
Otto + Thalia, Criteo + Lidl, Airbnb, Hornbach, Debenhams, Asos, Meta, Klarna, KI-Einkaufsberatung, personalisierte Anzeigen
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
100.000 Bücher bei Otto: Thalia liefert Munition gegen Amazon
Die Otto Group nimmt Bücher in ihren Marktplatz auf und startet laut Retail-News.de mit rund 100.000 Titeln über Otto.de und die Otto-App. Sortimentslieferant sei Thalia, Marktführer im deutschsprachigen Buchhandel. Thalia, im E-Commerce zuletzt um 20 Prozent gewachsen, sichere sich über Otto zusätzliche Reichweite. Da die Buchpreisbindung den Preiskampf ausschließe, entscheide das Duo den Wettbewerb mit Amazon über Service und Logistik.
Criteo verkauft künftig exklusiv Lidls Online-Werbeplätze
Criteo übernimmt die exklusive Vermarktung der Retail-Media-Inventare im deutschen Lidl-Onlineshop, meldet Retail-News.de. Die Partnerschaft solle das Werbeangebot auf Lidl.de erweitern und neue performanceorientierte Formate für Marken und Agenturen etablieren. Im Mittelpunkt stünden „Sponsored Product Ads“ in der Produktsuche sowie „Onsite Display Ads“ zur frühen Kaufentscheidung. Für Lidl sei der Schritt Teil einer langfristigen Strategie zum Ausbau des digitalen Ökosystems.
Trumps Zölle drücken deutschen Handelsüberschuss um ein Drittel
Der deutsche Exportüberschuss mit den USA ist im ersten Quartal 2026 um 30,5 Prozent auf 12,4 Mrd. Euro geschrumpft, meldet das Statistische Bundesamt. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten seien um 12,1 Prozent auf 36,2 Mrd. Euro gesunken, während die Importe leicht zulegten. Hauptursache seien die seit 2025 geltenden US-Einfuhrzölle, vor allem auf Kraftfahrzeuge. Besonders heftig habe es Elektroautos getroffen: Deren Exporte in die USA seien um 65,7 Prozent eingebrochen.
HANDEL INTERNATIONAL
Airbnb wird Hotelier, Reisebüro und Hotline in einem
Airbnb nimmt Hotels ins Programm und startet mit Boutique-Häusern in 20 Städten, darunter New York, Paris und Singapur, berichtet Techcrunch.com. Ein Pop-up bei kurzen Aufenthalten lotse Last-Minute- und Geschäftsreisende zu den Hotels, ein neuer Filter mache sie dauerhaft sichtbar. Nebenbei umschiffe der Konzern so auch Verbote der Kurzzeitvermietung in lukrativen Metropolen. Parallel wachse auch das Service-Geschäft um Gepäckaufbewahrung, Mietwagen und geführte Touren.
Hornbach hat den Digital Commerce Award 2026 als bester Online-Shop der Schweiz gewonnen, berichtet ITMagazine.ch. Eine Jury habe in 14 Kategorien entschieden und Hornbach entlang der gesamten Customer Journey für User Experience, Omni-Channel-Integration und Produktdaten gelobt. Der Baumarkt holte zusätzlich die Kategorien Omni-Channel und Commercial Feature. Category Leader wurde Brack.Alltron, Ricardo gewann gleich zweifach.
Als erster britischer Händler ermöglicht die Debenhams Group ihren US-Kunden einen KI-gestützten Checkout direkt in den Meta-Apps Facebook und Instagram, meldet Channelx.world. Betroffen seien die Marken Karen Millen, Boohoo, BoohooMAN und Prettylittlething, die zusammen über 46 Mio. Follower zählten. Die Technik stamme von Paypals „Agentic Commerce Services“ und befinde sich in den USA in der Pilotphase.
Asos schickt seinen Stylisten zu ChatGPT
Asos bringt seinen KI-Stylisten in ChatGPT und steigt damit in den „Agentic Commerce“ ein, meldet Channelx.world. Die App stehe Kundinnen und Kunden in Großbritannien und den USA zur Verfügung und liefere – anders als gängige KI-Shopping-Tools – auch Videos samt Livestream-Inhalten direkt in den Chat. Möglich mache das „Bambusers Intelligence Layer“, die den Produktkatalog für Sprachmodelle aufbereite. Per Klick gelange man zu Details, Preis und Kaufabschluss auf Asos.com.
Vier Monate Gehalt plus Bonus: So kündigt Meta
Meta entlässt rund 8.000 Mitarbeiter und versendet die Kündigungsmails in drei regionalen Wellen, berichtet Businessinsider.de. Betroffen seien etwa zehn Prozent der 78.000 Beschäftigten, darunter Teams für Integrität, Cybersicherheit und Content-Design sowie Führungspositionen. US-Mitarbeiter bekämen 16 Wochen Grundgehalt plus zwei Wochen pro Dienstjahr und 18 Monate Krankenversicherung. Parallel verschiebe Meta über 7.000 Stellen in KI-Initiativen und plane bis 2026 Investitionen zwischen 125 und 145 Mrd. Dollar
BEUC zerrt Google, Meta und Tiktok vor die EU-Kommission
Der europäische Verbraucherverband BEUC hat Beschwerden gegen Google, Meta und Tiktok bei der EU-Kommission eingereicht, meldet der Vzbv.de. Die Plattformen gingen zu lasch gegen betrügerische Finanzwerbung vor und verletzten damit den Digital Services Act. Zwischen Dezember 2025 und März 2026 hätten die Verbraucherschützer fast 900 verdächtige Anzeigen gemeldet, von denen lediglich 27 Prozent entfernt worden seien.
Klarna verkuppelt seine Händler mit ChatGPT
Klarna hat eine Shopping-Search-App in ChatGPT gestartet, meldet Klarna.com. Nutzer könnten ihren Wunsch im Chat beschreiben und sähen sofort Bilder, aktuelle Preise und Angebote mehrerer Händler. Erst zum Kauf führe ein Link in den jeweiligen Online-Shop. Technisches Rückgrat sei Klarnas „Product-Search-MCP-Server“ mit über 100 Mio. Produkten und 400 Mio. Händler-Listings in 13 Märkten. Händler erschienen organisch nach Relevanz, aber könnten zusätzlich gekennzeichnete „Sponsored Placements“ buchen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
ChatGPT als Einkaufsberater: Acht Prozent fragen die KI
Acht Prozent der Online-Recherchierenden in Deutschland ziehen vor größeren Anschaffungen generative KI zurate, meldet NielsenIQ. Bei mobilen Computern, Spielekonsolen und Wearables erreiche der Anteil sogar 13 Prozent. ChatGPT führe mit 84 Prozent unter den AI-Search-Nutzern im Tech-Segment, Gemini folge mit 22 Prozent. Genutzt werde KI vor allem für Modellvergleiche und Preissuche.
Personalisierte Werbung verunsichert die Deutschen mehr, als sie überzeugt, berichtet Retail-News.de unter Berufung auf eine Yougov-Studie. 40 Prozent der Befragten fühlten sich von maßgeschneiderten Anzeigen geängstigt, 48 Prozent unwohl bei der Auswertung ihres Online-Verhaltens. Den Browserverlauf als Werbegrundlage empfänden 57 Prozent als Eingriff in die Privatsphäre; 43 Prozent griffen inzwischen zum Adblocker. Akzeptanz entstehe vor allem durch Opt-out-Optionen, anonymisierte Daten und transparente Richtlinien.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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