Handel brummt – aber der Ausblick enttäuscht
Walmart hat im Weihnachtsquartal seinen US-Online-Handel um 27 Prozent gesteigert – laut Cnbc.com das 15. Quartal in Folge mit zweistelligem digitalem Wachstum. Der E-Commerce-Anteil am US-Umsatz erreiche mit 23 Prozent einen Rekord, befeuert von Lieferungen aus Filialen (plus 50 Prozent) und dem Werbegeschäft Walmart Connect (plus 41 Prozent). Der Gesamtumsatz von 190,66 Mrd. Dollar übertreffe die Erwartungen knapp. Das bedeute: Zum ersten Mal überhole Amazon seinen Konkurrenten Walmart, den größten private Arbeitgeber der Welt. Getrübt werde das Bild vom Jahresausblick: Der erwartete Gewinn je Aktie liege mit 2,75 bis 2,85 Dollar unter den Schätzungen der Analysten.
Amazon dominiert den europäischen Online-Handel so eindeutig, dass Platz zwei wie Platz zwanzig wirkt, liest Ecommercenews.eu aus dem „Global E-Commerce Compass 2026“. Das Bruttowarenvolumen des Konzerns erreichte 2025 knapp 232 Mrd. Dollar – beinahe so viel wie die nächsten neun Anbieter zusammen. Hinter Amazon folgten mit Ozon und Wildberries zwei russische Plattformen, die in Westeuropa kaum jemand kenne. Die chinesischen Anbieter Aliexpress, Temu und Shein belegten Platz vier, sechs und sieben, obwohl sich ihr Wachstum verlangsamt habe. Polens Allegro (16,7 Mrd. Euro GMV) und Deutschlands Zalando (15,5 Mrd. Euro) erreichten für Europa auf den letzten Rängen gerade noch die Teilnehmerurkunde.
Klarna hat im vierten Quartal 2025 erstmals mehr als eine Mrd. Dollar Umsatz in einem Quartal erwirtschaftet, wie das Fintech-Unternehmen meldet. Der Umsatz sei um 38 Prozent auf 1,082 Mrd. Dollar gestiegen, das GMV auf 38,7 Mrd. Dollar – beides über den eigenen Prognosen. Die Zahl der Banking-Kunden hätte sich innerhalb eines Jahres auf 15,8 Mio. verdoppelt. Diese brächten mit 107 Dollar pro Kopf mehr als das Dreifache des Durchschnittskunden ein. In den USA, wo bereits elf Prozent der Bevölkerung Klarna nutzen, legte der Umsatz um 58 Prozent zu. Seit 2022 habe Klarna seinen Umsatz verdoppelt – bei gleichzeitig halbierten Mitarbeiterzahlen.
Alibaba investiert weiter in den Quick-Commerce-Krieg
Alibaba schickt seinen Schnelllieferdienst „Taobao Instant Commerce“ auf eine schuldenfinanzierte Wachstumsmission, berichtet IT-Times.de. Laut internen Mitteilungen wolle das Management drei Jahre lang ohne Rücksicht auf Verluste investieren – Alibaba-Gründer Jack Ma habe den Dienst intern bereits als wichtigen Meilenstein bezeichnet. Die Investitionen für 2026 sollen die des Vorjahres übertreffen, mit klarem Schwerpunkt auf Lebensmittellieferungen.
Salesforce kauft sich in die KI-Produktsuche ein
Salesforce übernimmt den KI-Spezialisten Cimulate, wie Boerse-Express.com berichtet. Das Unternehmen habe sich auf KI-gestützte Produktsuche und Agentic Commerce spezialisiert und solle in Salesforces „Agentforce-Commerce-Plattform“ aufgehen. Händler sollen davon durch präzisere Suchfunktionen profitieren, Endkunden durch ein persönlicheres Einkaufserlebnis. Der Abschluss sei für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 geplant.
Starke Zahlen, junges Zielpublikum: Ebay kauft Depop
Ebay hat ein starkes Schlussquartal hingelegt, berichtet Haendlerbund.de: Umsatz und Warenvolumen stiegen im vierten Quartal 2025 um 15 bzw. zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Händler investiere das Unternehmen in KI-gestützte Verkaufstools und Authentifizierungsangebote. Außerdem wolle Ebay dem Mitbewerber Etsy für 1,2 Mrd. Dollar den C2C-Fashionmarkt Depop abkaufen, um bei jüngeren Käufern mehr an Boden zu gewinnen.
EU Delivery Act: Wer Pakete steuert, steuert den Markt
Die EU-Kommission plant mit dem EU Delivery Act einen neuen Rechtsrahmen für den europäischen Paketmarkt – die Konsultationsphase läuft bis 5. März, berichtet SKR-AG.com. Die aktuelle Postrichtlinie stamme noch aus der Briefpost-Ära; künftig solle eine offene, interoperable Infrastruktur gelten – vergleichbar dem IBAN-System im Zahlungsverkehr. Paketdienstleister könnten sich so leichter an Großversender anbinden, stünden aber unter deutlich höherem Preisdruck. Die eigentliche Machtfrage laute: Wer vergibt künftig die Aufträge – Paketdienstleister mit eigenen Netzwerken oder Softwareplattformen, die Transportkapazitäten bündeln und verteilen?
USA: Doordash gegen Amazon: Wer hat mehr im Kühlregal?
Doordash-Chef Tony Xu sieht seinen Lieferdienst gegenüber Amazon gut im Lebensmittelsegment aufgestellt, wie er Businessinsider.com erklärte. Amazons Vorstoß in die schnelle Frischwarenlieferung schmerze, doch Xu halte dagegen: Im Gegensatz zu Amazons eigenem Ökosystem aus Whole Foods und Eigenmarken kooperiere Doordash mit Dutzenden regionaler Handelsketten. Weil Kunden selten alles bei einem einzigen Händler kauften, sei Vielfalt der entscheidende Hebel.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Büropräsenz schützt nicht vor Ideenmangel
Homeoffice steigert die Produktivität um rund 20 Prozent – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt, zitiert Heise.de eine Studie des Fraunhofer IAO und der Techniker Krankenkasse. Ab einem Homeoffice-Anteil von etwa 60 Prozent kippe der Effekt: Fachlicher und sozialer Austausch breche weg, nötige Informationen fehlten. Eine zweite Fraunhofer-Studie räume zudem mit einem Präsenzpflicht-Mythos auf: Innovationsfähigkeit hänge nicht von der Anwesenheit ab, sondern davon, wie Unternehmen kreative Zusammenarbeit ermöglichten.
Sieben von zehn Unternehmen setzen KI ein – doch die erhoffte Wirkung bleibt aus, zitiert ITMagazine.ch eine Studie des amerikanischen Amts für Wirtschaftsforschung. Über 80 Prozent der KI-Nutzer berichteten weder von höherer Produktivität noch von veränderten Beschäftigungszahlen. Auch die Führungskräfte selbst griffen auf KI zurück, allerdings durchschnittlich nur 1,5 Stunden pro Woche. Dennoch glaubten die befragten Entscheidungsträger aus den USA, dem UK, Deutschland sowie Australien, dass KI die Produktivität in drei Jahren um 1,4 Prozent steigern könne.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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