
Deutschlands reichste Konsumenten wohnen im Hochtaunuskreis, die ärmsten in der Eifel, zeigt eine GfK-Studie. Die bayerische Stadt Straubing hat dagegen eine höhere Zentralität als Metropolen.
Die GfK-Studie schlüsselt das Potenzial für den Einzelhandel für alle Regionen Deutschlands auf – von den einzelnen Bundesländern bis zu Kreisen und Gemeinden ab 10.000 Einwohnern. Die Kennziffer Einzelhandelskaufkraft vergleichen die Statistiker mit den regionalen Einzelhandelsumsätzen. Daraus ergibt sich die so genannte Einzelhandelszentralität, eine Kennziffer, die die Anziehungskraft des regionalen Einzelhandels misst.
Werte über 100 stehen demnach für einen Kaufkraftzufluss, Werte unterhalb von 100 für einen Kaufkraftabfluss. Insgesamt 158 Kreisen mit einer Zentralität über 100 stehen 244 Kreise mit Indexwerten unter 100 entgegen.
Auf Kreisebene liegt hier der Stadtkreis Straubing bundesweit mit einer Zentralität von 224,2 ganz vorn. Am Ende in der Tabelle steht der Landkreis Würzburg mit einer Zentralität von 57,4. Der Stadtkreis Würzburg hat laut der Studie hingegen eine Zentralität von 186,3. Das bringt ihn bundesweit auf Rang 7.
Naturgemäß liegen überwiegend Stadtkreise vorn, denn hier ballt sich der Einzelhandel und verstärkt somit die Sogkraft auf das Umland. Die GfK-Meinungsforscher nennen als Beispiel Würzburg: Die Einwohner des Landkreises Würzburg fahren zum Einkaufen meist in die nahegelegene Stadt Würzburg und geben dort den Großteil ihres Geldes aus.
Auffällig ist den Meinungsforschern zufolge, dass die Spitzenplätze im Zentralitätsranking nicht von den großen Einkaufsmetropolen wie Berlin, München oder Düsseldorf belegt werden. Vielmehr übernehmen Städte wie Straubing, Weiden oder Passau die Funktion als Mittelzentren für ein ländlich geprägtes Umfeld.
Außerhalb der Stadtgrenzen, also auf dem Land, sind hingegen meist nur wenige und dünn gestreute Einzelhandelsangebote zu finden. Diese Städte haben also gemeinsam, dass sie ein großes Einzugsgebiet bedienen, in dem relativ viel Kaufkraft steckt. Gleichzeitig hätten die Mittelzentren selbst eine eher geringe Einwohnerzahl, so dass der Kaufkraftzufluss vom Umland die in der Stadt an sich existierende Kaufkraft in der Summe noch deutlich übertreffe.