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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Otto präsentiert KI-Verkäufer und KI-Servicekraft
Otto rollt gleich zwei KI-Assistenten aus, meldet das Unternehmen. Der erste verwandle die App in eine Art digitalen Fachberater: Kunden schilderten per Text oder Sprache ihren Produktwunsch, die auf Google Gemini basierende KI stelle Rückfragen und filtere aus über 18 Mio. Artikeln passende Empfehlungen. Das solle Fehlkäufe und Retouren senken. Der zweite Assistent, eine Eigenentwicklung, übernehme rund um die Uhr den Kundenservice für Fragen zu Bestellungen, Lieferungen und Rückgaben. Standardanliegen löse die KI selbstständig, komplexere Fälle leite ein Routing-Mechanismus an menschliche Mitarbeitende weiter.
Kammergericht kippt Vinteds voreingestellten Käuferschutz
Das Kammergericht Berlin hat Vinteds voreingestellten Käuferschutz für rechtswidrig erklärt, berichtet Haendlerbund.de. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte gegen die Praxis geklagt, bei jedem Kauf automatisch fünf Prozent des Preises plus 70 Cent für den Schutz zu berechnen. Laut §312a BGB dürften kostenpflichtige Zusatzdienste nicht per Voreinstellung aktiviert werden – Käufer müssten aktiv zustimmen. Anders als die Vorinstanz, die nur eine bessere Information verlangt habe, fordere das Kammergericht nun eine echte Wahlmöglichkeit. Dass auf der Plattform Privatpersonen handeln, spiele dabei keine Rolle.
Verbraucher halten Markenprodukte für zu teuer
57 Prozent der Verbraucher halten Markenprodukte für überteuert und erkennen keinerlei Mehrwert; 39 Prozent halten sie für „Geldmacherei“, zitiert Wll.news eine Simon-Kucher-Studie. 42 Prozent griffen inzwischen überwiegend zu Handelsmarken, denn der Preis sei für 59 Prozent noch wichtiger als im vergangenen Jahr. Selbst wenn Markenprodukte günstiger wären, würden 81 Prozent den Eigenmarken die Treue halten. Außerdem rücke die Nachhaltigkeit als Kaufkriterium erstmals wieder in den Hintergrund.
Google weiht sein KI-Flaggschiff ein
Google hat in Berlin-Mitte ein neues KI-Zentrum eröffnet, das Teams von Deepmind, Research und Cloud unter einem Dach vereint, berichtet Handelszeitung.ch. Das „Google AI Center“ sei Teil eines 5,5 Mrd. Euro schweren Investitionspakets, mit dem der Konzern bis 2029 seine deutsche Infrastruktur erweitere. Geplant sei ein neues Rechenzentrum im hessischen Dietzenbach sowie der Ausbau der Standorte München und Frankfurt. Eine vom Konzern beauftragte IW-Analyse beziffere das jährliche Wertschöpfungspotenzial generativer KI in Deutschland bis 2034 auf rund 440 Mrd. Euro.
HANDEL INTERNATIONAL
Sheins Wachstum in Europa verliert an Tempo
Sheins Wachstum in Europa bremst spürbar ab, ergibt sich laut Ecommercenews.eu aus dem vierten DSA-Transparenzbericht des Unternehmens. Zwischen August 2025 und Januar 2026 hätten durchschnittlich 155,7 Mio. Europäer die Plattform monatlich genutzt – ein Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorhalbjahr, in dem die Rate noch bei 11,6 Prozent gelegen habe. Deutschland bleibe Sheins umsatzstärkster Markt in der EU, von der Zahl der Kunden (22,2 Mio.) her reiche es aber nicht für die Siegertreppe: Gold gehe an Frankreich (28,2 Mio.), Silber an Spanien (27,3 Mio.) und Bronze an Italien (25 Mio.).
Der Motorgeräte-Hersteller Stihl hat in den USA einen B2B-Marktplatz gestartet, berichtet Digitalcommerce360.com. Statt auf Direktvertrieb zu setzen, wickle das Unternehmen alle Bestellungen über sein Netz von mehr als 10.000 autorisierten Fachhändlern ab. Kunden könnten Produkte online bestellen und vor Ort abholen, eine Lieferoption sei erst später geplant. Stihl verfolge damit das Ziel, seinen stationären Vertriebspartnern digitale Werkzeuge an die Hand zu geben, ohne das bewährte Händlermodell anzutasten.
