3D-Illustration zu Otto, Delivery Hero, KI-Produktsuche und Second-Hand-Handel im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Otto, Delivery Hero, Mister Spex, Alibaba, Pinterest, Drinks Anywhere, Doordash, Shoper, KI-Agenten, KI-Produktsuche, Second-Hand

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Otto.de öffnet Marktplatz für Händler aus den Niederlanden
Niederländische Händler können sich ab sofort als Verkäufer auf Otto.de bewerben, berichtet Ecommercenews.eu. Die Öffnung markiere den Beginn einer europäischen Expansion des kuratierten Marktplatzes, der 12,2 Mio. aktive Kunden zähle. Statt einer deutschen Rechtsform genüge nun ebenso eine niederländische – plus Teilnahme am OSS-Verfahren und deutschsprachigem Kundenservice. Die monatliche Grundgebühr betrage 99,90 Euro. Erst vergangenen Sommer hatte Otto sein eigenes Niederlande-Geschäft eingestellt.

Delivery Hero verkauft Foodpanda Taiwan
Delivery Hero trennt sich in Taiwan von Foodpanda und verkauft es für 600 Mio. Dollar an die südostasiatische Plattform Grab Holdings, berichtet Wiwo.de. Der Abschluss werde in der zweiten Jahreshälfte erwartet, der Erlös fließe in die Schuldentilgung. Konzernchef Niklas Östberg bezeichne den Deal als ersten Schritt einer größeren strategischen Neuordnung. Seit dem Ende des Corona-Booms war der Aktienkurs des Berliner Lieferkonzerns eingeknickt und der Druck der Investoren, unrentable Geschäftsteile abzustoßen, entsprechend gewachsen.

Mister Spex zieht auf Salesforce um
Mister Spex stellt seine gesamte IT-Infrastruktur auf Salesforce um, berichtet Retail-News.de. Der Brillen-Online-Händler bündele damit den Online-Shop und 66 stationäre Filialen auf einer gemeinsamen Plattform. Die bisherigen, stark individualisierten Altsysteme hätten sich als zu schwerfällig erwiesen. Rund acht Mio. Kundendatensätze fließen künftig in eine zentrale Datenbank, die personalisierte Angebote und KI-gestützte Empfehlungen ermöglichen solle.


HANDEL INTERNATIONAL


Alibaba schickt KI-Agententeam für KMU ins Rennen
Alibaba baut seine KI-gestützte B2B-Sourcing-Engine Accio zum vollwertigen KI-Agenten aus und bringt mit „Accio Work“ ein Werkzeug für kleine und mittlere Unternehmen auf den Markt, meldet das Unternehmen. Die spezialisierte „Agenten-Taskforce“ übernehme Aufgaben von der Marktanalyse über Lieferantenverhandlungen bis zur automatisierten Zoll- und Steuerdokumentation in über 100 Märkten. Programmierkenntnisse seien ausdrücklich nicht erforderlich.

Pinterest verwandelt Pinnwände in TV-Shopping
Pinterest startet mit „Bring My Pinterest to Life“ seine erste shoppable TV-Serie auf der Streaming-Plattform Roku, berichtet Channelx.world. In sechs Episoden verwandelten Creator-Hosts die digitalen Pinnwände von Teilnehmern in reale Neugestaltungen, vom Raumdesign über die Garderobe bis hin zu ganzen Kleinunternehmen. QR-Codes im Bild führten direkt zu kuratierten Pinterest-Boards mit kaufbaren Produkten von Markenpartnern wie Wayfair und Eos.

Drinks Anywhere umschifft Amerikas Alkohol-Bürokratie
Der kalifornische E-Commerce-Anbieter Drinks hat mit „Drinks Anywhere“ eine Vertriebsplattform gestartet, über die Online-Händler Wein verkaufen können, ohne eigene Alkohollizenzen oder Lagerkapazitäten zu benötigen, berichtet Marketwatchblog.com. Bestellungen würden direkt von lizenzierten Produzenten und Händlern abgewickelt. Das Modell ziele darauf ab, die in den USA notorisch kleinteilige Alkoholregulierung für die Wiederverkäufer zu umgehen.

