3D-Illustration zu E-Commerce-Themen: Marktplatz, Zahlung, KI und Logistik im Überblick
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Etsy, Doctolib, Microsoft, Shopify + Shopline, Alibaba, Google, Coupang, Visa, Google-Ads, KI-Einstellungen, Vertrauen in KI

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von Etailment.de.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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Die NRF 2026: Retail’s Big Show Europe kehrt vom 15. bis 17. September 2026 nach Paris zurück und verspricht drei Tage voller Innovation, Diskussionen, Begegnungen und Inspiration. Die Veranstaltung findet in der Paris Expo Porte de Versailles statt und dauert genau diesen Zeitraum. Mehr

HANDEL NATIONAL

Etsy liefert Widerrufsbutton nach – mit Schönheitsfehlern
Etsy hat knapp zwei Wochen nach Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Vorgaben eine elektronische Widerrufsfunktion eingeführt, meldet Haendlerbund.de. Verbraucher könnten den Widerruf nun als „Hilfeanfrage“ über die Bestellübersicht absenden. Allerdings genüge die Lösung den gesetzlichen Anforderungen nicht: Sie sei schwer auffindbar und verlange zwingend eine Begründung, die das deutsche Verbraucherrecht gar nicht voraussetze. Abmahnungen seien aber noch keine bekannt. Händler sollten dennoch ihre Rechtstexte anpassen und eingehende Widerrufe regulär prüfen.

Doctolib zeigt trotz Filter Selbstzahlertermine
Doctolib zeigt gesetzlich Versicherten trotz gesetztem Filter weiterhin Selbstzahler- und Privatpraxistermine an, wie ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbands belegt. Von 349 untersuchten Terminarten aus 37 Praxen habe über ein Drittel eine Selbstzahlung erfordert, was aber teils erst spät im Buchungsprozess erkennbar gewesen sei. Häufig gehe es um Leistungen ohne medizinische Notwendigkeit. Das Landgericht Berlin wertete das Vorgehen im Januar als irreführend; Doctolib legte Berufung ein. Der Verband fordert nun verbindliche Mindeststandards für Arztterminportale.

Microsoft baut viertes KI-Rechenzentrum in Grevenbroich
Microsoft plant ein viertes KI-Rechenzentrum im Rheinischen Revier, diesmal im niederrheinischen Grevenbroich, wie Heise.de berichtet. Der Konzern habe einen Kaufvertrag für 23 Hektar Ackerland unterzeichnet, noch unter dem Vorbehalt der Baugenehmigung. Ein Betrieb rücke erst in den frühen 2030er Jahren näher. Neben mehreren hundert neuen Stellen im Rechenzentrum könnten rund 2.500 Jobs bei Zulieferern entstehen.


HANDEL INTERNATIONAL


Shopify und Shopline einigen sich in Copyright-Streit
Shopify hat seinen Copyright-Streit mit dem Konkurrenten Shopline beigelegt, meldet Thenews.com. Der 2024 eingereichten Klage zufolge habe Shopline das quelloffene „Dawn-Theme“ kopiert und daraus seine eigene „Seed“-Software gebaut. Im Zuge des Vergleichs stelle Shopline den Vertrieb ein. Shopline, Tochter des chinesischen Konzerns Joyy, habe die Vorwürfe bestritten: Dawn beruhe auf verbreiteten Web-Technologien und sei nicht schutzfähig. Finanzielle Bedingungen blieben vertraulich.

Alibaba zahlt 600 Mio. Dollar wegen illegaler Arzneiverkäufe
Alibaba und sein US-Zahlungsdienstleister AUS Merchant Services zahlen 600 Mio. Dollar, um Vorwürfe illegaler Arzneimittelverkäufe beizulegen, meldet Aljazeera.com. Laut US-Justizministerium habe der Konzern zwischen 2016 und 2024 rund 80.000 Verkäufe von Chemikalien, Medikamenten und Fälschungsequipment nicht verhindert. Ermittler hätten mehr als 40 verdeckte Testkäufe getätigt. Intern hätten auch Mitarbeiter die lückenhaften Kontrollen bemängelt.

EuGH-Urteil endgültig: 4,1 Milliarden für Googles App-Politik
Google muss eine EU-Wettbewerbsstrafe von 4,1 Mrd. Euro zahlen, wie Manager-Magazin.de berichtet. Der Europäische Gerichtshof habe ein Urteil von 2022 endgültig bestätigt und den Einspruch von Google und Mutterkonzern Alphabet abgewiesen. Der Konzern habe Android-Herstellern illegale Auflagen gemacht, um seine Suchmaschine zu schützen: Wer Google-Dienste einbinden wollte, habe ein ganzes App-Paket vorinstallieren müssen.