Revolut beantragt US-Banklizenz und plant 500-Mio.-Offensive
Die britische Neobank Revolut hat eine US-Banklizenz beantragt, berichtet Reuters.com. Das Fintech-Unternehmen mit rund 70 Mio. Kunden weltweit wolle, bei Genehmigung durch die US-Aufsichtsbehörden OCC und FDIC, Einlagen annehmen, Kredite vergeben und Kreditkarten ausgeben. Revolut plane, in den nächsten drei bis fünf Jahren 500 Mio. Dollar in den amerikanischen Markt zu investieren.
Revolve ist jetzt auch eine Modemarke
Die amerikanische Mode-Plattform Revolve wird mit dem Label „Revolve Los Angeles“ künftig auch zur Marke, berichtet Fashionnetwork.com. Zu Preisen zwischen 170 und 3.000 Euro umfasse das Angebot handbestickte Abendkleider und gehobene Alltagsmode aus italienischer Strickware und Satin, erhältlich von XXS bis XL. Das neue Label sei Teil der geplanten Expansion in den stationären Handel.
US-Zölle: 300.000 Importeure sollen Geld zurückbekommen
Ein New Yorker Handelsgericht hat die US-Regierung zur Rückzahlung illegal erhobener Zölle verpflichtet, berichtet Spiegel.de. Die Zoll- und Grenzschutzbehörde müsse Millionen von Sendungen neu berechnen und zu viel gezahlte Beträge mit Zinsen erstatten. Betroffen seien 300.000 Importeure, überwiegend kleine Unternehmen, was sich trotzdem zu rund 175 Mrd. Dollar addieren könnte. Parallel dazu kündigte Finanzminister Bessent eine Erhöhung der neuen, auf einem anderen Gesetz basierenden Weltzölle von zehn auf 15 Prozent an: „Wahrscheinlich“ noch diese Woche.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Smartphone-Nutzung steigt auf 180 Minuten pro Tag
Deutsche greifen täglich drei Stunden zum Smartphone – eine halbe Stunde mehr als noch 2024, so eine Bitkom-Befragung. Die 16- bis 29-Jährigen kämen auf 216 Minuten, ab 65 Jahren schrumpfe die Nutzung auf knapp zwei Stunden. Fürs eigentliche Telefonieren fielen nur 26 Minuten an, wobei das klassische Hörer-ans-Ohr-Halten aussterbe: 48 Prozent telefonierten per Headset, 42 Prozent nutzten die Freisprechfunktion.
Nur 13 Prozent aller E-Mails stammen noch von Menschen
Nur 13 Prozent des weltweiten E-Mail-Verkehrs stammen noch von menschlichen Absendern, zitiert Techradar.com eine Studie von Hostinger. Die restlichen 87 Prozent erzeugten automatisierte Systeme. Lediglich 44 Prozent aller E-Mails schafften es überhaupt in den Posteingang; ein Drittel des Aufkommens werde als Phishing, Scam oder Malware blockiert. Menschlich verfasst seien fast nur noch Nachrichten von privaten Absendern mit geringem Volumen. Klassische Kennzahlen wie Öffnungs- und Klickraten verlören zunehmend an Aussagekraft, weshalb E-Mail-Marketer ihre Strategien grundlegend überdenken müssten.
Chatbot-Beratung: Mehrheit der Kunden ist bereit
Mehr als die Hälfte der Konsumenten würde sich beim Online-Einkauf von KI-Chatbots beraten lassen, meldet das EHI Retail Institute. Unter den 18- bis 24-Jährigen liege die Bereitschaft bei 77,8 Prozent. Am meisten Potenzial sähen Befragte bei erklärungsintensiven Sortimenten wie Elektronik (45,7 Prozent), weniger bei emotional geprägten Kategorien wie Lebensmitteln oder Büchern. Entscheidend für Akzeptanz seien transparente Produktinfos, nachvollziehbare Empfehlungen und die Möglichkeit, jederzeit zu einem Menschen wechseln zu können.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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