Doordash zahlt Fahrern Benzinzuschuss wegen Iran-Krieg
Doordash zahlt seinen Lieferfahrern in den USA gestaffelte Benzinzuschüsse, berichtet Businessinsider.com. Wer mindestens 125 Meilen pro Woche für die Plattform fahre, erhalte fünf Dollar wöchentlich; ab 250 Meilen steige die Zahlung auf 15 Dollar. Hintergrund sei der Iran-Krieg, der die Spritpreise in einem Monat um einen Dollar auf knapp vier Dollar pro Gallone (3,8 Liter) verteuert habe.

Polnische E-Commerce-Plattform Shoper wächst 30 Prozent
Der polnische SaaS-Anbieter Shoper steigerte seinen Quartalsumsatz um mehr als 30 Prozent, berichtet IT-Boltwise.de. Die Plattform für Online-Shops richte sich gezielt an kleine und mittelständische Händler ohne tiefes Technikwissen – ein Modell, das im zweistellig wachsenden polnischen E-Commerce-Markt gut ankomme. Analysten sähen durchaus weiteres Potenzial durch Expansion nach Rumänien und Ungarn, warnten aber vor einer Abhängigkeit vom Heimatmarkt und dem Konkurrenzdruck durch Shopify.


KI-Agenten im Online-Handel: Große Pläne, kleine Schritte
OpenAIs Versuch, den kompletten Kaufabschluss in ChatGPT zu verlagern, ist vorerst gescheitert, berichtet Handelsblatt.com. So hätten nur ein Dutzend der angebundenen Shopify-Händler kooperiert; technisch sei auch die Echtzeitübermittlung von Preisen und Verfügbarkeiten nicht ausgereift gewesen. Zwar gäben in Umfragen 67 Prozent der Verbraucher an, einen KI-gesteuerten Personal Shopper nutzen zu wollen, doch mehr als 50 Euro im Monat würden sie ihm nicht anvertrauen. Trotzdem hätten sich mit beispielsweise Zalando und Klarna auch in Europa schon Partner für Googles „Universal Commerce Protocol“ gefunden.

In Asien übernimmt KI die Produktsuche
Online-Shopper in asiatischen Großstädten überlassen der KI zunehmend die Produktsuche, während Beratung und Kaufabschluss in menschlicher Hand bleiben, konstatiert die „Global Online Shopping Trends Umfrage 2026“ von Transcosmos. In Mumbai, Bangkok und Shanghai nutzten 70 bis 90 Prozent der Befragten KI-Dienste zur Produktentdeckung, während man sich in Tokio mit rund 20 Prozent auffällig zurückhaltend zeige. Der Social Commerce wachse in allen acht untersuchten Städten, besonders Tiktok (Douyin) und Instagram entwickelten sich zu eigenständigen Einkaufskanälen.

Kunden agieren kanalübergreifend, die meisten Händler nicht
Zwei Drittel der Verbraucher informieren sich vor dem Kauf auf mindestens zwei Kanälen – von Marktplätzen über soziale Plattformen bis in die Filiale, so die Studie „Global Unified Commerce Benchmark 2026“ von Manhattan Associates. Doch nur sieben Prozent der Einzelhändler verkaufen wirklich vernetzt und datengesteuert. Diese Vorreiter wüchsen fast doppelt so schnell wie die Konkurrenz. Was Marktführer 2024 noch auszeichnet habe, sei mittlerweile Standard: Echtzeit-Bestandstransparenz, durchgängige Bezahloptionen und kanalübergreifender Kundenservice.

NACHHALTIGKEIT


Second-Hand-Mode boomt vor allem digital
Der globale Second-Hand-Modemarkt könnte bis 2029 ein Volumen von 367 Mrd. Dollar erreichen und damit dreimal schneller wachsen als die übrige Bekleidungsbranche, berichtet Fashionunited.com. Allein in den USA sei der Wiederverkauf 2024 um 14 Prozent gestiegen, der Online-Anteil sogar um 23 Prozent. Das Geschäft wandert also vom Flohmarkt ins Netz: 58 Prozent aller Second-Hand-Käufer griffen zu Plattformen wie Vinted, Depop oder Ebay. Auch das Luxussegment wachse mit und dürfte bis 2030 einen Umsatz von rund 66 Mrd. Dollar generieren.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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