Coupang: Washington wirft Seoul Diskriminierung vor
Südkorea habe den US-Händler Coupang systematisch benachteiligt und nach dessen Datenpanne 2025 eine behördenübergreifende Kampagne durchgeführt, heißt es laut Straitstimes.com in einem Zwischenbericht des US-Repräsentantenhauses. Mehr als zehn Behörden hätten Dutzende Untersuchungen eingeleitet, über 4.000 Dokumente angefordert und 652 Mitarbeiter befragt. Der Geheimdienst NIS habe Coupang gar zu einer Bergungsaktion inklusive Tauchern gedrängt. Seoul weist die Vorwürfe als einseitig zurück.

London baut das strengste Zahlungsgesetz der G7
Kleinunternehmen in Großbritannien erhalten die striktesten Regeln für Geschäftskunden-Zahlungen aller großen Volkswirtschaften, wie Channelx.world berichtet. Das britische Gesetz zwinge Großkunden, Rechnungen kleiner Zulieferer binnen 60 Tagen zu begleichen, und sichere diesen einen Verzugszins zu, auf den sie auch vertraglich nicht verzichten könnten. Nur solche verpflichtenden Fristen samt aktiver Durchsetzung änderten das Zahlungsverhalten spürbar. Transparenz und Freiwilligkeit seien bislang regelmäßig gescheitert.


Visa lässt KI-Agenten erstmals bei echten Händlern einkaufen
Visa hat laut Pressemitteilung auf dem „Visa Payments Forum“ in Paris erste Live-Transaktionen im KI-gestützten Handel vorgeführt. Dabei hätten KI-Agenten im Auftrag der Karteninhaber bei echten Händlern wie Cleverbridge, Lastminute.com oder Frasers eingekauft – jeder Bezahlvorgang autorisiert, jede Vorgabe nutzerdefiniert. Über 30 Finanzinstitute, darunter Commerzbank, DKB und ING, seien beteiligt. Die Authentifizierung laufe biometrisch über „Visa Payment Passkeys“ und erfülle die europäischen SCA-Vorgaben.

Google-Ads: 15 Prozent mehr pro Klick, 40 Prozent weniger Ertrag
Der durchschnittliche Klickpreis bei Google Ads ist binnen eines Jahres um 15 Prozent geklettert, während die Werberendite ROAS um mehr als 40 Prozent nachgab, berichtet Ecommercenews.eu. Grundlage sei der „eCommerce Google Ads Benchmark“ des Feed-Managers Channable, der 1,38 Mrd. Euro Werbeausgaben von über 10.000 Advertisern ausgewertet habe. Bei „Standard Shopping“ sei der ROAS um 43, bei „Performance Max“ um 46 Prozent gefallen. Im vierten Quartal hätten die Ausgaben fast 48 Prozent höher gelegen als im ersten.

Wer viel in KI investiert, stellt mehr Leute ein
Unternehmen mit hohen KI-Investitionen stellen, statt Personal abzubauen, schneller neue Mitarbeiter ein als ihre Wettbewerber, zitiert Businessinsider.de eine Studie von Ramp und Revelio Labs. Intensive KI-Nutzer vergrößerten ihre Belegschaft binnen zwei Jahren um 10,2 Prozent, und stellten zwölf Prozent mehr Berufseinsteiger ein. Die Autoren rieten zur Skepsis, wenn Firmenchefs Entlassungen der KI anlasteten, und Berufseinsteigern, bei ähnlicher Auswahl das KI-nutzende Unternehmen zu wählen.

Vertrauen in KI in Europa unterschiedlich ausgeprägt
Beim KI-gesteuerten Einkauf klafft in Europa eine Vertrauensproblem, zitiert Channelx.world eine Untersuchung von Ecommpay. Spanien führe bei der Bekanntheit der Technologie (66 Prozent) und beim Vertrauen, einem KI-Agenten die eigenen Kartendaten zu überlassen (62 Prozent); nur neun Prozent lehnten solche Agenten grundsätzlich ab. Die Deutschen lägen im Mittelfeld, und würden KI am ehesten Geschenke besorgen lassen. Die Briten misstrauten am stärksten: 51 Prozent hätten Sicherheitsbedenken, 31 Prozent würden die KI nie bezahlen lassen wollen.
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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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