
PwC-Gutachten bringt Schlecker in Bedrängnis
Das Papier ist 37 Seiten stark und gibt dem Fortbestehen von Schlecker wenig Chancen: Der Insolvenzverwalter des Unternehmens versucht, den Inhalt des PwC-Gutachtens zu relativieren.

Das Papier ist 37 Seiten stark und gibt dem Fortbestehen von Schlecker wenig Chancen: Der Insolvenzverwalter des Unternehmens versucht, den Inhalt des PwC-Gutachtens zu relativieren.
Unterm Strich bedeutet das nichts anderes: Das Unternehmen hat so gut wie keine Zukunft, doch im Falle einer Insolvenz blieben dank Verkaufserlösen wenigstens noch genung Geld, um die angstrebte Transfergesellschaft für die entlassenen Mitarbeiter zu finanzieren. Dafür benötigt der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz etwa 71 Millionen Euro.
Geiwitz versichert hingegen, die Investorensuche befinde sich "voll im Plan". Erste ernstzunehmende Angebote seien eingegangen.Die Sanierung laufe plangemäß. Wie stets kommuniziert sei dies anspruchsvoll Prozess und auch die "Stand-alone-Lösung" weiter machbar.
Man habe allerdings auch nie versprochen, das Darlehen von rund 71 Millionen Euro innerhalb der nächsten sechs Monate aus dem laufenden Cash-Flow zurück zu zahlen. Dies werde jedoch beispielsweise durch die Veräußerung werthaltiger Unternehmensteile möglich.
Trotzdem hat das PwC-Gutachten schon für neue Unruhe gesorgt. Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) etwa fordert nun, alle bisherigen Überlegungen zur Zukunft der insolventen Drogeriekette Schlecker erneut zu prüfen.
Mehrere Bundesländer wollen an diesem Dienstag entscheiden, ob sie sich an einer Bürgschaft zur Absicherung einer Auffanglösung für die 11.000 vor der Entlassung stehenden Schlecker-Beschäftigten beteiligen.
Das letzte Wort über die Gründung der Transfergesellschaft fällt aber erst am Mittwoch. Dann will die grün-rote Regierung in Baden-Württemberg beschließen, ob sie mit einer Bürgschaft von rund 70 Millionen Euro in Vorleistung geht und damit den Weg für die Transfergesellschaft ebnet, die über sechs Monate die betroffenen Schlecker-Mitarbeiter auffangen soll.